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MEDIZIN DER ZUKUNFT AltersTraumaZentrum – Elisabeth-Krankenhaus Rheydt

Dr. Thomas Jaeger, Chefarzt der Geriatrie im Eli, über die Zusammenarbeit von Unfallchirurgen, Orthopäden und Altersmedizinern, um Senioren nach einer Operation schnell zu mobilisieren

Im AltersTraumaZentrum arbeiten Unfallchirurgen, Orthopäden und Geriater Hand in Hand zum Beispiel bei der raschen Mobilisierung der frisch Operierten. Fotos (2): Monsters of Media / Kamil Albrecht

Gelenkverschleiß, Schwindel, Sehbehinderung oder die Nebenwirkungen von Medikamenten – es gibt viele Gründe, warum ältere Menschen aus dem Tritt kommen und stürzen. Die Hälfte der über 80-Jährigen stürzt einmal pro Jahr. Typische Verletzungen sind Frakturen in der Nähe des Hüftgelenks, landläufig als Oberschenkelhalsbrüche bekannt, Brüche des Beckens, der Wirbelkörper, des Oberarms oder an Hüft- und Knieprothesen. Was bei jüngeren Menschen eher eine vorübergehende Einschränkung darstellt, hat bei Senioren und Seniorinnen eine ganz andere Relevanz. Die Gefahr binnen fünf Jahren zu sterben, steigt durch einen Knochenbruch bei ihnen nachweislich deutlich.

Kompetenzen systematisch gebündelt

Dr. Thomas Jaeger, Chefarzt der Geriatrie
Dr. Thomas Jaeger, Chefarzt der Geriatrie

Im Eli sind die Kompetenzen der Unfallchirurgen und Orthopäden und der Altersmediziner systematisch gebündelt. Im zertifizierten AltersTraumaZentrum behandeln Mediziner der beiden Disziplinen verletzte ältere Patienten von Beginn an gemeinsam. „Wir Altersmediziner sehen die Senioren in der Regel schon vor ihrer Operation. Bei der Behandlung von Schmerzen und der Auswahl der Medikamente, vor allem aber auch bei der raschen Mobilisierung der frisch Operierten bringen wir unsere Expertise als Geriater ein“, sagt Dr. Thomas Jaeger, Chefarzt der Geriatrie. Das ist nicht nur wichtig, weil ältere Menschen eine altersentsprechende Medikation benötigen und Blutverlust bei ihnen andere Folgen haben kann. Es geht auch darum, Einsteifungen, Thrombosen, erneute Stürze oder eine Lungenentzündung zu verhindern. Die Visiten übernehmen Unfallchirurgen und Geriater gemeinsam und treffen auch die Entscheidungen für die weitere Behandlung im Austausch. 440 Patientinnen und Patienten sind im Jahr 2023 auf diese Art im AltersTraumaZentrum behandelt worden. Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) hat die Städtischen Kliniken Mönchengladbach 2022 als eines von bisher europaweit nur 168 AltersTraumaZentren (ATZ) zertifiziert.

Sicherheit nach Training

Nach der Operation durch die Unfallchirurgen und Orthopäden erarbeiten die Mediziner ein, auf den einzelnen Patienten individuell zugeschnittenes Behandlungskonzept, bei dem Krankengymnasten, Ergotherapeuten, Masseure und auch Psychologen eine wichtige Rolle übernehmen. „Es geht darum, unsere Patientinnen zu mobilisieren und ihm Selbstvertrauen und Sicherheit zurückzugeben. Denn viele Senioren haben nach einem Sturz verständlicherweise große Angst und trauen sich kaum noch aufzustehen“, sagt Dr. Jaeger. „Dabei haben sie häufig vor allem einen Trainingsmangel. Deshalb ist es die Aufgabe unseres Teams, mit unseren Patientinnen regelmäßig intensiv zu üben und ihm die nötige Sicherheit zu vermitteln. Dazu gehört auch aufzuzeigen, welche Hilfsmittel ihn dabei unterstützen können, den Alltag wieder möglichst selbstbestimmt zu gestalten“, so der Chefarzt. Fast 75 Prozent der Behandelten können nach dem Klinik-Aufenthalt wieder direkt in ihre häusliche Umgebung zurückkehren. Einige gehen übergangsweise in die Kurzzeitpflege. Gut zehn Prozent werden wieder oder auch zum ersten Mal in ein Altenheim entlassen.

Osteoporose und Arthrose

Auch der Ursache für Knochenbrüche gehen die Geriater auf den Grund. „Manche Patienten kommen mit zwei Plastiktüten voller Medikamente, die ihnen irgendwann einmal verschrieben, aber nie mehr abgesetzt worden sind. Obendrein vertragen sich manche Wirkstoffe nicht miteinander und sorgen zum Beispiel für Konzentrationsstörungen oder für anhaltenden Schwindel. Darum sind eine gründliche Arzneimittelanalyse und dann die Verordnung von meist weniger, aber aufeinander abgestimmter Medikamente wesentlich“, sagt Dr. Jaeger. Oft sind Osteoporose oder Arthrose Grund für Knochenbrüche im Alter. Diese zu diagnostizieren und zu behandeln ist genauso ein wichtiges Betätigungsfeld für das Team aus Chirurgen und Geriatern. „Unsere Zusammenarbeit ist dank des AltersTraumaZentrums so eingespielt, dass davon natürlich Patientinnen nicht nur bei akuten Ereignissen wie einem Bruch profitieren“, so Dr. Thomas Jaeger.

Kontakt

Elisabeth-Krankenhaus Rheydt
Hubertusstraße 100
41239 Mönchengladbach
02166 394-2491 oder -2492
sk-mg@sk-mg.de
www.sk-mg.de

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