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Vierschanzentournee 2020/21: Finale, Paarungen, Zeitplan, TV-Übertragung, Termine

Favoriten, TV-Termine, Zeiten : Das müssen Sie über die Vierschanzentournee 2020/21 wissen

Die prestigeträchtige Vierschanzentournee findet 2020/21 zum 69. Mal und unter ungewohnten Bedingungen statt. Ab dem 28. Dezember 2020 kämpfen die Skispringer wieder auf den vier Schanzen um den Titel. Wer sind die Favoriten und wann kann man die Springen im TV sehen? Wir klären die wichtigsten Fragen.

Wann findet die Vierschanzentournee 2020/2021 statt?

Die Vierschanzentournee startet in der Saison 2020/21 am Montag, 28. Dezember 2020, mit der Qualifikation in Oberstdorf und endet mit dem Dreikönigsspringen im österreichischen Bischofshofen am 6. Januar 2021.

Wo findet die Vierschanzentournee 2020/2021 statt? Orte, Termine und Zeitplan im Überblick

Die Reihenfolge der Wettkampforte ist bei der Vierschanzentournee traditionell jedes Jahr die selbe. Sie findet in Deutschland und Österreich auf jeweils zwei Skisprungschanzen statt.

  • Auftaktspringen in Oberstdorf (Deutschland) am 28. und 29. Dezember 2020: Am Montag, 28. Dezember 2020 beginnt in Oberstdorf um 16.30 Uhr die Qualifikation auf der Schattenbergschanze. Am Dienstag, 29. Dezember startet dort dann um 16.30 Uhr das Auftaktspringen der Vierschanzentournee.
  • Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen (Deutschland) am 31. Dezember 2020 und 1. Januar 2021: Auf Oberstdorf folgt das Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen. Dort findet an Silvester, 31. Dezember 2020, um  14 Uhr die Qualifikation statt. An Neujahr, 1. Januar 2021, steigt dann ab 14 Uhr der Wettkampf. Danach geht es für die Skispringer und den Tourneetross nach Österreich.
  • Bergiselspringen in Innsbruck (Österreich) am 2. und 3. Januar 2021: Auf der Bergiselschanze in Innsbruck findet das dritte Springen der Vierschanzentournee 2020/21 statt. Die Qualifikation erfolgt am Samstag, 2. Januar 2021 ab 13.30 Uhr. Das Bergiselspringen starte am Sonntag, 3. Januar um 13.30 Uhr.
  • Dreikönigsspringen in Bischofshofen (Österreich) am 5. und 6. Januar 2021: Das Finale der Vierschanzentournee steigt in Bischofshofen am  5. und 6. Januar 2021. Die Qualifikation startet am Dienstag, 5. Januar um 16.30 Uhr. Das Dreikönigsspringen, nach dem dann der Vierschanzentourneesieger feststeht, beginnt am Mittwoch um 16.45 Uhr bei Flutlichtatmosphäre.

Hier finden Sie den vollständigen Zeitplan der Vierschanzentournee 2020/21

Wie funktioniert die Vierschanzentournee?

Die Vierschanzentournee gehört zur Weltcup-Wertung der Skispringer. Daher gibt es auch bei den vier Etappen der Tournee Weltcuppunkte. Für die Gesamtwertung der Vierschanzentournee zählen allerdings die Punkte, die jeder Springer für Weite und Haltung erhält. Für die Windverhältnisse können ebenfalls Punkte gutgeschrieben oder aber abgezogen werden. Ähnlich wird verfahren, wenn der Anlauf während eines Wettkampfes verkürzt oder verlängert wird. Bei mehr Anlauf, werden Punkte abgezogen, bei weniger Anlauf gibt es Pluspunkte. Die Punkte, die die Sportler bei der Vierschanzentournee für ihre Sprünge sammeln, werden addiert. Der Skispringer, der nach allen vier Wettbewerben die meisten Punkte auf dem Konto hat, gewinnt die Vierschanzentournee.

Anders als sonst im Weltcup qualifizieren sich bei der Vierschanzentournee aber nicht die besten 30 Springer des 1. Durchgangs für den 2. Durchgang, sondern es wird im 1. Durchgang im K.o.-System gesprungen. Deswegen ist die Qualifikation bei der Tournee besonders wichtig. Die Athleten werden nach der Qualifikation in 25 Paare eingeteilt. Der beste Skispringer der Quali tritt im K.o.-Durchgang gegen den 50. der Qualifikation an, der Zweite gegen den 49. und so weiter. Die Gewinner der Duelle (es zählt die für den Sprung erreichte Punktzahl) qualifizieren sich direkt für den 2. Durchgang. Dieser wird dann mit den punktbesten fünf Verlierern aus den K.o-Duellen auf 30 Skispringer aufgefüllt - das sind die sogenannten Lucky Loser (auf deutsch: glückliche Verlierer). Daher haben auch starke Springer, die gegen einen ebenfalls starken Kontrahenten antreten müssen, bei diesem K.o.-Modus die Chance auf den 2. Wertungsdurchgang.

Durch diesen Modus schaffen es auch Skispringer in den 2. Durchgang, die im normalen Weltcup-Modus ausgeschieden wären. So kann es passieren, dass jemand nach Punkten insgesamt 49. geworden wäre, er es aber dennoch in den 2. Durchgang schafft, weil sein K.o.-Partner noch schlechter war. Gleichzeitig kann jemand, der mit seinen Punkten Zwölfter geworden wäre, ausscheiden, weil er sein Duell verloren hat und fünf andere Verlierer besser waren als er. Das macht die Vierschanzentournee besonders anfällig für Ausfälle von Favoriten - was wiederum ihren besonderen Reiz ausmacht.

Muss die Qualifikation ausfallen, wird im normalen Weltcup-Modus gesprungen.

Fragen und Antworten zur Vierschanzentournee.

Wie beeinflusst die Corona-Krise die Vierschanzentournee 2020/21?

Erstmals in der Geschichte dürfen keine Zuschauer bei den vier Springen der Tournee anwesend sein. Wo die Skispringer sonst in einen Hexenkessel fliegen, werden nun leere Ränge und Sitze zu sehen sein.

Das Hygienekonzept sieht für alle Athleten, Trainer, Betreuer, Funktionäre und Medienvertreter strenge Abstandregeln vor. Alle Teammitglieder werden regelmäßig auf das Coronavirus getestet. Allerdings fiel der Skisprung-Weltcup in den vergangenen Wochen bereits durch zahlreiche positive Tests an den Weltcuporten auf - vor allem im Team der Österreicher. Ob wirklich alle Top-Springer an der Tournee teilnehmen können und gesund bleiben, oder ob sich doch noch mehr angesteckt haben, muss sich noch erweisen.

Wer sind die Favoriten auf den Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee 2020/21?

In den ersten Weltcupspringen 2020 haben sich vor allem zwei Springer hervorgetan: Weltmeister Markus Eisenbichler aus Deutschland und der Norweger Halvor Egner Granerud. Aber auch Graneruds Teamkollege Robert Johansson zeigte sich in guter Verfassung.

Der Vierschanzentourneesieger von 2019/20, der Pole Dawid Kubacki, zählte auch diesmal zu den Favoriten.

Der Japaner Yukija Sato bestätigte bisher seine gute Verfassung aus dem Sommer und gehört aktuell auch zu den Top Fünf im Skisprung-Weltcup.
Beim Österreicher Stefan Kraft, Vierschanzentourneesieger von 2014/15, sowie seinen Teamkollegen muss sich nach deren Corona-Erkrankungen erst zeigen, wie fit sie bis zur Tournee wieder sind. Das gesamte ÖSV-Team geht mit deutlichem Trainings- und vor allem Wettkampfrückstand in den Wettbewerb.

Das sind die Favoriten bei der Vierschanzentournee 2020/21.

Die deutschen Springer bei der Vierschanzentournee:

Zwölf DSV-Adler dürfen in Oberstdorf und Garmisch an den Start gehen, anschließend muss das Aufgebot auf sechs Springer reduziert werden. Nominiert sind: Moritz Baer (SF Gmund-Dürnbach), Markus Eisenbichler (TSV Siegsdorf), Richard Freitag (SG Nickelhütte Aue), Severin Freund (WSV DJK Rastbüchl), Martin Hamann (SG Nickelhütte Aue), Kilian Märkl (SC Partenkirchen), Pius Paschke (WSV Kiefersfelden), Luca Roth (SV Meßstetten), David Siegel (SV Baiersbronn), Constantin Schmid (WSV Oberaudorf), Andreas Wellinger (SC Ruhpolding) und Karl Geiger (SC Oberstdorf).

Wer sind die deutschen Hoffnungen bei der Vierschanzentournee?

Sollte Karl Geiger trotz seiner Corona-Zwangspause an seine Leistung von der Skiflug-WM anknüpfen können, ist er wie Eisenbichler ein Favorit auf den Titel bei der Vierschanzentournee - dem ersten deutschen Vierschanzentournee-Gesamtsieg seit Sven Hannawald 2002. Pius Paschke, Martin Hamann und Costantin Schmid sprangen diese Saison auch schon in die oberen Ränge, haben aber maximal Außenseiterchancen.

Hier finden Sie den deutschen Tournee-Kader in einer Übersicht.

Wo wird die Vierschanzentournee im TV übertragen?

Eurosport überträgt alle Qualifikationen und Wettbewerbe der Vierschanzentournee. Zudem übertragen die öffentlich-rechtlichen Sender Das Erste und ZDF die Vierschanzentournee live. Das Auftaktspringen und die Qualifikation in Oberstdorf sowie das Tournee-Finale 2021 samt Qualifikation in Bischofshofen zeigt das ZDF live. Das Erste überträgt das Neujahrsspringen und die Quali in Garmisch-Partenkirchen sowie die Wettbewerbe in Innsbruck. In Österreich werden alle vier Tournee-Springen von ORF eins übertragen.

Wo können Sie die Vierschanzentournee im Live-Stream sehen?

Sowohl ARD und ZDF übertragen die Vierschanzentournee auch in ihren Mediatheken im Live-Stream.

Gesamtwertung der Vierschanzentournee – Top Ten und deutsche Platzierungen

Hier finden Sie während der Vierschanzentournee 2020/21 alles Einzelergebnisse von den vier Wettbewerben in Deutschland und Österreich.

Hier finden Sie die Gesamtwertung der Vierschanzentournee 2020/21.

Wo bekommen Sie Tickets für die Vierschanzentournee?

Wegen der Corona-Pandemie werden alle vier Tournee-Springen 2020/21 erstmals überhaupt ohne Zuschauer stattfinden. Oberstdorf hatte zunächst noch mit Fans geplant. Aber auch dort wird es nun wegen der hohen Corona-Infektionszahlen ein Geisterspringen geben. Allerdings haben die Veranstalter in Bayern die Idee von Borussia Mönchengladbach übernommen und werden 250 Pappfiguren aufstellen. Normalerweise kommen 25.000 MEnschen zu dem Auftaktspringen in die Audi-Arena. Fans können sich kostenlich eine der 250 Foto-Figuren sichern, die dann auch noch aussieht wie sie.

Bei der Vierschanzentournee vertreiben die vier Veranstalter in Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofhofen, beziehungsweise der Österreichische Skiverband (ÖSV), die Tickets selbst. Sie sind normalerweise zum Beispiel online oder per Telefon bei den Veranstaltern zu erhalten, bei Ticketportalen oder zum Beispiel bei den lokalen Tourismusverbänden.

Wer war der Sieger der Vierschanzentournee 2019/20?

Dawid Kubacki aus Polen hat die Vierschanzentournee 2019/20 gewonnen, obwohl er nur das letzte Springen gewonnen hat. Am Ende hatte er im spannenden Vierkampf mit dem Norweger Marius Lindvik, Karl Geiger und 2018/19-Sieger Ryoyu Kobayashi die Nase vorn. Am Ende krönte sich der 30-Jährige mit 20 Punkten Vorsprung zum Vierschanzentournee-Gesamtsieger.

Was gibt es zu gewinnen?

Recht wenig: 20.000 Schweizer Franken (ca. 18.400 Euro) erhält der Tourneesieger, 10.000 Franken gibt es für einen Tagessieg. Zum Vergleich: Bei der neuen "Raw Air"-Serie in Norwegen gibt es bei den Männern 60.000 Euro, bei den Frauen 35.000 Euro für den Sieger. Dort gehen anders als bei der Tournee auch die Zweiten und Dritten nicht leer aus. Und für die Frauen gibt es weiterhin keine Vierschanzentournee, auch das wird immer mehr zum Ärgernis.

Hier finden Sie eine Übersicht über alle Sieger der Vierschanzentournee.

Die deutschen Paarungen in der Qualifikation und die Ergebnisse der Wettbewerbe:

Da das Team aus Polen nach dem Ausschluss nach einem positiven Corona-Test nun doch zum Springen in Oberstdorf zugelassen wurde, wird die Qualifikation annulliert und es wird nicht im K.o.-Modus gesprungen.

Oberstdorf, Endstand nach 2 Durchgängen:

1. Karl Geiger (Oberstdorf) 291,1 Pkt. (127,0 m/136,5 m);
2. Kamil Stoch (Polen) 288,3 (125,0/132,5);
3. Marius Lindvik (Norwegen) 285,2 (126,5/135,5);
4. Halvor Egner Granerud (Norwegen) 280,1 (122,0/131,0);
5. Markus Eisenbichler (Siegsdorf) 274,3 (118,0/142,0);
6. Stefan Kraft (Österreich) 273,6 (126,5/125,0);
7. Andrzej Stekala (Polen) 273,3 (123,0/136,5);
8. Philipp Aschenwald (Österreich) 273,0 (130,0/127,0);
9. Anze Lanisek (Slowenien) 270,1 (120,5/135,5);
10. Ziga Jelar (Slowenien) 269,8 (128,0/124,0); ...

25. Severin Freund (Rastbüchl) 249,5 (123,5/126,0); 33. Pius Paschke (Kiefersfelden) 118,8 (116,5/-); 36. Constantin Schmid (Oberaudorf) 118,0 (117,0/-); 38. David Siegel (Baiersbronn) 114,1 (118,0/-); 41. Richard Freitag (Aue) 113,0 (118,5/-); 43. Martin Hamann (Aue) 112,4 (114,0/-); 46. Andreas Wellinger (Ruhpolding) 108,5 (115,0/-); 48. Moritz Baer (Gmund am Tegernsee) 108,0 (114,5/-); 53. Luca Roth (Meßstetten) 99,5 (110,0/-); 57. Kilian Märkl (Garmisch-Partenkirchen) 94,5 (108,0/-)

Garmisch-Partenkirchen, Ergebnis nach 2 Durchgängen

1. Dawid Kubacki (Polen) 282,1 Pkt. (139,0 m/144,0 m)
2. Halvor Egner Granerud (Norwegen) 274,9 (137,0/136,0)
3. Piotr Zyla (Polen) 260,4 (129,5/137,0)
4. Kamil Stoch (Polen) 260,0 (135,0/132,0)
5. Karl Geiger (Oberstdorf) 259,9 (131,0/138,0)
6. Philipp Aschenwald (Österreich) 257,7 (130,0/136,5)
7. Ryoyu Kobayashi (Japan) 257,2 (133,5/132,0)
8. Markus Eisenbichler (Siegsdorf) 257,2 (137,5/134,0)
9. Johann André Forfang (Norwegen) 256,2 (128,5/139,0)
10. Andrzej Stekala (Polen) 253,7 (133,5/133,0)
11. Martin Hamann (Aue) 251,7 (128,5/135,5); 16. Pius Paschke (Kiefersfelden) 238,9 (127,5/127,0); 27. Richard Freitag (Aue) 226,4 (129,0/126,0); 39. Severin Freund (Rastbüchl) 104,1 (123,0/-); 43. Moritz Baer (Gmund am Tegernsee) 97,5 (116,5/-); 45. David Siegel (Baiersbronn) 93,5 (117,5/-); 47. Constantin Schmid (Oberaudorf) 91,0 (114,5/-)

Innsbruck, Endstand nach 2 Durchgängen:

1. Kamil Stoch (Polen) 261,6 Pkt. (127,5 m/130,0 m);
2. Anze Lanisek (Slowenien) 249,6 (127,5/123,5);
3. Dawid Kubacki (Polen) 248,3 (126,0/127,0);
4. Piotr Zyla (Polen) 246,2 (126,5/124,5);
5. Yukiya Sato (Japan) 245,6 (126,5/130,0);
6. Markus Eisenbichler (Siegsdorf) 245,0 (120,5/128,5);
7. Ryoyu Kobayashi (Japan) 244,3 (132,0/123,0);
8. Stefan Kraft (Österreich) 243,5 (121,0/127,0);
9. Michael Hayböck (Österreich) 242,5 (127,5/123,0);
10. Gregor Deschwanden (Schweiz) 240,6 (124,5/126,5); ...

13. Martin Hamann (Aue) 235,4 (130,0/124,5); 16. Karl Geiger (Oberstdorf) 234,2 (117,0/128,5); 36. Severin Freund (Rastbüchl) 112,6 (120,5/-); 37. Pius Paschke (Kiefersfelden) 111,8 (120,5/-); 39. Constantin Schmid (Oberaudorf) 102,1 (113,5/-)

Bischofshofen, Endstand nach 2 Durchgängen: