Erneute Titelverteidigung des Schwergewichtlers: Wladimir Klitschko bleibt WBO-Weltmeister

Erneute Titelverteidigung des Schwergewichtlers : Wladimir Klitschko bleibt WBO-Weltmeister

Las Vegas (rpo). Der alte und neue Schwergewicht-Weltmeister der Wold Boxing Organization (WBO)heißt Wladimir Klitschko. Vor 6600 Zuschauern im Mandalay Bay Casino von Las Vegas besiegte er den Amerikaner Jameel McCline durch technischen K.O. am Ende der 10. Runde. Es war Klitschkos fünfte Titelverteidigung.

Das beste Kompliment bekam Klitschko nach dem Kampf von seinem Gegner: "Du hast fantastisch gekämpft. Mach weiter so." Mit der Erfüllung seines Sieg-Versprechens und der Verteidigung des Schwergewichtstitels des Boxverbandes WBO dürfte der "kleine" Klitschko endgültig den Durchbruch im Box-Mekka USA geschafft haben. Sein Management will noch vor Weihnachten mit dem US-Fernsehsender HBO einen mehrjährigen Multimillionen-Vertrag unterzeichnen.

Noch im Ring durfte Klitschko die ersten Gratulationen entgegennehmen. Von Box-Legende George Foreman zum Beispiel, der bewundernd die Beweglichkeit und Schlagstärke Klitschkos lobte und ihm attestierte, "The Man" zu sein. "Ich habe nicht gewusst, dass er auch so schnell ist", sagte "Big George". Enfant Terrible Mike Tyson - selbst ein potentieller Gegner - zeigte sich ebenfalls beeindruckt. "Eigentlich hatte ich mit einem K.o.-Sieg in der zweiten Runde gerechnet. Klitschko ist definitiv der Champion der Zukunft. Ich bin noch beeindruckter als vorher."

Kein Box-Leckerbissen

Für Wladimir Klitschko endete das Jahr mit dem sehnlichst erhofften Erfolgserlebnis, auch wenn daraus nicht der erhoffte sportliche Leckerbissen wurde. Dass "Dr. Steelhammer" bis auf seine Sieg bringende Schlagserie zum Ende der zehnten Runde aber kaum Glanzlichter setzen konnte, lag vornehmlich an seinem überraschend passiven Gegner McCline, der vom ersten Gong an konsequent den Rückwärtsgang einlegte. "Heute stieg nur einer mit der Absicht zum Boxen in den Ring. McCline war eine einzige Enttäuschung", sagte der legendäre US-Fernsehkommentator Larry Merchant.

Mit 183 Treffern landete Klitschko genau dreimal soviele Treffer wie McCline, konsequenterweise gaben die drei Ringrichter neun der zehn gekämpften Runden einstimmig an den Wahl-Hamburger. "Es war einfacher als erwartet. Ich konnte konsequent meine Linie verfolgen und musste wenig Risiko eingehen", wunderte sich Hobby-Schachspieler Klitschko, der wie sein Promoter Klaus-Peter Kohl die Buhrufe ab Runde 7 verstehen konnte. Letzterer bescheinigte seinem Schützling zumindest eine taktische Meisterleistung: "Ein 1000-m-Läufer kann nicht wie ein Sprinter loslegen. Lieber langsam und erfolgreich, als in Schönheit sterben."

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Welchen Stellenwert sich Klitschko in den USA bereits erarbeitet hat, wurde beim Einmarsch der Hauptdarsteller deutlich. Während sich für den Herausforderer kaum eine Hand rührte, wurde der Ukrainer nicht nur von einer Hundertschaft seiner Landsleute schnell mit "Klitschko, Klitschko"-Sprechchören gefeiert. Und die Fans des "schönsten Boxers seit Muhammad Ali" wurden nicht enttäuscht.

Promoter ist optimistisch

Klitschko malträtierte schon zum Ende der Auftaktrunde zweimal hart den Schädel seines Gegners, ab der fünften Runde dominierte er klar. Das vorzeitige Ende in Runde 10 kam deshalb nicht unerwartet, aber in seiner Form dennoch überraschend. Nachdem McCline nach zwei linken Haken und einem rechten Uppercut erstmals zu Boden ging, schien ihn zunächst der Schlussgong zu retten. Doch zur Überraschung des Publikums gab das Muskelpaket aus New Jersey den Kampf auf, eine Entscheidung, die Klitschko im Stile eines Gentleman kommentierte: "Für seine Gesundheit war es sicher das Beste. Er ist ein großer Kämpfer, der seinen Weg gehen wird."

Dem deutschen Promoter-Zar Kohl fiel es nach dem Fight nicht schwer, einen überaus optimistischen Blick in die Zukunft zu wagen. "Uns stehen jetzt alle Türen offen, ich freue mich auf die Vertragsverhandlungen", strahlte der Hamburger, dessen Planungen des Showdowns zwischen Witali Klitschko und Lennox Lewis beinahe abgeschlossen sind.

Entgegen ersten Ankündigungen steht das Datum für den Kampf jedoch noch nicht fest, HBO und das ZDF müssen sich auf einen für beide Seiten genehmen Termin einigen. Auch über die Vertragssummen der anstehenden Kontrakte für seine beiden Zugpferde konnte oder wollte sich Kohl noch nicht äußern. Eines war nach der erfolgreichen Klitschko-Show vom Samstag jedoch auch für den Shooting Star der Promoter-Szene klar: "Es wird sicher der größte Vertrag, den ich je abgeschlossen habe."

(RPO Archiv)
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