Pfizer: Alle News zum Pharmakonzern und dem Corona-Impfstoff

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Foto: AP/Ryan Remiorz

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Im Dezember 2020 verkündete Pfizer, dass der gemeinsam mit Biontech entwickelte Corona-Impfstoff eine über 90-prozentige Schutzwirkung hat. Die Welt atmete auf. Doch wer ist eigentlich Pfizer? Lesen Sie hier die wichtigsten Infos rund um den US-Pharmakonzern.

Was ist Pfizer?

Die Pfizer Inc. ist ein US-amerikanischer börsennotierter Pharmakonzern mit Sitz in New York City. Das Unternehmen wurde 1849 gegründet. Nach Roche ist es das zweitgrößte Pharmaunternehmen der Welt mit einem großen Umsatz von über 50 Milliarden US-Dollar pro Jahr.

Geleitet wird Pfizer seit dem ersten Januar 2019 von dem CEO Albert Bourla. Ende 2020 machte das Unternehmen im Zuge der Corona-Pandemie von sich reden. Gemeinsam mit dem Mainzer Biotechnologieunternehmen BioNTech hatte Pfizer den ersten wirksamen Impfstoff gegen Corona entwickelt, der alle drei klinischen Phasen durchlaufen hatte.

Der Abschlussbericht wurde im November 2020 veröffentlicht. Die Studien hatten ergeben, dass der Impfstoff zu über 90 Prozent vor der Krankheit COVID-19 schützt. Diese hervorragenden Werte waren der Grund für neue Hoffnung in der von dem Coronavirus SARS-CoV-2 gebeutelten Welt.

Wer hat Pfizer gegründet?

Pfizer wurde 1849 in New York City gegründet. Die Gründer waren die deutschen Auswanderer Karl Pfizer, ein Apotheker, und Charles F. Erhart, ein Lebensmittelhändler und Konditor. Ihr Feinchemie-Unternehmen eröffneten die Cousins mit einem geliehenen Startkapital von 2500 US-Dollar im Stadtteil Brooklyn.

Karl Pfizer, der sich später nur noch Charles Pfizer nannte, wurde am 22. März 1824 in Ludwigsburg geboren und wanderte ein Jahr vor der Gründung des Chemiegeschäfts in die USA aus. Er war der Sohn eines Konditors und arbeitete vor seinem Umzug als Apothekerlehrling.

Sein Cousin Charles F. Erhart wanderte gemeinsam mit Karl Pfizer aus und gründete mit ihm das Pharmaunternehmen. Vor seinem Umzug war er als Konditor angestellt. Später heiratete er die Schwester von Karl Pfizer und wurde somit zu seinem Schwager.

Wann und wie wurde Pfizer gegründet?

Pfizer wurde 1849 in New York City gegründet. Das Geschäft der Cousins Charles Pfizer und Charles F. Erhart stand in der Bartlett Street in Williamsburg. Zunächst konzentrierten sie sich auf den Verkauf von Rohchemikalien für die Herstellung von Medikamenten und Lebensmitteln.

Erste Erfolge hatte Pfizer mit der Herstellung und dem Verkauf eines Mittels gegen Parasiten: Santonin. Diesem hatte der ehemalige Konditor Karl Erhart einen feinen Mandelgeschmack beigesetzt, um den scheußlichen Geschmack des Medikaments zu verbessern. Durch die Verkaufserlöse des „neuen Santonins“ konnte das Geschäft der deutschen Gründer schnell in den USA Fuß fassen.

Während des Sezessionskriegs (1861 bis 1865) versorgte Pfizer die Armee der Nordstaaten mit Schmerz- und Desinfektionsmitteln, Chloroform, Jod und pflanzlichen Heilmittel. Später trug vor allem die Produktion von Zitronensäure zur schnellen Expansion des Unternehmens bei. Die Zitronensäure wurde zur Herstellung von Getränken wie Coca-Cola, Pepsi und Dr. Pepper verwendet.

Produktionsstätten von Pfizer entstanden im ganzen Land. 1944 gelang es dem mittlerweile großen Pharmaunternehmen erstmals, Penicillin aus Schimmelpilz in Massen zu produzieren. Ab den 1950er-Jahren folgte die Expansion ins Ausland.

Heute zählt der Konzern knapp 100.000 Mitarbeiter weltweit, 2500 davon sind in Deutschland bei der Pfizer Pharma GmbH beziehungsweise Pfizer Deutschland GmbH angestellt. Der deutsche Standort befindet sich seit 2008 in Berlin. Weitere deutsche Niederlassungen befinden sich in Karlsruhe und Freiburg.

Der Hauptsitz befindet sich noch immer in New York City im Bundesstaat New York, mittlerweile aber in 42nd Street in Manhattan. Der jährliche Umsatz des US-Pharmakonzerns liegt bei über 50 Milliarden US-Dollar.

Welche Medikamente stellt Pfizer her?

Pfizer stellt ein großes Arsenal verschiedener Medikamente her. Darunter bekannte Arzneimittel wie Viagra (Sildenafil) gegen Erektionsstörungen, das Nahrungsergänzungsmittel Centrum, Neurontin (Gabapentin) zur Behandlung von Epilepsie, Relpax (Eletriptan) gegen Migräneattacken und Zoloft (Sertralin) zur Behandlung depressiver Tiefs. Außerdem stellt Pfizer Impfungen her.

Darunter Schutzimpfungen gegen Meningokokken der Serogruppe C, eine Impfung gegen Pneumokokken und Impfstoffe gegen die Zeckenkrankheit Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME-Impfung).

In Deutschland sind über 110 Pfizer-Produkte auf dem Markt – viele davon verschreibungspflichtig. Seit Ende 2020 stellt Pfizer außerdem den gemeinsam mit dem Mainzer Biotechunternehmen hergestellten COVID-19-Impfstoff Comirnaty mit dem Wirkstoff Tozinameran (BNT162b2) her. Dieser mRNA-basierende Impfstoff soll helfen, die Corona-Krise zu beenden.

Das sind die bekanntesten Produkte von Pfizer:

Der Verkauf der Corona-Impfung, die in Zusammenarbeit mit BioNTech entwickelt wurde, wird die Umsätze der bekanntesten und meistverkauften Produkte von Pfizer im Jahr 2021 mit hoher Wahrscheinlichkeit übertreffen.

Wie wirkt der Pfizer Corona-Impfstoff?

Der Pfizer Corona-Impfstoff basiert auf mRNA (Messenger-Ribonukleinsäure oder Boten-Ribonukleinsäure). Diese ist ein Teilabschnitt der DNA, die einen Bauplan enthält. mRNA-Impfstoffe gegen Corona enthalten einen Bauplan der SARS-CoV-2-Virusoberfläche, der in die Zellen eingeschleust wird und die betreffenden Zellen anregt, diese Virusfläche herzustellen.

Der Körper reagiert auf die hergestellte Virusoberfläche mit Antikörpern. Sowohl die mRNA als auch die von den Zellen hergestellte Virusoberfläche werden nach kurzer Zeit vom Körper abgebaut. Kommt der Körper in Zukunft jedoch mit echten SARS-CoV-2-Viren in Kontakt, erkennt er diese sofort und kann mit der Bildung von Antikörpern und T-Zellen reagieren.

Die mRNA im Impfstoff agiert dabei lediglich als Bote – die DNA verändern oder Informationen speichern kann sie nicht. Eingeschleust wird die mRNA durch winzige Fettpartikel. Der Körper kommt bei der Pfizer-Impfung nie in einen echten Kontakt mit toten oder unschädlich gemachten Viren, wie das bei traditionelleren Impfungen der Fall ist.

Laut Abschlussbericht von Pfizer/Biontech haben Menschen nach der ersten Impfung einen Impfschutz von rund 50 Prozent. Nach 21 Tagen erfolgt die zweite Dosis in den Oberarm. Sieben Tage nach der zweiten Impfung haben geimpfte Menschen einen Impfschutz von über 95 Prozent. Auch ältere Personen über 55 Jahren werden durch die Zweifachimpfung zu 94 Prozent immun gegen COVID-19.

Nach der Pfizer-Impfung können meist leichte Nebenwirkungen auftreten. Vor allem nach der zweiten Dosis kommt es häufig zu Nebenwirkungen wie Schmerzen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen und grippeähnlichen Symptomen wie Fieber und Gliederschmerzen.

In unter 0,02 Prozent der Fälle kann eine Fazialisparese auftreten. Diese ist eine vorübergehende Lähmung des Gesichtsnervs. Auch allergische Reaktionen wurden häufiger beobachtet und treten in 0,1 Prozent der Fälle unmittelbar nach der Impfung auf. Deswegen müssen geimpfte Menschen noch etwa 15 Minuten nach der Impfung im Impfzentrum warten, damit eine auftretende allergische Reaktion sofort behandelt werden könnte.

Ob der Impfstoff von Pfizer und Biontech die Symptome einer COVID-19-Erkrankung lediglich unterdrückt und ob die Krankheit trotz Impfung an ungeimpfte Menschen weitergegeben werden könnte, muss noch über einen längeren Zeitraum untersucht werden.

Nach dem Durchlauf aller drei klinischen Phasen, in der der Impfstoff an über 43.000 freiwilligen Probandinnen und Probanden getestet wurde, erhielt dieser am zweiten Dezember 2020 im Vereinigten Königreich, am elften Dezember 2020 in den USA und am 21. Dezember 2020 in der EU die Notzulassung. Erste Dosen wurden noch vor Weihnachten 2020 verabreicht.

Die EU-Zulassung ist auf ein Jahr befristet. Eine reguläre Zulassung ist nach Einreichung weiterer Langzeitstudienergebnisse und der Erfüllung weiterer Auflagen möglich. Der Impfstoff trägt den Markennamen Comirnaty, der Wirkstoff wurde Tozinameran getauft.

Wie hängen Pfizer und Biontech zusammen?

Im März 2020 schlossen sich das deutsche Biotechnologieunternehmen BioNTech und der US-Konzern Pfizer zusammen. Der US-Partner Pfizer sollte das mainzer Unternehmen BioNTech bei der Entwicklung und Erprobung der Impfstoff-Kandidaten und der späteren Herstellung und Verteilung eines erfolgreichen Impfstoffes unterstützen.

Pfizer sprach BioNTech Gelder in einer Höhe von bis zu 748 Millionen US-Dollar zu. Die ersten klinischen Tests begannen im April 2020, erste vielversprechende Ergebnisse wurden im November 2020 veröffentlicht und im Dezember 2020 in einem Abschlussbericht vorgestellt.

Als riesiges Pharmaunternehmen hatte vor allem Pfizer die nötigen finanziellen Mittel, um die Entwicklungskosten des Corona-Impfstoffes zu tragen. Nach dem Verkauf des Impfstoffes sollen die Entwicklungskosten zwischen den Partnern Pfizer und Biontech von beiden Unternehmen zu gleichen Teilen getragen werden.

Im November 2020 sicherte sich die EU-Kommission über 200 Millionen Impfdosen für alle EU-Mitgliedsstaaten und die Option weitere 100 Millionen Impfdosen zu bestellen, sofern ein sicherer Impfstoff aus der Allianz Pfizer/BioNTech hervorgehen sollte.

Wer finanziert Pfizer?

Pfizer finanziert sich durch den Verkauf von Arzneimitteln. 2020 verzeichnete die Firma Umsätze von über 42 Milliarden US-Dollar. 5,8 Milliarden US-Dollar stammten aus dem Verkauf der Pneumokokken-Impfung Prevnar 13 – das bisher meistverkaufte Pfizer-Produkt. 2021 wird der Impfstoff Comirnaty das meistverkaufte Pfizer-Produkt.

2020 lag der Umsatz der Firma noch verhältnismäßig niedrig: Bei 42 Milliarden US-Dollar. 2018 hatte Pfizer noch eine Bilanz mit Umsätzen von über 53 Milliarden US-Dollar und Gewinnen von über elf Milliarden US-Dollar zu verzeichnen.

Im Jahr 2021 wird die Firma allein aus dem Verkauf des Corona-Vakzins über 15 Milliarden US-Dollar einnehmen – knapp das dreifache des vorher meistverkauften Pfizer-Produkts. Eine Dosis der Impfung wird mit einem Marktpreis von 19 US-Dollar gehandelt.

Die deutsche Regierung hatte Biontech bei der Entwicklung des Vakzins mit 375 Millionen Euro unterstützt. Die US-Regierung unterstützte Pfizer dagegen nicht finanziell. Kosten für die Entwicklung und den Aufbau von Produktionsstätten bezahlte der US-Konzern aus eigenen finanziellen Mitteln.

Welche Gerichtsverfahren gab es gegen Pfizer?

Der größte Skandal der Firma war die Vergabe des Antibiotikums Trovafloxacin in der nigerianischen Provinz Kano im Jahr 1996. Während einer schweren Meningitis-Epidemie wurde das Medikament ohne ausreichende Genehmigungen und das Wissen der Eltern verabreicht. Mindestens 11 Kinder starben, weitere erlitten Hirnschäden.

2001 verklagte die nigerianische Provinz Kano gemeinsam mit den Angehörigen den US-Konzern. Bis zu 50 Kinder sollen an den Folgen des unerprobten Antibiotikums gestorben sein, so die nigerianischen Behörden.

Außerdem wurden Eltern nicht ausreichend darüber aufgeklärt, dass es sich um ein experimentelles Mittel handle. 200 Kinder erhielten Trovafloxacin. Eine außergerichtliche Einigung kam nicht zustande, gerichtliche Verfahren mit erheblichen Schadensersatzforderungen laufen noch.

Ein weiteres Gerichtsverfahren wurde 2009 durch eine Zahlung von 2,3 Milliarden US-Dollar beendet. Es handelte sich um ein Gerichtsverfahren in Bezug auf unlautere Werbepraktiken für das Schmerzmittel Bextra. Dieses wurde aufgrund von Berichten über starke Nebenwirkungen vom US-Markt genommen. Mit der Zahlung wurden zusätzlich weitere Vorwürfe gegen illegale Werbepraktiken bei den Medikamenten Geodon, Lyrica und Zyvos beigelegt.