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53 Billionen Dollar: Die Millionäre dieser Welt werden immer reicher

Insgesamt Vermögen von 53 Billionen Dollar : Die Millionäre dieser Welt werden immer reicher

Große Vermögen wachsen schneller als kleine Ersparnisse. Während sich Durchschnittssparer mit Mini-Zinsen und Arbeitnehmer mit kleinen Gehaltserhöhungen durchschlagen müssen, machen die Reichen der Welt vor allem mit Hilfe lohnender Aktiengeschäfte weiter kräftig Kasse. Die weit geöffneten Geldschleusen der Notenbanken halten den Markt am Laufen.

Auf fast unvorstellbare 52,6 Billionen US-Dollar ist im vergangenen Jahr das Vermögen der inzwischen rund 13,7 Millionen Dollar-Millionäre auf der Welt angewachsen, wie der 18. Weltwohlstandsbericht der Beratungsgesellschaft Capgemini ausweist. Vom mageren Wachstum der Weltwirtschaft um 2,2 Prozent haben sich die Topvermögenden längst abgekoppelt, wenn sie einen Rekordwertzuwachs von fast 14 Prozent für sich verbuchen.

Dass Einkommen aus Vermögen schneller wachsen als alle anderen Einkommensformen, gehört zu den Kernthesen des vor allem in den USA heiß diskutierten französischen Ökonomen Thomas Piketty (Kapital im 21. Jahrhundert). Längst haben sich die Top-Berater der Superreichen wie die Bank of America Merill Lynch darauf eingerichtet, dass gerade in Schwellenländern das Wachstum nur einer extrem kleinen Gruppe zugutekommt. Dafür hat der Merill-Aktienexperte Ajay Kapur schon vor Jahren den Begriff "Plutonomie" geprägt.

Einstweilen sitzt das Geld noch mehrheitlich in den klassischen Industrieländern: Mehr als die Hälfte der Dollarmillionäre lebt in den drei Topregionen Nordamerika, Japan oder Deutschland, doch Asien mit China an der Spitze holt mächtig auf. Noch in diesem Jahr, sagt Capgemini-Experte Klaus-Georg Meyer voraus, wird es in der Region Asien-Pazifik mehr Millionäre geben als in Nordamerika, wenngleich die Vermögenssumme der Aufsteiger noch hinterherhinkt. Einer Konkurrenzstudie der Boston Consulting Group (BCG) zufolge hat der Ölstaat Katar die höchste Millionärsdichte mit 175 von 1000 Haushalten, gefolgt von der Schweiz mit 127 und Singapur mit 100.

Die Wirtschaftskrise in Südamerika kratzt ein wenig an der These, das besonders große Vermögen noch schneller wachsen als nicht ganz so große. Für die Superreichen mit mehr als 30 Millionen Dollar verfügbarem Anlagevermögen errechnet die Capgemini-Studie 2013 einen unterdurchschnittlichen Vermögenszuwachs von "nur" 12 Prozent.

Das liege an Brasiliens Superreichen, die trotz der offensichtlichen Armut im Gastgeberland der Fußball-WM ein glattes Zehntel des weltweiten Top-Segments stellen, erläutert Experte Meyer. Ihre Vermögen litten besonders unter den gesunkenen Rohstoffpreisen. Ohne Brasilien hätten die Superreichen ein überdurchschnittliches Plus von 16 Prozent erzielt, und Piketty in soweit doch recht behalten.

Die Boston Consulting Group hat weltweit rund 15.000 Mega-Reiche mit einem Vermögen oberhalb von 100 Millionen Dollar identifiziert, ein knappes Drittel davon in den USA, knapp 900 in Deutschland. Ihre Vermögen, so die Erwartung, wachsen in den nächsten fünf Jahren noch deutlich schneller als beim schnöden Rest, die Konzentration des Vermögens an der Spitze verschärft sich.

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Langfristig erwarten die Anlage-Experten jährliche Steigerungsraten zwischen 6,9 für alle Dollar-Millionäre und 9,1 Prozent für die Mega-Reichen. Alle anderen Vermögen sollen hingegen nur um 3,7 Prozent wachsen, von denen die Gesamtwirtschaft inklusive der Löhne und Gehälter auch noch weit entfernt ist.

Im vergangenen Jahr schafften die Tarifgehälter in Deutschland ein vergleichsweise hohes Plus von 2,6 Prozent. Die wenigsten Arbeitnehmer haben wohl die Möglichkeit, mit ihrem Geld das aufwendig betreute Portfolio der Reichen nachzubilden, das Capgemini global abgefragt hat: Jeweils mehr als ein Viertel Cash und Aktien, 20 Prozent Immobilien, 15 Prozent festverzinsliche Anleihen und einen kleinen Rest für besonders spekulative Anlageformen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Die reichsten Menschen der Welt 2013

(dpa)