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Düsseldorf: 300 Millionen Euro für WGZ-Bank

Düsseldorf : 300 Millionen Euro für WGZ-Bank

Per Kapitalerhöhung rüstet sich die Bank für höhere Aufsichts-Anforderungen.

Mit einer Kapitalspritze von 300 Millionen Euro rüstet sich die WGZ-Bank für härtere Zeiten. Sie sorgt damit für "absehbare Belastungen aus späteren Stresstests adäquat" vor, wie Vorstandschef Hans Bernd Wolberg sagte. Die Kapitalerhöhung sei vor zwei Wochen eingeläutet worden. Die neuen Aktien kosten 450 Euro und können von den Anteilseignern des Unternehmens noch bis zum 10. April gezeichnet werden. Für zehn alte gibt es ein neues Papier. Die Anteilseigner zögen bei der Kapitalerhöhung "voll mit", sagte Wolberg.

Die Kernkapitalquote der Bank, die nach den seit Jahresbeginn geltenden Standards (unter anderem nach dem internationalen IFRS-Standard) bei 9,2 Prozent liegt, soll durch die Kapitalerhöhung auf etwa zwölf Prozent steigen.

Wie andere Vertreter der Branche beklagt der WGZ-Bank-Chef die wachsenden aufsichtsrechtlichen Vorschriften. Wolberg spricht von einer "mehr und mehr ausufernden Regulatorik", und natürlich sieht er die genossenschaftlichen Banken zu Unrecht mit allen Übeltätern in einen Topf geworfen: "Wir haben an der Verursachung der Krise keinen Anteil gehabt, wohl aber an deren Eindämmung. Es schmerzt, dass uns dies gleichwohl nicht vor undifferenzierten regulatorischen Anforderungen schützt." Dazu gehören vermutlich noch schärfere Regeln für die Bewertung von Staatsanleihen im Portfolio.

Dass bei der WGZ-Gruppe sowohl der Gewinn vor Steuern (von 551 Millionen auf 306 Millionen Euro) als auch das Ergebnis nach Steuern (von knapp 381 auf gut 227 Millionen Euro) deutlich gesunken sind, begründet das Institut unter anderem damit, dass das Ergebnis des Vorjahres stärker durch die Beruhigung der Staatsschuldenkrise und die damit einhergehende Erholung an den Finanzmärkten geprägt worden sei. Zwar habe es auch 2013 Wertkorrekturen nach oben gegeben, aber die seien durch beispielsweise gesunkene Passiv-Spreads kompensiert worden. Dahinter steckt das Phänomen, dass eine höhere Kreditwürdigkeit der Bank zu einer Höherbewertung der Passivseite in der Bilanz führt und damit Wertverbesserungen auf der Aktivseite konterkariert.

(RP)