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Wintersport-Saison 2020/21: Felix Loch wieder ganz oben - Dreifachsieg für Rodlerinnen zum Auftakt

Wintersport-Telegramm 2020/21 : Loch wieder ganz oben auf dem Podest - Dreifachsieg für Rodlerinnen

Wie läuft die Weltcup-Saison in den Disziplinen außerhalb von Ski Alpin, Skispringen und Biathlon? In unserem Wintersport-Telegramm halten wir Sie über alles Wichtige auf dem Laufenden.

Aus der Babypause aufs Weltcup-Podest: Rodel-Olympiasiegerin Natalie Geisenberger hat beim Saisonauftakt in Innsbruck-Igls den zweiten Rang hinter Teamrivalin Julia Taubitz (Oberwiesenthal) belegt - und gehört nur ein halbes Jahr nach der Geburt ihres Sohnes schon wieder zur internationalen Elite.

Überhaupt war mit Geisenbergers Rückkehr fast alles so wie früher: Hinter der Miesbacherin sorgte Dajana Eitberger (Ilmenau), ebenfalls zurück aus ihrer Babypause, für einen Dreifachsieg. Taubitz, die Geisenberger in der vergangenen Saison als Gesamtweltcupsiegerin würdig vertreten hatte, war rund eine Zehntelsekunde schneller als die einstige Dauersiegerin. Noch acht Tage zuvor bei der deutschen Meisterschaft am Königssee hatte Geisenberger dieses Duell knapp gewonnen.

"Man sieht, dass wir alle die Chance haben, vorne reinzufahren", sagte Taubitz, "ich wusste, dass die beiden nicht um die hinteren Plätze fahren wollen, wenn sie wiederkommen." Geisenberger freute sich über "ein sehr gutes Rennen. Es waren ein paar Fehler drin, aber ich weiß, dass ich wieder da bin, dass ich vorne dabei bin und dass ich auch Spaß habe am Fahren."

Damit feierten die deutschen Rodler einen erfolgreichen Weltcup-Auftakt. Am Samstag hatte der dreimalige Olympiasieger Felix Loch (Berchtesgaden) seinen ersten Weltcup-Sieg seit Februar 2019 eingefahren. Der 31-Jährige gewann vor dem Olympia-Dritten Johannes Ludwig (Oberhof), der den deutschen Doppelsieg perfekt machte.

Im Doppelsitzer gab es keinen deutschen Erfolg. Bestes Duo waren die siebenmaligen Weltmeister Toni Eggert/Sascha Benecken (Ilsenburg/Suhl), die beim Sieg der Lokalmatadoren Thomas Steu/Lorenz Koller Dritte wurden. Dafür feierte die Teamstaffel mit Loch, Taubitz und Eggert/Benecken am Sonntagnachmittag einen "Auswärtssieg" vor der österreichischen Mannschaft.

In den abschließenden Sprint-Wettbewerben gewann Loch bei den Männern, Taubitz, Geisenberger und Eitberger wiederholten ihren Dreifachsieg, die deutschen Doppel verpassten dagegen das Podest auf der Kurzstrecke.+++++28. November 2020+++++

Loch siegt erstmals seit Februar 2019

Der dreimalige Olympiasieger Felix Loch hat zum Auftakt der Rodel-Saison seinen ersten Weltcup-Sieg seit Februar 2019 gefeiert. Der 31-Jährige aus Berchtesgaden gewann bei der ersten Station in Innsbruck-Igls mit 0,126 Sekunden Vorsprung vor dem Olympia-Dritten Johannes Ludwig, der den deutschen Doppelsieg perfekt machte. Nach dem ersten Lauf hatte der Oberhofer noch auf Rang fünf gelegen. Bei Lochs 40. Weltcupsieg belegte der Italiener Dominik Fischnaller (+ 0,180) Platz drei.

"Im Großen und Ganzen war es ein super Rennen. Die Vorbereitung bis jetzt hat super funktioniert, es hat alles geklappt. Vor allem beim Material haben wir einen gewaltigen Schritt nach vorne gemacht. Deswegen läuft es denke ich so gut", sagte Loch. "Chapeau an Felix und Johannes. Sie haben das umgesetzt, was sie im Training schon gezeigt haben. Sie haben im Rennen alles rausgeholt, was sie drauf haben", sagte Bundestrainer Norbert Loch.

Max Langenhan (Friedrichroda), Sebastian Bley (Suhl) und Moritz Bollmann (Sonneberg/Schalkau) kamen auf die Plätze 15, 16 und 18. Der Russe Roman Repilow, Gesamtweltcupgewinner der vergangenen Saison, wurde nur Zehnter.

Innsbruck-Igls ist die erste von neun Weltcup-Stationen des vorolympischen Winters. Erstmals steht dabei auch die Olympia-Bahn von Peking im Rennkalender. Am Sonntag starten auf der österreichischen Bahn die Frauen um Olympiasiegerin Natalie Geisenberger in die Saison.

+++++28. November 2020+++++

Zweierbob-Rekordweltmeister Friedrich gewinnt mit Bahnrekord

Bob-Rekordweltmeister Francesco Friedrich marschiert weiter ungeschlagen durch die noch junge Saison. Der Olympiasieger vom BSC Oberbärenburg gewann am Samstag mit Anschieber Thorsten Margis auch den dritten Zweier-Weltcup im lettischen Sigulda. Durch einen Bahnrekord im zweiten Lauf verwies Friedrich Lokalmatador Oskars Kibermanis mit einer Zehntelsekunde Vorsprung auf Rang zwei. Dritter wurde der Schweizer Simon Friedli.

Auf den Rängen vier und fünf schlossen auch Christoph Hafer (Bad Feilnbach) mit Anschieber Christian Hammers und Vizeweltmeister Johannes Lochner (Stuttgart) mit Eric Franke ordentlich ab. Lochner, beim Auftakt eine Woche zuvor an selber Stelle zweimal Zweiter, vergab dieses Mal die Chance auf ein besseres Ergebnis mit einem schwachen ersten Lauf, in dem er nur knapp einen Sturz vermied.

Friedrich hatte am ersten Rennwochenende einen Doppelsieg gefeiert, beide Weltcups am Samstag und Sonntag gewonnen. Er geht als souveräner Gesamt-Spitzenreiter in den nächsten Lauf in Sigulda am Sonntag (14.00 Uhr).

In dieser Saison finden trotz der Corona-Pandemie wie geplant acht Weltcups statt, darunter in Winterberg und am Königssee. Höhepunkt der Saison ist die am 1. Februar 2021 beginnende WM im sächsischen Altenberg.

+++++28. November 2020+++++

Deutscher Dreifach-Erfolg im Bob-Weltcup der Frauen

Eine Woche nach ihrem Sturz hat Bobfahrerin Laura Nolte aus Winterberg das zweite Weltcup-Rennen im lettischen Sigulda gewonnen. Die deutsche Meisterin setzte sich am Samstag beim deutschen Dreifach-Erfolg mit ihrer Vereinskollegin Leonie Fiebig mit 0,24 Sekunden Vorsprung vor den zeitgleichen Mariama Jamanka/Vanessa Mark und Kim Kalicki/Ann-Christin Strack durch.

Für Nolte war es erst der zweite Weltcupsieg ihrer noch jungen Karriere. „Ich bin mega erleichtert. Vor allem, dass wir nicht wieder gestürzt sind. Ich hab' versucht, mich wirklich so zu konzentrieren und fokussieren, das hat wohl ganz gut geklappt“, sagte Nolte.

Neben den drei deutschen Bobs fuhren noch die Teams aus Österreich, der Schweiz und Rumänien. Die Topnationen USA und Kanada steigen erst im Januar ein, die Russinnen mussten nach positiven Corona-Tests wie die Männer in Quarantäne. Da die Schweizerin Martina Fontanive erneut im Finallauf stürzte, kamen nur sechs Schlitten in die Wertung des Weltcups.

+++++27. November 2020+++++

Kombinierer Faißt verpasst bei Riiber-Sieg Podest knapp

Kombinierer Manuel Faißt hat beim Saisonauftakt im finnischen Kuusamo das Podest knapp verpasst. Beim Sieg des norwegischen Topfavoriten Jarl Magnus Riiber nach einem Sprung und fünf Kilometern in der Loipe kam der 27-Jährige aus Baiersbronn mit 26,1 Sekunden Rückstand auf den vierten Platz. Zum Treppchen fehlten dem derzeit besten deutschen Springer unter den Kombinierern 8,7 Sekunden.

Riiber, Gesamtweltcupsieger der vergangenen beiden Jahre, hatte zwar nach dem Springen nur auf Platz vier gelegen, setzte sich aber im Finale dennoch mit einer Sekunden Vorsprung auf den Junioren-Vizeweltmeister Johannes Lamparter (19) aus Österreich durch. Riiber (23) hat seit der WM 2019 in Seefeld 17 von 21 Einzelrennen im Weltcup gewonnen. Dritter in Kuusamo wurde Norwegens Junioren-Weltmeister Jens Luraas Oftebro (+17,3).

Die weiteren deutschen Kombinierer hatten ein besseres Ergebnis auf der Schanze verspielt, im kurzen Langlauf - normalerweise werden im Weltcup 10 km absolviert - konnten sie nicht mehr entscheidend aufholen. Staffel-Olympiasieger Fabian Rießle (Breitnau) wurde Neunter, Terence Weber kam auf Platz 14, Rekord-Weltmeister Eric Frenzel (beide Geyer) blieb als 15. unter seinen Möglichkeiten.

Doppel-Olympiasieger Johannes Rydzek als 20. und sein Oberstdorfer Teamkollege Vinzenz Geiger als 32. erwischten einen schwarzen Tag.

+++++27. November 2020+++++

Weltmeister Grotheer verpasst Podiumsplatz beim Skeleton-Weltcup

Weltmeister Christopher Grotheer ist beim Skeleton-Weltcup im lettischen Sigulda nur auf Rang sieben gefahren. Obwohl der 28-Jährige vom BRC Thüringen am Freitag mit Startnummer eins gleich Bahnrekord in 49,79 Sekunden fuhr und vor dem Finallauf noch aussichtsreich auf Rang drei lag, hatte er nach zwei Läufen 1,18 Sekunden Rückstand auf den siegreichen Letten Martins Dukurs. Der sechsfache Weltmeister holte sich den Bahnrekord in 49,46 Sekunden auf seiner Heimbahn prompt zurück und schraubte ihn dann noch auf 49,45 Sekunden. Damit verwies er seinen Bruder Tomass Dukurs auf Rang zwei. Dritter wurde der Brite Marcus Wyatt.

Der Winterberger Alexander Gassner und Felix Keisinger aus Königssee, die in der Vorwoche zeitgleich auf Rang zwei gefahren waren, landeten noch vor Grotheer auf den Plätzen fünf und sechs.

+++++27. November+++++

Skeleton-Weltmeisterin Hermann erstmals auf dem Weltcup-Podium

Weltmeisterin Tina Hermann hat den schlechtesten Saisonstart der deutschen Skeleton-Frauen seit sieben Jahren gerade noch verhindert. Weltmeister-Kollege Christopher Grotheer patzte in aussichtsreicher Lage und verspielte somit seinen ersten Podiumsplatz in diesem Winter. Die 28-jährige Hermann vom WSV Königssee kam am Freitag im lettischen Sigulda zeitgleich mit der Niederländerin Kimberley Bos auf Rang drei. Den Sieg holte sich wie in der Vorwoche die Österreicherin Janine Flock, die ihren eigenen Bahnrekord gleich zweimal verbesserte - auf nun 51,46 Sekunden.

Zweite wurde die Russin Jelena Nikitina. Die Olympia-Zweite und Weltcup-Gesamtsiegerin Jacqueline Lölling von der RSG Hochsauerland landete auf Platz sieben, Hannah Neise vom BRC Winterberg auf Rang 14. Letztmalig ohne Podestplatzierungen in den ersten beiden Weltcup-Rennen waren die deutschen Frauen in der Saison 2013/2014 geblieben, als sie es in Calgary und Park City nicht aufs Podium schafften.

„Leider war es nicht so, wie ich es mir vorgenommen habe, ich wollte unbedingt die Kurvenpassage drei auf vier hinbekommen. Leider ist mir das nicht gelungen, dafür war der andere Teil in der Bahn im zweiten Lauf ganz okay“, sagte Hermann.

Weltmeister Grotheer legte mit Startnummer eins gleich Bahnrekord in 49,79 Sekunden hin und lag vor dem Finallauf aussichtsreich auf Rang drei. Doch dann patzte er und hatte als Siebter 1,18 Sekunden Rückstand auf den siegreichen Letten Martins Dukurs. Der sechsfache Weltmeister holte sich den Bahnrekord in 49,46 Sekunden auf seiner Heimbahn zurück und schraubte ihn dann sogar auf 49,45 Sekunden. Damit verwies er seinen Bruder Tomass Dukurs auf Rang zwei. Dritter wurde der Brite Marcus Wyatt.

Der Winterberger Alexander Gassner und Felix Keisinger aus Königssee, die in der Vorwoche zeitgleich auf Rang zwei gefahren waren, landeten noch vor Grotheer auf den Plätzen fünf und sechs.

++++26. November 2020+++++

Trainer „falsch positiv“ - Grünes Licht für norwegische Langläufer

Große Erleichterung im Lager der norwegischen Langlauf-Nationalmannschaft: Das Team um die Olympiasieger Therese Johaug und Johannes Hösflot Klaebo kann die Quarantäne verlassen und am Weltcup-Auftakt im finnischen Ruka teilnehmen.

Der vor Ort vorgenommene Coronatest bei Männertrainer Eirik Myhr Nossum habe sich als falsch positiv erwiesen. Das zweite Ergebnis sei negativ ausgefallen, teilte der Verband mit. Damit erhielten die Athleten grünes Licht für die Rennen ab Freitag.

"Ich bin sehr erleichtert, das war eine blöde Situation", sagte der Coach dem Rundfunksender NRK. Pierre Mignerey, Langlaufchef des Weltverbandes FIS, meinte: "Das sind extrem gute Nachrichten für Norwegen und uns."

Myhr Nossum hatte keine Symptome gezeigt. Dennoch wurden zunächst alle Athleten und Betreuer auf Anordnung von Teamarzt Öystein Andersen mit Ausnahme von drei Helfern, die separat mit dem Auto anreisten, vorsichtshalber isoliert. Bei den Sportlern gab es keine (falsch) positiven Tests.

++++22. November 2020+++++

Friedrich macht Doppelsieg im Zweierbob perfekt - auch Jamanka gewinnt

Rekordweltmeister Francesco Friedrich hat gleich zum Weltcup-Auftakt im lettischen Sigulda seine Stärke im Zweierbob demonstriert und einen Doppelsieg eingefahren. Bei den Frauen rundete Olympiasiegerin Mariama Jamanka mit ihrem Erfolg den nahezu perfekten Saisonstart des Bob- und Schlittenverbands für Deutschland (BSD) ab.

Friedrich (Oberbärenburg) fuhr am Sonntag mit Anschieber Alexander Schüller mit einem Vorsprung von 0,21 Sekunden vor Vizeweltmeister Johannes Lochner (Stuttgart) und Eric Franke ins Ziel. Michael Vogt aus der Schweiz wurde mit bereits deutlichem Abstand Dritter (+0,65). Damit wiederholte sich das Ergebnis von Samstag, als beim Zweier-Auftakt die Piloten auf den ersten drei Rängen in derselben Reihenfolge ins Ziel eingefahren waren.

Allerdings tauschten die deutschen Fahrer am Sonntag ihre Anschieber. Am Samstag war der elfmalige WM-Champion Friedrich noch mit Thorsten Margis und Lochner mit Christian Rasp in den Eiskanal gegangen. Zwar stellte Lochner im ersten Lauf einen Bahnrekord (49,51 Sekunden) auf, wurde später aber noch von Friedrich abgefangen. Am Ende trennten beide Weltklasse-Fahrer nur vier Hundertstel.

Am Sonntag legte Friedrich den Grundstein für seinen zweiten Erfolg am Start, wo er im zweiten Lauf seinen aufgestellten Rekord aus Durchgang eins noch einmal auf 4,75 Sekunden verbesserte. Somit konnte Lochner, der erstmals gemeinsam mit Franke antrat, den Dominator bei dessen insgesamt 38. Weltcupsieg nicht mehr attackieren.

Christoph Hafer (Bad Feilnbach) schrammte wie am Vortag knapp am Podest vorbei und wiederholte seinen vierten Platz. Überraschend war, dass in beiden Rennen der Lette Oskars Kibermanis das Podium verpasste. Der Lokalmatador hatte im Frühjahr auf seiner Heimbahn in Sigulda den Europameistertitel geholt.

Bei den Frauen hatte am Samstag Jamanka (Oberhof) mit Anschieberin Vanessa Mark gewonnen. Vizeweltmeisterin Kim Kalicki (Wiesbaden) landete mit Anabel Galander auf Rang drei. Laura Nolte (Winterberg) stürzte und verpasste den zweiten Lauf.

In dieser Saison finden trotz der Corona-Pandemie wie geplant acht Weltcups statt, darunter in Winterberg und am Königssee. Am kommenden Wochenende stehen erneut Rennen in Sigulda im Kalender. Höhepunkt der Saison ist die am 1. Februar 2021 beginnende WM im sächsischen Altenberg.

+++21. November 2020+++

Friedrich siegt beim Weltcup-Auftakt im Zweierbob vor Lochner

Topfavorit Francesco Friedrich hat gleich zum Weltcup-Auftakt im lettischen Sigulda seine Stärke im Zweierbob demonstriert. Mit seinem Anschieber Thorsten Margis lag der Rekordweltmeister nach dem ersten Durchgang noch hinter Vizeweltmeister Johannes Lochner (Stuttgart), holte sich mit einem starken zweiten Lauf aber noch den Sieg. Christoph Hafer (Bad Feilnbach) rundete als Vierter das starke deutsche Ergebnis ab.

Lochner unterbot im ersten Durchgang den erst im Februar von Friedrich aufgestellten Bahnrekord mit 49,51 Sekunden um eine Hundertstelsekunde, obwohl er nie zuvor auf der traditionsreichen Bahn in Sigulda gefahren war. Der elfmalige Weltmeister Friedrich (Oberbärenburg) ließ sich jedoch nicht beeindrucken, fuhr im zweiten Durchgang die beste Zeit und hatte am Ende 0,04 Sekunden Vorsprung auf Lochner.

Dritter wurde der Schweizer Michael Vogt (+0,26 Sekunden). Dem Vierten Hafer fehlten zum Podest und somit zum ersten deutschen Dreifach-Sieg im Zweierbob seit Januar 2018 nur 0,09 Sekunden.