Grüße aus dem Schnee (2): Österreicher als Trendsetter

Grüße aus dem Schnee (2) : Österreicher als Trendsetter

Oberstdorf (RPO). Der Österreicher, das kann man getrost verallgemeinern, steht auf Titel. Es gibt einen journalistischen Wegbegleiter der Vierschanzentournee, der eine Strichliste eines Empfangs am Finalort Bischofshofen in Ehren hält. Vier Dutzend Hofräte, Magister und sonstige Würdenträger begrüßten die Gastgeber dort einmal, bis es etwas auf die Gabel gab. Rund 20 Minuten dauerte das Prozedere.

Wie Titel so mögen Österreicher auch Auszeichnungen aller Art — wenngleich sich ihre Bedeutung nicht sofort jedem erschließt. Die Skispringer Gregor Schlierenzauer und Thomas Morgenstern gratulierten sich also artig und ausgiebig gegenseitig, als Oberstdorfs Organisationschef Claus-Peter Horle sie beim Auftakt der 57. Tournee mit dem Tournneeorden in Silber/Silber beziehungsweise Gold/Silber für die in der Vergangenheit gesammelten Weiten- und Haltungspunkte ehrte. Man nimmt eben gern und höflich an, was man so stilvoll überreicht bekommt.

Zusammen mit ihrem Kollegen Wolfgang Loitzl setzten "Morgi" und "Schlieri" bei der Eröffnungspressekonferenz auch modisch Akzente. Während Michael Neumeyer, der Gesamtdritte des Vorjahres, im lässigen schwarzen Fleece-Pullover aufs Podium kletterte und der Schweizer Favorit Simon Ammann ein rotes Sweatshirt trug, kamen die Österreicher in weißem Hemd und grauem Sakko.

Betrachtet man die drei feschen Burschen aus den Alpen als Trendsetter, dann könnte ein scheinbar vergessenes Accessoire neu an Bedeutung gewinnen: Ovale Ledekleckse verstärkten die Ellenbogen ihrer Jacke. Der gute, alte Geografie- und Geschichtslehrer-Stil blüht wieder auf.

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