1. Wirtschaft

Zahlen für Juli: 85.000 Menschen stellen Antrag auf Rente ab 63

Zahlen für Juli : 85.000 Menschen stellen Antrag auf Rente ab 63

Im ersten Monat nach Einführung der abschlagfreien Rente ab 63 für langjährig Versicherte haben rund 85.000 Beschäftigte einen Antrag gestellt.

Diese Zahl erfuhr die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" aus der Rentenversicherung Westfalen für Ende Juli. In Kraft getreten war das Rentenpaket der schwarz-roten Koalition zum 1. Juli.

Die Bundesregierung rechnet nach früheren Angaben im Einführungsjahr der abschlagfreien Rente ab 63 mit etwa 240.000 "Vorziehern". Dazu zählen aber auch jene Beschäftigten, die die Voraussetzungen nicht erfüllen, aber dennoch in Ruhestand gehen wollen und dafür Abschläge in Kauf nehmen.

Von der Neuregelung profitiert, wer mindestens 45 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt hat. Zunächst gibt es die abschlagfreie Rente ab 63, bis 2029 wird das Eintrittsalter aber für jeden neuen Rentnerjahrgang schrittweise auf 65 Jahre angehoben. Das Modell kostet zwischen zwei und drei Milliarden Euro pro Jahr.

Angleichung der Ostrenten

Unterdessen sollen die ostdeutschen Renten nach Worten von Bundeskanzlerin Angela Merkel bis spätestens 2020 an das Westniveau angeglichen werden. "2020 soll die Renteneinheit erreicht sein", sagte die CDU-Vorsitzende der in Dresden erscheinenden "Sächsischen Zeitung". Bis 2017 wolle die Bundesregierung ein Gesetz beschließen, "das den Fahrplan zur vollständigen Angleichung der Rentenwerte in Ost und West festschreibt". Aktuell beträgt der Rentenwert in Ostdeutschland 92 Prozent des Westwertes.

Ostdeutschland muss nach Merkels Ansicht auch nach dem Ende des Solidarpakts 2019 besondere finanzielle Zuwendungen erhalten. Bei der Neuregelung des Bund-Länder-Finanzausgleichs müssten "immer noch bestehende Sonderbelastungen wie hohe Arbeitslosigkeit oder Strukturprobleme in allen neuen Bundesländern" berücksichtigt werden.
"Mir kommt es darauf an, für die ostdeutschen Bundesländer finanzielle Brüche zu vermeiden."

Allerdings müsse ein künftiger Finanzausgleich auch die regionalen Unterschiede zwischen den einzelnen ostdeutschen Bundesländern sowie die Haushaltsführung jedes Bundeslandes berücksichtigen, erklärte Merkel.

Hier geht es zur Infostrecke: Ist Ihr Rentenbescheid korrekt?

(dpa)