Düsseldorf: Arag: Jeder neunte Kunde ein Online-Kunde

Düsseldorf: Arag: Jeder neunte Kunde ein Online-Kunde

Der Konzern will bis 2022 zwei Milliarden an Prämien einnehmen. Die Digitalisierung spielt eine große Rolle.

Nach dem Verkauf ihres Lebensversicherungsgeschäfts sieht sich die Versicherungsgruppe Arag auf Erfolgskurs. "Unsere sehr positive Geschäftserwartung bestätigt uns darin, die richtige Entscheidung zum richtigen Zeitpunkt getroffen zu haben", sagte Arag-Chef Paul-Otto Faßbender. Das Unternehmen hatte im September des vergangenen Jahres den Verkauf der Sparte beschlossen und die 322.000 Verträge plus rund 2,8 Milliarden Euro Kapitalanlagen nach der Genehmigung durch die Finanzaufsicht Bafin an die Frankfurter Leben abgegeben.

Durch den Wegfall der Lebensversicherungsbeiträge schrumpfen die Prämieneinnahmen der Arag in diesem Jahr zwar um 8,4 Prozent. Rechnet man diese Beiträge aber auch für 2016 heraus, steht unter dem Strich ein Beitragsplus von etwa 4,5 Prozent auf knapp 1,6 Milliarden Euro. Für den deutschen Markt verzeichnet der Versicherer nach Angaben von Konzernchef Faßbender eine Steigerung um 2,7 Prozent (doppelt so stark wie der Markt) auf 915 Millionen Euro. Nach der Bereinigung um die Erträge aus der Lebensversicherung schrumpft der Vorsteuergewinn in diesem Jahr um knapp ein Viertel auf fast 68 Millionen Euro.

Besonders dynamisch entwickele sich das Rechtsschutzgeschäft, sagte Faßbender. Das gilt sowohl für die seit Jahren starken Auslandsaktivitäten als auch für den Heimatmarkt, auf dem die Arag sechs Prozent zulegt. Das sei nicht nur beitragsgetrieben, so Faßbender, sondern man habe auch neue Kunden gewonnen. Der Marktanteil bleibt bei etwa neun Prozent. Insgesamt wird der Konzern immer internationaler. Das Geschäft in Deutschland macht mittlerweile "nur" noch 56 Prozent der Einnahmen aus.

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Faßbenders Ziel für die kommenden Jahre: Bis 2022 soll das Unternehmen bei den Prämieneinnahmen auf zwei Milliarden Euro wachsen. Dabei spielt die Digitalisierung eine große Rolle. Jeder neunte Kunde des Versicherers in Deutschland ist einer, der seinen Vertrag online geschlossen hat. Das Rechtsschutz-Neugeschäft kommt sogar zu fast einem Viertel übers Internet.

Zusätzlichen Schub erhofft sich die Arag über den Kölner Rechtsdienstleister Justix, der für ausländische Kunden des Versicherers Dienstleistungen anbietet - telefonische Erstberatung, Zugang zur Dokumentensuche, Vermittlung von Anwälten mit festem Stundensatz. Das Ganze auch für Nicht-Arag-Kunden. Aber auch eben nur fürs Auslandsgeschäft - in Deutschland ist dieser Service nicht erlaubt.

(RP)