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Baugewerbe: Schlichtung im IG-Bau-Tarifkonflikt abgebrochen

Baubranche : Schlichtung im IG-Bau-Tarifkonflikt ergebnislos abgebrochen

Seit Mai verhandeln Gewerkschaft und Arbeitgeber im Baugewerbe über Lohnerhöhungen, Anreiseentschädigung und Ost-West-Angleichung. Sollte die Schlichtung keine Lösung bringen, droht ein bundesweiter Streik.

In Berlin ist die Schlichtung im Tarifkonflikt für die knapp 900.000 Beschäftigen im Bauhauptgewerbe am späten Donnerstagabend unterbrochen worden. Dies teilte die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) in einer Erklärung mit. Der IG BAU-Bundesvorsitzende, Robert Feiger, sprach von den schwierigsten Verhandlungen im Baugewerbe seit Jahren. Es habe bisher lediglich eine leichte Annäherung gegeben. "Wir hoffen, dass die Arbeitgeber den Weg der Vernunft gehen und dass es uns gelingt, in der kommenden Woche die Steine aus dem Weg zu räumen. Aber es ist immer noch alles offen: Das Damoklesschwert eines bundesweiten Bau-Streiks schwebt nach wie vor über der Verhandlung", so Feiger. Die Gespräche sollen am kommenden Mittwoch voraussichtlich in Berlin fortgesetzt werden.

Die Gewerkschaft fordert ein Lohnplus von 5,3 Prozent sowie die Angleichung der Tarife in Ost und West. Vor allem aber will sie eine höhere Entschädigung für die oft lange Anreise der Arbeiter zu den Baustellen erreichen.

Am Mittwoch begann die Schlichtung in dem seit Mai andauernden Tarifkonflikt. Geleitet wird sie vom Präsidenten des Bundessozialgerichts, Rainer Schlegel. Findet auch er keine Lösung, der Arbeitnehmer und Arbeitgeber zustimmen, könnte es zum ersten Mal seit 2002 zu einem bundesweiten Arbeitskampf im Bau kommen.

(peng/Reuters)