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Skispringen Weltcup 21/22: Carina Vogt kehrt ins Weltcup-Team zurück

Skispringen 21/22 : Carina Vogt kehrt ins Weltcup-Team zurück

Carina Vogt kehrt in den Weltcup zurück. Angeführt wird die Frauenmannschaft bei den Heimwettbewerben in Klingenthal von Katharina Althaus. In unserem Skisprung-Telegramm verpassen Sie nichts.

Skisprung-Olympiasiegerin Carina Vogt kehrt in den Weltcup zurück. Die 29-Jährige ist Teil des zehnköpfigen Teams von Bundestrainer Maximilian Mechler für die Heimwettbewerbe in Klingenthal, wie der Deutsche Skiverband (DSV) am Mittwoch mitteilte. Vogt war seit Februar 2021 wegen verschiedener Knieverletzungen nicht mehr im Weltcup aktiv, in der vergangenen Woche startete sie im Continental Cup in China. Angeführt wird die Frauenmannschaft von Katharina Althaus, die in Lillehammer zuletzt einen Sieg und einen zweiten Platz eingefahren hatte.

Bei den Männern um Gelb-Träger Karl Geiger und Markus Eisenbichler gibt es für das Heimspiel in Sachsen keine Veränderungen. „Die Schanze liegt uns gut, und die Form der Aktiven zeigt nach oben - auch wenn sich immer mal wieder kleine Fehler einschleichen. Das gesamte Team ist auf einem sehr guten Niveau“, sagte Bundestrainer Stefan Horngacher. Team-Weltmeister Severin Freund muss weiter auf seinen ersten Einsatz in diesem Winter warten.

+++++5. Dezember 2021+++++

Geiger wird Vierter und verteidigt Gelb

Skisprung-Weltmeister Karl Geiger hat einen weiteren Podestplatz beim Weltcup im polnischen Wisla zwar verpasst, sein Gelbes Trikot als Gesamtführender aber verteidigt. Nach Sprüngen auf 117 und 123 Meter landete der 28 Jahre Oberstdorfer am Sonntag auf Rang vier. Geiger musste sich dem Österreicher Jan Hörl, Marius Lindvik aus Norwegen und Stefan Kraft aus Österreich geschlagen geben. Markus Eisenbichler (120,5 und 119,5 Meter) als Fünfter und Pius Paschke (119 und 120,5 Meter) auf dem siebten Rang komplettierten ein gutes deutsches Teamergebnis. Es war der erste Wettbewerb des Winters ohne deutschen Springer auf dem Podest.

Am Samstag hatten die deutschen Skispringer angeführt von Geiger und Eisenbichler Platz zwei im Teamwettbewerb belegt. Nach einem schwachen ersten Durchgang fehlten weniger als 20 Zentimeter auf die siegreichen Österreicher. Am nächsten Wochenende steht für das deutsche Team das Heimspiel in Klingenthal auf dem Programm.

Beide Tournee-Skispringen in Deutschland ohne Fans im Stadion

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Die beiden Wettkämpfe der 70. Vierschanzentournee an den deutschen Skisprung-Standorten Oberstdorf (29. Dezember) und Garmisch-Partenkirchen (1. Januar 2022) müssen nun doch ohne Zuschauer stattfinden. Zu den Hintergründen.

Althaus beendet deutsche Durststrecke - DSV-Adler im Team auf Rang zwei

Katharina Althaus hat den deutschen Skispringerinnen den ersten Weltcup-Sieg seit März 2019 beschert. Die 25-Jährige sprang am Samstag im norwegischen Lillehammer 96 und 95,5 Meter weit. Damit verwies sie die Österreicherin Marita Kramer und die Slowenin Ursa Bogataj auf die Plätze zwei und drei.

„Es war richtig, richtig cool“, sagte Althaus. „Ich freue mich mega über den Sieg. Es hat richtig Bock gemacht.“ Bundestrainer Maximilian Mechler kommentierte den Erfolg so: „Saustark!“

Für Althaus war es im dritten Wettkampf des Olympia-Winters der zweite Podestplatz. Am vergangenen Wochenende war die Oberstdorferin im russischen Nischni Tagil Dritte geworden. Den zuvor letzten deutschen Einzelsieg hatte Juliane Seyfarth am 23. März 2019 in Russland gefeiert.

Neben Althaus sprangen auch Selina Freitag als 21., Juliane Seyfarth als 22., Pauline Hessler als 23. und Luisa Görlich auf Rang 24 aus dem deutschen Team noch in die Punkteränge.

+++++4. Dezember 2021+++++

Nur 0,3 Punkte fehlen - DSV-Adler im Team auf Rang zwei

Die deutschen Skispringer um Weltcup-Spitzenreiter Karl Geiger sind beim ersten Teamwettbewerb der Olympia-Saison nach einer starken Aufholjagd noch auf das Podest geflogen. Die DSV-Adler, die im März ihren WM-Titel erfolgreich verteidigt hatten, mussten sich auf der Malinka-Schanze bei ganz schwierigen Windbedingungen um die Winzigkeit von 0,3 Punkten nur Österreich geschlagen geben.

Die Österreicher um Weltmeister Stefan Kraft, die zur Halbzeit noch 31 Punkte vor den viertplatzierten Deutschen gelegen hatten, siegten mit 843,0 Punkten vor den DSV-Adlern (842,7). Dritter wurde Slowenien (834,4), das vor der letzten Sprungrunde noch in Führung gelegen hatte.

In den letzten beiden Finalrunden hätten die starken letzten Sprünge von Geiger mit 125,0 und des sechsmaligen Weltmeisters Markus Eisenbichler (Siegsdorf) mit 130,0 m fast noch zum Sieg gereicht. Doch letztlich war die Hypothek von Eisenbichlers verunglücktem ersten Versuch (107,0 m) eine Idee zu groß.

Routinier Pius Paschke (Kiefersfelden), schon am Freitag in der Qualifikation für das Einzelspringen am Sonntag (16.00 Uhr/ARD und Eurosport) bärenstark, überzeugte am Samstag mit zwei blitzsauberen Sprüngen auf 121,5 und 122,5 m. Auch Stephan Leyhe (Willingen/118,0+120,5) zeigte im ersten ersten Team-Wettkampf nach seinem Kreuzbandriss eine gute Leistung.

Vor den Winterspielen in Peking (4. bis 20. Februar) stehen noch Teamwettbewerbe in Bischofshofen (9. Januar) und Zakopane (15. Januar) an.

Siegel gewinnt erstes Skispringen auf Olympia-Schanze in Peking

David Siegel hat das erste Skispringen auf der großen Olympia-Schanze von Peking gewonnen. Der Junioren-Weltmeister von 2016 aus Baiersbronn entschied den Wettkampf im zweitklassigen Continental Cup mit Sprüngen auf 131 und 129,5 m für sich. Auf der im Dezember 2020 fertiggestellten, futuristischen Schanze in Zhangjiakou rund 200 Kilometer nordwestlich von Peking fallen im Februar bei den Winterspielen vier Entscheidungen, davon zwei in der Nordischen Kombination.

Auch die benachbarte kleine Schanze wurde am Samstag offiziell eingeweiht. Im Continental Cup der Frauen belegte Carina Vogt, die 2014 in Sotschi erste Olympiasiegerin der Geschichte geworden war, den dritten Rang. Der Sieg ging an die Russin Marija Jakowlewa.

+++++3. Dezember 2021+++++

Geiger wird Zweiter in der Quali in Wisla

Skispringer Karl Geiger hat seine Topform auch in der Qualifikation für den Weltcup im polnischen Wisla unter Beweis gestellt. Der Führende im Gesamtweltcup flog auf 134,0 m und belegte den zweiten Platz. Sieger in dem Vorausscheid für den Wettkampf am Sonntag (16 Uhr/ARD und Eurosport) wurde der Österreicher Jan Hörl.

Neben Geiger (Oberstdorf) überzeugten auch Pius Paschke (Kiefersfelden) auf Rang vier sowie Olympiasieger Andreas Wellinger (Ruhpolding), der 2014 in Wisla seinen ersten Weltcupsieg gefeiert hatte, als Achter. Markus Eisenbichler (Siegsdorf), der im vergangenen Jahr auf der Adam-Malysz-Schanze vor Geiger gewonnen hatte, musste sich dagegen mit Rang 39 begnügen.

Am Sonntag mit dabei sind auch Constantin Schmid (Oberaudorf/16.) und Stephan Leyhe (Willingen/17.). Am Samstag (16.30 Uhr/ARD und Eurosport) steht in Wisla zunächst der erste Teamwettbewerb der Saison auf dem Programm.

+++ 28. November +++

Geiger und Eisenbichler auf dem Podest

Karl Geiger und Markus Eisenbichler haben die deutsche Podestserie im Skisprung-Weltcup eindrucksvoll fortgesetzt. Beim ersten Karriere-Sieg des Slowenen Anze Lanisek landeten der im Gesamtweltcup weiter führende Geiger und der sechsmalige Weltmeister Eisenbichler auf den Rängen zwei und drei.

"Das hat Laune gemacht, ich freue mich riesig. Der zweite Sprung war mein bester des gesamten Wochenendes", sagte Geiger, am Samstag noch Fünfter, im ZDF. Mit 305 Punkten verteidigte der Skiflug-Weltmeister seine Führung im Gesamtweltcup erfolgreich vor Lanisek (252), der nach fünf zweiten Plätzen endlich ganz oben auf dem Podest stand.

Teamkollege Eisenbichler (192), am Samstag ebenfalls Dritter, liegt nun auch in der Gesamtwertung auf Rang drei vor Ryoyu Kobayashi (180) und Titelverteidiger Halvor Egner Granerud (160). Der Japaner Kobayashi (Corona) und der Norweger Granerud (Aus in der Qualifikation) gingen am Sonntag leer aus.

Eisenbichler hatte vor dem Wochenende auf der Rukatunturi-Schanze noch berichtet, nicht gerade "vor Selbstvertrauen zu strahlen". Das änderte sich aber schnell. "Mit dem Sprung auf das Podest bin ich echt glücklich, die Form zeigt leicht nach oben", sagte der Bayer. Vier deutsche Podestplätze in den ersten vier Springen hatte es zuletzt 2013 gegeben, saisonübergreifend stand sogar bei acht Wettkämpfen in Folge ein DSV-Adler auf dem Podest.

Der lange verletzte Stephan Leyhe (Willingen) überzeugte als Neunter ebenso wie Andreas Wellinger (Ruhpolding). Der Olympiasieger präsentierte sich stark verbessert und erzielte als Zehnter sein erstes Top-Ten-Ergebnis seit drei Jahren. "Andi ist ein super Wettkämpfer. Er wird uns noch viel Freude bereiten", sagte Bundestrainer Stefan Horngacher.

Constantin Schmid (Oberaudorf) musste sich einen Tag nach seinem 22. Geburtstag mit Rang 24 begnügen. Pius Paschke (Kiefersfelden) verpasste dagegen ebenso wie der dreimalige Olympiasieger Kamil Stoch (Polen) den zweiten Durchgang.

Geigers ärgste Rivalen im Kampf um das Gelbe Trikot waren nicht am Start: Granerud scheiterte zum zweiten Mal in Folge überraschend schon in der Qualifikation. Kobayashi, der am Samstag auf der Rukatunturi-Schanze noch überlegen gewonnen hatte, wurde positiv auf Corona getestet und muss für zehn Tage in Quarantäne.

Topspringer Kobayashi positiv auf Corona getestet

Der japanische Skisprungstar Ryoyu Kobayashi ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das gab der Gewinner der Vierschanzentournee 2018/19 einen Tag nach seinen Weltcupsieg im finnischen Ruka auf Twitter bekannt. "Mir geht es gut. Wir sehen uns in Klingenthal", schrieb Kobayashi, der nach eigenen Angaben zweimal geimpft ist. Der 25 Jährige nahm daher am Sonntag nicht an der Qualifikation in Ruka teil. Der Weltcup in Sachsen findet am 11./12. Dezember statt.

Der Weltverband FIS hatte zuvor von einem Coronafall im japanischen Team berichtet, ohne den Namen zu nennen. Der betreffende Athlet zeige "keine Symptome", werde aber in Isolation bleiben. Andere Teammitglieder seien nicht betroffen.

Für Kobayashi setzt sich damit ein bislang verkorkster Winter fort: Beim Auftakt im russischen Nischni Tagil war er wegen eines nicht regelkonformen Anzugs disqualifiziert worden.

+++ 27. November +++

Eisenbichler auf dem Podest – Geiger bleibt in Gelb

Markus Eisenbichler hat die Podest-Serie der deutschen Skispringer fortgesetzt. Der sechsmalige Weltmeister landete im finnischen Ruka auf dem starken dritten Platz. Zweitbester DSV-Adler beim ersten Saisonsieg des Japaners Ryoyu Kobayashi war Karl Geiger, der als Fünfter das Gelbe Trikot des Führenden im Gesamtweltcup behielt.

Eisenbichler (Siegsdorf), der auf der Rukatunturi-Schanze im Vorjahr Erster und Zweiter geworden war, lag zur Halbzeit noch auf Rang fünf. Bei schwierigen Bedingungen im zweiten Durchgang machte der Bayer noch Boden gut und verbuchte sein bestes Saisonergebnis.

Bei Geiger riss derweil die Podest-Serie. Der Skiflug-Weltmeister musste sich nach saisonübergreifend sechs Podien in Folge mit Rang fünf begnügen. Der Oberstdorfer, der beim Auftakt in Nischni Tagil Erster und Zweiter geworden war, behielt dennoch das Gelbe Trikot, da sein ärgster Verfolger Halvor Egner Granerud bereits in der Qualifikation gescheitert war. Mit 225 Punkten liegt Geiger nun vor Kobayashi (180) und Granerud (160).

Kobayashi gewann derweil nach einem starken zweiten Sprung auf 143,0 m vor dem Slowenen Anze Lanisek, der nach dem ersten Durchgang noch geführt hatte. Drei verschiedene Sieger in den ersten drei Springen hatte es zuletzt 2017/18 gegeben.

Althaus fliegt auf das Podest

Katharina Althaus hat für den ersten Podestplatz einer deutschen Skispringerin seit fast zwei Jahren gesorgt. Die Olympia-Zweite musste sich beim Weltcup-Auftakt im russischen Nischni Tagil als Dritte einzig den Sloweninnen Ema Klinec und Ursa Bogataj geschlagen geben und verhalf Bundestrainer Maximilian Mechler zu einem gelungenen Debüt.

"Das ist großartig und fühlt sich sehr, sehr gut an. Es ist lange her, dass ich auf dem Podest gestanden habe. Ich war sehr nervös, auch nach so vielen Jahren", sagte Althaus. Unter Mechlers Vorgänger Andreas Bauer war das DSV-Team im vergangenen Winter ohne Einzel-Podium geblieben.

Althaus, die tags zuvor zum Saisonstart noch Fünfte geworden war, flog auf 91,0 und 92,0 m, nach dem ersten Durchgang hatte die Oberstdorferin sogar auf Rang zwei gelegen. Die 25-Jährige hatte im Januar 2020 als Zweite in Rasnov auch für das bislang letzte Treppchen einer deutschen Springerin gesorgt.

Die Österreicherin Marita Kramer, die am Freitag mit dem Schanzenrekord von 104,5 m noch einen haushohen Sieg gefeiert hatte, musste sich diesmal mit Rang vier begnügen.

Stark präsentierte sich auch Pauline Heßler (Lauscha), die als Elfte das zweitbeste Ergebnis ihrer Karriere verbuchte. Ebenfalls in die Punkte sprangen Selina Freitag (Aue/15.) und Anna Rupprecht (Degenfeld/19.).

Ex-Weltmeisterin Carina Vogt (Degenfeld) war nicht am Start, die 29-Jährige testet am kommenden Wochenende im zweitklassigen Continental Cup die Olympia-Schanzen in Peking.

Die Norwegerin Maren Lundby, Olympiasiegerin 2018 und Weltmeisterin 2021, lässt nach derzeitigem Stand den kompletten Winter aus.

+++++26. November 2021+++++

Granerud verpasst überraschend Skisprung-Qualifikation

Skispringer Karl Geiger hat in der Qualifikation für das Weltcup-Skispringen im finnischen Ruka erneut überzeugt. Der Führende im Gesamtweltcup flog auf 138,0 m und erreichte als Sechster locker den Wettkampf am Samstag (16.30 Uhr/ZDF und Eurosport). Nicht mit dabei sein wird überraschend Geigers ärgster Verfolger Halvor Egner Granerud. Der Norweger landete schon bei 111,5 m und verpasste als 53. die besten 50 knapp.

Bester DSV-Adler war überraschend Pius Paschke (Kiefersfelden), der mit 138,5 m Dritter wurde. Platz eins ging überlegen an Ryoyu Kobayashi. Der Japaner blieb mit 147,0 m nur einen halben Meter unter dem Schanzenrekord, den unter anderem Geiger hält.

Markus Eisenbichler (Siegsdorf), der auf der Rukatunturi-Schanze im Vorjahr Erster und Zweiter geworden war, belegte den achten Rang. Auch Constantin Schmid (Oberaudorf/17.), Stephan Leyhe (Willingen/21.) und Andreas Wellinger (Ruhpolding/29.) sind am Samstag dabei.

Althaus verpasst Podest

Die Olympia-Zweite Katharina Althaus hat den erhofften Podestplatz zum Einstand von Skisprung-Bundestrainer Maximilian Mechler knapp verpasst. Beim haushohen Sieg der Österreicherin Marita Kramer landete die Oberstdorferin im russischen Nischni Tagil auf dem fünften Platz.

Althaus, in der Qualifikation noch Dritte, flog auf dem Tramplin Stork auf 80,0 m und 92,0 m, zum Podium fehlte umgerechnet nur etwa ein Meter. Weil Juliane Seyfarth (Ruhla/9.) und Pauline Heßler (Lauscha/10.) ebenfalls in den Top Ten landeten, durfte Mechler mit seinem Einstand dennoch zufrieden sein. Der ehemalige Springer hatte nach der vergangenen Saison den zurückgetretenen Andreas Bauer abgelöst.

In einer eigenen Welt flog derweil die in den Niederlanden geborene Kramer. Die 20-Jährige pulverisierte zunächst mit 104,5 m den bisherige Schanzenrekord von Sara Takanashi (102,0) aus dem Jahr 2016. Auch im zweiten Durchgang gelang Kramer die klare Bestweite und lag am Ende umgerechnet mehr als 20 Meter vor der Normalschanzen-Weltmeisterin Ema Klinec (Slowenien). Dritte wurde Ex-Weltmeisterin Daniela Iraschko-Stolz aus Österreich.

Aus dem deutschen Team landeten Anna Rupprecht (Degenfeld/18.), Selina Freitag (Aue/21.) und Luisa Görlich (Lauscha/30.) ebenfalls in den Punkten. Ex-Weltmeisterin Carina Vogt (Degenfeld) war nicht am Start, die 29-Jährige testet am kommenden Wochenende im zweitklassigen Continental Cup die Olympia-Schanzen in Peking.

Die Norwegerin Maren Lundby, Olympiasiegerin 2018 und Weltmeisterin 2021, lässt nach derzeitigem Stand den kompletten Winter aus.

+++ 21. November 2021 +++

Geiger behauptet Gelbes Trikot

Skisprung-Ass Karl Geiger (Oberstdorf) hat ein fast perfektes Auftaktwochenende im Weltcup mit einem Podestplatz abgerundet und nimmt das Gelbe Trikot des Gesamtführenden aus dem russischen Nischni Tagil mit. Nach seinem souveränen Sieg am Samstag musste sich der 28 Jahre alte Skiflug-Weltmeister im zweiten Springen nur dem Norweger Halvor Egner Granerud geschlagen geben.

Weltcup-Titelverteidiger Granerud, am Vortag Dritter, setzte sich mit Flügen auf 134,5 und 122,0 m sowie 235,3 Punkten bei im Finale starkem Schneetreiben vor Geiger (226,5/126,0+122,5) durch und feierte seinen zwölften Karrieresieg. Geiger landete saisonübergreifend zum sechsten Mal in Folge auf dem Podium. Dritter wurde Österreichs Weltmeister Stefan Kraft (223,8).

Zweitbester Deutscher war erneut Markus Eisenbichler (Siegsdorf). Der sechsmalige Weltmeister, der zuvor die Qualifikation gewonnen hatte, belegte Platz acht. Stephan Leyhe (Willingen) präsentierte sich bei der Rückkehr in den Weltcup nach seinem Kreuzbandriss erneut stark und glänzte mit einem noch nicht erwarteten zehnten Rang.

Zwei große Favoriten gingen indes leer aus: Der japanische Topstar Ryoyu Kobayashi, am Samstag noch Zweiter, wurde wegen eines irregulären Anzugs in der Qualifikation disqualifiziert. Polens Spitzenmann Kamil Stoch schied als 33. überraschend aus.

Routinier Pius Paschke (Kiefersfelden) arbeitete sich mit einem starken zweiten Sprung noch auf Platz 15 vor. Olympiasieger Andreas Wellinger (Ruhpolding), der nach seinem Kreuzbandriss vor zwei Jahren noch nach seiner alten Form sucht, kam auf Platz 17 und holte damit erstmals seit März 2019 Weltcup-Punkte. Auch Youngster Constantin Schmid (Oberaudorf) kam als 29. noch in die Punkteränge.

Hier finden Sie die wichtigsten Fragen und Antworten zur Skisprung-Saison 2021/22.

+++++20. November 2021+++++

Geiger gewinnt Weltcup-Auftakt und holt Gelbes Trikot

Skispringer Karl Geiger hat den Auftaktwettbewerb im russischen Nischni Tagil gewonnen und direkt das Gelbe Trikot des Gesamtführenden erobert. Der 28 Jahre alte Oberstdorfer sprang am Samstag 134,5 und 133 Meter und setzte sich damit deutlich vor dem Japaner Ryoyu Kobayashi (128 und 131 Meter) und dem Norweger Halvor Egner Granerud (133 und 125 Meter) durch. Für Geiger ist es ein Traumstart in die neue Saison, in der unter anderem Olympia und die Skiflug-WM anstehen.

Auch Team-Weltmeister Markus Eisenbichler (6.), Rückkehrer Stephan Leyhe (14.), Constantin Schmid (22.) und Pius Paschke (26.) holten zum Auftakt Weltcup-Punkte. Andreas Wellinger verpasste den zweiten Durchgang der besten 30 Springer als 31. ganz knapp. Der Olympiasieger von 2018 war trotzdem zufrieden. „Es war definitiv der beste Sprung hier. Ich bin ganz happy und konnte das umsetzen, was ich mir vorgenommen habe“, sagte Wellinger in der ARD. Am Sonntag (16.00 Uhr/ARD und Eurosport) steht ein weiteres Einzel an.

Hier stellen wir Ihnen den Kader der deutschen Skispringer vor.

Neue Corona-Regeln: Weltcup in Skispringen in Klingenthal ohne Zuschauer

Der erste deutsche Skisprung-Weltcup der Olympia-Saison findet ohne Zuschauer statt. Wegen der neuen Corona-Regeln in Sachsen sind keine Fans zugelassen. Zum Bericht

+++++16. November 2021+++++

Karl Geiger ist „voll motiviert“ für den Super-Winter

Die kleine Luisa spielt bei Karl Geigers großen Plänen schon voll mit. "Sie schläft ziemlich gut - ich bin also ganz ausgeruht", sagt der stolze Papa vor dem Start in den prall gefüllten Olympia-Winter, in dem er wie im Vorjahr die Schanzen rocken will. Und das dank Luisa mit voller Kraft. "Wenn ich mich ein wenig umhöre, habe ich da ziemlich Glück", sagt der Oberstdorfer und lächelt.

Die Geburt der heute elf Monate alte Luisa ist Geigers wohl schönste Erinnerung an einen Skisprung-Winter voller Emotionen. Hochzeit, Nachwuchs, Corona-Erkrankung, Heim-WM mit vier Medaillen und zum krönenden Abschluss der Titel bei der Skiflug-WM. "Manchmal wäre es mir etwas lieber gewesen, es wäre etwas ruhiger verlaufen", sagt der 28-Jährige im Rückblick: "Aber heute kann ich nur sagen: Besser geht's nicht."

Oder vielleicht doch? Denn wenn Geiger am Wochenende im russischen Nischni Tagil als deutscher Hoffnungsträger Nummer eins in die Weltcup-Saison startet, sind am Horizont schon neue Ziele zu sehen. Ende Dezember beginnt die Vierschanzentournee. "Irgendwann wird Skisprung-Deutschland hoffentlich wieder einen Gesamtsieger haben", sagt Geiger über jenen Klassiker, den seit Sven Hannawalds legendärem "Grand Slam" 2001/02 kein DSV-Adler mehr gewonnen hat.

Und dann sind da ja auch noch die Olympischen Spiele in Peking und die Skiflug-WM auf dem "Monster-Bakken" im norwegischen Vikersund. Geiger steckt schon jetzt voller Tatendrang. "Ich bin voll motiviert und werde alles geben. Wenn es ansatzweise so wird wie zuletzt, kann ich nur sagen: Habe die Ehre, das war genial."

Abschied nehmen hieß es für Geiger dagegen beim Material. Zwei Jahre lang sprang er unfreiwillig mit denselben Schuhen, im Skispringen eine halbe Ewigkeit. Zuletzt riss sogar die Lasche ab und musste notdürftig geflickt werden. Aber: "Das war der beste Schuh, den ich hatte", so Geiger: "Jetzt kann ich ihn in den Ruhestand schicken."

Hier finden Sie die Termine der Skispringer 2021/22.

Dass es auch mit neuem Schuhwerk klappt, bewies Geiger Ende Oktober, als er den DM-Titel holte. "Karls aktueller Stand ist besser als der im letzten Jahr", sagt Bundestrainer Stefan Horngacher: "Er hat sich sein Familienleben gut zurechtgelegt, er trainiert super, ist auf einem sehr guten Weg. Ich glaube, dass er wieder gereift ist. Wenn er gesund bleibt, hat er richtig große Chancen."

Vielleicht schon am ersten Wochenende? Vor einem Jahr hatten Markus Eisenbichler und Geiger zum Weltcup-Auftakt für einen deutschen Doppelsieg gesorgt, allerdings im polnischen Wisla. Doch auch in Nischni Tagil, wo erstmals der Winter eröffnet wird, haben die DSV-Adler mit Siegen 2014 und 2015 (jeweils Severin Freund) sowie zweimal 2017 (Andreas Wellinger und Richard Freitag) eine starke Bilanz vorzuweisen.

Geiger wiederum hat auf dem "Trampolin Stork" bislang einen zweiten Platz (2019) als bestes Resultat stehen. Vergangenen Winter verzichtete er auf die Reise nach Russland, weil der Nachwuchs auf dem Weg war. Nun ist Töchterchen Luisa zumindest als Edelfan am Fernseher dabei.

+++++15. November 2021+++++

Andreas Wellinger: Gold verteidigen „nicht explizit mein Ziel“

Skisprung-Olympiasieger Andreas Wellinger hat die Erwartungen an ihn vor dem anstehenden Winter gedämpft. In einem „Kicker“-Interview (Montag) sagte der 26 Jahre alte Bayer zu seinem Olympiasieg von 2018: „Es war der größte Erfolg, den ich bislang feiern durfte. Das hat mich geprägt als Mensch, als Sportler. Gleichzeitig ist es ein Ergebnis, an dem ich künftig gemessen werde. Natürlich würde ich den Titel gerne verteidigen, aber es ist jetzt nicht explizit mein Ziel.“

Wellinger hat sich im Sommer 2019 das Kreuzband gerissen und nach der Rückkehr im Winter 2020/21 sportlich enttäuscht. „Mein Ziel ist erst einmal, in die Mannschaft zu kommen, mir über die Wettkämpfe Stabilität zu erarbeiten und dabei Weltcuppunkte zu sammeln“, sagte Wellinger. Er ist einer von acht Kader-Kandidaten für sechs Plätze im deutschen Weltcup-Team. Die Weltmeister Markus Eisenbichler und Karl Geiger gelten als gesetzt. „Das nächste Ziel ist dann, nach Peking zu fahren. Was das Ziel für Olympia ist, darüber können wir uns Anfang Februar unterhalten“, erklärte Wellinger.

Hier finden Sie die Termine der Skispringerinnen 2021/22.

+++++27. Oktober 2021+++++

Früherer Skisprung-Rennleiter Hofer wird Schirmherr in Willingen

Der langjährige Skisprung-Rennleiter Walter Hofer feiert eine kleine Rückkehr ins Weltcup-Business. Der 66-Jährige, der sein Amt 2020 an den Italiener Sandro Pertile abgab, soll die Schirmherrschaft für die Wettbewerbe in Willingen übernehmen, wie die Veranstalter am Mittwoch mitteilten. „Hier wird Skispringen gelebt. Willingen und seine 'Free Willis' haben sich als Veranstalter der A-Kategorie bewährt, unsere Anregungen immer wieder spontan aufgenommen und umgesetzt und sich in bald drei Jahrzehnten den Kultstatus im Skispringen erworben“, erklärte Hofer.

Beim Weltcup in diesem Winter (28. bis 30. Januar 2022) stehen fünf Wettbewerbe auf dem Programm - neben einem Mixed auch je zwei Springen von Frauen und Männern. Hofers Abschied fiel 2020 mitten in den Beginn der Corona-Pandemie. Statt einen großen Abschied bei seinen letzten Wettbewerben zu bekommen, musste der Österreicher irgendwann in einem schmucklosen Raum mitteilen, dass die Weltcup-Saison nun coronabedingt beendet sei.

Hier stellen wir Ihnen den Kader der deutschen Skispringerinnen vor.

+++++23. Oktober 2021++++

Karl Geiger und Katharina Althaus holen deutsche Meisterschaft

Doppel-Weltmeister Karl Geiger und die Olympiazweite Katharina Althaus haben bei den deutschen Skisprung-Meisterschaften Favoritensiege gefeiert. Der 28 Jahre alte Geiger (Oberstdorf) setzte sich auf der Normalschanze im Kanzlersgrund in Oberhof mit Sprüngen auf 105,0 und 107,5 m (303,6 Punkte) deutlich vor dem nach seinem Kreuzbandriss wiederhergestellten Stephan Leyhe (Willingen/290,3) durch.

Dritter wurde Constantin Schmid (Oberaudorf/277,4). Markus Eisenbichler (Siegsdorf) kam auf Rang sechs, Olympiasieger Andreas Wellinger (Ruhpolding) wurde Siebter. Altmeister Severin Freund (Rastbüchl) kam nicht über Platz zwölf hinaus. Weit von alter Form entfernt sind der einstige Topspringer Richard Freitag (Aue/15.) und Sotschi-Teamolympiasieger Marinus Kraus (Oberaudorf/19.).

Während es für Geiger der nach 2019 zweite Einzeltitel war, triumphierte seine Oberstdorfer Vereinskollegin Althaus zum sechsten Mal. Die 25-Jährige vom SC Oberstdorf siegte mit 100,5 und 95,5 m (364,8 Punkte) vor Juliane Seyfarth (Ruhla/327,2) und Selina Freitag (Aue/312,5).

+++++21. September 2021+++++

Rekord-Weltcupsieger Gregor Schlierenzauer beendet Skisprung-Karriere

Rekord-Weltcupsieger Gregor Schlierenzauer beendet seine erfolgreiche Skisprung-Laufbahn. Dies gab der 31 Jahre alte Österreicher am Dienstag bekannt. „Meine aktive Karriere zu beenden ist mir nach all dem, was ich als Spitzensportler erleben durfte, nicht leicht gefallen - aber die Entscheidung fühlt sich ebenso wie der Zeitpunkt richtig an“, sagte Schlierenzauer.

Der 53-malige Weltcupsieger gewann in seiner Laufbahn insgesamt zwölf WM-Medaillen - sechs davon aus Gold. 2010 wurde er in Vancouver zudem Team-Olympiasieger. Die Vierschanzentournee konnte der langjährige Dominator der Szene, der insgesamt viermal Skiflug-Weltmeister im Einzel und mit der Mannschaft wurde, zweimal in den Jahren 2012 und 2013 für sich entscheiden.

„Gregor hat für das Skispringen Großartiges geleistet. Seine außergewöhnliche Karriere ist gespickt mit Superlativen. Er hat im Grunde alles erreicht, was es zu erreichen gibt, fast alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt, und es ist auch ihm zu verdanken, dass der Sport heute da steht, wo er ist“, sagte Mario Stecher, Sportlicher Leiter Ski nordisch des österreichischen Verbandes. Was der Skispringer künftig macht, blieb zunächst offen.

„Die letzten Monate waren für mich herausfordernd. In positiver Hinsicht. Durch die Verletzungspause, hatte ich ausreichend Zeit und den nötigen Abstand, um Vergangenes aufzuarbeiten und zu schauen, wo ich jetzt stehe, erklärte Schlierenzauer selbst. Die Karriere des Tirolers teilt sich in zwei höchst unterschiedlich erfolgreiche Hälften: Als Teenager reihte er Sieg an Sieg, schon mit 24 Jahren hatte er seine 53 Weltcup-Siege beisammen.

Danach folgten ein mentales Tief, zahlreiche Verletzungen und der wiederholte Versuch, in die Weltspitze zurückzukehren. Das gelang selbst mit Unterstützung von Ex-Bundestrainer Werner Schuster nicht mehr.

Hier lesen Sie unseren Kommentar zum Abschied von Gregor Schlierenzauer.

(red/dpa/sid)