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Abellio: 8000 Euro Prämie für jeden Mitarbeiter - Zugausfälle drohen

Viele Zugausfälle drohen : 8000 Euro Prämie für jeden Abellio-Mitarbeiter

Jeder fünfte bisher von Abellio betriebene Zug könnte im Februar ausfallen, wenn DB Regio und andere einspringen. Damit das absolute Chaos beim Untergang des Unternehmens ausbleibt, spendiert das Land neun Milllionen Euro für Lokführer und Zugbegleiter.

Ungefähr jeder fünfte bisher von Abellio betriebene Zug könnte im Februar im Schienennahverkehr ausfallen, wenn der Betrieb an DB Regio, National Express und das Dürener Unternehmen Vias übergeht. Das sagte NRW-Verkehrsministerin Ina Brandes am Mittwoch im Verkehrsausschuss des Landtages. Allerdings solle mit Bussen, wo immer möglich, ein Ersatzverkehr organisiert werden. Ab Ende Februar rechnet die CDU-Politikerin damit, dass alle bisher von Abellio betriebenen Linien – wie unter anderem der RRX – wieder ganz normal in Betrieb sein werden.

Aus dem schriftlichen Bericht der Ministerin an den Ausschuss geht hervor, wie teuer die Bewältigung der Abellio-Krise für das Land sein wird. Alleine dieses Jahr entstehen Mehrkosten in Höhe von 92,5 Millionen Euro – vorrangig, weil DB Regio oder National Express höhere Gebühren für den Betrieb der bisherigen Abellio-Strecken fordern.

Das Land spendiert aber auch neun Millionen Euro, um die bisherige Abellio-Belegschaft zu einem Wechsel zu bewegen sowie um ihren Einsatz während der aktuellen Krise als „Treueprämie“ zu belohnen. Umgerechnet auf rund 1100 Beschäftigte kommt so pro Kopf eine Sonderzahlung in Höhe von 8200 Euro zusammen. Das Organisieren eines Schienenersatzverkehrs in der Übergangsphase wird weitere neun Millionen Euro verschlingen.

Der SPD-Abgeordnete Carsten Löcker kritisierte die hohe Zahl der ausfallenden Züge scharf. „Wir als SPD werden uns nie damit abfinden, dass 20 Prozent des Verkehrs nicht stattfinden. Ist das die Daseinsvorsorge, die wir wollen?“, sagte er. Es sei sinnlos, große Pläne für den Ausbau des Schienenverkehrs in NRW zu verkünden, wenn der aktuelle Fahrplan nicht einmal halbwegs gehalten werden könne.

Die Ministerin hatte es dagegen vorher als unvermeidlich bezeichnet, die Verträge mit Abellio auslaufen zu lassen, weil das Unternehmen nicht mehr bereit war, zu den ursprünglich vereinbarten Preisen für den VRR und die anderen Verkehrsverbünde zu fahren. Der Grünen-Abgeodnete Arndt Klocke drängte als Lehre aus dem Abellio-Desaster darauf, dass das Land eine eigene Eisenbahngesellschaft gründen solle. Eine solche Firma könne einspringen, falls es erneut Probleme mit einer Bahngesellschaft gäbe. Er unterstütze den Plan des Landes, den Schienennahverkehr bis 2040 massiv auszubauen.