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Düsseldorf: 248 Bahnbrücken sanierungsbedürftig

Düsseldorf : 248 Bahnbrücken sanierungsbedürftig

Vor allem rund um Düsseldorf und Köln ist die Situation angespannt.

In Nordrhein-Westfalen gibt es 4500 Eisenbahnbrücken - 248 davon sind dringend sanierungsbedürftig, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Fraktion im Bundestag hervorgeht.

Demnach sind die Eisenbahnbrücken in NRW durchschnittlich 67 Jahre alt. 2300 Brücken - und damit mehr als die Hälfte - gibt es seit mehr als 80 Jahren. Vor allem die Großstädte des Landes sind von diesem dringenden Sanierungsbedarf betroffen: Mehr als jede Zweite der fast 250 maroden Brücken befindet sich rund um Düsseldorf und Köln.

Der Auswertung der Grünen zufolge sind bundesweit rund 1100 Eisenbahnbrücken - also etwa jede Vierte - marode. In solchen Fällen helfe nur noch ein Abriss und Neuaufbau, teilte die Grünen-Bundestagsfraktion mit. Der Zustand von Eisenbahnbrücken sei in vielen Bundesländern "erschreckend". Auch in NRW hätten rund 40 Prozent der Brücken "umfangreiche, zum Teil gravierende Schäden".

Als Reaktion fordert die Partei ein entschiedenes Handeln: "Wenn wir den Substanzverfall bei der Infrastruktur endlich aufhalten wollen, müssen wir deutlich mehr Geld in die Schieneninfrastruktur investieren", sagten Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer und Spitzenkandidat Cem Özdemir. Außerdem warfen sie Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) Untätigkeit vor: "Damit schadet er unserer Volkswirtschaft." Der Verfall bremse den Bahnverkehr aus, da Brücken teilweise mehrere Wochen lang gesperrt werden müssten.

Ein Bahnsprecher erklärte, das Thema sei nicht neu. Die Deutsche Bahn setze derzeit allerdings das "umfassendste Modernisierungsprogramm ihrer Geschichte" um. Der Sprecher betonte, dass der Bund und die Bahn zwischen 2015 und 2019 rund 28 Milliarden Euro in die Schieneninfrastruktur investierten. Zudem seien in den vergangenen zwei Jahren mehr als 200 Brücken gebaut oder erneuert worden, bis 2019 würden 875 modernisiert. Das Bundesverkehrsministerium betonte, es gebe kein Sicherheitsrisiko: "Brücken, die nicht sicher sind, werden gesperrt und nicht weiter betrieben."

(mba)