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Ukraine-Krise

Die Ukraine-Krise ist ein bis heute währender bewaffneter Konflikt um verschiedene Territorien in der Ostukraine.

Anstoß der Entwicklung waren zunächst friedliche Proteste auf dem Maidan-Platz in Kiew, die von November 2013 bis Februar 2014 stattfanden, und sich gegen die korrupte Regierung und die Verschiebung der Unterzeichnung des Assoziierungsabkommens mit der Europäischen Union richteten.

Im Februar eskalierten die Proteste und resultierten in einem Waffeneinsatz auf beiden Seiten, bei denen 77 Menschen starben.

Durch die anhaltenden Proteste in Kiew wurde der damalige Präsident Wiktor Janukowitsch gezwungen zu fliehen und seine Regierung vom Parlament abgesetzt. Daraufhin wurde zunächst eine Übergangsregierung unter der Führung von Arsenij Jazenjuk in Kiew installiert.

Seit der Revolution und der damit innenpolitisch instabilen Lage kämpfen Separatisten um eine Angliederung der ukrainischen Gebiete Charkiw, Odessa, Mariupol, Donezk und Luhansk an Russland.

Halbinsel Krim wurde annektiert

Die Lage in Charkiw, Odessa und Mariupol hat sich zwischenzeitlich beruhigt, während Aufständische immer noch um die Abspaltung von Donezk und Luhansk von der Ukraine kämpfen.

Die Separatisten setzen sich aus von Moskau unterstützten Milizen, russischen Truppen, sowie ukrainischen Freiwilligenmilizen zusammen. Im März 2014 ist im Laufe des Konfliktes die ehemals ukrainische autonome Halbinsel Krim mit ihrer Hauptstadt Sewastopol nach zweifelhaft unabhängigen Volksumfragen von Russland annektiert worden.

Russland wird vorgeworfen, die Destabilisierung durch die Revolution in der Ukraine für seine Interessen genutzt und die Separatisten durch eigene Truppen und schwere Waffen unterstützt zu haben.

Moskau bestreitet, die russischen Truppen zum Aufstand befehligt zu haben. Kiew bezeichnet die Milizen als Terroristen, die in großen Teilen als Söldner und Soldaten von Russland beauftragt worden sein sollen.

Die Europäische Union und die USA kritisierten Russland scharf für ihr völkerrechtlich illegales Vorgehen. Beide Parteien haben sich gegenseitig mit Wirtschaftssanktionen belegt.

Waffenstillstand wird häufig gebrochen

Im Mai 2014 ist Petro Poroschenko zum neuen Präsidenten der Ukraine gewählt worden. Dieser ist pro-europäisch eingestellt, will aber den Dialog mit Moskau aufrechterhalten.

Im August 2014 hat Moskau seine militärischen Bemühungen in der Ukraine-Krise noch einmal verstärkt, so dass auch Gebiete im Süden der Ukraine angegriffen und eingenommen wurden.

Der Waffenstillstand vom September 2014, der durch die OSZE kontrolliert werden sollte, hat keinen Erfolg gezeigt. Die Separatisten sollen sich nicht an die Vereinbarungen gehalten und Russland nicht zugelassen haben, dass ihre Grenze überwacht wird.

Seit Beginn der Ukraine-Krise sollen allein in der Ostukraine mehr als 6000 Menschen ums Leben gekommen sein und mittlerweile 800.000 Ukrainer auf der Flucht sein. Am 15. Februar 2015 wurde die letzte Waffenruhe vereinbart, die jedoch ebenfalls von beiden Seiten verletzt wurde.

FOTO: afp, ss/tsc

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