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Skispringen Weltcup 20/21: Karl Geiger gewinnt abschließendes Einzel in Planica und Skiflug-Weltcup

Skispringen 20/21 : Geiger gewinnt abschließendes Einzel in Planica und Skiflug-Weltcup

Nach dem Sieg im Teamwettbewerb holt Karl Geiger zum Saisonabschluss in Planica auch noch den Sieg im Einzelfliegen. Auch Markus Eisenbichler springt auf das Podest. In unserem Skisprung-Telegramm verpassen Sie nichts.

Skiflug-Weltmeister Karl Geiger ist beim Weltcup-Finale in Planica mit einem Doppelsieg ein herausragender Saisonabschluss gelungen. Der Oberstdorfer war am Sonntag im letzten Wettbewerb des Winters mit Weiten von 231,0 und 232,5 m (459,3 Punkte) nicht zu schlagen und holte damit die kleine Kristallkugel im Skiflug-Weltcup. Bereits am Freitag hatte er das Einzelspringen auf der "Letalnica" gewonnen.

"Es war generell eine super Saison, und wir sind sehr glücklich", sagte Geiger im ZDF. Markus Eisenbichler (447,9 Punkte), der mit einem Anriss des Innenbands leicht gehandicapt sprang, durfte sich als Dritter ebenfalls über einen weiteren Podestplatz freuen. "Ich bin einfach froh, dass es vorbei ist und es so gut gegangen ist", sagte der Bayer: "Es war echt eine bärenstarke Saison von mir, ich bin rundum zufrieden."

Pius Paschke (Kiefersfelden) hatte im ersten Durchgang seine persönliche Bestweite auf 230,0 m verbessert und wurde Elfter, Severin Freund (Rastbüchl) landete auf Rang 25. Constantin Schmid (Oberaudorf) als 27. und Martin Hamann (Aue) direkt dahinter zeigten beim letzten Wettbewerb der Top 30 im Gesamtweltcup eine solide Leistung.

Der Norweger Halvor Egner Granerud, der bereits vor dem Finale in Slowenien als Gesamtweltcupsieger feststand, erlebte im zweiten Durchgang eine Schrecksekunde in der Luft und belegte Rang 16.

DSV-Adler gewinnen verkürzten Teamwettbewerb in Planica

Die deutschen Skiflieger um Karl Geiger und Markus Eisenbichler haben beim Weltcup-Finale in Planica den Teamwettbewerb gewonnen. Die DSV-Adler setzten sich am Sonntag nach einem gewerteten Durchgang mit 819,5 Punkten vor Japan (810,0) und Österreich (788,9) durch und feierten den ersten Sieg in einem Teamfliegen seit 21 Jahren.

Skiflug-Weltmeister Geiger mit einem Flug auf 220,5 m und Eisenbichler bei verkürztem Anlauf mit einer Weite von 235,5 m überzeugten im deutschen Team. Constantin Schmid (212,0 m) und Pius Paschke (218,0 m) zeigten solide Sprünge.

Eisenbichler griff sich jedoch bei der Landung an sein lädiertes Knie und schüttelte den Kopf, der Bayer war bereits das ganze Wochenende über mit einem Anriss des Innenbands auf der "Letalnica" gesprungen. Kurz darauf gab der 29-Jährige Entwarnung: "Ich habe den Stich im Knie gemerkt, aber nach den ersten fünf bis zehn Minuten mit Bewegung habe ich gemerkt, dass es gleichbleibend ist wie vorher. Es hindert mich nicht am Springen", sagte Eisenbichler.

Das Teamfliegen war am Samstag nach 21 von 36 Athleten im ersten Durchgang wegen zu starken Windes abgebrochen worden und wurde am Sonntagvormittag nachgeholt. Die DSV-Adler waren zuletzt bei der Heim-WM in Oberstdorf Team-Weltmeister geworden. Den bislang letzten deutschen Erfolg in einem Teamfliegen hatten Sven Hannawald, Martin Schmitt, Michael Uhrmann und Hansjörg Jäkle am 18. März 2000 ebenfalls im slowenischen Planica gefeiert.

Deutsche Skispringerinnen auf Rang drei - Österreich gewinnt

Die österreichischen Skispringerinnen haben den Teamwettbewerb im russischen Tschaikowski gewonnen. Das Quartett setzte sich am Sonntag vor Slowenien und Deutschland durch. Die Auswahl des Deutschen Skiverbandes um die Mixed-Team-Weltmeisterinnen Katharina Althaus und Anna Rupprecht kam nach nur einem absolvierten Durchgang auf 336,5 Punkte. Frauen-Team-Weltmeister Österreich siegte mit 373,7 Zählern klar, die Sloweninnen sammelten 348,5 Punkte. Japan büßte durch eine Disqualifikation seine guten Chancen ein und landete nur auf Rang sechs. Der Wettkampf hatte eigentlich bereits am Samstag stattfinden sollen, konnte aber wegen starken Windes nicht ausgetragen werden und wurde in verkürzter Form nachgeholt.

Zum Weltcup-Abschluss steht an diesem Sonntag noch ein Einzelspringen von der Großschanze auf dem Programm (ab 08.00 Uhr/MESZ). Der Sieg im Gesamtweltcup entscheidet sich dabei zwischen der Japanerin Sara Takanashi, Nika Kriznar aus Slowenien und der Österreicherin Marita Kramer.

+++++27. März 2021+++++

Teamspringen in Planica nach starkem Wind abgebrochen - Jury in der Kritik

Der schreckliche Sturz von Daniel Andre Tande saß auch beim Teamwettbewerb der Skiflieger am Samstag in den Köpfen aller Beteiligten fest. Der vorletzte Wettkampf der Saison in Planica war aufgrund des turbulenten Windes von langen Pausen geprägt - und wurde im ersten Durchgang abgesagt. "Es ist zu gefährlich, es wechselt so schnell. Wir wollen kein Risiko mehr eingehen", sagte Bundestrainer Stefan Horngacher im ZDF. Er hatte zuvor schon die Teilnahme der DSV-Adler nach zwei Springern zurückgezogen.

Besonders der Sturz von Tande, der am Samstagvormittag nach eineinhalb Tagen aus dem künstlichen Koma erwachen sollte, war allgegenwärtig. "Die Jungs haben natürlich auch noch den Sturz von Tande in den Knochen", betonte Horngacher, der Wind wechsle unberechenbar schnell, sei böig und für die Flieger extrem gefährlich.

Insgesamt 21 Skispringer kämpften sich am Samstag unter teils schwierigsten Windverhältnissen über die legendäre "Letalnica", ehe der Wettkampf abgesagt wurde. Am Sonntag (9.00 Uhr) soll der Teamwettbewerb in einem Durchgang nachgeholt werden. Die Athleten würden zu lange oben stehen und "das Gefühl in den Beinen verlieren", beklagte Horngacher.

Auch der norwegische Nationaltrainer Alexander Stöckl war aufgebracht. "Ich bin irritiert über die Leistung der Jury. Marius Lindvik musste sechsmal vom Balken rausgehen", sagte der Österreicher im ZDF. Er habe die Jury gebeten, daszs Lindvik sich neu vorbereiten dürfe, doch es sei nichts passiert.

"Die Keile waren nicht mehr am Platz, und er hatte nicht mehr das Gefühl. Das hat man auch gesehen beim Sprung. Das war für mich unverständlich. Das ist unverantwortlich", ärgerte sich Stöckl. Erst durch das Einschreiten der Trainer habe es eine Unterbrechung des Wettbewerbs gegeben.

"Wir handeln hier sehr verantwortungsbewusst, die Verhältnisse sind sehr knifflig", sagte Renndirektor Sandro Pertile vom Weltverband FIS. Die norwegische Mannschaft zeigte sich jedenfalls nach der Bruchlandung ihres Teamkollegen Tande am Donnerstag ohnehin verunsichert.

Der 27-Jährige befindet sich im Universitätsklinikum Ljubljana auf dem Weg der Besserung. "Wegen der fantastischen Erstversorgung und der exzellenten Ärzte kann ich versichern, dass sich Daniels Gesundheitszustand positiv entwickelt. Alles sieht vielversprechend aus", sagte der norwegische Sportchef Clas Brede Braathen.

Bereits am Freitag beim Sieg von Skiflug-Weltmeister Karl Geiger hatte der Wettbewerb wegen böigen Windes nach einem Durchgang gestoppt werden müssen. Am Sonntag (10.30 Uhr/ZDF und Eurosport) wird der lange WM-Winter mit einem Einzel-Fliegen und dem Teamwettbewerb zuvor abgeschlossen. "Für morgen ist der Wetterbericht besser. Aber man muss abwarten, in den Bergen kann man nie so weit vorausschauen", sagte Horngacher.

Die DSV-Adler wären "definitiv vorbereitet", betonte der Bundestrainer, und "Karl ist in einer sehr, sehr guten Position". Geiger kämpft mit dem Japaner Ryoyu Kobayashi um die kleine Kristallkugel im Skiflug-Weltcup. "Ich bin heiß und mag die Schanze extrem gern. Einen Sieg kann man sich nie als Ziel setzen, weil das muss passieren am richtigen Tag. Aber ich werde alles reinlegen", sagte der Oberstdorfer.

Zu viel Wind auch bei den Skispringerinnen - Team-Wettkampf abgesagt

Der Team-Weltcup der Skispringerinnen in Tschaikowski kann wegen starken Windes nicht stattfinden. Nachdem die Jury den Beginn des Kräftemessens auf der Normalschanze in Russland zunächst mehrfach verschoben hatte, sagte sie den Wettkampf kurz vor 14.00 Uhr für Samstag endgültig ab. Am Sonntag ist zum Saisonabschluss noch ein Einzelspringen auf der Großschanze geplant.

In Slowenien war zuvor bereits das Mannschaftsfliegen der Männer während des ersten Durchgangs abgebrochen worden. Auch in Planica waren starke und unberechenbare Winde der Grund dafür.

+++++26. März 2021+++++

Karl Geiger fliegt in Planica zum Sieg

Karl Geiger hat den von wechselnden Windbedingungen geprägten Skiflug-Wettkampf im slowenischen Planica gewonnen. Der Oberstdorfer setzte sich am Freitag mit einem Flug auf 232 Meter vor dem Japaner Ryoyu Kobayashi und dem Slowenen Bor Pavlovcic durch. Wegen starken Windes musste der Wettbewerb am Freitag immer wieder unterbrochen werden und wurde nach nur einem Durchgang beendet. Als zweitbester Deutscher belegte Markus Eisenbichler den achten Platz.

Am Mittag war bereits die Qualifikation abgesagt und der Start des Wettbewerbs zweimal verschoben worden. Tags zuvor hatte ein schlimmer Sturz des Norwegers Daniel Andre Tande den Auftakt des Saisonfinales überschattet. Der 27-Jährige war im Probedurchgang heftig auf den Hang aufgeschlagen und anschließend intubiert und mechanisch beatmet worden. Tande befindet sich in Ljubljana im Krankenhaus.

Skispringerin Kramer gewinnt in Russland - Althaus Zwölfte

Im russischen Tschaikowski sprang Althaus 88,5 und 88 Meter. Anna Rupprecht war nach dem ersten Durchgang noch Sechste gewesen. Am Ende reichte es für die 24-Jährige nur zu Rang 14.

Den Sieg sicherte sich souverän die Österreicherin Marita Kramer. Im spannenden Gesamtweltcup eroberte die Japanerin Sara Takanashi durch Tagesrang zwei die Führung von Lokalmatadorin Nika Kriznar, die Dritte wurde.

An diesem Samstag steht für die Springerinnen ein Teamwettkampf auf dem Programm. Am Sonntag hat das Team von Bundestrainer Andreas Bauer dann die letzte Chance, den Coach zum Abschied mit dem ersten Podestplatz des Winters im Weltcup zu bescheren

+++++26. März 2021+++++

Eisenbichler und Geiger fliegen aufs Podium - Sturz von Tande überschattet Wettbewerb

Die deutschen Überflieger Markus Eisenbichler und Karl Geiger landeten zum Auftakt des Skiflug-Spektakels in Planica auf dem Podium, doch das geriet angesichts des Horror-Sturzes von Daniel Andre Tande zur Nebensache. "Man vergisst es immer wieder. Das ist eine Riesen-Schanze. Wenn es einen aufstellt, das ist lebensgefährlich", sagte Geiger bedrückt im Zielraum.

Der 27-jährige Norweger Tande hatte im Probedurchgang die Kontrolle über seine Ski verloren, prallte nach fast 100 Metern mit voller Wucht auf den Hang, schlitterte regungslos in den Auslauf und musste dort sogar reanimiert werden.

"Ich habe es von oben mitgekriegt. Unten haben sie mir gesagt, dass sie noch nicht wissen, ob er überlebt. Dann habe ich ziemlich geschluckt", erzählte Geiger im ZDF: "Er ist so ein netter Kerl. Ich habe mitgelitten, es ist tragisch. Ich hoffe, dass er wieder unter den Lebenden ist und keine bleibenden Schäden davonträgt."

Der erste Wettbewerb bei der Flugshow zum Saisonabschluss auf der legendären "Letalnica", den der Japaner Ryoyu Kobayashi mit Weiten von 235,5 m und 244,5 m souverän gewann, rückte in den Hintergrund. Eisenbichler, der mit einer Knieverletzung nach einem Trainingssturz sprang, wurde Zweiter. Doch wie bei Skiflug-Weltmeister Geiger auf Platz drei war die Freude getrübt.

Eisenbichler habe sich "echt überwinden müssen", überhaupt zu springen. Die gute Leistung mit Flügen auf 232,5 m und 238,5 m sei deshalb nicht selbstverständlich, sagte der Bayer. "Ich habe schon mal schlucken müssen und mir gedacht, fuck, ich bin nicht komplett fit für die große Schanze", erzählte Eisenbichler.

Bundestrainer Stefan Horngacher freute sich über den "sehr guten Erfolg" seiner Mannschaft, wünschte aber auch Tande eine gute Besserung. Der Norweger war nach seinem Sturz mit einem Helikopter nach Ljubljana ins Krankenhaus gebracht worden, der Gesundheitszustand des Team-Olympiasiegers von 2018 sei laut Weltverband FIS allerdings stabil.

"Eine solche Situation ist immer schwierig", sagte der norwegische Nationaltrainer Alexander Stöckl zu NRK: "Wenn du siehst, wie ein Athlet Luft unter die Ski bekommt und sich zu drehen beginnt - dann kannst du nur noch das Beste hoffen."

Auch die Teamkollegen um Gesamtweltcupsieger Halvor Egner Granerud waren geschockt. "Man merkt, dass die Jungs das getroffen hat", sagte der Österreicher Stöckl. Granerud, der Anfang März wegen eines positiven Coronatests mehrere WM-Springen verpasst hatte, war merkbar nicht bei der Sache, landete bei nur 199,5 m und verpasste das Finale.

Team-Weltmeister Pius Paschke als 13. und Constantin Schmid auf Platz 15 rundeten derweil ein starkes Mannschaftsergebnis für den Deutschen Skiverband (DSV) ab. Am Freitag (15.00 Uhr) geht es mit dem zweiten Einzel-Wettkampf weiter, ehe am Samstag (10.00 Uhr) ein Teamwettbewerb auf dem Programm steht. Ein weiteres Einzel-Fliegen am Sonntag (10.00 Uhr/alle ZDF und Eurosport) schließt den langen WM-Winter ab.

+++++10. März 2021+++++

Norwegen zieht Berufung gegen Disqualifikation Kläbos zurück

Der norwegische Skiverband hat seine Berufung gegen die Disqualifizierung von Johannes Kläbo bei der Nordischen Ski-WM in Oberstdorf zurückgezogen. Nach Angaben des Verbandes erfolgte dies auf Wunsch Kläbos. „Ich möchte nicht als zimperlicher Skiläufer wahrgenommen werden“, sagte der 24-Jährige dem norwegischen Rundfunk NRK am Mittwochabend.

Kläbo war der Sieg des Rennens über 50 Kilometer in der klassischen Technik am Sonntag aberkannt worden, weil er im Zieleinlauf den Russen Alexander Bolschunow behindert hatte. Die Goldmedaille war damit an den Norweger Emil Iversen gegangen, der als Zweiter ins Ziel gekommen war. Bolschunow brach im Duell mit Kläbo einen Skistock, er wurde Dritter. Durch die Disqualifikation Kläbos rückte er auf den Silberrang vor. „Ich halte es für falsch, diesen Prozess fortzusetzen“, sagte Kläbo weiter. „Ich möchte positiv denken und dies hinter mir lassen.“

+++++9. März 2021+++++

Norwegen legt Berufung gegen Disqualifikation Kläbos ein