Jon Fosse – aktuelle News & Infos zum Literaturnobelpreisträger

Jon Fosse – aktuelle News & Infos zum Literaturnobelpreisträger

Foto: AP/Hakon Mosvold Larsen

Jon Fosse

Wer ist Jon Fosse?

Wie wurde Jon Fosse bekannt?

Gabriele van Wahden – „Bücher können glücklich machen!“
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Ein Minimum an Handlung, ein Text voller Wiederholungen, litaneihafte Refrains der im Duett gebeteten Beschwörungen der Frau und des Mannes. Sie beteuern übereifrig, dass sie nun im alten Haus mit Meerblick am abgelegenen Fjord ausschließlich zu zweit auf immer glücklich sein würden: "Nur ich und du." Wollen sie uns langweilen? Jedoch: "Da kommt noch wer", so verheißt der Titel des Stücks vom norwegischen Autor Jon Fosse, und so sagt es auch ahnungsvoll immer wieder die Frau.

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Annette Elster klingt, als ob sie es immer noch nicht ganz fassen kann: „Das ist mir noch nie passiert“, erzählt sie, „dass ein Komponist mich gehört und dann bei der Besetzung für die Uraufführung seiner neuen Oper durchgesetzt hat!“

Deutscher Berlinale-Beitrag zwischen Buh und Bravo
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Die Nacht singt ihre LiederDeutscher Berlinale-Beitrag zwischen Buh und Bravo

Berline (dto). Große Fragezeichen schwebten über den Köpfen vieler Journalisten: Hat Romuald Karmakar sein schwer konsumierbares Kammerspiel über Szenen einer Hass-Liebe ernst gemeint, oder sollte das eine Komödie sein? Auf der Pressekonferenz tobte der Regisseur: "Traurig, dass die Leute sich selbst nicht mehr vertrauen, den Schmerz aus ihrem Leben verbannen. Dieser Film verwendet ernsthaften Humor, auch das muss man zulassen können."Bedeutungsvolle Worte, die bei manchen Journalisten nicht wirklich für Aufklärung sorgten. Unfreiwillig komisch wirkte der langatmige Film über einen Mann (Frank Giering) und seine Freundin (Anne Ratte-Polle), deren Beziehung von frustriertem Schweigen, endlos wiederholten Floskeln und einem 'doch nicht voneinander loskommen'-Syndrom geprägt ist. "Und täglich grüßt das Murmeltier" trifft auf "Warten auf Godot". Satirische Szenen eines absurden Alltags in ein Lehrstück á la Becket verpackt. Viele Leute verließen das Kino — wer bis zum Ende ausharrte, war entweder verwirrt ob der Intention des Regisseurs oder aber gänzlich überzeugt von der vorgeführten Leinwandtristesse.Ein Journalist bezeichnete den deutschen Wettbewerbsbeitrag als "schrecklich schönen Horrorfilm". Romuald Karmakar ("Der Totmacher") giftete zurück: "Es handelt sich hier um eine unglückliche Liebesgeschichte. Das muss es doch auch in Deutschland geben dürfen. Drei Jahre habe ich gebraucht, um dieses Projekt realisieren zu können. Die meisten Journalisten sehen sich nur US-Filme an, ihre Wahrnehmung ist davon total beeinflusst." Karmakar verwies auf den kritischen Stand des Landes Deutschland — gerade jetzt sei es wichtig, keine schöngefärbte Falschmalerei auf der Leinwand zu zeigen. "Die Realität ist anders, als wir suggeriert bekommen", so der Regisseur. Als erneut ein Journalist auf die zahlreichen Lacher während der Vorstellung hinweist, flippt Romuald Karmakar aus: "Mir ist das hier zu primitiv! Ich will niemandem eine Rückbestätigung geben, ob er lachen darf oder nicht. Der Film ist offen, jeder darf ihn empfinden wie er will. Wofür ich kämpfe ist die Berechtigung von Filmen wie diesen in den deutschen Kinos. Ich verfechte lediglich eine andere Sprache von Film — ob jemand das mag oder nicht, ist nicht meine Sache". In Deutschland startet der Film "Die Nacht singt ihre Lieder", der auf dem Bühnenstück des norwegischen Autors Jon Fosse basiert, am 19. Februar. Von Dörte Langwald

Mit bestechendem Spiel zu Dritt

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Nein, übertrieben ist es wahrlich nicht, was sich Kulturamt und Rheinisches Landestheater da ausgedacht haben, um für das Shakespeare-Festival und das in Neuss stattfindende NRW-Theatertreffen zu werben: Ortsschilder in Postkartengröße mit der Aufschrift "Theaterhauptstadt Neuss NRW" weisen auf die Großereignisse dieses Jahres hin, die sich zwar um eine Woche überschneiden, den Theaterfreund indes glücklicherweise nur zwei Mal vor die - allerdings schwere - Wahl stellen.

Was sind die bekanntesten Werke von Jon Fosse?

Der Schriftsteller hat 40 Theaterstücke verfasst, daneben Romane, Kurzgeschichten, Kinderbücher, Gedichte und Essays. Nebenbei ist er als Übersetzer tätig. Seine eigenen Stücke und Bücher wurden in 40 Sprachen übersetzt. Schon als Schüler verfasste Jon Fosse Erzählungen und Gedichte. 1983 erschien sein erster Roma „Raudt, svart“, zu Deutsch: „Rot, schwarz“. In „Trilogie“ von 2016 erzählt Jon Fosse von einem jungen Paar, das eine Bleibe sucht. Es geht um Liebe, Mord, Leben und Sterben. „Trilogie“ ist ein Roman über eine Liebesgeschichte, die aus drei zusammenhängenden Erzählungen besteht.

Sein jüngstes Werk, das auf Deutsch erschien, trägt den Titel „Ich ist ein anderer“. Das Buch ist Teil einer siebenbändigen Reihe, in der es um zwei Maler geht, die den gleichen Namen tragen und auf ihr Leben zurückblicken. Das Außergewöhnliche: Jedes Buch dieser Reihe endet mit einem Gebet. Den Wechsel von seiner Tätigkeit als Schreiber für das Theater hin zum Romanautor beschrieb er so: „Ich wollte mich entspannen, tief und langsam atmen und schreiben, was ich ‚langsame Prosa‘ nenne.“

Jon Fosse gehört stilistisch dem Postmodernismus an. Dieser zeichnet sich dadurch aus, dass oft Außenseiter im Mittelpunkt stehen, dass die Erzählung wie ein Fragment wirkt, dass der Autor eine ironische Distanz und wechselnde Perspektiven zu Personen und Themen einnimmt.

Welche Auszeichnungen hat er noch bekommen?

Die Liste der Auszeichnungen des Literaturnobelpreisträgers ist lang. Schon 1997 erhielt Jon Fosse den Aschehoug-Literaturpreis, den der norwegische Buchverlag Aschehoug seit 1973 jährlich an norwegische Autoren verleiht. Den Nestroy-Theaterpreis bekam Fosse im Jahr 2000. 2010 konnte der Autor den Internationalen Ibsen-Preis in Empfang nehmen. Der Ibsen-Preis wird auch als „Nobelpreis des Theaters“ bezeichnet.

Der von der Stadt Straßburg ins Leben gerufenen Europäischen Preis für Literatur ging 2014 an Fosse, 2015 erhielt er den wohl renommiertesten Literaturpreis Skandinaviens, den „Literaturpreis des Nordischen Rates“. Sie verliehen ihm diese Auszeichnung für den Roman „Trilogie“. 2017 überreichte die Stadt Münster ihm und seinem deutschen Übersetzer Hinrich Schmidt-Henkel den Preis für internationale Poesie für den Gedichtband „Diese unerklärliche Stille“.