Ärzte-Chef Klaus Reinhardt vom Hartmannbund rügt Spahns Digitalisierungs-Vorstoß

Düsseldorf IN : Ärzte-Chef rügt Spahns Digitalisierungs-Vorstoß

Jens Spahn will Ärzten das Honorar kürzen, wenn sie nicht aktiv an der Digitalisierung mitwirken. Die drohen mit einer Reaktion.

(jaco) Der Vorstandsvorsitzende des Hartmannbundes, Klaus Reinhardt, übt scharfe Kritik an Gesundheitsminister Jens Spahn. Dessen Plan, Ärzten zunehmend das Honorar zu kürzen, wenn diese nicht aktiv an der Digitalisierung mitwirken, sei ein möglicher Anlass für einen Krieg. Für die Ärzteschaft wäre das ein drastischer Schritt, sagte Reinhardt am Mittwoch vor über 500 geladenen Gästen bei der Veranstaltung „Düsseldorf-IN“. Der Mediziner kritisierte zudem Spahns Frequenz bei der Vorlegung von Gesetzentwürfen. „Das ist grenzwertig.“ Die Menschen müssten die Zeit haben, zu verstehen, was Spahn vorhabe.

Reinhardt ist seit 2011 Chef des zweitgrößten Ärzteverbands in Deutschland. Er gilt als aussichtsreichster Kandidat für die Nachfolge des Präsidenten der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery. Die Wahl findet Ende Mai beim Ärztetag in Münster statt. Reinhardt wäre seit vielen Jahren der erste niedergelassene Arzt an der Spitze der Kammer, der zudem nicht aus den Reihen des Marburger Bundes kommt, dem mitgliederstärksten Ärzteverband.

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