Düsseldorf: Anleihen – mehr Rendite heißt auch mehr Risiko

Düsseldorf : Anleihen – mehr Rendite heißt auch mehr Risiko

Die Erholung an den Aktienmärkten hat gestern die Nachfrage nach deutschen Staatsanleihen zurückgehen lassen. Die Kurse für Bundesanleihen gaben nach, was die Rendite der Papiere umgekehrt leicht klettern ließ. Aber das könne mit jedem neuen Rückschlag an der Börse auch wieder anders aussehen, weil dann Anleihen als sicherer Hafen wieder stark gefragt seien, heißt es bei Händlern. Und wenn die Kurse steigen, sinkt die Rendite.

Wer Anleihen europäischer Länder kauft, muss sich generell fragen, wie viel Risiko er mit seinem Investment eingehen möchte. Vielfach, so sagen Experten, seien Investoren derzeit stärker daran interessiert, auf jeden Fall ihr Kapital zu erhalten, und schauten nicht nur auf die Rendite. Deshalb gelten Bundesanleihen immer noch als empfehlenswerte Geldanlage – auch wenn zehnjährige deutsche Staatspapiere derzeit nur 2,3 Prozent Zinsen bringen. Das kompensiert nicht einmal den Wertverlust, der durch die Inflation in Deutschland entsteht. Aber dafür sind die Papiere sicher.

Wer Staatsanleihen aus den Krisenländern Südeuropas (Griechenland, Portugal, Italien, Spanien) kauft, muss dagegen angesichts der Probleme der betroffenen Länder deutlich risikobereiter sein, bekommt dafür aber eine höhere Verzinsung – auch wenn beispielsweise die Renditen für italienische und spanische Anleihen nach der Ankauf-Aktion der Europäischen Zentralbank (EZB) auf jeweils um die fünf Prozent gesunken sind. Manche Experten empfehlen auch Anleihen aus Wachstumsländern wie China oder Brasilien. Aber: In China lag die Inflationsrate zuletzt bei mehr als sechs Prozent.

(RP)