Claus Weselsky - Alle News zum Chef der GDL

Claus Weselsky - Alle News zum Chef der GDL (Foto: dpa, mhi pzi)
Claus Weselsky

Sein Name ist mit den Bahnstreiks untrennbar verbunden. Claus Weselsky, der seit 2008 den Vorsitz der GDL innehat, wurde in den Medien zum "Staatsfeind Nr. 1"erkoren. Für die Medien und viele Betroffene ist er das Gesicht des Stillstands.

Als der Gewerkschaftschef die Lokführer in den dritten großen Arbeitskampf der GDL führt, wird er selbst auch zur Zielscheibe des Ärgers von tausenden Bahnreisenden. Die Berichterstatter haben daran nicht unerheblichen Anteil.

So wird ein Artikel über seinen Wohnort veröffentlicht, aus dem Ortskundige die Adresse ersehen können, und seine Ex-Frau äußert sich in einem Interview. Da sagt sie über Weselsky, er sei ein „Diktator“ und nennt Details aus der Beziehung.

Doch auch sein Vorgänger bei der GDL, Manfred Schell, ist nach einer Posse um einen Immobilienkredit kein Fürsprecher Claus Weselskys mehr. Auch Schell vergleicht ihn mit einem Diktator und greift gar zu Mao und Assad.

Die Karriere des Gewerkschaftsmannes führte ihn jedenfalls zielstrebig auf sein Amt zu. Nachdem der 16-jährige Weselsky eine Ausbildung zum Schienenfahrzeugschlosser und Lokomotivführer gemacht hat, arbeitet er zunächst bei der Deutschen Reichsbahn.

Als einer der vielen Lokführer, die nach der Gründung in Ostdeutschland in die GDL eintreten, ermöglicht er die ersten Lokführer-Streiks mit. Seit 1992 widmet er sich als freigestellter Betriebsrat der Gewerkschaft. 2006 ist er Vizechef, 2008 schließlich Vorsitzender. Bis 2015 sind acht Posten in Aufsichtsräten dazu gekommen.

Der erste große Lokführer-Streik fällt damit noch in die Amtszeit seines Vorgängers Manfred Schell. Bei ihm hat Claus Weselsky das Handwerkszeug gelernt, dass es für einen bundesweiten Bahnstreik braucht. Trotzdem galt Schell als umgänglicher.

Die Affäre um nicht gewährte Immobilienkredite für ein Mitglied des GDL-Vorstands, Sven Grünwoldt, führt zu Schells Rücktritt als Ehrenvorsitzender, Grünwoldts Rausschmiss und dem Mao-Vergleich. In einem Interview im November 2014 gibt sich Weselsky betroffen, aber robust. Immer wieder pocht er auf das Ziel des Arbeitskampfes, mit seiner Gewerkschaft auch anderes Zugbegleitpersonal vertreten zu dürfen.

Dieser Hinweis auf den Grund des Lokführer-Streiks gibt vielen zu denken. Die harten Folgen für Reisende und Wirtschaft scheint die GDL in Kauf zu nehmen, denn es geht auch um ihre Existenzgrundlage: Kann sie die Zugbegleiter nicht vertreten, droht ihr nach dem Tarifeinheitsgesetz die zweite Geige hinter der EVG. Das soll allerdings nicht passieren, solange der „Staatsfeind Nr. 1“ der oberste Lokführer bleibt.

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