Vierschanzentournee 19/20 live: Pole Dawid Kubacki triumphiert bei der Tournee

Vierschanzentournee im Telegramm : Geiger jubelt über Rang drei - Triumph für Kubacki

Der Gesamtsieg bei der 68. Vierschanzentournee geht an den Polen Dawid Kubacki. Der 29-Jährige setzte sich im finalen Wettkampf in Bischofshofen gegen Norwegens Marius Lindvik und den Deutschen Karl Geiger durch. In unserem Telegramm halten wir Sie auf dem Laufenden.

Der völlig losgelöste Karl Geiger genoss auf dem Siegerpodest jede Sekunde eines wahren Gefühlsfeuerwerks und strahlte mit dem neuen Vierschanzentournee-Herrscher Dawid Kubacki um die Wette: Nach einer erneut herausragenden Vorstellung hat Deutschlands Skisprung-Ass beim Showdown in Bischofshofen seinen dritten Platz behauptet und damit am Dreikönigstag die beste Tournee seiner Karriere gekrönt.

"Das war heute sehr fein, es macht mich einfach nur glücklich", sagte der gerührte Geiger, hielt liebevoll seinen Pokal und eine Flasche Sekt in den Händen, während hinter ihm Dutzende Lichtraketen in den Himmel aufstiegen. Auf der Paul-Außerleitner-Schanze wurde Geiger beim souveränen Tagessieg Kubackis am Montag zum dritten Mal auf den vier Schanzen Zweiter. Der einzige schwache von acht Tourneeflügen im ersten Durchgang von Innsbruck kostete den 26 Jahren alten Allgäuer die Chance auf den ganz großen Coup.

"Innsbruck war ein bisschen schade, aber jetzt ist alles schick", meinte Geiger nach zehn turbulenten Tagen seit dem Start in seiner Heimat Oberstdorf: "Das Springen und der zweite Platz dort werden mir im Gedächtnis bleiben, das war toll." Die Teamkollegen um Weltmeister Markus Eisenbichler und den verletzten Olympiasieger Andreas Wellinger ließen ihren "Super-Karle" im Auslauf begeistert hochleben, hinter der Bande jubelten Geigers Eltern Ramon und Monika begeistert mit.

Normalschanzen-Weltmeister Kubacki machte mit seinem ersten zweiten Sieg in einem Weltcup-Springen Polens vierten Tournee-Erfolg binnen vier Jahren perfekt - 2016/17 und 2017/18 hatte Superstar Kamil Stoch triumphiert. "Es war ein harter Tag. Ich bin unglaublich froh, dass ich ruhig geblieben bin und meinen Job gemacht habe", sagte der 29 Jahre alte Spätstarter, der nach seinem letzte Sprung auf Stochs Schultern durch den Schnee ritt.

In der Tageswertung setzte sich der Bischofshofener Schanzenrekordler vor 15.000 Zuschauern mit Traumflügen auf 143,0 und 140,5 m (300,9 Punkte) souverän vor Geiger (291,0/140,0+136,0) und dem Norweger Marius Lindvik (289,4) durch. In der Gesamtwertung lag Kubacki, der in allen vier Wettbewerben das Podest erreichte, mit 1131,6 Punkten klar vor Lindvik (1111,0), der in Garmisch und Innsbruck gewonnen hatte, und Geiger (1108,4) - nicht einmal ein Meter fehlte Geiger zu Platz zwei. Titelverteidiger Ryoyu Kobayashi (Japan) wurde nach Rang sieben in Bischofshofen Gesamtvierter (1086,0).

"Der Karl ist eine super Tournee gesprungen, ist in einem extrem schwierigen Wettkampf auf einem riesigen Niveau gewesen", sagte Bundestrainer Stefan Horngacher, dessen alter Schützling Kubacki, den er bis zum Vorjahr als polnischer Nationaltrainer betreut hatte, nun den großen Wurf landete. "Dawid hat das super durchgezogen, er war der beste Springer."

Die DSV-Adlern besserten damit ihre Podestbilanz weiter auf: In den vergangenen fünf Jahren standen fünf verschiedene deutsche Springer (Severin Freund, Wellinger, Eisenbichler, Stephan Leyhe und nun Geiger) auf dem Podium.

Die weiteren DSV-Adler wurden zum Abschluss unter Wert geschlagen. Eisenbichler kam auf Platz 14, Stephan Leyhe belegte Platz 18. Der Tournee-Zweite und -Dritte des Vorjahres waren diesmal als Gesamt-15. und -Zehnter weit vom Stockerl entfernt. "Egal, heute geht es um Karl", sagte Leyhe. Eisenbichler meinte: "Der Karle hat das ganz souverän gemacht"

An die überragende letzte Tournee unter Horngachers Vorgänger Werner Schuster im Vorwinter mit zwei Podestplätzen und vier Springern unter den besten 14 in der Endabrechnung kamen die DSV-Adler nicht heran. Angesichts des mit Ausnahme Geigers schwachen Saisonstarts sowie der schmerzlichen Ausfälle von den Langzeitverletzten Wellinger und Freund bis zum frühen Ausstieg des formschwachen Richard Freitag nach Oberstdorf kann sich das deutsche Ergebnis aber sehen lassen.

Das ist der Endstand nach 4 von 4 Springen:

1. Dawid Kubacki (Polen) 1131,6 Punkte

2. Marius Lindvik (Norwegen) 1111,0

3. Karl Geiger (Oberstdorf) 1108,4

4. Ryoyu Kobayashi (Japan) 1096,0

5. Stefan Kraft (Österreich) 1086,0

6. Johann Andre Forfang (Norwegen) 1051,0

7. Domen Prevc (Slowenien) 1050,9

8. Peter Prevc (Slowenien) 1048,8

9. Daiki Ito (Japan) 1039,0

10. Stephan Leyhe (Willingen) 1037,5

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15. Markus Eisenbichler (Siegsdorf) 1011,1

16. Constantin Schmid (Oberaudorf) 999,8

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20. Pius Paschke (Kiefersfelden) 880,0

...

42. Moritz Baer (Gmund-Dürnbach) 422,7

...

46. Luca Roth (Meßstetten) 355,5

...

50. Philipp Raimund (Füssen) 235,6

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52. Martin Hamann (Aue) 232,9

+++++Vierschanzentournee-Finale 2020 in Bischofshofen 2. Durchgang+++++

Dawid Kubacki gewinnt das Springen in Bischofshofen und die Tournee

Die Polen jubeln. Dawid Kubacki erlaubt sich auch im letzten Sprung der Vierschanzentournee 2019/20 keinen Fehler und landet bei 140,5 Metern. Das ist der Tagessieg vor Karl Geiger und Marius Lindvik - und der am Ende überlegene Gesamtsieg bei der Tournee. Zweiter wird in der Geseamtwertung der junge Norwger Lindvik knapp vor dem Deutschen Karl Geiger. Kubacki hatte bei den drei Springen zuvor zwei dritte und einen zweiten Platz erreicht. Nun reichte es für den 29-Jährigen auch zum Tagessieg. Seine Teamkollegen trugen den Weltmeister von der Normalschanze auf den Schultern durch den Zielbereich. Auch der deutsche Bundestrainer Stefan Horngacher freute sich für seinen ehemaligen Schützling, der in den vergangenen Jahren oft im Schatten von Polens Erfolgsspringer Kamil Stoch stand und sich dort ohne Druck zum Weltklassespringer entwickelte.

Karl Geiger zeigte sich in der ARD sehr zufrieden mit seinen wieder besseren Sprüngen in Bischofshofen. Er habe nach der schlechteren Qualifikation am Vortag noch Kleinigkeiten am Sprung verändert. „So gut war ich bei der Tournee noch nie. Das war ein ganz toller Moment für mich“, sagte Geiger, dessen beste Platzierung bei der Vierschanzentournee bisher ein elfter Platz in der Gesamtwertung war.

„Ich bin unheimlich froh, dass ich ruhig geblieben bin und mein Ding gemacht habe“, sagte hingegen Dawid Kubacki in der ARD. Der Tourneesieger zeigte sich gewohnt gelassen und unaufgeregt.

Bei den fünf vergangenen Tourneen somit fünf verschiedene DSV-Adler auf dem Podest. Den Anfang hatte Severin Freund 2015/16 (2.) gemacht, Andreas Wellinger folgte 2017/18 (2.), vor einem Jahr schafften es Markus Eisenbichler (2.) und Stephan Leyhe (3.) auf das Treppchen.

Weltmeister Eisenbichler (Siegsdorf) kam in Bischofshofen auf Platz 14. Der Vorjahres-Tourneedritte Stephan Leyhe (Willingen) sprang am Montag auf Rang 18, Constantin Schmid (Oberaudorf) wurde 20., Pius Paschke (Kiefersfelden) kam zum Abschluss auf Platz 28.

Karl Geiger springt kürzer als Lindvik und wird Dritter der Tournee

Der Deutsche hat schlechteren Wind als Marius Lindvik. Sein Sprung läuft aber gut, er landet aber schon bei 136 Metern. Er setzt sich zwar in der Tageswertung vor Lindvik, bleibt aber in der Gesamtwertung knapp hinter dem Norweger.

Marius Lindvik vor Stefan Kraft

Der Norweger zeigt einen guten, aber nicht herausragenden Sprung. Mit 137 Metern geht er zunächst in Führung.

Stefan Kraft geht in Führung

Domen Prevec fällt hinter seinen Bruder Peter zurück

Der Slowene landet bei 133 Metern. Das ist vorerst Platz fünf. Sein Bruder Peter führt noch. Es wird das beste Familienergebnis der drei Brüder.

Daniel Andre Tande auf Platz zwei

Der Norweger zeigt mit 135 Metern erneut einen guten Sprung und schafft es unter die besten Zehn in Bischofshofen.

Markus Eisenbichler fehlt es an Höhe

Markus Eisenbichler trifft den Sprung nicht ideal. Der Weltmeister springt mit 130 Metern sieben Meter kürzer als im ersten Durchgang und fällt damit wohl aus den Top-Ten raus. Er ist vorerst Sechster. Es kommen noch acht Springer. Peter Prevec ist zuvor mit 138 Metern und tollen Haltungsnoten in Führung gegangen.

Ryoyu Kobayashi kämpft sich durch

Ryoyu Kobayashi setzt noch mal alles auf den letzten Sprung. Der Japaner und Vorjahressieger muss im Flug aber viel mit den Armen arbeiten. Dennoch kommt er auf 138 Meter und geht erstmal in Führung. Das dürfte aber nicht reichen, um Kubacki, Lindvik und Geiger nochmal anzugreifen. Denn die Top-Ten des ersten Durchgangs kommen jetzt erst noch. Und mit einer schlechten Landung hat Kobayashi nochmal Punkte liegen lassen.

Constantin Schmid fällt vorerst auf Platz sieben zurück

Der Deutsche kann in seinem letzten Sprung der Tournee keine Topleistung mehr bringen - 127,5 Meter sind zu wenig, um nach vorne zu gehen. Trotzdem kann der junge Deutsche auf eine gute Vierschanzentournee zurückblicken.

Norweger Johann Andre Forfang führt nach der Hälfte der Springer im 2. Durchgang

Forfang liegt vor seinem Landsmann Robert Johansson, der sich einige Plätze nach vorne gearbeitet hat.

Stephan Leyhe kann sich nicht steigern

Der Sauerländer Stephan Leyhe hat in Bischofshofen keine guten Tag erwischt. Auch im 2. Durchgang läuft der Sprung nicht so flüssig. Er kommt auf 131 Meter und fällt fürs Erste zwei Plätze zurück.

Andreas Wellinger drückt Karl Geiger die Daumen, glaubt aber an Tournee-Sieg von Dawid Kubacki

Der verletzte Olympiasieger Andreas Wellinger ist sich sicher, dass sein Teamkollege Karl Geiger im zweiten Durchgang noch den Norweger Marius Lindvik in der Gesamtwertung abfängt. Er traue Geiger Platz zwei in der Tournee-Wertung zu. Für den Sieg bei der Vierschanzentournee werde es wohl nicht reichen, meinte Wellinger in der ARD. Dafür sei der Pole Dawid Kubacki zu stark.

Gregor Schlierenzauer auch im 2. Durchgang gut

Einen Tag vor seinem 30. Geburtstag landet der Österreicher im zweiten Durchgang bei 133 Metern. Der einstige Weltcupsieger Gregor Schlierenzauer ist zufrieden mit dem Wettkampf und bedankt sich beim heimischen Publikum. Die vergangenen Jahre schaffte er es nicht mehr in die Weltspitze. Nun überholt er schonmal Teamkollege Michael Hayböck, der im zweiten Durchgang hinter ihn zurückfällt.

Schweizer Killian Peier geht in Führung

Killian Peier hatte sich von der Tournee sicher mehr erhofft. Nun geht er erstmal in Führung. Wird aber nicht unter die Top-Springer kommen.

Österreichs Clemens Aigner mit Signal an die Trainer

Clemens Aigner zeigt den österreichischen Trainern mit einem guten zweiten Durchgang in Bischofshofen, dass er auch für den Rest der Saison ein Kandidat für das Weltcupteam ist.

Pius Paschke mit gutem Wettkampf

Pius Paschke ist bereits als zweiter Springer des zweiten Durchgangs dran. Er liefert erneut einen soliden Sprung und kommt auf 127,5 Meter. Damit kann er seinen Platz behaupten.

+++++Vierschanzentournee-Finale 2020 in Bischofshofen 1. Durchgang+++++

Karl Geiger verbessert Chancen aufs Vierschanzentournee-Podest

Skispringer Karl Geiger (Oberstdorf) hat seine Chance auf einen Podestplatz bei der 68. Vierschanzentournee verbessert. Beim letzten Springen in Bischofshofen liegt der als Gesamtdritter angetretene 26-Jährige nach einem Sprung auf 140,0 m mit 147,7 Punkten nach dem ersten Durchgang auf Rang zwei und hat das Stockerl vor Augen.

Der Gesamtführende Dawid Kubacki (Polen) sprang 143,0 m (151,6 Punkte) und steht als Spitzenreiter nach dem ersten Durchgang dicht vor dem Tourneesieg. Sein Vorsprung im Gesamtklassement auf Geiger beträgt rund 9,5 Meter. Der in der Tourneewertung zweitplatzierte Marius Lindvik (Norwegen), Sieger von Garmisch und Innsbruck, sprang mit 139,0 (146,5) auf Platz drei des ersten Durchgangs und liegt umgerechnet nicht einmal mehr zwei Meter (3,0 Punkte) vor Geiger.

Titelverteidiger Ryoyu Kobayashi (Japan), bislang Vierter, kam nur auf 135,5 m (137,8) und Rang elf, den erneuten Tourneesieg kann er damit abschreiben. Bei rund sechs Metern Rückstand auf Geiger kann er allerdings den Deutschen noch gefährden.

Weltmeister Markus Eisenbichler (Siegsdorf) ist nach einem Sprung auf 137,0 m Neunter. Constantin Schmid (Oberaudorf) sprang mit 134,5 m auf Platz 14. Der Vorjahres-Tourneedritte Stephan Leyhe (Willingen) liegt nach einem durchwachsenen Sprung auf 132,0 m auf dem 18. Rang. Pius Paschke (Kiefersfelden) geht von Platz 29 in die letzte Tournee-Runde.

Dawid Kubacki führt vor Karl Geiger und Marius Lindvik

Die Top-Drei nach dem ersten Durchgang in Bischofshofen sind auch die Top-Drei der Vierschanzentournee- Gesamtwertung. Allerdings in etwas anderer Reihenfolge. Der Pole Dawid Kubacki führt sowohl das Ranking nach dem ersten Sprung bei der vierten Etappe als auch die Gesamtwertung an. In Bischofshofen folgt dann der Deutsche Karl Geiger - Dritter der Gesamtwertung - , der ein paar Punkte auf den Norweger Marius Lindvik gut machte. Denn der Zweite der Tournee-Gesamtwertung liegt 1,2 Punkte hinter Geiger auf Platz drei.

Kubacki hat erneut 3,9 Punkte auf Karl Geiger und 5,1 Punkte auf Lindvik gut gemacht.

Lokalmatador Stefan Kraft in Bischofshofen vorerst Vierter

Der Österreicher Stefan Kraft ist bereits Tourneesieger. Kraft kommt aus dem Pongau, wo auch Bischofshofen liegt, und kommt in seiner Heimat mit einem fehlerfreien Sprung auf 138 Meter. Er schlägt den Japaner Nakamuar in seinem Duell. Damit ist er aber nurVierter nach dem ersten Durchgang.

Zweifach-Tourneesieger Kamil Stoch weiter

Kubackis Teamkollege Kamil Stoch ist nicht in der überragenden Form der Vorjahre. Dennoch schafft es der Pole mit 134,5 Metern in den 2. Durchgang und setzt sich gegen Jewgeni Klimow durch. Auf die gleiche Weite kam auch der junge Deutsche Constantin Schmid, der sich damit deutlich gegen den Polen Stefan Hula durchsetzte.

Stephan Leyhe rettet sich auf 132 Meter

Der Deutsche Stephan Leyhe verdreht den Sprung nach dem Schanzentisch. Er muss seine Fluglage immer wieder korriegiern und kommt so nicht richtig auf Weite. 132 Meter reichen dennoch, um das Duell gegen Taku Takeuchi zu gewinnen.

Ryoyu Kobayashi fällt weiter zurück

Der Titelverteidiger Ryoyu Kobayashi springt sehr aggresiv ab. Damit kommt er nicht richtig in die Flugphase und verliert schnell an Höhe. So reicht es für den Japaner nur zu 135, 5 Mtern. Er fällt damit weiter hinter Geiger, Lindvik und Kubacki zurück und könnte sich damit schon aus dem Kampf um den Titel verabschiedet haben.