Düsseldorf: Adidas und Deuter untersagen Verkauf über Amazon

Düsseldorf : Adidas und Deuter untersagen Verkauf über Amazon

Nach Adidas beschränken weitere Sportartikel-Hersteller den Vertrieb ihrer Waren über das Internet. Die Outdoor-Ausrüster Lowa und Deuter erklärten gestern, sie gestatteten ihren Händlern seit Anfang März nicht mehr den Online-Vertrieb über so genannte Drittplattformen wie Amazon oder Ebay. "Wir wollen sicherstellen, dass die Endverbraucher mit unseren Produkten zufrieden sind. Dazu ist eine Beratung unerlässlich", erklärte Deuter-Verkaufsleiter Andreas Herrlinger. Auch Lowa will seine Schuhe nicht mehr über Internetversandhändler verkaufen. Neben der fehlenden Beratung war Lowa auch die Präsentation der Produkte ein Dorn im Auge.

Auch der Schweizer Outdoor-Riese Mammut verbietet offenbar seinen Händlern den Verkauf seiner Waren über reine Internet-Marktplätze. Von Mammut war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Adidas praktiziert das Verfahren schon länger und ist damit nun ins Visier des Bundeskartellamtes geraten. Die Bonner Behörde prüft derzeit, ob die Vertriebsbestimmungen des Konzerns den Online-Handel beschränken. "Die Marktermittlungen dauern an", sagte gestern ein Sprecher. Die Wettbewerbshüter hatten zuletzt eine Befragung von rund 3000 Einzelhändlern gestartet, die Adidas-Produkte in ihren Läden und im Internet anbieten. Die Untersuchung könnte Signalcharakter für andere Hersteller haben, die ähnliche Praktiken verfolgen.

Adidas hatte zur Begründung seines Amazon-Verbotes erklärt, seine Produkte sollten stets in optimaler Weise präsentiert werden. "Wir überwachen die Einhaltung unserer Bedingungen sehr genau und behalten uns bei deren Nichteinhaltung durch unsere Handelspartner ernsthafte Konsequenzen vor."

Auch gegen den Adidas-Konkurrenten Asics hatten die Wettbewerbshüter bereits ein entsprechendes Verfahren eingeleitet. Dem Sprecher des Kartellamts zufolge dauern auch diese Ermittlungen noch an. Beschwerden hatte es auch gegen andere Markenhersteller gegeben. Das Ergebnis steht noch aus.

Eine Amazon-Sprecherin regte an, dass die Outdoor-Anbieter sich wie andere Markenartikler auch einen eigenen Shop bei Amazon einrichten könnten, um Einfluss zu behalten. Unabhängig davon würden Kunden weiter bei Amazon Produkte von Adidas, Deuter und Lowa bestellen können – etwa von Anbietern aus dem Ausland.

(dpa/rtr)
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