Gesundheitsversorgung In Deutschland kommen nur noch 22 Apotheken auf 100.000 Einwohner

Berlin · In Deutschland ist die Zahl der Apotheken im vergangenen Jahr nach Verbandsangaben stark gesunken. Auf 100.000 Einwohner kommen nun nur noch rund 22 Betriebsstätten. Damit liegt Deutschland weit unter dem europäischen Durchschnitt.

Ein Apotheken-Logo hängt an der Eingangsfassade (Symbolbild).

Ein Apotheken-Logo hängt an der Eingangsfassade (Symbolbild).

Foto: dpa/Marcus Brandt

Zum Jahresende ging sie um 393 auf 18.068 Betriebsstätten zurück, teilte die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (Abda) am Mittwoch in Berlin mit. Dies sei der stärkste Rückgang in der Geschichte der Bundesrepublik.

Besonders dramatisch sei, dass erstmals nicht nur die Zahl der selbstständigen Apotheker, sondern auch die Zahl der betriebenen Filialen zurückgegangen sei. Hier sei ein Rückgang um 30 Filialen zu verzeichnen. Die Zahl der selbstständigen Apotheker sank um 363. Auf 100.000 Einwohner kämen rund 22 Apotheken, hieß es weiter. Damit liege Deutschland unter dem europäischen Durchschnitt von 32.

„Das ist ein schmerzlicher Verlust für viele Patientinnen und Patienten, für die der Weg zur nächsten Apotheke nun länger wird“, erklärte Verbandschefin Gabriele Regina Overwiening. Als Gründe für die schwierige Lage der Apotheken nannte sie fehlendes Fachpersonal und mangelnde Nachfolger zur Übernahme der Betriebe. Dass zudem erst vor wenigen Jahren eröffnete Filialapotheken schließen müssten, zeige, „wie eng die wirtschaftliche Situation“ sei.

Overwiening mahnte Politik und Gesellschaft dazu, dem Trend entgegenzusteuern. „Apotheken brauchen Wertschätzung und stabilisierende Perspektiven, keine Zwangsmaßnahmen“, erklärte die Abda-Präsidentin. Neben der Förderung jungen Nachwuchses forderte sie verlässliche Rahmenbedingungen für den Apothekenbetrieb und den Abbau bürokratischer Lasten.

(felt/AFP)
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