1. Wirtschaft
  2. Arbeit

Bundesagentur für Arbeit: Arbeitslosenzahl steigt im August auf 2,95 Millionen

Bundesagentur für Arbeit : Arbeitsmarkt stabilisiert sich nach Corona-Einbruch weiter

In Deutschland ist die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 45.000 auf 2,95 Millionen gestiegen. Laut Arbeitsagentur ist die Zunahme aber für den Spätsommer üblich. In NRW haben die Auswirkungen der Pandemie auf den Arbeitsmarkt deutlich nachgelassen. Jedoch sei die Krise noch nicht vorbei, warnte Bundesarbeitsminister Heil.

Damit gab es laut der Bundesagentur für Arbeit (BA) wie schon im Juli keinen zusätzlichen coronabedingten Anstieg. "Dennoch sind die Auswirkungen der Pandemie auf den Arbeitsmarkt weiterhin sehr deutlich sichtbar", sagte BA-Chef Detlef Scheele. Unter Herausrechnung der jahreszeitlichen Schwankungen fiel die Arbeitslosenzahl im August allerdings um 9000.

Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen in NRW nahm im Sommer- und Ferienmonat August um 6.277 Personen oder 0,8 Prozent zum Vormonat und damit in einem für die Jahreszeit üblichen Umfang auf 799.931 Personen zu. Damit waren 143.274 Personen oder 21,8 Prozent mehr arbeitslos gemeldet, als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Prozentpunkte auf 8,2 Prozent. Den stärksten Zuwachs gab es mit einem Plus von 4,6 Prozent zum Vormonat bei jungen Menschen unter 25 Jahren. Grund ist, dass viele Abschlussprüfungen der dualen Berufsausbildung in Folge der Pandemie erst verzögert abgelegt werden konnten.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil sieht eine erste leichte Aufhellung am Arbeitsmarkt in der Corona-Krise - aber auch weitere Risiken. Die Zahlen für August machten deutlich, dass sich der Arbeitsmarkt langsam stabilisiere, sagte der SPD-Politiker am Dienstag in Berlin. Zugleich wachse die Nachfrage nach Arbeitskräften langsam wieder, aber auf sehr niedrigem Niveau. Er sei „vorsichtig zuversichtlich“ für eine wirtschaftliche Erholung im kommenden Jahr. Dies sei aber nach Branchen unterschiedlich, es gebe keine absoluten Gewissheiten. „Die Krise ist noch nicht vorbei“, warnte Heil.

Im Vergleich zu anderen Industrienationen schlage sich Deutschlands Arbeitsmarkt in der tiefsten Wirtschaftskrise dieser Generation nach wie vor wacker. Dies sei auch auf die Regelungen zur Kurzarbeit zurückzuführen, die nach einem Beschluss der Koalitionsspitzen bis Ende 2021 verlängert werden sollen. Heil will einen entsprechenden Gesetzentwurf voraussichtlich am 16. September ins Kabinett bringen. Es gehe darum, eine Brücke über die Zeit der Unsicherheit zu bauen und wirtschaftliche Substanz und Beschäftigung zu sichern.

Kurzarbeit fungierte bundesweit weiter als Stabilisator: Nach vorläufigen hochgerechneten Daten bezogen laut BA im Juni 5,36 Millionen Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld. Vor Beginn der Kurzarbeit müssen Betriebe Anzeige über den voraussichtlichen Arbeitsausfall erstatten. Nach aktuellen Daten wurde vom 1. bis einschließlich 26. August für 170.000 Personen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt. Damit geht die Zahl der Personen, für die Kurzarbeit angezeigt wird, nach dem massiven Anstieg in März und April weiter zurück.

Für die Kurzarbeit in NRW liegt eine erste Hochrechnung vor. Demnach arbeiteten im Mai 1.173.008 Menschen verkürzt.

(chal/ahar/dpa/Reuters)