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Arag beim Rechtsschutz weltweit Nummer eins

Versicherungen : Arag-Rechtsschutz weltweit Nummer eins

Das Düsseldorfer Unternehmen ist im zu Ende gehenden Jahr deutlich gewachsen. Im Abgasskandal hat der Konzern bisher 33.000 Schadenfälle registriert und 50 Millionen Euro an Kunden ausgezahlt

Einen größeren Schadenfall als den Abgasskandal um manipulierte Schadstoffwerte bei Autos hat es in der Geschichte der deutschen Rechtsschutzversicherung bisher nicht gegeben. Das hat der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) jüngst bestätigt. Für die Düsseldorfer Arag-Gruppe heißt das nach aktuellen Zahlen: mehr als 33.000 Schadenfälle und rund 50 Millionen Euro Auszahlungssumme an die Kunden in einer Affäre, die laut GDV einen Streitwert von insgesamt fast zehn Milliarden Euro erreicht hat.

Dagegen fallen die bislang durch die Pandemie entstandenen Rechtsschutzschäden in diesem Jahr glimpflich aus. Nach 16.600 Meldungen im vergangenen Jahr zählte die Arag 2021 bisher 4500. Ermittelter Schadenaufwand: 3,2 Millionen Euro, vor allem für Kostenübernahmen im Behörden-, Reise- und Arbeitsrechtsschutz, wie der Vorstandsvorsitzende Renko Dirksen am Mittwochabend erklärte. Und auch die Belastungen aus der Flutkatastrophe im Sommer hielten sich bei netto drei Millionen Euro in Grenzen, weil der Bestand an Hausrat- und Wohngebäudeversicherungen relativ klein sei. Unabhängig davon habe man einen Härtefonds für nicht versicherte Kunden von mehr als einer Million Euro aufgelegt. „Aus diesem Fonds konnten wir schlimm betroffenen Kunden, die keinen Elementarschutz hatten, unbürokratisch und schnell helfen“, so Dirksen.

Inmitten der Pandemie ist die Arag deutlich gewachsen. Sie bezeichnet sich nach eigenen Marktanalysen selbst als größten Rechtsschutzversicherer der Welt, nachdem die Beitragseinnahmen in der Sparte in diesem Jahr um etwa sieben Prozent auf 1,23 Milliarden Euro gestiegen sind. Auch auf dem deutschen Markt, der über Jahre Sorgen bereitete, ist das Unternehmen um 6,6 Prozent gewachsen und aktuell die Nummer drei. Der Marktanteil wuchs um 0,8 Punkte auf 10,5 Prozent.

Unterm Strich liegt das Wachstum der Arag in Deutschland deutlich über dem Durchschnitt der Branche: Mit einem Beitragsplus von 7,6 Prozent auf 1,14 Milliarden Euro habe man mehr als doppelt so stark zugelegt wie der Gesamtmarkt, so Dirksen. Die gesamten Einnahmen aus dem Versicherungsgeschäft seien um 8,2 Prozent auf rund zwei Milliarden Euro gestiegen. Das versicherungstechnische Ergebnis werde bei 112 Millionen Euro und damit auf dem Niveau des Vorjahres liegen.