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Arbeitslosigkeit in NRW im Juni auch wegen Erfassung von Ukrainern gestiegen​

Auch wegen Erfassung von Ukraine-Flüchtlingen : Zahl der Arbeitslosen in NRW steigt

Der Arbeitsmarkt in Deutschland ist weiter stabil. Dennoch steigt die Zahl der Arbeitslosen – auch in NRW. Ein statistischer Effekt, weil die Ukraine-Flüchtlinge jetzt über die Jobcenter erfasst werden – und damit erstmals in der Statistik auftauchen.

Die Zahl der Arbeitslosen ist in Nordrhein-Westfalen deutlich gestiegen. Insgesamt waren im Juni im bevölkerungsreichsten Bundesland knapp 658.000 Personen arbeitslos gemeldet, gut 20.000 mehr als vor einem Monat, wie die Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag mitteilte. Die Arbeitslosenquote stieg von 6,5 auf 6,7 Prozent.

Im Juni waren in ganz Deutschland 2,363 Millionen Menschen ohne Job. Das sind 103.000 mehr als im Mai, aber immer noch 251.000 weniger als vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag mitteilte. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,3 Punkte auf 5,2 Prozent.

Hauptgrund dafür sei neben dem saisonüblichen Ende der Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt die Aufnahme ukrainischer Kriegsgeflüchteter in die Grundsicherung für Arbeitssuchende. „Im Juni waren es rund 19.000 Menschen, von denen wir wissen, dass sie nach dem Tag des russischen Überfalls nach NRW geflohen sind und die seit diesem Monat zum ersten Mal bei uns arbeitslos gemeldet sind“, sagte die Geschäftsführerin Arbeitsmarktmanagement der Regionaldirektion NRW, Bianca Cristal.

Alle geflüchteten Ukrainerinnen und Ukrainer haben seit 1. Juni die Möglichkeit, in den Jobcentern einen Antrag auf Grundsicherung für Arbeitssuchende zu stellen. Zuvor hatten sie Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten.

Die Neuankömmlinge aus der Ukraine treffen Cristal zufolge in NRW auf einen aufnahmefähigen Arbeitsmarkt. „Viele sind gut ausgebildet - und gerade an gut ausgebildeten Fachkräften fehlt es in NRW am Arbeitsmarkt in vielen Branchen“, sagte sie. Historisch betrachtet liege die Arbeitslosigkeit in NRW weiter auf niedrigem Niveau: In den vergangenen drei Jahrzehnten sei sie nur in den Boomjahren 2018 und 2019 niedriger gewesen.

Insgesamt waren bei den Agenturen für Arbeit in NRW im Juni 175.000 offene Stellen gemeldet. Stichtag für Zählung war der 13. Juni.

(ahar/dpa)