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Abgas-Skandal: Schweiz verbietet Zulassung manipulierter Modelle

Zürich : Schweiz verbietet Zulassung manipulierter Modelle

Nach dem Skandal um manipulierte Abgaswerte bei VW verbietet die Schweiz vorläufig die Zulassung betroffener Fahrzeuge. Eine entsprechende Weisung des Bundesamts für Straßen (Astra) gilt ab Montag für Diesel-Wagen, die erstmals in der Schweiz zugelassen werden sollen, wie die Behörde mitteilte. Damit soll verhindert werden, dass von den Manipulationen betroffene Neu- und Gebrauchtwagen des VW-Konzerns auf die Schweizer Straßen kommen. Das Bundesamt für Straßen hatte das Verbot bereits angekündigt.

Die französische Justiz hat im Abgas-Skandal Vorermittlungen wegen schweren Betrugs eingeleitet. Diese richteten sich gegen den deutschen Autobauer, sagte eine Sprecherin der Pariser Staatsanwaltschaft. Die französischen Behörden wollen dazu auch Kontakt zu ihren deutschen Kollegen aufnehmen. Die Braunschweiger Staatsanwaltschaft führt bereits Ermittlungen wegen der Affäre. Der für Verkehrsthemen zuständige Vizepräsident der Hauptstadtregion Ile-de-France hatte den Fall zuvor bei der Pariser Staatsanwaltschaft angezeigt. In Frankreich sind rund 950.000 Autos von den Manipulationen mit der Abgas-Software betroffen. Die Regierung kündigte als Reaktion Stichproben der Abgaswerte von 100 Fahrzeugen an und erwägt auch, Fördergelder für umweltfreundliche Autos von VW zurückzufordern.

VW-Kunden können ab sofort im Internet prüfen, ob ihr Wagen von der Abgas-Affäre betroffen ist. Dafür muss auf www.volkswagen.de/info die Fahrgestellnummer eingegeben werden, wie der Autobauer mitteilte. Damit kann festgestellt werden, ob der eigene Wagen einen der betroffenen EA 189-Dieselmotoren hat. Das Gleiche ist bei Audi unter www.audi.de möglich. Alternativ könnten sich die Kunden ab sofort auch über jeden Audi-Händler oder über die jeweils nationale Kundenbetreuung informieren. Volkswagen betonte, vor einer möglichen Nachbesserung des Abgasverhaltens seien alle Fahrzeuge im Konzern technisch sicher und fahrbereit. Im Laufe des Monats werde VW zusammen mit den weiteren betroffenen Marken den Behörden die technischen Lösungen für das Problem und Maßnahmen vorstellen.

(rtr)