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Kommentar zur sinkenden Anzahl der Führerscheine: Abschied vom Auto

Kommentar zur sinkenden Anzahl der Führerscheine : Abschied vom Auto

Wer auf dem Land aufwächst, fiebert dem Tag entgegen, an dem er seinen Führerschein in Empfang nehmen kann. Der „Lappen“ bedeutet Freiheit. Der gleichaltrige Städter hat hingegen tendenziell weniger Eile, es gibt ja genug Alternativen zum Auto.

Entsprechend sinkt die Zahl der jungen Menschen, die einen Führerschein erwerben. Die Mobilitätswende macht den Verzicht auf das eigene Fahrzeug in Ballungsräumen immer einfacher. Dank Fahrdienstvermittlern wie Uber und Co. ist der eigene Führerschein keine Notwendigkeit mehr.

Der digitale Fortschritt macht vieles möglich, aber häufig konzentrieren sich diese Angebote auf Großstädte. In der Plattformökonomie braucht jedes Angebot ausreichend Nachfrage. Und die ist dort, wo viele Menschen leben, tendenziell höher. Aus unternehmerischer Sicht ist der Fokus also nachvollziehbar. Als Gesellschaft sollten wir uns aber fragen, wie wir erreichen können, dass die Spaltung zwischen Stadt und Land nicht noch größer wird. Der digitale Wandel soll schließlich allen nutzen, nicht nur jenen mit der richtigen Wohnanschrift.