0,8 Prozent: Inflationsrate fällt auf niedrigsten Stand seit 2010

Nur noch 0,8 Prozent : Inflationsrate fällt auf niedrigsten Stand seit 2010

Billigeres Heizen und Tanken hat die Inflationsrate in Deutschland auf den niedrigsten Stand seit viereinhalb Jahren gedrückt. Waren und Dienstleistungen hätten im Juli im Schnitt nur noch 0,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor gekostet, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch mit.

Niedriger fiel die Teuerungsrate zuletzt im Februar 2010 mit 0,5 Prozent aus, als die Wirtschaft mit den Nachwehen der Weltfinanzkrise zu kämpfen hatte. Im Juni lag sie noch bei 1,0 Prozent. Die Europäische Zentralbank (EZB) spricht nur bei Werten von knapp unter zwei Prozent von stabilen Preisen. Entlastet wurden die Verbraucher vor allem bei den Energiekosten, die um durchschnittlich 1,5 Prozent sanken. "Im Gegensatz zu den Vormonaten sind die Energiepreise somit wieder stärker zurückgegangen", erklärten die Statistiker.

Leichtes Heizöl kostete 6,0 Prozent weniger als im Juli 2013, Kraftstoffe 3,1 Prozent weniger. Strom verteuerte sich hingegen um 1,7 Prozent. Nahrungsmittel kosteten im Schnitt 0,1 Prozent mehr. Weniger mussten Verbraucher für Obst bezahlen (4,8 Prozent). Noch günstiger wurde Gemüse mit minus 7,7 Prozent. Dabei verbilligten sich Kartoffeln um knapp ein Drittel, Paprika um 18,1 Prozent und Gurken um 16,6 Prozent. Teurer als vor einem Jahr blieben hingegen Molkereiprodukte: Für Schnittkäse wurden 14,7 Prozent mehr verlangt, für Quark 13,8 Prozent sowie für Joghurt 6,4 Prozent mehr. Von Reuters befragte Ökonomen sagen für dieses Jahr eine durchschnittliche Teuerungsrate von 1,1 Prozent voraus. 2015 soll sie auf 1,8 Prozent steigen. Ein Grund dafür sind steigende Lohnkosten, die die Unternehmen an ihre Kunden weiterreichen dürften.

(REU)