Frankfurt: Aktionäre strafen Deutsche Börse ab

Frankfurt: Aktionäre strafen Deutsche Börse ab

Die Konzernführung der Deutschen Börse musste sich heute einer Menge kritischer Fragen seitens ihrer Aktionäre stellen. Es geht vor allem um Ermittlungen gegen den früheren Börsenchef Carsten Kengeter wegen des Verdachts auf Insiderhandel.

Die im vergangenen Jahr gescheiterte Fusion mit der Londoner Börse hat nicht nur ein Nachspiel. Soviel wurde auf der Hauptversammlung der Deutschen Börse gestern in Frankfurt klar. Denn noch immer ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den früheren Chef des Unternehmens, Carsten Kengeter, wegen des Verdachts auf Insiderhandel. Die Führungscrew des Konzerns musste sich deswegen - dies ein weiteres Nachspiel - gestern scharfe Kritik seitens ihrer Aktionäre und Aktionärsvertreter anhören. "Ein Ermittlungsverfahren gegen den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Börse wegen des Verdachts auf Insiderhandel, das ist in etwa so gravierend wie ein Ermittlungsverfahren gegen einen Vorstandsvorsitzenden einer deutschen Großbank wegen des Verdachts auf Herstellen und Verbreiten von Falschgeld", sagte etwa der Vizepräsident der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, Klaus Nieding.

Was war geschehen? Im Frühjahr 2017 scheiterte der geplante Zusammenschluss zwischen der Deutschen Börse und dem Marktbetreiber in London, der London Stock Exchange. Im Zuge der Fusionsbemühungen allerdings war der frühere Chef des Unternehmens in den Verdacht des Insiderhandels geraten. Im Dezember 2015 hatte Kengeter 60.000 Deutsche-Börse Aktien im Wert von 4,5 Millionen Euro gekauft. Der Konzern packte noch einmal rund 70.000 Aktien oben drauf. Nur zwei Monate später gab die Unternehmensführung den geplanten Deal mit der Londoner Börse bekannt. Die Ermittler werfen Kengeter vor, das er bereits im Sommer 2015 Gespräche über eine Fusion mit London geführt habe - also lange, bevor er die Aktien kaufte.

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Dieser Verdacht auf Insiderhandel , so schimpfte Nieding weiter, sei "schlicht und einfach ein Skandal" - und der größte anzunehmende Unfall für das Unternehmens. Auf jeden Fall ein teurer Unfall. Denn allein für Anwälte bezahlte das Unternehmen im Zuge des Insiderverfahrens nach Angaben des Aufsichtsratschefs Joachim Faber 5,5 Millionen Euro. Die in Auftrage gegebenen Gutachten allerdings hätten den Verdacht auf Insiderhandel nicht bestätigt. Während einige kritischen Aktionäre auch den Rückzug des obersten Kontrolleurs der Deutschen Börse forderten, hielten andere ihm zu Gute, das Unternehmen in stürmischen Zeiten auf Kurs gehalten zu haben. Markus Kienle von der Schutzvereinigung der Kapitalanleger sagte beis

(RP)