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BERUF & KARRIERE Freie Träger bieten Alternativen

Die Schulsuche ist für viele Eltern eine große Herausforderung. Neben dem passenden pädagogischen Konzept sind Kriterien wie ein engagiertes Lehrerkollegium, eine gute digitale Ausstattung sowie ausreichende Betreuungszeiten bei der Auswahl entscheidend. Freie Bildungseinrichtungen schaffen hier vielfältige Angebote.

Ein spezielles pädagogisches Konzept und das digitale Lernen spielen bei der Entscheidung für eine Privatschule eine große Rolle. FOTO: GETTY IMAGES

Die Förderung ihres Kindes nach seinen individuellen Bedürfnissen auch in der Schule ist vielen Eltern wichtig, wenn es um die Wahl der Grundschule oder der weiterführenden Schule geht. Da kommt ihnen die schon vor vielen Jahren zugenommene Vielfalt an pädagogischen Konzepten und Schwerpunkten, die von Schulen aufgegriffen und umgesetzt werden, entgegen. 

Insbesondere Schulen in freier Trägerschaft haben hier mehr Freiheiten als staatliche. So steigt auch seit Jahren kontinuierlich die Schülerzahlen an den Privatschulen. Im Schuljahr 2022/23 lernten 797.567 junge Menschen an allgemeinbildenden Privatschulen in Deutschland. Das sei eine Steigerung von fünf Prozent in fünf Jahren, teilt der Verband Deutscher Privatschulverbände (VDP) mit. 

„Freie Schulen ermöglichen jedem Kind einen individuellen Lernweg und bieten ein vielfältiges Bildungsangebot mit speziellen pädagogischen und fachlichen Konzepten“, erklärt VDP-Präsident Klaus Vogt. Dazu gehören beispielsweise Schulkonzepte für digitales Lernen, bilinguale oder erweiterte Angebote bei Fremdsprachen und Ganztagsbetreuung. Auch die Persönlichkeitsentwicklung sowie die Förderung von Sozial- und Handlungskompetenzen stehen neben der Wissensvermittlung bei Privatschulen im Zentrum ihrer pädagogischen Arbeit. 

Generell steht jedem Kind der Besuch einer Privatschule offen, sofern seine Fähigkeiten, Neigungen und Kenntnisse dem pädagogischen Konzept der Schule entsprechen. „Im Grundgesetz ist verankert, dass eine Sonderung der Schüler nach den Besitzverhältnissen der Eltern nicht gefördert werden darf. Deshalb erheben freie Schulen lediglich ein sozial verträgliches Schulgeld und erhalten dafür einen staatlichen Finanzausgleich“, erläutert Klaus Vogt. Zudem bieten viele Einrichtungen Stipendien, Schulgeldstaffelungen und Geschwisterrabatte an. 

Schulgeld von der Steuer absetzen

Einen Teil des Schulgelds können Eltern mit ihrer Steuererklärung wieder zurückholen, informiert der Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine (BVL). „Die Kosten können als Sonderausgaben in der Steuererklärung geltend gemacht werden“, sagt Geschäftsführer Erich Nöll. Das Finanzamt berücksichtige 30 Prozent von maximal 5000 Euro Schulgeld im Jahr, teilt die BVL mit. Beläuft sich das Schulgeld also beispielsweise auf 5000 Euro im Jahr, können Eltern 1500 Euro absetzen. Macht jeder Elternteil für sich eine Steuererklärung, kann er seinen Anteil angeben – maximal 2500 Euro im Jahr. Auf Antrag ist auch eine andere Aufteilung möglich. 

Steuerlich absetzen lässt sich Schulgeld, das Eltern für überwiegend privat finanzierte Schulen entrichten, so der BVL. Ebenfalls anerkannt würden Gebühren für Schulen in freier Trägerschaft wie Waldorf oder Montessori-Schulen, die zu einem allgemeinbildenden oder berufsbildenden Abschluss führen. Gleiches gelte für Schulen im EU-Ausland, in Island, Liechtenstein und Norwegen sowie für sogenannte Deutsche Auslandsschulen und Europäische Schulen.

Ausgaben für Verpflegung, Betreuung und Unterkunft des Kindes gehören allerdings nicht zum Schulgeld. Betreuungskosten für Kinder bis zum 14. Geburtstag können Eltern aber in der Anlage Kind separat abrechnen. Das sind laut BVL maximal bis zu 6000 Euro im Jahr, von denen zwei Drittel als Sonderausgaben von der Steuer abgesetzt werden können. Hier kommen unter anderem Ausgaben für den Hort infrage.

Tage der offenen Tür besuchen

Die passende Schule finden Eltern am besten, wenn sie die Interessen und Fähigkeiten ihres Kindes kennen. Schulwahl-Checks und professionelle pädagogische Beratungen können helfen, die Neigungen und Förderbedürfnisse eines Kindes richtig einzuschätzen. Viele freie Schulen bieten jetzt auch wieder Tage der offenen Tür an. rps/tmn

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