München: 8500 Stellen bei Nokia in Gefahr

München : 8500 Stellen bei Nokia in Gefahr

Angeblich ist in der Netzwerk-Sparte ein neues Sparprogramm geplant.

Sechs Wochen nach der Ankündigung des Siemens-Konzerns, dass er bei Nokia Siemens Networks aussteigen wolle, gibt es neue Spekulationen um die Zukunft des Unternehmens. Angeblich will der verbliebene Eigentümer, der finnische Telekommunikationskonzern Nokia, etwa 8500 der weltweit rund 50 000 Arbeitsplätze abbauen.

Wie viele Stellen in welchem Land wegfallen könnten, ist derzeit noch offen. Möglich seien ein Verkauf oder die Schließung von Standorten sowie die Auslagerung der Produktion, um die Profitabilität auch bei sinkenden Umsätzen zu steigern, hieß es gestern im Umfeld des Unternehmens. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen und müsste zudem vom nun alleinigen Eigentümer Nokia unterstützt werden, hieß es. Eine Sprecherin von Nokia Solutions Networks (NSN), wie der Netzwerk-Ausrüster seit gestern offiziell heißt, nahm auf Anfrage nicht Stellung.

Siemens hatte Anfang Juli seinen Rückzug aus dem Unternehmen angekündigt. Der Preis für den SAnteil an dem Telekom-Zulieferer, der weltweit zu den größten in der Branche gehört, soll bei etwa 1,7 Milliarden Euro gelegen haben. Seit diesem Anteilsverkauf durch den Münchener Elektronik-Riesen wird darüber spekuliert, wie Nokia mit dem Zuliefergeschäft umgehen will. Schon Anfang Juli hatte es geheißen, dass die Finnen die Produktion an chinesische Unternehmen abgeben könnten, die die Auftragsfertigung übernehmen würden. Der Service solle aber bleiben, hatten Branchenkenner gesagt.

Die größten Konkurrenten von NSN sind der schwedische Konzern Ericsson und die französische Alcatel-Lucent. Zuletzt haben die großen Europäer auf dem hart umkämpften Markt aber auch immer stärker Konkurrenz aus Asien bekommen.

NSN steckt seit der Gründung in den roten Zahlen. Es hatte bereits in den vergangenen zwei Jahren mehr als 20 000 Arbeitsplätze abgebaut. Ende März hatte das Unternehmen in Deutschland noch 6000 Mitarbeiter in 17 Städten, davon etwa 500 in Düsseldorf.

(gw/dpa)
Mehr von RP ONLINE