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Düsseldorf: 1,3 Millionen suchen Rat bei Verbraucherschützern

Düsseldorf : 1,3 Millionen suchen Rat bei Verbraucherschützern

Ob Probleme mit dubiosen Gewinnspielbetreibern, Datenschutz im Internet oder ungebetener Telefonwerbung – immer mehr Menschen suchen professionelle Hilfe bei Verbraucherschützern. In Nordrhein-Westfalen haben im vergangenen Jahr rund 1,3 Millionen Menschen persönlich, schriftlich telefonisch oder auf Veranstaltungen Kontakt zur Verbraucherzentrale aufgenommen. Das bedeutet einen Anstieg von 8,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie Vorstand Klaus Müller gestern in Düsseldorf mitteilte. Zudem informierten sich mehr als 4,7 Millionen Verbraucher auf der Internetseite.

Rund 40 Prozent der Anfragen drehten sich um Themen aus dem Telekommunikationsbereich. "In dieser Branche nehmen die Probleme weiterhin kontinuierlich zu", sagte Müller. Rund 80 000 Anfragen verzeichnete die Verbraucherzentrale allein im Zeitraum von März bis Oktober 2010 von Bürgern, die Opfer von unerlaubter Telefonwerbung wurden. "Das ist leider immer noch ein Dauerbrenner und zugleich ein deutlicher Hinweis, dass die verschärften Regeln zur Telefonwerbung immer noch zu kurz greifen", betonte Müller. Mit immer perfideren Maschen würden die Verbraucher abgezockt.

In vielen Fällen lohne sich dann der Kontakt zur Verbraucherzentrale. Beispiel: Eine Frau aus Minden sollte monatlich 3000 Euro an dubiose Gewinnspiel-Firmen zahlen, es entstand ein Gesamtschaden von mehr als 16 000 Euro. Mit Hilfe der Verbraucherschützer bekam die Frau das gesamte Geld zurückerstattet.

Da immer neue Fragen und Themenfelder hinzukommen, soll die Beratung der Verbraucherzentrale in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden. In Neuss, Kleve, Viersen oder auch im Oberbergischen Kreis sollen neue Beratungsstellen eröffnet werden – vorausgesetzt, die Kommunen zeigen ebenfalls Interesse. Sie müssten nämlich die Hälfte der laufenden Kosten einer Beratungsstelle übernehmen.

(RP)