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Skispringen Weltcup 20/21: Karl Geiger gewinnt abschließendes Einzel in Planica und Skiflug-Weltcup

Skispringen 20/21 : Geiger gewinnt abschließendes Einzel in Planica und Skiflug-Weltcup

Nach dem Sieg im Teamwettbewerb holt Karl Geiger zum Saisonabschluss in Planica auch noch den Sieg im Einzelfliegen. Auch Markus Eisenbichler springt auf das Podest. In unserem Skisprung-Telegramm verpassen Sie nichts.

Skiflug-Weltmeister Karl Geiger ist beim Weltcup-Finale in Planica mit einem Doppelsieg ein herausragender Saisonabschluss gelungen. Der Oberstdorfer war am Sonntag im letzten Wettbewerb des Winters mit Weiten von 231,0 und 232,5 m (459,3 Punkte) nicht zu schlagen und holte damit die kleine Kristallkugel im Skiflug-Weltcup. Bereits am Freitag hatte er das Einzelspringen auf der "Letalnica" gewonnen.

"Es war generell eine super Saison, und wir sind sehr glücklich", sagte Geiger im ZDF. Markus Eisenbichler (447,9 Punkte), der mit einem Anriss des Innenbands leicht gehandicapt sprang, durfte sich als Dritter ebenfalls über einen weiteren Podestplatz freuen. "Ich bin einfach froh, dass es vorbei ist und es so gut gegangen ist", sagte der Bayer: "Es war echt eine bärenstarke Saison von mir, ich bin rundum zufrieden."

Pius Paschke (Kiefersfelden) hatte im ersten Durchgang seine persönliche Bestweite auf 230,0 m verbessert und wurde Elfter, Severin Freund (Rastbüchl) landete auf Rang 25. Constantin Schmid (Oberaudorf) als 27. und Martin Hamann (Aue) direkt dahinter zeigten beim letzten Wettbewerb der Top 30 im Gesamtweltcup eine solide Leistung.

Der Norweger Halvor Egner Granerud, der bereits vor dem Finale in Slowenien als Gesamtweltcupsieger feststand, erlebte im zweiten Durchgang eine Schrecksekunde in der Luft und belegte Rang 16.

DSV-Adler gewinnen verkürzten Teamwettbewerb in Planica

Die deutschen Skiflieger um Karl Geiger und Markus Eisenbichler haben beim Weltcup-Finale in Planica den Teamwettbewerb gewonnen. Die DSV-Adler setzten sich am Sonntag nach einem gewerteten Durchgang mit 819,5 Punkten vor Japan (810,0) und Österreich (788,9) durch und feierten den ersten Sieg in einem Teamfliegen seit 21 Jahren.

Skiflug-Weltmeister Geiger mit einem Flug auf 220,5 m und Eisenbichler bei verkürztem Anlauf mit einer Weite von 235,5 m überzeugten im deutschen Team. Constantin Schmid (212,0 m) und Pius Paschke (218,0 m) zeigten solide Sprünge.

Eisenbichler griff sich jedoch bei der Landung an sein lädiertes Knie und schüttelte den Kopf, der Bayer war bereits das ganze Wochenende über mit einem Anriss des Innenbands auf der "Letalnica" gesprungen. Kurz darauf gab der 29-Jährige Entwarnung: "Ich habe den Stich im Knie gemerkt, aber nach den ersten fünf bis zehn Minuten mit Bewegung habe ich gemerkt, dass es gleichbleibend ist wie vorher. Es hindert mich nicht am Springen", sagte Eisenbichler.

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Das Teamfliegen war am Samstag nach 21 von 36 Athleten im ersten Durchgang wegen zu starken Windes abgebrochen worden und wurde am Sonntagvormittag nachgeholt. Die DSV-Adler waren zuletzt bei der Heim-WM in Oberstdorf Team-Weltmeister geworden. Den bislang letzten deutschen Erfolg in einem Teamfliegen hatten Sven Hannawald, Martin Schmitt, Michael Uhrmann und Hansjörg Jäkle am 18. März 2000 ebenfalls im slowenischen Planica gefeiert.

Deutsche Skispringerinnen auf Rang drei - Österreich gewinnt

Die österreichischen Skispringerinnen haben den Teamwettbewerb im russischen Tschaikowski gewonnen. Das Quartett setzte sich am Sonntag vor Slowenien und Deutschland durch. Die Auswahl des Deutschen Skiverbandes um die Mixed-Team-Weltmeisterinnen Katharina Althaus und Anna Rupprecht kam nach nur einem absolvierten Durchgang auf 336,5 Punkte. Frauen-Team-Weltmeister Österreich siegte mit 373,7 Zählern klar, die Sloweninnen sammelten 348,5 Punkte. Japan büßte durch eine Disqualifikation seine guten Chancen ein und landete nur auf Rang sechs. Der Wettkampf hatte eigentlich bereits am Samstag stattfinden sollen, konnte aber wegen starken Windes nicht ausgetragen werden und wurde in verkürzter Form nachgeholt.

Zum Weltcup-Abschluss steht an diesem Sonntag noch ein Einzelspringen von der Großschanze auf dem Programm (ab 08.00 Uhr/MESZ). Der Sieg im Gesamtweltcup entscheidet sich dabei zwischen der Japanerin Sara Takanashi, Nika Kriznar aus Slowenien und der Österreicherin Marita Kramer.

+++++27. März 2021+++++

Teamspringen in Planica nach starkem Wind abgebrochen - Jury in der Kritik

Der schreckliche Sturz von Daniel Andre Tande saß auch beim Teamwettbewerb der Skiflieger am Samstag in den Köpfen aller Beteiligten fest. Der vorletzte Wettkampf der Saison in Planica war aufgrund des turbulenten Windes von langen Pausen geprägt - und wurde im ersten Durchgang abgesagt. "Es ist zu gefährlich, es wechselt so schnell. Wir wollen kein Risiko mehr eingehen", sagte Bundestrainer Stefan Horngacher im ZDF. Er hatte zuvor schon die Teilnahme der DSV-Adler nach zwei Springern zurückgezogen.

Besonders der Sturz von Tande, der am Samstagvormittag nach eineinhalb Tagen aus dem künstlichen Koma erwachen sollte, war allgegenwärtig. "Die Jungs haben natürlich auch noch den Sturz von Tande in den Knochen", betonte Horngacher, der Wind wechsle unberechenbar schnell, sei böig und für die Flieger extrem gefährlich.

Insgesamt 21 Skispringer kämpften sich am Samstag unter teils schwierigsten Windverhältnissen über die legendäre "Letalnica", ehe der Wettkampf abgesagt wurde. Am Sonntag (9.00 Uhr) soll der Teamwettbewerb in einem Durchgang nachgeholt werden. Die Athleten würden zu lange oben stehen und "das Gefühl in den Beinen verlieren", beklagte Horngacher.

Auch der norwegische Nationaltrainer Alexander Stöckl war aufgebracht. "Ich bin irritiert über die Leistung der Jury. Marius Lindvik musste sechsmal vom Balken rausgehen", sagte der Österreicher im ZDF. Er habe die Jury gebeten, daszs Lindvik sich neu vorbereiten dürfe, doch es sei nichts passiert.

"Die Keile waren nicht mehr am Platz, und er hatte nicht mehr das Gefühl. Das hat man auch gesehen beim Sprung. Das war für mich unverständlich. Das ist unverantwortlich", ärgerte sich Stöckl. Erst durch das Einschreiten der Trainer habe es eine Unterbrechung des Wettbewerbs gegeben.

"Wir handeln hier sehr verantwortungsbewusst, die Verhältnisse sind sehr knifflig", sagte Renndirektor Sandro Pertile vom Weltverband FIS. Die norwegische Mannschaft zeigte sich jedenfalls nach der Bruchlandung ihres Teamkollegen Tande am Donnerstag ohnehin verunsichert.

Der 27-Jährige befindet sich im Universitätsklinikum Ljubljana auf dem Weg der Besserung. "Wegen der fantastischen Erstversorgung und der exzellenten Ärzte kann ich versichern, dass sich Daniels Gesundheitszustand positiv entwickelt. Alles sieht vielversprechend aus", sagte der norwegische Sportchef Clas Brede Braathen.

Bereits am Freitag beim Sieg von Skiflug-Weltmeister Karl Geiger hatte der Wettbewerb wegen böigen Windes nach einem Durchgang gestoppt werden müssen. Am Sonntag (10.30 Uhr/ZDF und Eurosport) wird der lange WM-Winter mit einem Einzel-Fliegen und dem Teamwettbewerb zuvor abgeschlossen. "Für morgen ist der Wetterbericht besser. Aber man muss abwarten, in den Bergen kann man nie so weit vorausschauen", sagte Horngacher.

Die DSV-Adler wären "definitiv vorbereitet", betonte der Bundestrainer, und "Karl ist in einer sehr, sehr guten Position". Geiger kämpft mit dem Japaner Ryoyu Kobayashi um die kleine Kristallkugel im Skiflug-Weltcup. "Ich bin heiß und mag die Schanze extrem gern. Einen Sieg kann man sich nie als Ziel setzen, weil das muss passieren am richtigen Tag. Aber ich werde alles reinlegen", sagte der Oberstdorfer.

Zu viel Wind auch bei den Skispringerinnen - Team-Wettkampf abgesagt

Der Team-Weltcup der Skispringerinnen in Tschaikowski kann wegen starken Windes nicht stattfinden. Nachdem die Jury den Beginn des Kräftemessens auf der Normalschanze in Russland zunächst mehrfach verschoben hatte, sagte sie den Wettkampf kurz vor 14.00 Uhr für Samstag endgültig ab. Am Sonntag ist zum Saisonabschluss noch ein Einzelspringen auf der Großschanze geplant.

In Slowenien war zuvor bereits das Mannschaftsfliegen der Männer während des ersten Durchgangs abgebrochen worden. Auch in Planica waren starke und unberechenbare Winde der Grund dafür.

+++++26. März 2021+++++

Karl Geiger fliegt in Planica zum Sieg

Karl Geiger hat den von wechselnden Windbedingungen geprägten Skiflug-Wettkampf im slowenischen Planica gewonnen. Der Oberstdorfer setzte sich am Freitag mit einem Flug auf 232 Meter vor dem Japaner Ryoyu Kobayashi und dem Slowenen Bor Pavlovcic durch. Wegen starken Windes musste der Wettbewerb am Freitag immer wieder unterbrochen werden und wurde nach nur einem Durchgang beendet. Als zweitbester Deutscher belegte Markus Eisenbichler den achten Platz.

Am Mittag war bereits die Qualifikation abgesagt und der Start des Wettbewerbs zweimal verschoben worden. Tags zuvor hatte ein schlimmer Sturz des Norwegers Daniel Andre Tande den Auftakt des Saisonfinales überschattet. Der 27-Jährige war im Probedurchgang heftig auf den Hang aufgeschlagen und anschließend intubiert und mechanisch beatmet worden. Tande befindet sich in Ljubljana im Krankenhaus.

Skispringerin Kramer gewinnt in Russland - Althaus Zwölfte

Im russischen Tschaikowski sprang Althaus 88,5 und 88 Meter. Anna Rupprecht war nach dem ersten Durchgang noch Sechste gewesen. Am Ende reichte es für die 24-Jährige nur zu Rang 14.

Den Sieg sicherte sich souverän die Österreicherin Marita Kramer. Im spannenden Gesamtweltcup eroberte die Japanerin Sara Takanashi durch Tagesrang zwei die Führung von Lokalmatadorin Nika Kriznar, die Dritte wurde.

An diesem Samstag steht für die Springerinnen ein Teamwettkampf auf dem Programm. Am Sonntag hat das Team von Bundestrainer Andreas Bauer dann die letzte Chance, den Coach zum Abschied mit dem ersten Podestplatz des Winters im Weltcup zu bescheren

+++++26. März 2021+++++

Eisenbichler und Geiger fliegen aufs Podium - Sturz von Tande überschattet Wettbewerb

Die deutschen Überflieger Markus Eisenbichler und Karl Geiger landeten zum Auftakt des Skiflug-Spektakels in Planica auf dem Podium, doch das geriet angesichts des Horror-Sturzes von Daniel Andre Tande zur Nebensache. "Man vergisst es immer wieder. Das ist eine Riesen-Schanze. Wenn es einen aufstellt, das ist lebensgefährlich", sagte Geiger bedrückt im Zielraum.

Der 27-jährige Norweger Tande hatte im Probedurchgang die Kontrolle über seine Ski verloren, prallte nach fast 100 Metern mit voller Wucht auf den Hang, schlitterte regungslos in den Auslauf und musste dort sogar reanimiert werden.

"Ich habe es von oben mitgekriegt. Unten haben sie mir gesagt, dass sie noch nicht wissen, ob er überlebt. Dann habe ich ziemlich geschluckt", erzählte Geiger im ZDF: "Er ist so ein netter Kerl. Ich habe mitgelitten, es ist tragisch. Ich hoffe, dass er wieder unter den Lebenden ist und keine bleibenden Schäden davonträgt."

Der erste Wettbewerb bei der Flugshow zum Saisonabschluss auf der legendären "Letalnica", den der Japaner Ryoyu Kobayashi mit Weiten von 235,5 m und 244,5 m souverän gewann, rückte in den Hintergrund. Eisenbichler, der mit einer Knieverletzung nach einem Trainingssturz sprang, wurde Zweiter. Doch wie bei Skiflug-Weltmeister Geiger auf Platz drei war die Freude getrübt.

Eisenbichler habe sich "echt überwinden müssen", überhaupt zu springen. Die gute Leistung mit Flügen auf 232,5 m und 238,5 m sei deshalb nicht selbstverständlich, sagte der Bayer. "Ich habe schon mal schlucken müssen und mir gedacht, fuck, ich bin nicht komplett fit für die große Schanze", erzählte Eisenbichler.

Bundestrainer Stefan Horngacher freute sich über den "sehr guten Erfolg" seiner Mannschaft, wünschte aber auch Tande eine gute Besserung. Der Norweger war nach seinem Sturz mit einem Helikopter nach Ljubljana ins Krankenhaus gebracht worden, der Gesundheitszustand des Team-Olympiasiegers von 2018 sei laut Weltverband FIS allerdings stabil.

"Eine solche Situation ist immer schwierig", sagte der norwegische Nationaltrainer Alexander Stöckl zu NRK: "Wenn du siehst, wie ein Athlet Luft unter die Ski bekommt und sich zu drehen beginnt - dann kannst du nur noch das Beste hoffen."

Auch die Teamkollegen um Gesamtweltcupsieger Halvor Egner Granerud waren geschockt. "Man merkt, dass die Jungs das getroffen hat", sagte der Österreicher Stöckl. Granerud, der Anfang März wegen eines positiven Coronatests mehrere WM-Springen verpasst hatte, war merkbar nicht bei der Sache, landete bei nur 199,5 m und verpasste das Finale.

Team-Weltmeister Pius Paschke als 13. und Constantin Schmid auf Platz 15 rundeten derweil ein starkes Mannschaftsergebnis für den Deutschen Skiverband (DSV) ab. Am Freitag (15.00 Uhr) geht es mit dem zweiten Einzel-Wettkampf weiter, ehe am Samstag (10.00 Uhr) ein Teamwettbewerb auf dem Programm steht. Ein weiteres Einzel-Fliegen am Sonntag (10.00 Uhr/alle ZDF und Eurosport) schließt den langen WM-Winter ab.

+++++10. März 2021+++++

Norwegen zieht Berufung gegen Disqualifikation Kläbos zurück

Der norwegische Skiverband hat seine Berufung gegen die Disqualifizierung von Johannes Kläbo bei der Nordischen Ski-WM in Oberstdorf zurückgezogen. Nach Angaben des Verbandes erfolgte dies auf Wunsch Kläbos. „Ich möchte nicht als zimperlicher Skiläufer wahrgenommen werden“, sagte der 24-Jährige dem norwegischen Rundfunk NRK am Mittwochabend.

Kläbo war der Sieg des Rennens über 50 Kilometer in der klassischen Technik am Sonntag aberkannt worden, weil er im Zieleinlauf den Russen Alexander Bolschunow behindert hatte. Die Goldmedaille war damit an den Norweger Emil Iversen gegangen, der als Zweiter ins Ziel gekommen war. Bolschunow brach im Duell mit Kläbo einen Skistock, er wurde Dritter. Durch die Disqualifikation Kläbos rückte er auf den Silberrang vor. „Ich halte es für falsch, diesen Prozess fortzusetzen“, sagte Kläbo weiter. „Ich möchte positiv denken und dies hinter mir lassen.“

+++++9. März 2021+++++

Norwegen legt Berufung gegen Disqualifikation Kläbos ein

Der norwegische Skiverband will die Disqualifizierung des Skiläufers Johannes Kläbo bei der Nordischen Ski-WM in Oberstdorf am Sonntag nicht hinnehmen. „Wir sind grundsätzlich nicht mit der Disqualifikation einverstanden, weil wir nicht sehen, dass er etwas Verwerfliches getan hat“, sagte Langlaufchef Espen Bjervig dem Norwegischen Rundfunk am Dienstag. Man habe Einspruch eingelegt. Nach Ansicht des norwegischen Skiverbands handelte es sich dabei um einen Rennvorfall.

Kläbo war der Sieg des Rennens über 50 Kilometer in der klassischen Technik aberkannt worden, weil er im Zieleinlauf den Russen Alexander Bolschunow behindert hatte. Die Goldmedaille war damit an den Norweger Emil Iversen gegangen, der als Zweiter ins Ziel gekommen war. Bolschunow brach im Duell mit Kläbo einen Skistock und wurde Dritter. Durch die Disqualifikation Kläbos rückte er auf den Silberrang vor.

+++++7. März 2021+++++

Kläbo disqualifiziert - Gegenprotest läuft

Nach einem umstrittenen Zielsprint beim 50-Kilometer-Rennen der Langläufer ist Norwegens Weltmeister Johannes Kläbo von der Jury disqualifiziert worden. Der 24-Jährige fuhr am Sonntag in der klassischen Technik auf der Zielgeraden neben der Spur und setzte sich auf der Innenbahn gegen den Russen Alexander Bolschunow durch. Kläbo gewann im Anschluss sein viertes Gold bei der WM in Oberstdorf vor Landsmann Emil Iversen und Bolschunow, der nach einem Stockbruch in dem Zweikampf bedient im Zielraum saß. Derzeit läuft allerdings ein Gegenprotest, ein offizielles Ergebnis liegt noch nicht vor.

+++++6. März 2021+++++

Deutschland gewinnt Gold im Skisprung-Teamwettbewerb

Angeführt von Überflieger Karl Geiger haben die deutschen Skispringer zum Abschluss der WM in Oberstdorf überraschend Gold im Teamwettbewerb gewonnen. Der jetzt viermalige Medaillengewinner Geiger, Markus Eisenbichler, Severin Freund und Pius Paschke siegten nach einem zweistündigen Krimi mit 1046,6 Punkten knapp vor Österreich (1035,5) und Polen (1031,2).

"Mein Puls ist hoch. Das war ein Wahnsinnsfinale. Ich bin echt stolz auf meine Jungs", sagte Bundestrainer Stefan Horngacher. Zum insgesamt vierten Mal nach 1999, 2001, und 2019 ging der Titel nach Deutschland.

Geiger führte die DSV-Adler als Schlussspringer noch vom zweiten Rang nach ganz vorne. Für den Lokalmatador, der zuvor schon Gold im Mixed, Silber von der kleinen und Bronze von der großen Schanze geholt hatte, war es beim vierten Start die vierte Medaille. Erstmals seit 2001 in Lahti standen die deutschen Skispringer somit in jedem WM-Wettkampf auf dem Podest.

Besonderen Grund zum Jubeln hatte auch Eisenbichler. Für den Bayern war es der sechste WM-Titel seiner Karriere, mehr Goldmedaillen haben nur die Österreicher Thomas Morgenstern (8) und Wolfgang Loitzl (7) gesammelt.

Topfavorit Norwegen hatte ohne den positiv auf Corona getesteten Halvor Egner Granerud von Beginn an nichts mit der Entscheidung zu tun und landete nur auf Rang sechs. Slowenien mit den drei Prevc-Brüdern Cene, Peter und Domen sowie Anze Lanisek wurde hinter Japan Fünfter.

"Von Platz eins bis sechs ist alles drin", hatte Horngacher kurz vor dem Wettkampf gesagt. Der Auftakt machte direkt Mut: Paschke (Kiefersfelden) sprang auf starke 136,5 m und hielt das DSV-Quartett auf Rang vier in Schlagdistanz zur Spitze. Routinier Freund (Rastbüchl/127,5), Eisenbichler (Siegsdorf/135,0) und Geiger (Oberstdorf/133,5) machten jeweils einen Platz gut und brachten den Titelverteidiger zur Halbzeit knapp vor Österreich in Führung.

Im zweiten Durchgang entwickelte sich ein Krimi: Nach den Sprüngen von Paschke (132,0) und Freund (123,0) fiel Deutschland auf Rang vier zurück. Eisenbichler brachte sein Team mit einem Traumflug auf 138,5 m wieder auf die zweite Position, ehe Geiger mit 136,0 m die Goldmedaille sicherte.

Frenzel und Rießle retten verloren geglaubte Medaille

Mit einer fulminanten Laufleistung haben die deutschen Nordischen Kombinierer ein sportliches Fiasko verhindert und Schadensbegrenzung betrieben. Im Teamsprint mit einem Großschanzensprung und dem Lauf über 2x7,5 Kilometer erreichte das Titelverteidiger-Duo Fabian Rießle und Eric Frenzel am Samstag den dritten Platz. Damit haben die Schützlinge von Bundestrainer Hermann Weinbuch in vier WM-Wettbewerben zwei Medaillen geholt und sind damit hinter den eigenen Erwartungen zurückgeblieben. „Wir wollten ein bisschen mehr haben, das gebe ich zu. Die Trauben hängen aber ziemlich hoch“, sagte Weinbuch im ZDF.

Gold ging an Österreich mit Einzel-Weltmeister Johannes Lamparter und Lukas Greiderer vor den Norwegern Jarl Magnus Riiber und Espen Andersen. Seit 2013 wird bei den Nordischen Ski-Weltmeisterschaften ein Teamsprint ausgetragen. Das deutsche Duo, zu dem bei allen Auflagen stets Rekord-Weltmeister Frenzel gehörte, war dabei immer auf dem Podest. Frenzel und Rießle hatten 2019 in Seefeld in Tirol noch den WM-Titel in dieser Disziplin gewonnen.

Nach Platz vier und einem deutlichen Rückstand im Springen in der Morgensonne hatte beim deutschen Team noch Ernüchterung geherrscht. „Wir haben uns natürlich schon etwas anderes erwartet. Wenn wir gut gesprungen wären, wären wir eine halbe Minute weiter vorn“, sagte Chefcoach Weinbuch, der die akuten Sprungprobleme auch mit dem neuen Co-Trainer Heinz Kuttin nicht ausräumen konnte. Die Medaillenränge seien „in weiter Ferne“, aber man werde versuchen, „das Unmögliche noch zu holen“, erklärte der 60-Jährige. Das gelang.

In der Loipe befolgten Rießle und Frenzel das von Weinbuch ausgegebene Motto („Es gibt nur die Flucht nach vorne. Wir müssen sehr viel riskieren“). Auf den 1,5 Kilometer langen Runden wurde der Vorsprung des führenden Trios nur zunächst nicht geringer. Doch irgendwann ließen die Japaner immer mehr nach. Die Entscheidung fiel erst in der Schlussrunde zwischen Frenzel und Watabe, der deutsche Rekord-Champ setzte sich im Sprint durch.

Die Wettbewerbe in der aus dem Training bestens bekannten Allgäuer Heimat enden für die Kombinierer, die bei vergangenen Großereignissen oft ein Abo auf Gold hatten, dennoch mit der schlechtesten WM-Ausbeute seit 1999, als es gar keine deutsche Medaille in dieser Sparte gab.

Im Teamwettbewerb, in dem eine Medaille absolut Pflicht war, gab es zwar Silber, aber gegen die überragenden Norweger reichte es wie im Teamsprint nicht. Vier Jahre nach dem Vierfachtriumph von Johannes Rydzek in Lahti ist der Norweger Riiber nun auch bei Großevents der stärkste Kombinierer. Auch Lamparter holte zweimal Gold. Die beiden Oberstdorfer Rydzek und Vinzenz Geiger, im Gesamtweltcup immerhin Zweiter, hatten sich mit großen Sprungschwächen für den Teamsprint erst gar nicht empfohlen.

Johaug holt viertes Gold mit Rekordvorsprung

Therese Johaug hat sich mit einer historischen Vorstellung zur WM-Königin von Oberstdorf gekrönt und bei ihrem vierten Start bei den Nordischen Titelkämpfen im Allgäu das vierte Skilanglauf-Gold gesichert. Die 32 Jahre alte Norwegerin gewann am Samstag bei Kaiserwetter in der letzten Frauen-Entscheidung den Klassik-"Marathon" über 30 km und gewann ihren insgesamt 14. WM-Titel. Mehr hat nur Marit Björgen (ebenfalls Norwegen/18) erreicht.

Johaugs Vorsprung von 2:34,2 Minuten auf ihre Landsfrau Heidi Weng nach einer Laufzeit von 1:24:56,3 Stunden war der größte der Weltmeisterschafts-Geschichte in einem Frauen-Rennen. 1964 hatte die sowjetische Staffel mit 2:06,8 Minuten Vorsprung vor Schweden gewonnen. Bronze ging am Samstag an die Schwedin Frida Karlsson (+2:34,8).

Beste Deutsche war in ihrem ersten großen 30-km-Rennen die Oberstdorferin Laura Gimmler als Zehnte (+4:08,6). Katharina Hennig (Oberwiesenthal), die bis zur Hälfte des Rennens auf Medaillenkurs gelegen hatte, wurde noch auf Platz 18 (+5:17,0) durchgereicht.

+++++5. März 2021+++++

Geiger holt Bronze von der Großschanze - Eisenbichler stürzt

Karl Geiger brüllte seine ganze Freude raus, sein gestürzter Kumpel Markus Eisenbichler jubelte leidenschaftlich mit. Der Allgäuer Großereignisspezialist hat im dichten Flockenwirbel von Oberstdorf den nächsten Skisprung-Coup gelandet und Bronze auf der Großschanze geholt. Geiger (132 und 132 Meter) sprang in einem packenden zweiten Durchgang am Freitag noch auf den Medaillenrang vor und musste sich dem neuen Weltmeister Stefan Kraft (Österreich) und Robert Johansson aus Norwegen geschlagen geben. „Ich habe noch nie einen solchen Athleten trainieren dürfen. Unglaublicher Athlet“, lobte Bundestrainer Stefan Horngacher im ZDF. „Hut ab!“

Für den 27 Jahre alten Kraft (132,5 und 134 Meter), der schon 2014 und 2016 die Tournee-Springen in Oberstdorf gewonnen hatte, ist es die Rückkehr auf den WM-Gipfel, nachdem ihm in der laufenden Saison eine Corona-Infektion und Rückenschmerzen zu schaffen machten. Titelverteidiger Eisenbichler (122,5 und 134 Meter) kam nach einem schwachen Sprung und einem Sturz nicht über Rang 17 hinaus. „Scheiße“, rief er lautstark. Später feierte er schon wieder mit Geiger: „Megageil, dass der Karl 'ne Medaille macht!“

Für Geiger, den Bachelor of Engineering in Energie- und Umwelttechnik, ist es der nächste große Coup in einer völlig irren Saison. Geiger hatte in der Anfangsphase der Saison eine Pause eingelegt, um zu seiner hochschwangeren Frau nach Hause zu reisen. Doch weil das Baby noch nicht kam, reiste Geiger zur Skiflug-WM nach Planica und war wenige Tage später Goldgewinner in dieser Disziplin.

Gerade aus Slowenien zurückgekehrt kam dann Tochter Luisa zur Welt, doch das war nur der Anfang von Geigers Winter-Achterbahn. Der Allgäuer wurde noch in der gleichen Woche positiv auf das Coronavirus getestet und musste sich über Weihnachten in Isolation begeben. Pünktlich zum Wettbewerb am heimischen Schattenberg kehrte er zurück und gewann sofort das Auftaktspringen der Vierschanzentournee.

Nachdem Geiger schon vor zwei Jahren im WM-Großschanzeneinzel Silber geholt hatte, bestätigte er die starke Leistung am Freitag mit Rang drei in Oberstdorf. Es ist nach Gold im Mixed und Silber im Einzel bereits Geigers dritte Medaille bei den Titelkämpfen. Für den Vorzeigeathleten erfüllen sich gerade ausgerechnet in seinem kleinen Heimatort jede Menge sportliche Kindheitsträume.

Nach Gold für den Polen Piotr Zyla (Normalschanze) und Kraft (Großschanze) steht am Samstag (17.00 Uhr/ZDF und Eurosport) noch das abschließende Teamspringen auf der Großschanze an. Mit den beiden Top-Athleten Eisenbichler und Geiger zählt das deutsche Team bei der angepeilten Titelverteidigung zu den Favoriten. Auch Polen, die geschwächten Norweger und Österreich gelten als heiße Anwärter auf Medaillen. Nach der WM gibt es an zwei Wochenenden keine Wettbewerbe, bevor im slowenischen Planica mit vier Flugwettbewerben der große Saisonabschluss ansteht.

+++++5. März 2021+++++

Norwegens Langlauf-Staffel setzt Gold-Serie fort - DSV-Quartett ohne Chance

Norwegens Skilangläufer haben bei der WM in Oberstdorf zum elften Mal in Folge Gold in der 4x10-km-Staffel gewonnen. Das Quartett um Topstar Johannes Hösflot Kläbo setzte sich bei starkem Schneefall nach 1:52:39,0 Stunden knapp vor Russland (+12,0 Sekunden) und Frankreich (+1:12,6 Minuten) durch. Das deutsche Team mit Jonas Dobler, Janosch Brugger, Lucas Bögl und Friedrich Moch wurde Siebter, 2017 und 2019 hatte es noch zum sechsten Platz gereicht.

"Wir wollten in der Gruppe um Rang drei mitlaufen, dieses Ziel haben wir klar verfehlt", sagte Bögl. Auch Brugger, der an Position zwei laufend viel Zeit verlor, zeigte sich enttäuscht: "Ich hätte die Mannschaft gerne im Rennen um die Medaillen gehalten. Bei mir lag es definitiv nicht nur am Material."

Für Norwegens Schlussläufer Kläbo war es das dritte WM-Gold der Titelkämpfe und das sechste seiner Karriere. Der 24-Jährige hängte 400 Meter vor dem Ziel den Russen Alexander Bolschunow entscheidend ab. Mit der 25. Medaille der Titelkämpfe in Oberstdorf stellte Norwegen schon jetzt den eigenen WM-Rekord aus dem Jahr 2019 ein.

Die deutsche Männer-Staffel, die 2011 in Oslo mit Bronze die bislang letzte deutsche WM-Medaille im Langlaufbereich geholt hatte, begann gut: Dobler (Traunstein) hielt sich im Hauptfeld und übergab an Position fünf an Brugger (Schluchsee), der jedoch die Top-Nationen ziehen lassen musste. Bögl (Gaißach) und Moch (Isny) retteten zumindest Rang sieben (+2:37,9 Minuten).

Die Norweger Paal Goldberg, Emil Iversen, Hans Christer Holund und Kläbo setzten derweil eine famose Serie fort. Bei den vergangenen 16 Weltmeisterschaften seit 1991 holte der Norge-Vierer 15-mal Gold. Nur 1999 gewann Österreich, später geriet ein Teil der Staffel allerdings in Dopingverruf.

+++++5. März 2021+++++

„Die anderen müssen mich jagen“ – Eisenbichler vor Showdown ganz ruhig

Entspannt zur Titelverteidigung? Markus Eisenbichler lässt sich vor dem Großschanzeneinzel bei der WM in Oberstdorf nicht unter Druck setzen. „Ich habe überhaupt keinen Stress, die anderen müssen mich jagen“, sagte der 29-Jährige nach Platz drei in der Skisprung-Qualifikation am Donnerstagabend und klopfte auf sein Leibchen mit der Aufschrift „World Champion 2019“. Der Bayer hatte vor zwei Jahren bei der WM in Tirol vor seinem Kumpel Karl Geiger Gold gewonnen.

Aktuell denke er fast gar nicht mehr an den großen Triumph am Bergisel in Innsbruck, sagte „Eisei“ und ergänzte: „Wenn ich es mir nochmal anschaue, dann kommen die Gefühle wieder hoch. Aber ich lebe im Hier und Jetzt.“

Geiger, der in Oberstdorf bereits Silber von der Normalschanze sowie Gold im Mixed-Team mit Eisenbichler, Katharina Althaus und Anna Rupprecht gewonnen hatte, sieht das ähnlich. „Innsbruck ist zwei Jahre her, ich erinnere mich gerne zurück, aber morgen ist ein komplett neuer Tag“, sagte er. „Was vor zwei Jahren war, davon kann ich mir morgen nix mehr kaufen.“

Der 28-Jährige bezeichnete den coronabedingten Ausfall des Saison-Dominators und Gesamtweltcupsiegers Halvor Egner Granerud aus Norwegen als „für ihn extrem bitter“. Geiger selbst war in dieser Saison bereits wegen eines positiven Coronatests ausgefallen und gerade noch rechtzeitig zur Vierschanzentournee aus der Quarantäne zurückgekehrt.

Eine Rückkehr der anderen Art feiert am Freitag (17.00 Uhr/ZDF und Eurosport) Severin Freund. Der 32-Jährige bestreitet seinen ersten WM-Wettkampf seit den Titelkämpfen im schwedischen Falun 2015. Damals hatte Freund zweimal Gold und einmal Silber gewonnen. In den vergangenen Jahren hatten den einstigen Vorzeigespringer mehrere Verletzungen weit zurückgeworfen. „Mir bedeutet es echt viel“, sagte Freund zu seinem Comeback. „In dem Team hätten es mir im Sommer nicht viele zugetraut. Es ist eine ziemlich beachtliche Leistung, deshalb freut es mich sehr.“

+++++4. März 2021+++++

Schanzen-Desaster für Kombinierer

Den deutschen Nordischen Kombinierern droht bei der Heim-WM ein Fiasko. Titelverteidiger Eric Frenzel, Fabian Rießle und ihre Teamkollegen waren im Kampf um die Medaillen in Oberstdorf beim Gold-Triumph des Österreichers Johannes Lamparter chancenlos. Seit dem ersten WM-Einzel von der Großschanze im Jahr 2001 hatten es die deutschen Sportler in dem Wettkampf immer auf das Podest geschafft - bis zu diesem Donnerstag. Frenzel belegte als Bester aus dem Team von Bundestrainer Hermann Weinbuch den vierten Platz. Silber gewann Jarl Magnus Riiber aus Norwegen, Bronze holte der Japaner Akito Watabe.

„Es ist für uns enttäuschend, wir haben uns mehr ausgerechnet“, hatte Weinbuch bereits nach dem Skispringen am Vormittag gesagt. Als bester deutscher Springer war Rießle auf Rang zehn gelandet. Sein Rückstand auf den führenden Lamparter betrug 1:55 Minuten, die Podestplätze waren 1:18 Minuten weg. Frenzel lag 2:14 Minuten hinter der Spitze. „Für die Medaillenränge ist der Zug abgefahren“, stellte Weinbuch fest - er sollte recht behalten.

Auf der Zehn-Kilometer-Strecke machten Rießle und Frenzel früh einige Plätze gut. Die Lücke zu den drei Führenden war jedoch viel zu groß. Mehr als Rang vier für Frenzel und fünf für Rießle waren nicht drin.

Für Riiber war es im dritten WM-Rennen bereits die dritte Medaille. Den Vierfach-Triumph von Johannes Rydzek vor vier Jahren in Finnland kann der Saison-Überflieger aber nach nun zweimal Gold und einmal Silber nicht mehr schaffen. Die beiden Lokalmatadoren Vinzenz Geiger und Rydzek enttäuschten mit den Plätzen 15 und 17, Manuel Faißt belegte den 19. Rang.

Die Leistung auf der Schanze bleibt bei den Deutschen das große Problem. Auf der Langlaufstrecke kann das Weinbuch-Team immer wieder auftrumpfen, oft ist der Abstand nach ganz vorne dann aber schon zu groß. „Es ist hart, mit so einem Rückstand ins Rennen gehen zu müssen“, sagte Frenzel. „Leider läuft es nicht zu 100 Prozent zusammen bei den Sprüngen.“

Bei den vergangenen drei Weltmeisterschaften hatte es für die Kombinierer immer mindestens zwei Goldmedaillen gegeben, vor vier Jahren in Lahti sogar gleich vier. Solche Bilanzen sind nun ausgerechnet im Allgäu weit weg. Im Team hatten Terence Weber, Rießle, Frenzel und Geiger zwar den beachtlichen zweiten Platz belegt, gegen Norwegen waren die erfolgsverwöhnten deutschen Kombinierer aber chancenlos gewesen.

Eine weitere Medaillenchance haben die deutschen Kombinierer noch. Am Samstag sind sie im Teamsprint (10.00 und 15.00 Uhr/ZDF) Titelverteidiger. In Seefeld hatten Frenzel und Rießle 2019 Gold geholt.

Eisenbichler Dritter in der Qualifikation - Kraft am stärksten

 Markus Eisenbichler hat das Projekt Titelverteidigung bei der Nordischen Ski-WM in Oberstdorf mit einem starken dritten Platz in der Qualifikation auf der Großschanze eingeläutet. Der Weltmeister von Innsbruck 2019 kam am Donnerstagabend auf 127,5 m (140,8) und machte wie im Training einen starken Eindruck.

Vor dem 29-Jährigen aus Siegsdorf zogen Ex-Weltmeister Stefan Kraft als Qualifikations-Sieger mit 127,0 m (143,5 Punkte) bei kürzerem Anlauf und der Norweger Johan Andre Forfang (133,5 m/142,2 Punkte) in die Medaillen-Entscheidung am Freitag (17.00 Uhr/ZDF und Eurosport) ein.

Karl Geiger, bei den Titelkämpfen in seiner Heimat schon mit Gold im Mixed und Silber im Normalschanzen-Einzel dekoriert, hatte als Zwölfter mit 125,0 m (133,9 Punkte) noch einigen Rückstand auf die Spitze. 2019 hatte der 28-Jährige hinter Eisenbichler Großschanzen-Silber geholt.

Ex-Weltmeister Severin Freund (Rastbüchl) kam bei seinem ersten WM-Einsatz seit sechs Jahren mit einem soliden Sprung und 122,5 m (127,0 Punkte) auf Rang 19. "Es macht Spaß, mal wieder einen Wettkampf bei einer Weltmeisterschaft zu springen - ist ja ein bisschen her", sagte der 32-Jährige.

Pius Paschke (Kiefersfelden) hatte noch deutlich Luft nach oben und belegte mit 120,5 m (121,6) Platz 22. Schlechtester der fünf Deutschen war WM-Debütant Martin Hamann (Aue), der sich wie Freund am Mittwoch in der teaminternen Ausscheidung gegen Constantin Schmid (Oberaudorf) durchgesetzt hatte, als 27. mit 119,5 m.

Da Eisenbichler als Titelverteidiger ein persönliches Startrecht hat, durfte Bundestrainer Stefan Horngacher vier weitere Springer nominieren.

Frauen-Staffel mit starkem fünften Platz - Johaug führt Norwegen zu Gold

Die deutschen Skilangläuferinnen haben in der WM-Staffel von Oberstdorf nach großem Kampf eine Überraschungs-Medaille nur knapp verpasst. Beim souveränen Sieg der Norwegerinnen um die nun 13-fache Weltmeisterin Therese Johaug über 4x5 km kam das DSV-Quartett mit Schlussläuferin Victoria Carl auf einen starken fünften Platz. Vor zwei Jahren in Seefeld war die deutsche Staffel Vierte geworden.

Die deutsche Staffel mit der Sprint-WM-Zehnten Laura Gimmler (Oberstdorf), der etatmäßigen Topläuferin Katharina Hennig (Oberwiesenthal), Pia Fink (Bremelau) und Carl (Zella-Mehlis) hatte bis in die Schlussphase noch eine Bronzechance. Im Ziel lag das Quartett 1:06,4 Minuten hinter den Norwegerinnen, die vor der russischen Mannschaft (+26,6 Sekunden) und Finnland (+46,2) ihren fünften Titel bei den jüngsten sechs Weltmeisterschaften einfuhren.

Die eigentlich sogar stärker eingeschätzten Titelverteidigerinnen aus Schweden kamen nicht über Platz sechs (+2:00,0 Minuten) hinaus, weil Olympiasiegerin Charlotte Kalla an Position zwei völlig einbrach und auf ihren fünf Kilometern fast anderthalb Minuten verlor.

2009 hatte eine deutsche Frauenstaffel um Evi Sachenbacher-Stehle und Miriam Gössner (heutige Neureuther) mit Silber in Liberec die letzte Medaille geholt. Zuvor war Edelmetall eher die Regel als die Ausnahme gewesen, Höhepunkte waren Olympia-Gold 2002 und der WM-Titel 2003. Nach Liberec gab es immerhin noch Olympia-Bronze 2014 in Sotschi.

Skispringerinnen von WM-Ausbeute enttäuscht

Die Enttäuschung war Katharina Althaus deutlich anzumerken. Deutschlands Vorzeige-Skispringerin war mit ihrer eigenen Leistung nach Platz zwölf bei der WM-Premiere der Frauen auf der Großschanze alles andere als zufrieden, zog aber trotzdem ein positives Gesamtfazit ihrer ganz besonderen Heim-Weltmeisterschaft. „Ich fand, es war trotzdem eine coole WM“, sagte die Lokalmatadorin aus Oberstdorf am Mittwochabend. „Gerade meine Medaille hätte ich nicht erwartet. Es war einfach eine andere, bissl verrücktere WM.“

In den Einzelwettbewerben und auch mit dem Frauen-Team erreichte die 24-Jährige nicht, was sie sich vorgenommen hatte. Von der Normalschanze belegte Althaus Rang zehn, mit der Frauen-Mannschaft reichte es nur zu Platz fünf. Erstmals seit 2013 gab es bei einer WM keine Medaille für Deutschland in den reinen Frauenwettbewerben. Dafür freute sich Althaus gemeinsam mit Anna Rupprecht, Karl Geiger und Markus Eisenbichler über die überraschende Goldmedaille im Mixed.

„Das überstrahlt natürlich vieles“, sagte Bundestrainer Andreas Bauer, während hinter ihm Siegerin Maren Lundby aus Norwegen sowie Sara Takanashi aus Japan (Silber) und die Slowenin Nika Kriznar (Bronze) mit lauter Musik gefeiert wurden. Der Erfolg im Mixed dürfe jedoch nicht dazu führen, dass die Analyse leide, sagte er. Mit Blick auf das Gesamtfazit sagte Bauer: „Generell muss ich sagen, ist es für uns zu wenig. Wir wollen natürlich als Mannschaft weiter nach vorne.“ Sein Anspruch sei es, „dass wir um die Medaillen mitspringen“.

Bauers Athletinnen haben nun erst einmal eine Wettkampfpause. Weil die Raw-Air-Tour mit drei Stationen in Norwegen coronabedingt ausfällt, ist der nächste Weltcup erst am 20. März in Russland geplant. Althaus will dann „nochmal Vollgas geben“. Bevor sie sich darauf konzentriert, braucht sie nach den aufregenden WM-Tagen aber etwas Abstand. „Erstmal runterkommen und alles analysieren“, beschrieb Althaus ihren Plan.

Bauer hört als Skisprung-Bundestrainer der Frauen auf

Andreas Bauer hört zum Saisonende als Skisprung-Bundestrainer der Frauen auf. Dies teilte der 57-Jährige am Donnerstagmorgen in einer Medienrunde mit. „Ich bin schon seit längerer Zeit zu dem Entschluss gekommen, dass die Heim-WM in Oberstdorf nochmal das Highlight für mich wäre. Dass ich bis dahin gerne bereit bin, weiterzumachen. Zum Saisonende werde ich mein Amt niederlegen“, sagte Bauer einen Tag nach Beendigung der WM-Wettkämpfe der Frauen in Oberstdorf. Der ehemalige Athlet betreute die Skispringerinnen seit der ersten Weltcup-Saison 2011/2012 und begleitete als Chefcoach mehrere WM-Titel und Olympia-Medaillen.

+++++3. März 2021+++++

Norwegerin Lundby erste Skisprung-Weltmeisterin von der Großschanze

Ein paar Tage nach der Riesenüberraschung im Mixed-Team ist ein weiterer deutscher Skisprung-Coup bei der WM in Oberstdorf ausgeblieben. Angeführt von Juliane Seyfarth und Lokalmatadorin Katharina Althaus holte das deutsche Team am Mittwoch bei der so sehr ersehnten Premiere zwar ein ordentliches Teamresultat, hatte mit der Vergabe der Medaillen aber nichts zu tun. Seyfarth (118 und 123 Meter) belegte Rang 10, auch Althaus (12.), Anna Rupprecht (15.) und Luisa Görlich (19.) schafften es ohne Mühe in den zweiten Durchgang, konnten auf der Anlage am Schattenberg aber nicht mit den allerbesten Frauen der Welt mithalten.

Erste Weltmeisterin wurde stattdessen Maren Lundby. Die 26 Jahre alte Norwegerin gewann nach Sprüngen auf 128 und 130,5 Meter - damit lag sie rund 54 Punkte vor der besten Deutschen, was umgerechnet etwa 30 Meter sind. „Ich werde feiern, aber momentan bin ich noch sprachlos“, sagte Lundby im ZDF. Silber sicherte sich Sara Takanashi aus Japan (126 und 134 Meter), Bronze ging an Nika Kriznar aus Slowenien (126 und 129 Meter).

Für Deutschland gibt es damit erstmals seit 2013 keine Medaille in den reinen Frauenwettbewerben. 2015 und 2017 hatte sich Carina Vogt zur Einzel-Weltmeisterin gekrönt, bevor es 2019 Einzel-Silber für Althaus sowie Gold im Mannschaftsspringen gab. Die Resultate bei den Frauen waren bei der Heim-WM enttäuschend. Schon im Einzel war Althaus nicht über Rang zehn hinausgekommen, auch Rang fünf bei der Team-Titelverteidigung entsprach nicht den Erwartungen.

Doch abseits des Resultats waren die Skispringerinnen erfreut, erstmals ein WM-Springen auf der Großschanze absolvieren zu können. „Ich konnte leider keine guten Sprünge zeigen. Trotzdem war es ein guter und ein ganz wichtiger Wettkampf fürs Damen-Skispringen“, sagte Althaus.

Rupprecht gefiel vor allem das Niveau des Springens, bei dem es vor allem am Ende große Weiten gab. „Was die Mädels hier hinten raus machen: Großes Kino. Finde ich total toll, wie sie unseren Sport in Szene setzen“, sagte die 24-Jährige. Sie hoffe, „dass die Leute draußen sehen, dass hier echt gutes Niveau herrscht und dass sie uns nicht mehr so belächeln“.

Norwegens Skilangläufer feiern Dreifachsieg - Topfavorit Bolschunow geschlagen

Angeführt von Hans Christer Holund haben Norwegens Skilangläufer bei der WM in Oberstdorf einen Dreifachsieg im Freistilrennen über 15 km gefeiert. Holund holte die zweite Goldmedaille seiner Karriere vor seinen Teamkollegen Simen Hegstad Krüger und Youngster Harald Östberg Amundsen. Bester Deutscher war Jonas Dobler (Traunstein) auf Rang 23.

"Wir sind schon ein bisschen enttäuscht", sagte Bundestrainer Peter Schlickenrieder, der in Youngster Friedrich Moch (20/Isny) seinen zweitbesten Akteur hatte: "Bei Friedrich hatten wir sogar auf ein Top-10-Ergebnis gehofft. Aber er ist sehr scharf angegangen und hat dem Tribut gezollt. Aber ich fand gut, dass er Risiko gegangen ist."

Holund, der 2019 in Seefeld Weltmeister im "Marathon" über 50 km geworden war, hatte nach 33:48,7 Minuten einen Vorsprung von 20,2 Sekunden auf Krüger. Topfavorit Alexander Bolschunow aus Russland, der vier Tage zuvor im Skiathlon noch vor fünf Norwegern zu Gold gestürmt war, musste sich diesmal mit Rang vier begnügen.

Dobler hatte im Ziel fast zwei Minuten Rückstand auf die Spitze, 4,2 Sekunden hinter ihm landete der in seinem ersten WM-Einzelrennen schnell angegangene Moch. Florian Notz (Römerstein) und Lucas Bögl (Gaißach) folgten auf den Positionen 26 und 28. "Diese beiden sind 10, 15 Plätze zu weit hinten gelandet", sagte Schlickenrieder.

Titelverteidiger Martin Johnsrud Sundby (36), der zuletzt nicht mehr zum norwegischen Weltcup-Team gehörte hatte und nur dank seines persönlichen Startrechts als Weltmeister teilnahm, wurde im wohl letzten WM-Rennen seiner Karriere Siebter. Olympiasieger Dario Cologna (Schweiz) belegte in Abwesenheit von Topstar Johannes Hösflot Kläbo (Norwegen), der sich auf seine Einsätze in der Staffel und über 50 km vorbereitet, den 13. Rang.

+++++3. März 2021+++++

Italien zieht gesamtes Team nach Coronafällen zurück

Italien hat nach erneuten Coronafällen sein komplettes Team von der Nordischen Ski-WM in Oberstdorf zurückgezogen. Dies teilte der nationale Verband FISI am Mittwochmorgen mit. Die Entscheidung sei gefallen, um die Gesundheit der Athleten zu schützen und zugleich eine sichere Fortsetzung der WM zu erlauben.

Nachdem am Samstag zwei Coronafälle in Italiens Skisprung-Team bekannt geworden waren, bestätigte der Weltverband FIS am Mittwochmorgen zwei weitere positive Tests bei Mitgliedern der italienischen Delegation, die allerdings keinen Zugang zu den Wettkampfstätten hatten.

Bislang sind rund 15.000 Tests im Umfeld der WM vorgenommen worden, rund zehn davon fielen positiv aus. Einziger namentlich bestätigter Coronafall ist jener von Norwegens Skisprungstar Halvor Egner Granerud.

„Ein Jammer“: Corona-Aus für Granerud

Norwegens Skisprungstar Halvor Egner Granerud ist der erste prominente Coronafall in Oberstdorf. Für den Topfavoriten endet die WM in der Isolation.

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+++++2. März 2021+++++

Skispringerin Kramer gewinnt Quali - Althaus auf Rang vier

Marita Kramer hat die Qualifikation zur WM-Premiere der Skispringerinnen auf der Großschanze gewonnen. Die 19 Jahre alte Österreicherin sprang am Dienstagabend in Oberstdorf 137,5 Meter weit und verwies damit Ema Klinec aus Slowenien und die Japanerin Sara Takanashi auf die Plätze zwei und drei. Als beste Deutsche belegte Katharina Althaus den vierten Rang. Die 24 Jahre alte Allgäuerin hatte am Sonntag die Goldmedaille mit dem Mixed-Team gewonnen. Aus der Mannschaft von Bundestrainer Andreas Bauer hat sie die besten Chancen auf eine Medaille im Wettbewerb an diesem Mittwoch (17.15 Uhr/ZDF und Eurosport).

In Anna Rupprecht, Luisa Görlich und Juliane Seyfarth qualifizierten sich auch die anderen drei deutschen Starterinnen für den Wettkampf. Deutschlands erfolgreichste Springerin Carina Vogt war wegen anhaltender Formschwäche nach großen Verletzungsproblemen nicht nominiert worden.

Johaug gewinnt zwölftes Gold – Carl auf Platz 14

Norwegens Skilanglauf-Königin Therese Johaug (32) hat bei der WM in Oberstdorf mit einer Machtdemonstration auch das Freistil-Rennen über 10 km gewonnen. Die Titelverteidigerin siegte im Einzelstart wie schon drei Tage zuvor im Skiathlon vor den Schwedinnen Frida Karlsson und Ebba Andersson. Als beste Deutsche belegte Victoria Carl (Zella-Mehlis) den 14. Platz.

Johaug, der sich in Oberstdorf noch zwei weitere Gold-Chancen bieten, hatte bei frühlingshaftem Wetter im Ziel nach 23:09,8 Minuten einen deutlichen Vorsprung von 54,2 Sekunden auf Karlsson. Carl folgte mit einem Rückstand von 1:54,5 Minuten, zweitbeste Deutsche war Pia Fink (Bremelau/+2:19,0) auf dem 20. Rang.

"Das war heute deutlich besser. Wir sind zusammengerückt, der Bann ist gebrochen", sagte Bundestrainer Peter Schlickenrieder nach zuletzt unglückliche Vorstellungen. Auch Carl, im Teamsprint an der Seite von Sofie Krehl (Oberstdorf) nur Neunte, war diesmal zufrieden: "Meine Ski waren heute absolut genial. Ich denke, damit habe ich mir meinen Staffelplatz mehr als verdient."

Für Johaug war es der zwölfte WM-Titel ihrer Karriere. Mehr Goldmedaillen bei Nordischen Ski-Weltmeisterschaften haben nur ihre ehemalige Teamkollegin Marit Björgen (18), die Russin Jelena Wälbe (14) und der Norweger Petter Northug (13) gesammelt, alle im Langlauf. "Therese erstaunt mich jedes Mal wieder. Ich wüsste gerne, was sie anders macht als wir, damit wir das vielleicht auch mal ändern können. Das ist schon sehr bemerkenswert", sagte Fink.

Bei ihrer siebten WM-Teilnahme seit 2007 - 2017 in Lahti hatte sie wegen einer Sperre nach einem positiven Test auf das Steroid Clostebol gefehlt - gelang Johaug zudem als erster Läuferin seit der Tschechin Katerina Neumannova 2007 die erfolgreiche Titelverteidigung über 10 km.

Skispringer Severin Freund fiebert erstem WM-Start entgegen

Severin Freund feuerte Karl Geiger an, er jubelte mit dem Gold-Quartett im Mixed, doch jetzt hat er genug von seiner Rolle als Edelfan. "Jetzt kommt die große Schanze, und die ist für mich ein bisschen einfacher", sagt der Skisprung-Weltmeister von 2015, der die Heim-WM in Oberstdorf bislang nur als Zuschauer erlebt hat. Zwar ist schon die Teilnahme ein Erfolg für den 32-Jährigen, in den Ergebnislisten auftauchen würde er dennoch ganz gerne.

Seine bisherige Nebenrolle sei "natürlich nicht die schönste Situation" für ihn gewesen, sagte Freund am Ruhetag der Titelkämpfe im Allgäu. Immerhin habe er dort, wo er 2015 das Oberstdorfer Tourneespringen gewann, ein wenig "die Atmosphäre einer WM" aufsaugen können. Für die Teilnahme hatte er sich schließlich nach zwei Kreuzbandrissen monatelang gequält. "Oberstdorf war ein sehr großes Ziel von mir", sagt Freund.

Auf der kleinen Schanze erhielt dennoch Constantin Schmid den Vortritt. "Verdient", wie Freund betont. Doch weil Stefan Horngacher für das Einzel vom großen Bakken dank Titelverteidiger Markus Eisenbichler fünf Startplätze zu Verfügung stehen, darf Freund hoffen. Am Mittwoch muss der Bundestrainer sein Team für die Qualifikation nominieren, aus dem Trio Freund, Schmid und Martin Hamann muss nur einer zuschauen.

In die Medaillenränge, so wie bei seinem Triumph 2015 in Falun, wird Freund es aber kaum schaffen. "Severin kämpft wie ein Löwe. Ein paarmal hatte ich das Gefühl, dass er die Kurve kriegt. Ich würde es ihm wünschen", sagt Werner Schuster im SID-Gespräch. Den ehemaligen Bundestrainer und Freund verbindet eine lange Geschichte. Es war der junge Freund, der 2011 für den ersten Weltcupsieg der so erfolgreichen Ära Schuster sorgte.

Dennoch hat auch Schuster Zweifel. "Man sieht Severin die Strapazen schon ein bisschen an. Er ist lange dabei, und was er macht, macht er mit 110 Prozent. Er hat inzwischen auch Familie. Vielleicht motiviert ihn das Ziel Olympia noch einmal", sagt der Österreicher. Freund selbst sagt, er denke erst einmal an die Skiflug-WM 2022 in Vikersund. Dort, wo er 2012 unerwartet Team-Silber gewann.

Zum alten Eisen, das machte Freund in Oberstdorf klar, zählt er sich noch lange nicht. Während seiner Abwesenheit habe sich im Skispringen zwar viel getan, und dies habe ihn "schon ein bisschen überrascht". Dem athletischen Stil der jungen Garde könnten alten Hasen wie er aber ihre Erfahrung entgegen setzen.

Der Pole Piotr Zyla, mit 34 Jahren gerade zum ältesten Skisprung-Weltmeister der Geschichte geworden, sei da durchaus ein Vorbild. "Es ist möglich, auch im höheren Alter ganz vorne mitzuspringen", sagt Freund: "Der Piotr hat es vorgemacht."

+++++28. Februar 2021+++++

Kombinierer gewinnen Silber in der Staffel

Die deutschen Nordischen Kombinierer haben bei der Heim-WM in Oberstdorf die Silbermedaille im Team-Wettbewerb gewonnen. Terence Weber, Fabian Rießle, Eric Frenzel und Vinzenz Geiger mussten sich am Sonntag nur den überragenden Norwegern geschlagen geben. Bronze ging an Österreich. Vor zwei Jahren in Seefeld hatten die Schützlinge von Bundestrainer Hermann Weinbuch ebenfalls Silber hinter Norwegen geholt.

Bei strahlendem Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen hatten Rießle, Weber, Geiger und Frenzel im Skispringen von der Normalschanze am Vormittag den Grundstein für den Podestplatz gelegt. Die beim Springen längst nicht immer überzeugenden Deutschen erwischten punktgenau zum Saisonhöhepunkt einen starken Tag. Vor allem Rekord-Weltmeister Frenzel gelang mit einem Satz auf 107 Meter ein hervorragender Sprung. Jubelnd riss er den Arm im Auslauf nach oben. „Der war flüssig, der lief wie an der Schnur gezogen“, kommentierte er zufrieden. Zum achten WM-Titel der Karriere reichte es für den 32-Jährigen am Ende nicht ganz.

Mit 25 Sekunden Rückstand auf die führenden Österreicher war Weber als erster Deutscher und insgesamt Zweiter in das 4x5 Kilometer lange Langlaufrennen gegangen. Auf der Strecke musste er die Norweger und Japaner vorbeiziehen lassen. Mit rund 40 Sekunden Rückstand auf Platz eins übergab er an Rießle. Der Breisgauer überholte Japan und schickte Frenzel als Dritten auf die anspruchsvolle Strecke. Der Routinier hängte die Österreicher ab und sicherte Platz zwei. Schlussläufer Geiger ließ sich das nicht mehr nehmen, der Lokalmatador konnte den norwegischen Überflieger Jarl Magnus Riiber an der Spitze aber nicht mehr gefährden. Der Rückstand betrug am Ende 42,7 Sekunden.

Für Geiger war es nach Silber mit der Mannschaft vor zwei Jahren die zweite WM-Medaille. Weber durfte sich erstmals über Edelmetall bei einer Weltmeisterschaft im Herrenbereich freuen. Der 24-Jährige war für den zweifachen Olympiasieger Johannes Rydzek ins Team gerückt, dem in seiner Heimat wegen anhaltender Formschwäche nur die Zuschauerrolle blieb. „Es ist sehr, sehr schade für ihn“, sagte Geiger über den 29-Jährigen. „Aber er hat schon so viele Medaillen gesammelt, er kommt auch aus dem Loch wieder raus.“ Beim Auftaktwettbewerb der Kombinierer am Freitag hatte das deutsche Team eine Einzelmedaille verpasst.

Deutsche Skispringer fliegen im Mixed zu Gold

Wahnsinn! Das deutsche Team holt Gold im Mixed-Wettbewerb der Skispringer. Dabei war das Quartett um Silbergewinner Karl Geiger als Außenseiter in den Wettkampf gegangen.

Hier geht es zum ausführlichen Bericht

Norwegen gewinnt Gold im Teamsprint

Mit einer großen Langlauf-Show auf der letzten Runde hat Norwegens Nordisch-Star Johannes Kläbo den Teamsprint bei der WM in Oberstdorf entschieden. Der 24-Jährige lief mit einer beeindruckenden Kraftleistung allen Konkurrenten davon und holte mit Erik Valnes Gold.

Kurz zuvor hatten Victoria Carl und Sofie Krehl im Frauenrennen am Sonntag den neunten Platz belegt. Beim Sieg der Schwedinnen Maja Dahlqvist und Jonna Sundling hatten die beiden 25 Jahre alten Deutschen mit dem Kampf um die Medaillen nichts zu tun. Krehl war zu Beginn des Rennens gestrauchelt. Silber sicherte sich überraschend das Duo Laurien van der Graaff und Nadine Fähndrich aus der Schweiz, Bronze holte Slowenien.

Die deutschen Männer schieden schon im Halbfinale aus und hatten dabei Pech. Janosch Brugger, der im Duett mit Sebastian Eisenlauer lief, verlor einen Ski. „Blöder kann es nicht laufen“, sagte der 23-Jährige zu seinem Malheur. Silber hinter Norwegen gewann Finnland vor dem russischen Team um Alexander Bolschunow.

Langläuferinnen im Teamsprint auf Rang neun - Schweden siegt

Die beiden Skilangläuferinnen Victoria Carl und Sofie Krehl haben im Teamsprint bei der Heim-WM den neunten Platz belegt. Beim Sieg der Schwedinnen Maja Dahlqvist und Jonna Sundling hatten die beiden 25-Jährigen mit dem Kampf um die Medaillen nichts zu tun. Krehl war zu Beginn des Rennens gestrauchelt. Silber sicherte sich am Sonntag in Oberstdorf überraschend das Duo Laurien van der Graaff und Nadine Fähndrich aus der Schweiz, Bronze holte Slowenien.

Die deutschen Männer schieden schon im Halbfinale aus und hatten dabei Pech. Janosch Brugger, der im Duett mit Sebastian Eisenlauer lief, verlor einen Ski. „Blöder kann es nicht laufen“, sagte der 23-Jährige zu seinem Malheur.

„Das war erst der Anfang“ - Kombiniererinnen hoffen nach WM-Debüt auf mehr

Cindy Haasch lächelte ein wenig schüchtern, doch dann meisterte die Jüngste im gesamten deutschen WM-Team auch die nächste Premiere souverän. "Das macht Motivation für mehr", sagte die 16 Jahre alte Thüringerin nach dem ersten WM-Rennen der Nordischen Kombiniererinnen der Geschichte, das sie als beste DSV-Starterin auf dem guten elften Platz beendet hatte, in ihrer ersten großen Presserunde: "Jetzt muss ich schauen, was die nächsten Ziele sind."

Oberstdorf soll dabei für Haasch wie auch für die gesamte Frauen-Kombination nur ein Etappenort auf dem Weg zum Fernziel Olympia gewesen sein. "Das war schon groß, ein Traum ist wahr geworden", sagte die souveräne norwegische Siegerin Gyda Westvold Hansen, mit 18 Jahren wie Haasch auch noch ein ganz frisches Gesicht. Ihr Kombi-Landsmann Jarl Magnus Riiber, der in Oberstdorf Männer-Gold geholt hatte, gratulierte: "Heute wurde Geschichte geschrieben."

Erst seit drei Jahren gibt es die Frauen-Kombination als weltweite Wettkampf-Disziplin, im Januar 2018 fand der erste Continental Cup statt, im Dezember 2020 der erste Weltcup - und jetzt schon der WM-Auftakt zur besten TV-Sendezeit. "Das ist schon ein bisschen unreal", sagte die frühere Junioren-Weltmeisterin Jenny Nowak, als 18. in Oberstdorf etwas unter Wert geschlagen, "wir waren aber auch alle richtig nervös."

Kurzzeitig war eine deutsche Kombiniererin sogar mitten ins Rampenlicht geflogen: Die mit 27 Jahren als DSV-Führungskraft firmierende Svenja Würth, als frühere Skisprung-Weltmeisterin dafür prädestiniert, hatte nach dem Schanzendurchgang auf Platz drei gelegen. "Ich wusste aber, dass ich im Laufen keine Glanzleistung vollbringen kann", sagte Würth, die auch wegen eines Sturzes auf Platz 17 zurückfiel, "aber ich habe den Umstieg nicht bereut, es macht einen Riesenspaß."

Den hatte auch Trainer Klaus Edelmann. "Es war ein Wahnsinns-Wettkampf und eine sehr schöne Weltmeisterschaft für uns", sagte der 65-Jährige: "Ich hätte mir noch einen zweiten Wettkampf gewünscht." Den soll es womöglich bei der WM 2023 in Planica mit dem Team geben, zwei Jahre später in Trondheim könnte ein zweites Einzel hinzukommen, die Olympia-Premiere 2026 in Cortina steigen.

Für Edelmann beginnt die Arbeit nun erst richtig, die Lücke zu Norwegen, das in Oberstdorf einen Dreifachsieg durch Westvold Hansen sowie die Schwestern Mari und Marte Leinand Lund feierte, muss verkleinert werden. "Andere Nationen, besonders Norwegen, haben schon mehr getan", sagte der Coach.

Seine Schützlinge werden begeistert mitziehen. "Unsere WM-Premiere war nicht das Ende einer Entwicklung", sagte Maria Gerboth (18), die 19. wurde, "das war erst der Anfang."

+++++27. Februar 2021+++++

Lokalmatador Geiger gewinnt Silber von der Normalschanze

Skispringer Karl Geiger hat bei seiner Heim-WM in Oberstdorf Silber von der Normalschanze gewonnen. Der Bayer musste sich einzig dem Polen Piotr Zyla (34) geschlagen geben, für den Deutschen Skiverband war es die erste Medaille der Titelkämpfe im Allgäu. Bronze ging an Anze Lanisek aus Slowenien.

"Ich bin echt sprachlos, das habe ich nicht kommen sehen. Vor dem Wettkampf habe ich gesagt: Hopp oder Flop. Und es war Hopp", sagte Geiger. Auch Bundestrainer Stefan Horngacher war erleichtert: "Wir sind alle überglücklich, dass wir beim ersten Wettkampf schon eine Medaille gewonnen haben. Karls zweiter Sprung war eine echte Bombe."

Geiger lag nach dem ersten Durchgang noch auf dem vierten Rang, kämpfte sich aber mit einem starken zweiten Flug auf 102,0 m auf das Podest. Mit 265,2 Punkten fehlten ihm umgerechnet nur 180 Zentimeter zu Überraschung-Weltmeister Zyla (268,8), der in seiner Karriere erst zwei Weltcupsiege feiern konnte und Nachfolger seines Landsmanns Dawid Kubacki wurde.

Glänzend präsentierte sich auch Pius Paschke (Kiefersfelden) als Elfter. Hoffnungsträger Markus Eisenbichler (Siegsdorf) musste sich dagegen bei schwierigen Bedingungen mit dem 17. Rang begnügen. Topfavorit Halvor Egner Granerud aus Norwegen landete als Vierter knapp neben dem Podium.

Constantin Schmid (Oberaudorf), der den Vorzug gegenüber Ex-Weltmeister Severin Freund (Rastbüchl) und Martin Hamann (Aue) erhalten hatte, rechtfertigte auf der 23. Position seine Nominierung.

Für eine Schrecksekunde sorgte ein Sturz von Eetu Nousiainen. Der Finne kam nach der Landung zu Fall und blieb zunächst im Auslauf liegen, ehe er auf eigenen Füßen die Anlage verlassen konnte.

Schon am Sonntag wartet im Mixed (17.00 Uhr/ARD und Eurosport) mit zwei Männern und zwei Frauen pro Team die nächste Medaillenchance. Das Format gehört zum vierten Mal zum WM-Programm, Deutschland holte bislang dreimal Gold (2015, 2017, 2019).

+++++27. Februar 2021+++++

Kombinierer beim Teamwettbewerb ohne Olympiasieger Rydzek

Olympiasieger Johannes Rydzek wird beim Teamwettbewerb der Nordischen Kombinierer aus dem deutschen Aufgebot genommen. Der sechsmalige Weltmeister und Lokalmatador wird am Sonntag (10.00 Uhr und 15.00 Uhr/ARD und Eurosport) von Terence Weber ersetzt, wie der Deutsche Skiverband (DSV) am Samstagnachmittag bestätigte. Am Freitag im Einzel hatte der Oberstdorfer Rydzek nur den 28. Platz belegt und war in seiner Spezialdisziplin Langlauf am Ende eingebrochen. Eric Frenzel, Fabian Rießle und Vinzenz Geiger waren gesetzt. Deutschland gilt neben Norwegen um Jarl Magnus Riiber als heißer Anwärter auf Team-Gold.

+++++27. Februar 2021+++++

16-jährige Deutsche überrascht bei Weltpremiere der Kombiniererinnen – Norwegen überragend

Die Norwegerin Gyda Westvold Hansen hat Wintersport-Geschichte geschrieben und als erste Nordische Kombiniererin WM-Gold geholt. Bei der Frauen-Premiere in Oberstdorf setzte sich die 18-Jährige am Samstag nach einem Sprung von der Normalschanze sowie 5 km in der Loipe bei einem norwegischen Dreifachsieg vor den Schwester Mari (+13,8 Sekunden) und Marte Leinand Lund (+28,8) durch.

Beste Deutsche war die erst 16 Jahre alte Cindy Haasch (Ruhla) auf einem guten elften Platz (+2:09,2 Minuten). Die frühere Skisprung-Weltmeisterin Svenja Würth (Baiersbronn) fiel von Platz drei nach dem Schanzendurchgang noch auf Rang 17 (+2:30,9) zurück, dahinter belegten die ehemalige Junioren-Weltmeisterin Jenny Nowak (Sohland/+2:48,5) und Maria Gerboth (Schmiedeberg/+3:11,9) die Plätze 18 und 19.

Die amerikanische Mitfavoritin Tara Geraghty-Moats, im Dezember Gewinnerin des bislang einzigen Frauen-Weltcups der Geschichte, kam nach schwachem Springen nicht über Platz fünf hinaus.

+++++27. Februar 2021+++++

Bolschunow holt Skiathlon-Gold - Deutsche chancenlos

Der russische Skilangläufer Alexander Bolschunow hat bei der Nordischen WM in Oberstdorf Gold im Skiathlon gewonnen und nach sieben Silbermedaillen bei Großereignissen seinen ersten Titel geholt. Der Topfavorit setzte sich am Samstag nach jeweils 15 km im klassischen und freien Stil vor den Norwegern Simen Hegstad Krüger (+1,1 Sekunden) und Hans Christer Holund (+1,7) durch.

Der 24 Jahre alte Bolschunow war erst am Freitag von der Disziplinarkammer des Weltverbandes FIS wegen unsportlichen Verhaltens zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden, nachdem er Ende Januar bei der Staffel in Lahti den Finnen Jona Mäki mit einem Bodycheck niedergestreckt hatte. Bolschunow hatte Absicht bestritten.

Bester der chancenlosen deutschen Läufer war Lucas Bögl (Gaißlach) auf Platz 29 mit 4:10 Minuten Rückstand. Jonas Dobler (Traunstein/36.), Friedrich Moch (Isny/38.) und Florian Notz (Römerstein/48.) lagen noch deutlich weiter zurück.

Hennig erlebt Debakel bei Johaugs goldener Machtdemonstration

Norwegens Star-Langläuferin Therese Johaug hat bei der Nordischen WM in Oberstdorf trotz eines Sturzes überlegen im Skiathlon gesiegt und mit einer Machtdemonstration ihren insgesamt elften Weltmeistertitel gewonnen. Die deutsche Hoffnungsträgerin Katharina Hennig (Oberwiesenthal) erlebte im ersten Distanzrennen der Titelkämpfe nach Wachsproblemen ganz bittere 15 km und kam nur auf Platz 29.

Die 32 Jahre alte Johaug lag nach jeweils 7,5 km im klassischen und freien Stil sowie 38:35,5 Minuten vor den Schwedinnen Frida Karlsson (+30,0 Sekunden) und Ebba Andersson (+30,2). Nach einer Kollision mit Karlsson war Johaug früh im Rennen zu Fall gekommen, steckte dies aber schnell weg.

Die Österreicherin Theresa Stadlober überraschte mit Platz vier (+1:11,2 Minuten) vor Schwedens Olympiasiegerin Charlotte Kalle. Die Schwedinnen dürften damit in der Staffel am Donnerstag der Favorit sein.

Beste Deutsche war Pia Fink (Bremelau) auf Platz 19 (+2:56,2), die schon nach dem Klassikpart schon hoffnungslos abgeschlagene Hennig hatte fast vier Minuten Rückstand. U23-Sprintweltmeisterin Lisa Lohmann (Oberhof) wurde 34., Antonia Fräbel (Asbach) kam auf Rang 36.

+++++25. Februar 2021+++++

Geiger und Eisenbichler patzen in Quali

Die deutschen Skispringer haben die Generalprobe für den WM-Wettkampf von der Normalschanze verpatzt. Lokalmatador Karl Geiger belegte in der Qualifikation von Oberstdorf als bester DSV-Adler den elften Rang, Hoffnungsträger Markus Eisenbichler musste sich mit dem 14. Platz begnügen.

"Mein Sprung war ein bisschen arg spät. Erstaunlich, dass ich noch auf 100 m gekommen bin. Das zeigt mir aber, dass die Form stimmt", sagte Eisenbichler, der im Training noch voll überzeugt hatte. Geiger bezeichnete seinen Sprung auf 97,5 m als "ordentlich", aber "eine richtige Granate hatte ich noch nicht dabei. Es ist noch etwas zu tun."

Seine Rolle als Topfavorit unterstrich der elfmalige Saisonsieger Halvor Egner Granerud. Der Norweger flog auf 105,5 m und lag mit 144,2 Punkten klar vor Anze Lanisek (Slowenien/137,4) und dem Österreicher Stefan Kraft (Österreich/134,4).

Neben Geiger und Eisenbichler schafften auch Pius Paschke (Kiefersfelden/16.) und Constantin Schmid (Oberaudorf/19.) locker die Qualifikation für den Wettkampf am Samstag (16.30 Uhr/ARD und Eurosport).

Schmid, der den Vorzug gegenüber Ex-Weltmeister Severin Freund (Rastbüchl) und Martin Hamann (Aue) erhalten hatte, sorgte für Aufregung, als er kurz vor seinem Sprung plötzlich mit dem Lift wieder abwärts fuhr. "Ich habe die falsche Nummer angezogen. Das war dämlich und soll nicht passieren. Das habe ich jetzt abgehakt auf meiner Liste von Fehlern. Die Windunterbrechung kam mir sehr gelegen, da konnte ich wieder ein bisschen runterfahren", sagte Schmid.

Kombinierer Frenzel wird im Einzel Vierter - Skispringerinnen nur auf Rang fünf

Eric Frenzel ließ demonstrativ den Kopf hängen, Katharina Althaus musste in ihrem Skisprung-Wohnzimmer den anderen beim Feiern zusehen. Auch nach dem zweiten Tag der Nordischen Heim-WM in Oberstdorf warten die Flugkünstler und Loipen-Asse aus Deutschland weiter auf die erste Medaille. In fünf Entscheidungen schafften es die Sportler des Deutschen Skiverbands nicht auf das Podest. Zum Wochenende wächst der Druck.

Die Kombinierer Eric Frenzel und Fabian Rießle waren im zehn Kilometerrennen am Freitag nah dran, kamen aber am Ende nicht über Rang vier und sechs hinaus. Das Skisprung-Quartett um Lokalmatadorin Althaus belegte im Team-Wettbewerb als Titelverteidiger nur den fünften Platz.

„Die Chance war da“, sagte Kombinierer-Bundestrainer Hermann Weinbuch nach dem packenden Rennen seiner Schützlinge. Angesprochen auf eine mögliche Enttäuschung reagierte der 60-Jährige trotzig: „Wir haben keine Wunde. Wir haben eigentlich sehr viel richtig gemacht, aber es muss auch für einen laufen.“ Dies sei nicht passiert.

Frenzel, mit sieben Titeln Rekord-Champion bei Weltmeisterschaften, fehlten am Ende nur wenige Sekunden für eine Medaille. „Es war an sich ein guter Tag, wenn man fünf Sekunden hinter Gold ist“, sagte der 32-Jährige. „Das ist das kleine Quäntchen, wonach wir schon lange auf der Suche sind.“. Er sprach sich zugleich Mut zu: „Ich für meinen Teil habe Selbstvertrauen getankt.“

Mit aufreizender Leichtigkeit zum Weltmeister krönte sich stattdessen der Norweger Jarl Magnus Riiber. „Wir mussten sehr viel Führungsarbeit leisten. Diejenigen, die am Stockerl sind, haben sich die ganzen zehn Kilometer versteckt“, analysierte Weinbuch auch mit Bezug auf Riiber mit Groll.

Der 23 Jahre alte Titelverteidiger ließ die Verfolger auf den zehn Kilometern im Allgäu zunächst heranlaufen und stellte dann im anspruchsvollen Finale unter Beweis, warum er derzeit der Chef der Kombinierer ist. Aber auch der Finne Ilkka Herola und Norwegens Jens Luuras Oftebro, die Silber und Bronze holten, waren diesmal zu stark.

Für Mitfavorit Vinzenz Geiger (Rang 14) und Johannes Rydzek (Platz 28) lief es nach durchwachsenen Sprüngen nur mäßig. Beide Oberstdorfer hatten gleich zu Beginn in der Loipe versucht, den Rückstand von über einer Minute wieder aufzuholen. Das klappte zunächst hervorragend, dann brachen beide ein.

Während die Hoffnung bei den Kombinierern auf Edelmetall bei weiteren Rennen realistisch ist, wäre zumindest ein Einzeltitel der Springerinnen bei der Großschanzen-Premiere am Mittwoch eine kleine Sensation. Zu chancenlos sind die Sportlerinnen von Bundestrainer Andreas Bauer derzeit gegen die absolute Weltspitze.

„Es ist natürlich schade, wenn man bei der Heim-WM nicht auf das Podest springt“, sagte Althaus. Im Quartett mit Juliane Seyfarth, Anna Rupprecht und Luisa Görlich war sie am Schattenberg noch die beste Deutsche. Das enttäuschende Ergebnis konnte auch Althaus mit Sprüngen auf 94 und 94,5 Metern aber nicht verhindern. Gold holte diesmal Österreich vor Slowenien und Norwegen. Der Rückstand des deutschen Teams auf die Podestränge war enorm. „Die drei Großen vorne sind in der Breite und in der Qualität sehr gut aufgestellt. Da schwächelt im Moment keiner“, sagte Bauer in der ARD.

Auf der Sprunganlage hoch über dem Dorf geht es am Wochenende nonstop weiter. An diesem Samstag zeigen die Männer im Einzel von der Normalschanze ihr Können (16.30 Uhr/ARD und Eurosport), zudem feiern die Kombiniererinnen ihre WM-Premiere. Im Langlaufstadion stehen die Skiathlon-Rennen auf dem Programm.

Nach Bodycheck: Langläufer Bolschunow startet auf Bewährung

Der Russe Alexander Bolschunow bestreitet nach seinem Bodycheck gegen den Finnen Joni Mäki die nächsten Langlaufrennen auf Bewährung. Wie der Ski-Weltverband am Freitag mitteilte, gilt die Bewährung für die nächsten fünf Fis-Rennen bei der Nordischen Ski-Weltmeisterschaft in Oberstdorf oder bei Weltcups. Fällt Bolschunow in diesen Rennen erneut negativ auf, wird er für zwei Weltcup-Events gesperrt. Lässt er sich kein unsportliches Verhalten mehr zu Schulden kommen, bleibt seine Aktion von Lahti Ende Januar ohne Folgen.

In Finnland hatte der 24 Jahre alte Russe nach einem umkämpften Schlusssprint, bei dem ihm Mäki auf der Zielgeraden keinen Platz ließ, wütend reagiert. Er schlug zunächst mit der Faust in Richtung des Finnen und streckte diesen nach dem Überqueren der Ziellinie zudem in vollem Tempo per Bodycheck nieder. Bolschunow ist in diesem Winter bislang der überragende Mann seiner Sportart und zählt auch bei den Titelkämpfen im Allgäu zu den großen Favoriten.

+++++25. Februar 2021+++++

WM-Einzel im Skispringen ohne ehemaligen Weltmeister Freund

Der frühere Skisprung-Weltmeister Severin Freund hat die interne Ausscheidung vor dem ersten WM-Einzel verloren und wird am Samstag (16.30 Uhr/ARD und Eurosport) nicht eingesetzt. Dies teilte der Deutsche Skiverband (DSV) am Donnerstagabend nach den Trainingsdurchgängen am Oberstdorfer Schattenberg mit. Stattdessen bekam Constantin Schmid im Dreikampf mit Freund und Martin Hamann den vierten und letzten Startplatz.

Beim Großschanzeneinzel hat das Team von Bundestrainer Stefan Horngacher in der kommenden Woche fünf Startplätze, weil Markus Eisenbichler vor zwei Jahren Weltmeister wurde. Der 32 Jahre alte Freund war 2015 in Falun Einzel- und Mixed-Weltmeister geworden.

Skisprung-Olympiasiegerin Vogt nicht für Teamspringen nominiert

Skisprung-Olympiasiegerin Carina Vogt ist nach ihrer schwachen Leistung im ersten WM-Einzel für den Teamwettbewerb am Freitag (17.15 Uhr/ARD und Eurosport) aus dem Aufgebot gestrichen worden. Bundestrainer Andreas Bauer nominierte stattdessen Anna Rupprecht, Juliane Seyfarth, Luisa Görlich und Katharina Althaus. Vogt bezeichnete ihren 30. Platz mit Sprüngen auf 81 und 70 Meter selbst als „Debakel“. Die 29-Jährige hatte nach ihren schweren Knieverletzungen hart auf ein Comeback bei der WM hingearbeitet.

Deutsche Skispringerinnen zum WM-Auftakt schwach – Klinec siegt

Katharina Althaus lächelte nach dem mageren zehnten Platz gequält, Carina Vogt wirkte wie ein Häufchen Elend: Die deutschen Skispringerinnen sind zum Auftakt der Heim-WM in Oberstdorf böse abgestürzt. Während die Slowenin Ema Klinec auf der kleinen Schanze völlig überraschend zu Gold flog, musste das Team des Gastgebers das schwächste Ergebnis der WM-Geschichte verdauen.

"Wir haben seit 2013 bei jedem Großereignis immer eine Medaille geholt. Das war fast eine unglaubliche Serie", sagte Bundestrainer Andreas Bauer: "Dass irgendwann der Tag kommen wird, an dem die Serie reißt, war klar. Aber hier zu Hause in Oberstdorf tut es schon weh, das muss ich ehrlich sagen."

Die lange verletzte Sotschi-Olympiasiegerin Vogt musste sich sogar mit dem 30. Rang begnügen. "Ich bin sprachlos. Ich bin noch nie so skigesprungen. Der Sport kann so schön sein, aber auch so hart. Das war das Härteste, was mir passiert ist", sagte die Weltmeisterin von 2015 und 2017 geknickt.

Im achten WM-Wettkampf der Geschichte blieb das DSV-Team somit erst zum dritten Mal ohne Medaille und erstmals sogar ohne ein einstelliges Ergebnis. "Aber es hilft nichts. Wir haben morgen schon den Teamwettkampf. Wir müssen schnell den Schalter umlegen", sagte Bauer: "Die großen Favoriten sind aber auch da andere."

Nicht zu schlagen war Klinec, die mit Flügen auf 105,0 und 100,5 m mit 279,6 Punkten knapp vor Titelverteidigerin und Olympiasiegerin Maren Lundby (Norwegen/276,5) sowie Sara Takanashi aus Japan (276,3) siegte. Auf Rang vier landete die nach dem ersten Durchgang noch führende Österreicherin Marita Kramer (275,2).

Weil die Jury vor Kramers zweitem Sprung den Anlauf verkürzte, legte der Österreichische Skiverband unmittelbar nach dem Wettkampf Protest ein. "Das ist eine Sauerei, das ist unglaublich, das ist Manipulation. Da wurde ohne jeden Grund verkürzt", sagte ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel der Tiroler Tageszeitung.

Für Takanashi setzte sich derweil trotz Bronze ihre Pechsträhne bei Großereignissen fort. Die Asiatin drückt ihrer Sportart seit Jahren den Stempel auf, hält mit 60 Erfolgen in Weltcup einen einsamen Rekord, musste die großen Titel aber stets der Konkurrenz überlassen - allein Vogt holte dreimal Gold. "Ich freue mich über Bronze, aber mein Ziel war ein anderes", sagte die 24-Jährige.

Althaus, vor zwei Jahren noch WM-Zweite, rettete auf ihrer Heimschanze mit einem starken zweiten Flug auf 98,0 m zumindest den Top-Ten-Platz. Zweitbeste Deutsche war Anna Rupprecht (Degenfeld) auf dem 14. Platz. "Es fehlt bei uns an ziemlich vielen Ecken. Es fehlt eine, die vorne reinspringt und uns ein bisschen mitzieht", sagte Rupprecht. Mixed-Weltmeisterin Juliane Seyfarth (Ruhla) folgte auf dem 21. Rang.

Schon am Freitag kämpfen Althaus und Co. auf der kleinen Schanze erneut um Medaillen, im Team-Wettbewerb geht das DSV-Quartett als Titelverteidiger an den Start. "Man muss ganz klar sagen, dass Norwegen, Österreich und Slowenien die Favoriten sind. Aber wenn alles passt, kann es vielleicht in Richtung Medaille gehen", sagte Bauer.

Sundling und Klabö holen erste Titel – Gimmler wird Zehnte

Jonna Sundling und Johannes Kläbo haben bei der Nordischen Ski-WM in Oberstdorf die ersten Goldmedaillen gewonnen. Die 26 Jahre alte Schwedin und der 24 Jahre alte Topfavorit aus Norwegen setzten sich am Donnerstag souverän in den Finalläufen der Sprint-Wettbewerbe durch.

Für Sundling, die den Endlauf vor der Norwegerin Maiken Caspersen Falla und der Slowenin Anamarija Lampic gewann, ist es der erste WM-Titel. Kläbo hatte in Seefeld vor zwei Jahren bereits WM-Gold im Sprint, Teamsprint und in der Staffel geholt. Über die 1,5 Kilometer im Allgäu siegte er vor seinen beiden Landsmännern Erik Valnes und Haavard Solaas Taugböl.

Das deutsche Langlauf-Team von Peter Schlickenrieder hatte zuvor die Qualifikation für die Finals verpasst. Als beste Athletin schaffte es Laura Gimmler ins Halbfinale. Der Sprint gilt als schwächste Disziplin der deutschen Auswahl.

+++++24. Februar 2021+++++

 Eisenbichler gewann mit starken Sprüngen auf 104,5 und 101,5 m am Mittwoch in Oberstdorf beide Durchgänge.

"Ich bin gut reingekommen, so wie ich mir das vorgestellt habe. Ich kenne natürlich die Schanze, da gehe ich extrem entspannt an die Sache. Ich habe hier schon 1000 Sprünge gemacht, ich mag die einfach gern", sagte Eisenbichler dem SID.

Zweitbester DSV-Adler war Lokalmatador Karl Geiger auf den Rängen 11 und 14. "Es lief ganz gut. Ich bin sehr absprungstark, das zahlt sich auf kleinen Schanzen aus", sagte Geiger. Die Medaillen werden am Samstag (16.30 Uhr) vergeben, am Sonntag (17.00/beides ARD und Eurosport) folgt an gleicher Stelle das Mixed.

Eisenbichler gewann den ersten Durchgang vor den Norwegern Marius Lindvik und Robert Johansson, den zweiten vor Anze Lanisek (Slowenien) und Halvor Egner Granerud (Norwegen). Ex-Weltmeister Stefan Kraft (Österreich) und der Japaner Ryoyu Kobayashi verzichteten auf das Training.

In guter Form präsentierte sich aus deutscher Sicht auch Pius Paschke (Kiefersfelden/13. und 23.). Ex-Weltmeister Severin Freund (Rastbüchl/29. und 35.), Martin Hamann (Aue/31. und 41.) und Constantin Schmid (Oberaudorf/23. und 48.) hatten noch Luft nach oben.

Skispringerin Takanashi gewinnt WM-Quali - Deutsche nicht vorne dabei

Die Japanerin Sara Takanashi hat die Qualifikation für den ersten Skisprung-Wettkampf bei der Weltmeisterschaft in Oberstdorf gewonnen. Die 24-Jährige setzte sich am Mittwochabend kurz vor der offiziellen Eröffnungsfeier vor Marita Kramer aus Österreich und der Slowenin Ema Klinec durch. Die deutschen Springerinnen waren auf der Normalschanze am Schattenberg nicht vorne dabei.

Anna Rupprecht belegte als beste Athletin aus dem Team von Bundestrainer Andreas Bauer den 15. Platz. Lokalmatadorin Katharina Althaus sprang nur auf Rang 19, blieb für den Wettkampf aber dennoch „optimistisch“. In Carina Vogt und Juliane Seyfarth qualifizierten sich auch die beiden weiteren Starterinnen des Deutschen Skiverbands für das Springen am Donnerstag (17.00 Uhr/ARD und Eurosport).

„Kleine“ Skilanglauf-Nationen eröffnen Oberstdorfer WM

Dabei verliehen krasse Außenseiter aus Wintersport-Entwicklungsländern den Rennen ein besonderes Flair. Ob Nzumbe Nyanduga aus Tansania, Nicholas Lau aus Trinidad und Tobago oder die Iranerin Farzaneh Rezasoltani. Ob die litauischen Zwillingsschwestern Emilija und Gabija Bucyte (15) als jüngste Teilnehmerinnen oder der Israeli Warren Aubrey Samberg (47) als ältester Starter - sie alle genossen auch ohne Zuschauer ihr ganz persönliches WM-Erlebnis.

Trotz der coronabedingten Reisebeschränkungen waren die Starterfelder gut gefüllt, 43 Frauen und 85 Männer kämpften um einen Platz in den Freistil-Entscheidungen am kommenden Dienstag und Mittwoch. Bei den Frauen war Baiba Bendika (Lettland) über 5 km im freien Stil in 11:48,3 Minuten die Schnellste, Schlusslicht Raquel Sukkar (Libanon) war knapp 22 Minuten langsamer. Die Männer-Ausscheidung über 10 km gewann Mark Chanloung aus Thailand in 24:23,8 Minuten, der Chilene Benjamin Amestica auf Platz 85 lag 15 Minuten dahinter

Oberstdorf ist zum dritten Mal nach 1987 und 2005 Ausrichter der Titelkämpfe, bei denen bis zum 7. März 24 Entscheidungen mit rund 800 Athleten und Athletinnen aus über 60 Nationen anstehen.

+++++23. Februar 2021+++++

Olympiasiegerin Vogt trotz Formschwäche für erstes WM-Springen nominiert

Die zweimalige Skisprung-Weltmeisterin Carina Vogt hat sich trotz schwacher Trainingsleistungen einen Startplatz für den ersten Einzel-Wettkampf bei der WM in Oberstdorf erkämpft. In den drei Durchgängen am Dienstagabend belegte die Sotschi-Olympiasiegerin nur die Plätze 22, 29 und 31, Bundestrainer Andreas Bauer schenkte ihr dennoch das Vertrauen.

In der Qualifikation auf der Normalschanze am Mittwoch (18.00 Uhr) starten zudem Vizeweltmeisterin Katharina Althaus (Oberstdorf), Juliane Seyfarth (Ruhla) und Anna Rupprecht (Degenfeld). Zuschauen muss Luisa Görlich (Lauscha).

"Es war ganz arg komisch heute, ich kann es mir nicht richtig erklären", sagte Vogt (29), die 2015 und 2017 den Titel geholt hatte, dem SID: "Ich war irgendwie von der Rolle, die Sprünge waren ganz untypisch für mich. Ich war sehr spät und sehr passiv."

Vogt hatte erst im Januar nach langer Pause wegen eines im Sommer 2019 erlittenen Kreuzbandrisses ihr Comeback gefeiert. Die Teilnahme an der Heim-WM war ihr großes Ziel. "Es bedeutet mir sehr viel. Das war über fast zwei Jahre mein Anker", sagte sie. Die Medaillenentscheidung auf der Normalschanze findet am Donnerstag (17.00 Uhr) statt.

In den drei Trainingsdurchgängen enttäuschte das DSV-Team durch die Bank. Althaus sorgte mit Rang 14 im zweiten Durchgang noch für das beste Resultat. "Wir waren heute nicht zufrieden, speziell beim Absprung sind noch Fehler passiert. Das müssen wir in der Qualifikation besser machen, dann sind schon noch einige Plätze nach vorne drin", sagte Bauer. In Topform präsentierte sich die Japanerin Sara Takanashi, die zwei der drei Durchgänge gewann und einmal Zweite wurde.

+++++23. Februar 2021+++++

Auch ohne Fans - DSV-Team fiebert Titelkämpfen entgegen

Das Nebelhorn glänzt vor blauem Himmel, Schanzen und Loipen strahlen in hellem Weiß: Das Postkarten-Idyll von Oberstdorf, das die deutschen Skispringer, Kombinierer und Langläufer vor der Heim-WM in Empfang nahm, passte so gar nicht zu der trostlosen Atmosphäre im Ort. Doch auch ohne 400.000 Fans aus aller Welt wie bei den Wintermärchen 1987 und 2005 will das DSV-Team bei den an Mittwoch beginnenden Titelkämpfen ein rauschendes Fest abliefern.

"Ich freue mich richtig auf die Heim-WM. So etwas werde ich nie wieder in meiner Karriere erleben", sagt Titelverteidiger Markus Eisenbichler: "Es ist zwar ein bisschen schade ohne Zuschauer, aber das ist eben den Umständen geschuldet." Auf dem Skisprung-Weltmeister ruhen auch in diesem Jahr die Hoffnungen, zudem sind die Kombinierer um Eric Frenzel und Vinzenz Geiger traditionell Kandidaten für Medaillen.

Doch die Latte liegt hoch: 2017 und 2019 heimste das DSV-Team jeweils sechsmal Gold ein, es waren traumhafte Weltmeisterschaften. Eine solche Ausbeute wäre in diesem Jahr ein kleines Wunder - zu stark ist die Konkurrenz aus Norwegen, zu wackelig war der Saisonverlauf. Eine klare Zielvorgabe vermied der Deutsche Skiverband (DSV) dann auch. "Eine WM lebt auch immer von den Medaillen. Wir können sicherlich die eine oder andere Top-Leistung erwarten", sagte DSV-Vorstand Karin Orgeldinger.

Auch wenn die Tribünen leer bleiben, die Motivation ist ungebrochen: Für viele der insgesamt 38 DSV-Athleten ist die Heim-WM einer der Höhepunkte der gesamten Karriere, vor allem für die sieben Vertreter des SC Oberstdorf. Zu den Lokalmatadoren zählen auch heiße Anwärter auf Edelmetall, neben dem Kombinierer Geiger etwa der mit ihm entfernt verwandte Skispringer Karl Geiger, Skisprung-Vizeweltmeisterin Katharina Althaus oder der bereits reichlich dekorierte Kombinierer Johannes Rydzek.

Lesen Sie hier, was Katharina Hennig unserer Redaktion über die Heim-WM ohne Fans erzählt hat:Oberstdorfer Skisportler wollen Heim-WM auch ohne Zuschauer genießen

"Es ist gigantisch, wenn man auf den Strecken und Schanzen, auf denen man täglich trainiert, eine Weltmeisterschaft haben darf", sagt Vinzenz Geiger. Der 23-Jährige dürfte wohl noch vor Rekordweltmeister Frenzel und Rydzek die besten Chancen haben, den im Weltcup dominierenden Norweger Jarl Magnus Riiber zu schlagen. "Er ist momentan unser Stärkster", sagt auch Bundestrainer Hermann Weinbuch.

Das größte Interesse gehört aber den Skispringern mit dem zweimaligen Saisonsieger Eisenbichler und dem zuletzt wackelnden Karl Geiger. Die Schanzen am Schattenberg, wo in normalen Jahren 25.000 Fans bei der Vierschanzentournee für einen Hexenkessel sorgen, kennen die DSV-Adler wie aus der Westentasche. "Wenn Markus sein Leistungsvermögen abrufen kann, hat er alle Möglichkeiten, zu einer Medaille zu springen", sagt Bundestrainer Stefan Horngacher.

Geschichte schreiben werden unabhängig von Gold, Silber und Bronze die Kombiniererinnen, die am Samstag ihre lang ersehnte WM-Premiere feiern. Die ersten Medaillen werden am Donnerstag im Sprint der Skilangläufer und bei den Skisprung-Frauen vergeben, in beiden Entscheidungen wäre Edelmetall für Deutschland eine Überraschung. Am Freitag sieht das bei den Kombinierern und der Team-Entscheidung der Skispringerinnen schon anders aus.

Zumindest für die TV-Zuschauer bleibt auch das Postkarten-Idyll erhalten, der Wetterbericht verspricht für den Großteil der WM blauen Himmel. Einzig die Loipen könnten unter den zu hohen Temperaturen leiden, noch aber deutet alles auf eine erfolgreiche WM hin. Zumindest aus sportlicher Sicht.

Hier beantworten wir die wichtigsten Fragen zur WM.

++++++23. Februar 2021+++++

Warmes Frühlingswetter: Startzeiten beim Langlauf verschoben

Das frühlingshafte Wetter und Temperaturen von bis zu 15 Grad haben für die ersten Änderungen im Ablauf der Nordischen Ski-Weltmeisterschaft in Oberstdorf gesorgt. Die Langlauf-Rennen am Mittwoch und Donnerstag beginnen früher als bisher geplant, um bessere Bedingungen in der Loipe gewährleisten zu können. Die beiden Qualifikationen am Mittwoch starten im Allgäu um 9.00 Uhr und 10.30 Uhr (statt 12.30 Uhr und 14.30 Uhr). Auch am Donnerstag werden die Sprint-Rennen in den Vormittag gezogen. Die Qualifikationen beginnen ab 9.00 Uhr, mit den Finalläufen soll es ab 11.30 Uhr losgehen.

Die warmen Bedingungen seien „für jeden Veranstalter eine enorme Herausforderung“, sagte der deutsche Langlauf-Teamchef Peter Schlickenrieder. Der 51-Jährige lobte die Organisatoren für den umsichtigen Umgang mit der Situation.

Das Programm der WM im Überblick.

++++++23. Februar 2021+++++

Gregor Schlierenzauer muss Saison nach Kreuzband-Verletzung beenden

Österreichs Skisprungstar Gregor Schlierenzauer hat einen weiteren Rückschlag erlitten und sich erneut eine schwerere Knieverletzung zugezogen. Der 31-Jährige, der wegen anhaltender Formschwäche nicht für die am Mittwoch beginnende WM in Oberstdorf nominiert worden war, erlitt am Wochenende beim Continental-Cup in Brotterode/Thüringen eine Kreuzband-Verletzung.

"Irgendwie bleibt der Wurm drinnen. Die Saison, die mit der Covid-Erkrankung begonnen hat und nicht ins Laufen kommen wollte, endet für mich mit einer Teilruptur des vorderen linken Kreuzbandes", schrieb der sechsmalige Weltmeister auf seiner Homepage.

Schlierenzauer muss sechs bis acht Wochen pausieren. "Die Frage, wie es jetzt weitergeht, ist leicht beantwortet. Ich werde therapeutisch die Ärmel hochkrempeln und schauen, dass mein Knie wieder die volle Belastung verträgt. Alles andere wird sich ergeben", schrieb er.

Im März 2016 hatte sich Schlierenzauer einen Riss des rechten Kreuzbandes zugezogen. Danach bremsten ihn auch mentale Probleme aus.

Lesen Sie hier, was Katharina Hennig unserer Redaktion über die Heim-WM ohne Fans erzählt hat:Oberstdorfer Skisportler wollen Heim-WM auch ohne Zuschauer genießen

+++++20. Februar 2021+++++

Schmid erhält letztes WM-Ticket

Skispringer Constantin Schmid hat das letzte Ticket für die Heim-WM in Oberstdorf ergattert. Bundestrainer Stefan Horngacher nominierte den 21-Jährigen aus Oberaudorf als sechsten DSV-Adler für die am Mittwoch beginnenden Titelkämpfe im Allgäu. Olympiasieger Andreas Wellinger und Richard Freitag fehlte zuletzt die Form.

Schmid hatte am Freitag als Zwölfter der Generalprobe im rumänischen Rasnov überzeugt. Sein bestes Saisonergebnis ist der achte Rang in Nischni Tagil.

Zuvor hatte Horngacher Karl Geiger (Oberstdorf), Titelverteidiger Markus Eisenbichler (Siegsdorf), Pius Paschke (Kiefersfelden), Martin Hamann (Aue) und Ex-Weltmeister Severin Freund (Rastbüchl) in das WM-Team berufen.

Horngacher darf in diesem Jahr für den Wettbewerb von der Großschanze fünf Springer nominieren, da Eisenbichler als Weltmeister einen zusätzlichen Startplatz errungen hat. Im Wettbewerb von der Normalschanze, der am Freitag den Auftakt macht, dürfen vier Deutsche um WM-Medaillen kämpfen.

Das komplette deutsche WM-Aufgebot für Oberstdorf finden Sie hier im Überblick.

+++++20. Januar 2021+++++

Mixed-Team bei WM-Generalprobe auf Rang fünf

Das deutsche Mixed-Team um Skiflug-Weltmeister Karl Geiger hat im letzten Wettbewerb vor der Heim-WM das Podest klar verpasst. Luisa Görlich, Pius Paschke, Anna Rupprecht und Schlussspringer Geiger kamen in dem selten ausgetragenen Format mit 875,8 Punkten auf den fünften Rang. Der Sieg beim Weltcup im rumänischen Rasnov ging an Norwegen (968,7) vor Slowenien (945,3) und Österreich (924,6).

Geiger zeigte einen Tag nach seinem dritten Rang im Einzel mit Sprüngen auf 91,0 m und 96,0 m erneut eine gute Leistung. In der letzten Startgruppe der besten Springer überragte aber der Norweger Halvor Einer Granerud mit Weiten von 97,0 und 96,5 m. Der Führende im Gesamtweltcup holte sich gemeinsam mit Olympiasiegerin Maren Lundby, Daniel Andre Tande und Silje Opseth den Sieg.

Gut präsentierte sich auch Paschke (91,5 und 94,0 m), der den Vorzug vor Weltmeister Markus Eisenbichler erhalten hatte. Die deutschen Frauen Görlich (zweimal 86,5) und Rupprecht (88,0 und 85,0) ließen dagegen Punkte liegen.

Bei der WM steigt das Mixed am 28. Februar. Dann dürften zahlreiche Teams in einer anderen Besetzung antreten, darunter auch Deutschland: Olympiasiegerin Carina Vogt, die WM-Zweite Katharina Althaus und Juliane Seyfarth waren nicht nach Rasnov gereist, um sich in der Heimat auf die Titelkämpfe vorzubereiten.

Im Weltcup stand das Mixed erstmals seit Dezember 2013 und insgesamt erst zum dritten Mal auf dem Programm. Bei Weltmeisterschaften gab es den Wettbewerb dagegen schon viermal, dreimal ging Gold an Deutschland. 2022 in Peking gehört das Mixed erstmals zum olympischen Programm.

+++++ 19. Februar 2021+++++

Geiger Dritter der WM-Generalprobe - Granerud disqualifiziert

Skispringer Karl Geiger hat als Dritter der WM-Generalprobe im rumänischen Rasnov seine Formkrise beendet. Beim zweiten Saisonsieg des Japaners Ryoyu Kobayashi landete der Vizeweltmeister zum fünften Mal in dieser Saison auf dem Podest. Der zunächst als Sieger gefeierte Norweger Halvor Egner Granerud wurde ebenso wie Weltmeister Markus Eisenbichler wegen eines nicht regelkonformen Anzugs disqualifiziert.

In Abwesenheit der Topstars aus Österreich und Slowenien glänzte auch Kamil Stoch (Polen) als Zweiter des einzigen Saisonspringens von einer kleinen Schanze. Rang vier ging an Weltmeister Dawid Kubacki aus Polen.

Vorjahressieger Geiger, der zuletzt sechsmal in Folge die Top Ten verpasst hatte, flog auf 94,5 und 96,5 m. Eisenbichler (Siegsdorf), am Donnerstag noch Gewinner des Prologs, wurde nach einem mäßigen und einem ordentlichen Sprung dagegen auf Rang 30 zurückgestuft.

Zweitbester DSV-Adler war somit Pius Paschke (Kiefersfelden) auf Rang sieben. Constantin Schmid (Oberaudorf) empfahl sich als Zwölfter für ein sechstes deutsches WM-Ticket, über das Bundestrainer Stefan Horngacher noch entscheiden muss. Severin Freund (Rastbüchl) landete auf Rang 14, Martin Hamann (Aue) verpasste als 34. dagegen den zweiten Durchgang.

+++++19. Februar 2021+++++

Skisprung-Mixed in Rasnov ohne Weltmeister Eisenbichler

Skisprung-Weltmeister Markus Eisenbichler wird beim abschließenden Mixed-Wettbewerb im rumänischen Rasnov nicht dabei sein. Der 29 Jahre alte Bayer wurde von Bundestrainer Stefan Horngacher nicht für das Springen am Samstag (9.45 Uhr/ZDF) berücksichtigt, wie der Chefcoach am Freitag im ZDF erklärte. Stattdessen werden in Karl Geiger (3.) und Pius Paschke (7.) die beiden besten Springer vom Einzel am Freitag an den Start gehen.

Eisenbichler war wegen eines nicht regelkonformen Anzugs disqualifiziert worden. Deutschland zählt in dem Wettbewerb, der auch zum WM-Programm in Oberstdorf zählt, zu den Favoriten. Im Mixed treten je zwei Frauen und zwei Männer an, die Punkte werden addiert.

+++++19. Februar 2021+++++

Deutscher Verband nominiert 32 WM-Starter - Springer Freitag ohne Ticket

Mit den Titelverteidigern Markus Eisenbichler und Eric Frenzel an der Spitze geht der Deutsche Skiverband in die Nordische Heim-WM in Oberstdorf. Der DSV nominierte am Mittwoch zunächst 32 Sportler aus den Disziplinen Skisprung, Skilanglauf und Kombination für die am 24. Februar beginnenden Titelkämpfe im Allgäu.

Das Skisprung-Team wird angeführt von Eisenbichler und Karl Geiger, die 2019 auf der Großschanze in Innsbruck einen Doppelsieg gefeiert hatten. Zudem gehen Ex-Weltmeister Severin Freund, Pius Paschke und Martin Hamann an den Start, ein sechster Springer kann noch nominiert werden. Dieser würde wohl Constantin Schmid heißen, Olympiasieger Andreas Wellinger und Richard Freitag fehlte zuletzt die Form.

Erstmals bei einer WM mit dabei sind die Kombiniererinnen. Die Jagd auf die historische erste Goldmedaille nehmen unter anderem die ehemalige Junioren-Weltmeisterin Jenny Nowak und Ex-Skispringerin Svenja Würth auf. Bei den Männern gehören Rekordweltmeister Frenzel und der viermalige Saisonsieger Vinzenz Geiger zu den Hoffnungsträgern.

Im Langlauf erhält unter anderem die 20 Jahre alte Lisa Lohmann eine Woche nach ihrem Sprint-Titel bei der Junioren-WM das Ticket für die Titelkämpfe im Allgäu.

Bei der WM 2019 hatte das DSV-Team mit sechs Titeln geglänzt. Neben Eisenbichler und Frenzel holten auch die Skisprung-Teams der Männer und Frauen, das Skisprung-Mixed sowie bei den Kombinierern das Teamsprint-Duo Eric Frenzel/Fabian Rießle Gold.

Selina Freitag in Rasnov auf Rang 26 - Kramer verliert Gelb

Skispringerin Selina Freitag (19) hat im Kampf um das letzte Ticket für die Heim-WM in Oberstdorf einen Punktsieg gelandet. Die Schwester von Team-Weltmeister Richard Freitag belegte beim Weltcup im rumänischen Rasnov den 26. Platz und lag damit knapp vor ihren Konkurrentinnen Luisa Görlich (29.) und Agnes Reisch (35.).

Beste Deutsche beim zweiten Saisonsieg der Slowenin Nika Kriznar war die bereits für die WM qualifizierte Anna Rupprecht auf Rang 16. Kriznar eroberte durch ihren Erfolg vor Sara Takanashi (Japan) und Silje Opseth (Norwegen) die Führung im Gesamtweltcup von Marita Kramer. Die Österreicherin durfte nach einem ungültigem Coronatest nicht starten.

Olympiasiegerin Carina Vogt, Vizeweltmeisterin Katharina Althaus und Juliane Seyfarth sind wie Rupprecht bereits für die WM nominiert und absolvieren derzeit mit Bundestrainer Andreas Bauer eine spezielle WM-Vorbereitung in Garmisch-Partenkirchen.

Die Entscheidung über das fünfte deutsche WM-Ticket fällt in Rasnov nach den abschließenden Springen am Freitag (10.30/Einzel) und Samstag (9.45 Uhr/Mixed Team). Die WM im Allgäu beginnt am 24. Februar.

+++++17. Februar 2021+++++

Keine Pause für Markus Eisenbichler und Karl Geiger vor der Heim-WM

Die sportlich schwächelnden Skispringer Markus Eisenbichler und Karl Geiger bekommen unmittelbar vor der Heim-WM in Oberstdorf keine Wettkampfpause mehr. Beide wurden von Bundestrainer Stefan Horngacher für den Weltcup im rumänischen Rasnov berufen, wie der Deutsche Skiverband (DSV) am Mittwoch mitteilte. Neben Weltmeister Eisenbichler und dem Tournee-Zweiten Geiger sind auch Severin Freund, Martin Hamann, Pius Paschke und Constantin Schmid für die Wettbewerbe am Freitag (Einzel) und Samstag (Mixed Team) auf der Normalschanze nominiert.

Frauen-Bundestrainer Andreas Bauer wählt vor den nächste Woche im Allgäu beginnenden Titelkämpfen einen anderen Ansatz. Die drei Top-Athletinnen Katharina Althaus, Carina Vogt und Juliane Seyfarth reisen nicht zum Weltcup nach Rumänien und werden stattdessen in Garmisch-Partenkirchen trainieren.

+++++14. Februar 2021+++++

Eisenbichler und Geiger enttäuschen bei WM-Härtetest - Granerud siegt

Die deutschen Skisprung-Stars Markus Eisenbichler und Karl Geiger haben beim WM-Härtetest in Zakopane gründlich enttäuscht. Weltmeister Eisenbichler (Siegsdorf) kam am Sonntag beim elften Saisonsieg des Norwegers Halvor Egner Granerud als bester DSV-Adler nicht über Rang zwölf hinaus. Der WM-Zweite Geiger (Oberstdorf) belegte sogar nur den 22. Rang.

Zehn Tage vor der Eröffnung der WM in Oberstdorf gewann Granerud mit Sprüngen auf 132,0 und 133,0 m mit 298,1 Punkten knapp vor Anze Lanisek aus Slowenien (295,2) und dem Norweger Robert Johansson (293,8). Das deutsche Team blieb dagegen in Polen an beiden Tagen ohne Top-Ten-Ergebnis, dies war der Mannschaft von Bundestrainer Stefan Horngacher in diesem Winter zuvor kein einziges Mal passiert.

Geiger (Oberstdorf) hatte einen Tag nach seinem 23. Platz wie Eisenbichler erneut nichts mit der Entscheidung zu tun und landete zum sechsten Mal in Folge außerhalb der Top Ten. "Da werde ich grantig. Der Knoten müsste platzen, und das ist noch nicht passiert. Aber ich gebe nicht auf", sagte Geiger in der ARD.

Am Samstag hatte der zweimalige Saisonsieger Eisenbichler punktgleich mit Pius Paschke (Kiefersfelden) den 14. Rang belegt. Paschke musste sich diesmal mit Position 30 begnügen, Martin Hamann (Aue) flog immerhin auf Rang 24. Ex-Weltmeister Severin Freund (Rastbüchl/31.) und Constantin Schmid (Oberaudorf/38.) verpassten den zweiten Durchgang.

Gold-Favorit Nummer eins für die WM bleibt somit Granerud. Mit seinen jetzt elf Weltcup-Siegen, alle in dieser Saison, schloss er zum norwegischen Rekordhalter Roar Ljökelsöy (elf Siege zwischen 2003 und 2006) auf. Mehr Erfolge in einem Winter waren zuletzt dem Japaner Ryoyu Kobayashi 2018/19 (13) gelungen, den Rekord (15) hält seit 2015/16 der Slowene Peter Prevc.

+++++13. Februar 2021+++++

Deutsche Springer bei WM-Härtetest ohne Top-Ten-Ergebnis

Die deutschen Skispringer sind beim WM-Härtetest im polnischen Zakopane erstmals in dieser Saison ohne Top-Ten-Ergebnis geblieben. Elf Tage vor der Eröffnung der Titelkämpfe in Oberstdorf waren Weltmeister Markus Eisenbichler (Siegsdorf) und Pius Paschke (Kiefersfelden) punktgleich auf Rang 14 die besten DSV-Adler. Seinen ersten Saisonsieg holte der Japaner Ryoyu Kobayashi.

"Bei mir ist der Sprit langsam leer, aber zur WM finde ich sicher noch einen Fünf-Liter-Kanister", sagte Eisenbichler in der ARD. Noch schlechter präsentierte sich Karl Geiger (Oberstdorf). Der WM-Zweite landete bei starkem Schneefall und klirrender Kälte auf dem 23. Rang und damit zum fünften Mal in Folge außerhalb der Top Ten. "Es geht gerade einfach schwer", sagte Geiger.

Kobayashi kämpfte sich im zweiten Durchgang noch vom vierten Platz nach ganz vorne. Der einstige Dominator siegte mit 268,9 Punkten knapp vor dem Polen Andrzej Stekala (268,6) und dem Norweger Marius Lindvik (267,8). Der nach dem ersten Durchgang führende Norweger Halvor Egner Granerud musste sich nach zuletzt vier Siegen in Folge mit Rang sieben begnügen.

Ex-Weltmeister Severin Freund (Rastbüchl) schaffte es nur dank der Disqualifikation des Österreichers Daniel Huber in den zweiten Durchgang und sammelte als 30. noch einen Weltcup-Punkt. Martin Hamann (Aue/34.) und Constantin Schmid (Oberaudorf/43.) schieden vorzeitig aus.

Zakopane war schon zum zweiten Mal in dieser Saison Gastgeber, das polnische Skisprung-Mekka sprang für die abgesagte Olympia-Generalprobe in Peking ein. Das erste Springen am 17. Januar hatte Lindvik gewonnen, Eisenbichler (8.) und Geiger (25.) waren schon da nicht mit der Schanze zurechtgekommen.

+++++7. Februar 2021+++++

Eisenbichler fliegt auf Platz drei - Granerud siegt erneut

Markus Eisenbichler jubelte so wild, dass er sich im Auslauf der riesigen Schanze von Klingenthal gleich noch in den Schnee legte. Der dritte Platz im Einzel war für den Bayer am Sonntag eine große Erleichterung. „Markus hat das wirklich gut gemacht. Wichtig ist, dass er zwei gute Sprünge gemacht hat. Das Ergebnis ist sekundär“, sagte Bundestrainer Stefan Horngacher. Eisenbichler war von seinen Sprüngen auf 138 und 141,5 Meter begeistert. „Es war echt gut heute. Ich bin einfach happy über diesen Tag. Ich kann heute zufrieden heimfahren“, sagte der 29-Jährige, der schon im Auslauf den Sprung aufs „Trepperl“ bejubelte.

Das Wechselbad der Gefühle, das sich nach Rang neun am Samstag noch ziemlich frustrierend angefühlt hatte, kommentierte Eisenbichler so: „Es war heute mal wieder schön, gestern war es bescheiden.“ Dauerhaft ideal läuft es derzeit beim Norweger Halvor Egner Granerud, der seinen zehnten Saisonsieg einfuhr und wie in Willingen beide Einzel für sich entschied. Der Überflieger ist derzeit nicht zu besiegen und im Gesamtweltcup schon kaum mehr einzuholen. Das Podest komplettierte am Sonntag Bor Pavlovcic aus Slowenien, der einen Sprung auf 146 Meter schaffte und Zweiter wurde.

Eisenbichlers Erfolgsrezept zum Abschluss des Wochenendes im Vogtland verriet er direkt im ZDF: „Ich habe einfach nicht viel nachgedacht. Dann vertraue ich auf mein Gefühl. Das macht schon ein bisschen mehr Spaß.“ Er sei mit den Gedanken ohnehin eher in der Heimat an diesem Winter-Sonntag, bekundete der dreifache Champion der Seefeld-WM von 2019. Doch woran dachte er genau? „Sag i' net, auf alle Fälle dahoam“, antwortete Eisenbichler - und grinste.

Beim Vierschanzentournee-Zweiten Karl Geiger herrscht derweil Frust. Nachdem er seit Januar 2019 bei jeder Weltcup-Teilnahme punktete, verfehlte er in der Vogtland-Arena gleich zweimal den zweiten Durchgang. Auf Rang 32 folgte am Sonntag Rang 38. „Das war nix. Das System schließt sich nicht. Leider hab ich gestern 'ne zweijährige Serie gerissen, indem ich mal wieder ausgeschieden bin“, konstatierte Geiger, der in diesem Winter nicht nur den Flug-WM-Titel geholt hat, sondern auch schon ein Einzelspringen bei der Tournee für sich entschied.

Eine Pause vor der WM in seinem Heimatort Oberstdorf plant Geiger trotzdem nicht, er will im polnischen Zakopane und im rumänischen Rasnov starten. „Ich habe nicht vor rauszugehen. Es ist nichts, wovor man weglaufen muss“, sagte der Allgäuer, der in der kommenden Woche 28 Jahre alt wird. Er traue es sich trotz des aktuellen Tiefs zu, auch mit Wettkämpfen wieder den Anschluss an die Weltspitze zu finden. Bis zum WM-Auftakt der Skispringer sind es noch knapp drei Wochen.

Fester Kandidat für das Team wird dann auch Pius Paschke sein. Der 30-Jährige hatte am Samstag Rang sieben belegt und war damit bester Deutscher, am Sonntag ließ er Rang 15 folgen. Offen ist, ob Richard Freitag, immerhin Team-Weltmeister von 2019, bis Oberstdorf eine Rückkehr ins Team schaffen kann. Seit dem Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen erhielt er von Chefcoach Horngacher keine weitere Chance mehr.

+++++6. Februar 2021+++++

Althaus Siebte in Hinzenbach - Kvandal-Sturz überaschattet Wettbewerb

Die Olympiazweite Katharina Althaus hat beim Skisprung-Weltcup in Hinzenbach/Österreich für das zweitbeste deutsche Ergebnis des WM-Winters gesorgt. Die Oberstdorferin landete mit Flügen auf 85,5 und 81,0 m auf Rang sieben. Althaus zeigte sich nach den Plätzen zwölf und acht an den Vortagen leicht verbessert, zum Podest fehlten aber umgerechnet fast acht Meter.

"Wir haben einen guten Schritt nach vorne gemacht, auch wenn es noch nicht ganz zum Podest reicht", sagte Bundestrainer Andreas Bauer im ZDF. Die lange verletzte Sotschi-Olympiasiegerin Carina Vogt (Degenfeld) schob sich im zweiten Durchgang noch vom 23. auf den 16. Rang vor.

Überschattet wurde der Wettkampf von einem Sturz der Norwegerin Eirin Maria Kvandal. Die Siegerin von Ljubno kam im zweiten Durchgang nach der Landung zu Fall und verdrehte sich das rechte Knie. Die 19-Jährige wurde mit einem Krankenwagen für weitere Untersuchungen in ein Hospital gebracht.

"Der Sturz war natürlich nicht schön anzusehen. Ich hoffe, es geht ihr einigermaßen", sagte Althaus im ZDF. Zu ihrem eigenen Abschneiden meinte die 24-Jährige: "Es reicht halt nicht ganz."

Ihren 59. Weltcupsieg und den zweiten in Folge feierte Sara Takanashi mit Sprüngen auf 89,0 und 92,5 m vor Nika Kriznar (Slowenien) und Silje Opseth (Norwegen). Die Japanerin Takanashi hatte auf der kleinsten aktuellen Weltcupschanze schon 2014, 2016 und 2017 einen Doppelsieg gefeiert.

Zweitbeste Deutsche war Anna Rupprecht (Degenfeld) auf Rang 14, Agnes Reisch (Isny) belegte den 23. Platz. Die im Weltcup weiter führende Österreicherin Marita Kramer wurde Vierte.

Nicht zu schlagen war die erst 24 Jahre alte Japanerin, die nun mehr als ein Drittel aller bisher ausgetragenen Weltcups gewonnen hat. Ihren ersten Sieg hatte sie im März 2012 als 15-Jährige im heimatlichen Yamagata gefeiert.

+++++6. Februar 2021+++++

DSV-Adler enttäuschen bei Granerud-Sieg - „Beschissenes Gefühl“ für Eisenbichler

Bei Deutschlands besten Skispringern herrschte richtig schlechte Laune. Weltmeister Markus Eisenbichler stieß beim Verlassen der Vogtland-Arena in Klingenthal mal wieder einen seiner berühmten Flüche („Leck mich doch am Arsch“) aus, Karl Geiger winkte schon nach dem ersten Durchgang voller Enttäuschung ab. Beim ersten von zwei Sprung-Einzeln beim Heimspiel wurde Eisenbichler immerhin noch Neunter, den Allgäuer Geiger erwischte es als 32. noch deutlich schlimmer.

Doch auch „Eisei“, wie der Gesamtweltcup-Zweite aus Bayern genannt wird, war bedient. „Von zufrieden bin ich ganz weit weg. Ich komme einfach nicht ins Fliegen. Es ist ein beschissenes Gefühl, es kotzt mich an“, schimpfte der 29-Jährige in gewohnter Deutlichkeit im ZDF. Im Jahr 2021 wartet das deutsche Skisprung-Team weiter auf den ersten Sieg.

Während Eisenbichler bei seinen beiden Sprüngen (135 und 134,5 Meter) große Probleme hatte, setzte sich sein Rivale Halvor Egner Granerud mal wieder souverän durch. Der Norweger sprang 140,5 und 141,5 Meter, gewann bereits das neunte Einzel in diesem Winter und enteilt im Gesamtweltcup. An den Wochenenden springt der Gelb-Träger derzeit in einer eigenen Liga.

Ging der Winter für das Duo Eisenbichler/Geiger mit Siegen, dem Flug-WM-Titel und Rang zwei bei der Vierschanzentournee noch so gut los, herrscht derzeit Verzweiflung. Im unangenehmen Schneeregen von Klingenthal wirkte neben Eisenbichler auch Geiger ein Stück weit ratlos. „Es ist mir auch egal, wie der Wind war. Es ist einfach schlecht gesprungen“, kritisierte sich Geiger selbst. Für die Heim-WM in Oberstdorf (23. Februar bis 7. März) sind das keine guten Vorzeichen.

Hinter Granerud komplettierten Tournee-Sieger Kamil Stoch aus Polen und der Slowene Bor Pavlocic, dem die Tagesbestweite von 142,5 Metern gelang, das Podium. Bester Athlet des Deutschen Skiverbandes (DSV) wurde am Samstag bei widrigem Wetter überraschend Pius Paschke, der nach 126,5 und 137,5 Metern Rang sieben einfuhr.

„Der Aufwärtstrend bei Pius hat sich bestätigt. Der zweite Sprung war sehr gut, er ist auf dem Weg“, lobte Bundestrainer Stefan Horngacher. Paschke sei „auf der Welle drauf“, fügte der Coach lobend an. Bei Eisenbichler und Geiger kann man das derzeit nicht behaupten.

+++++5. Februar 2021+++++

Althaus Achte - 58. Weltcupsieg für Takanashi

Die deutschen Skispringerinnen müssen weiter auf ihre erste Podestplatzierung im WM-Winter warten. Beim zweiten Wettbewerb in Hinzenbach/Österreich sprang die Olympiazweite Katharina Althaus (Oberstdorf) mit Platz acht als beste Deutsche klar am Podium vorbei, zeigte sich nach Rang zwölf am Vortag aber verbessert.

Beim 58. Weltcupsieg der Japanerin Sara Takanashi, die mit zwei Sprüngen auf 90,0 m 238,4 Punkte erreichte und knapp vor der slowenischen Vortagessiegerin Nika Kriznar (238,0) gewann, fehlten Althaus (217,2) auf der kleinsten aktuellen Weltcupschanze umgerechnet rund siebeneinhalb Meter auf die drittplatzierte Silje Opseth aus Norwegen (232,4).

Sotschi-Olympiasiegerin Carina Vogt (Degenfeld), am Freitag im erst zweiten Wettkampf nach ihrer langen Kreuzbandriss-Pause als Elfte beste Deutsche, musste sich diesmal mit Rang 20 begnügen. "Es war trotzdem ein cooler Wettkampf, weil sich mein Knie besser angefühlt hat als gestern", sagte die 29-Jährige im ZDF. Vor ihr lag noch Anna Rupprecht (Degenfeld) auf Platz 13.

Während Weltcup-Spitzenreiterin Marita Kramer (Österreich) wegen eines irregulären Anzugs disqualifiziert wurde, feierte Takanashi ihren ersten Saisonsieg. Die erst 24 Jahre alte Japanerin hat mehr als ein Drittel aller bisher ausgetragenen Weltcups gewonnen, ihren ersten Sieg hatte sie im März 2012 als 15-Jährige im heimatlichen Yamagata gefeiert.

Wieder dabei war Norwegens Olympiasiegerin Maren Lundby, die am Vortag wegen fehlender Ski nur zusehen konnte - ihr Arbeitsgerät war erst nach dem Wettkampf in Österreich eingetroffen. Ihren 31. Weltcupsieg, den ersten in diesem Winter, verpasste die bestimmende Springerin der vergangenen Jahre als Fünfte aber deutlich.

+++++5. Februar 20201+++++

Vogt überzeugt mit Platz elf am Geburtstag

Sotschi-Olympiasiegerin Carina Vogt ist an ihrem 29. Geburtstag nur knapp an den Top 10 vorbeigeflogen und hat sich beim erst zweiten Einsatz im Skisprung-Weltcup nach langer Verletzungspause fast schon wieder in alter Form präsentiert. Auf einer ihrer Lieblingsschanzen im österreichischen Hinzenbach wurde die Degenfelderin am Freitag als beste Deutsche Elfte und empfahl sich nachdrücklich für einen Einsatz bei der WM in Oberstdorf.

Vogt hatte nach einem Sprung auf 82,5 im ersten Durchgang noch auf Platz sechs gelegen, konnte dies aber nicht ganz bestätigen und fiel mit 82,0 m sowie insgesamt 210,3 Punkten zurück. Ihren ersten Weltcupsieg feierte die Slowenin Nina Kriznar (237,4 Punkte/89,0+90,5 m) vor Landsfrau Ema Klimec (236,6) sowie der Norwegerin Eirin Maria Kvandal (226,6). Vierte wurde Österreichs Weltcup-Spitzenreiterin Marita Kramer.

Vogt, die sich im Sommer 2019 einen Kreuzbandriss zugezogen hatte und Ende Januar mit Platz 22 in Ljubno in den Weltcup zurückgekehrt war, hatte am 1. Februar 2015 in Hinzenbach ihren zweiten und bislang letzten Weltcupsieg gefeiert, viermal stand sie in Oberösterreich auf dem Podest. Zuletzt hatte Vogt in Titisee-Neustadt wegen erneuter Knieprobleme aussetzen müssen.

Bei der vorletzten Weltcup-Station vor der WM in ihrer Heimatgemeinde (23. Februar bis 7. März) musste sich die Olympiazweite Katharina Althaus mit Rang zwölf begnügen und sucht weiter ihre Form. Anna Rupprecht (Degenfeld) wurde 18., Luisa Görlich (Lauscha/33.) und Agnes Reisch (Isny/34.) schieden im ersten Durchgang aus. Die formschwache Team-Weltmeisterin Juliane Seyfarth (Ruhla) war in der Qualifikation gescheitert.

Nicht antreten konnte am Freitag Norwegens Olympiasiegerin Maren Lundby, nachdem ihre Ski die Reise nach Österreich nicht mitgemacht hatten. "Es gibt derzeit kaum Flüge, und diejenigen, die es gibt, sind voll mit anderem Gepäck", sagte Norwegens Teamsprecher Steinar Bjerkman, der auf eine Lösung bis zum zweiten von drei Springen am Samstag (12.45 Uhr) hofft.

+++++31. Januar 2021+++++

Eisenbichler springt zum Abschluss in Willingen aufs Podest

Erst fehlte das Party-Publikum, dann blieben die sportlichen Erfolge aus - und schließlich verblies der heftige Wind im Upland auch noch das zweite Einzel. Markus Eisenbichler und die deutschen Skispringer haben beim prestigeträchtigen Heimspiel in Willingen ein turbulentes Wochenende erlebt, können nach einem 143-Meter-Traumflug und Rang drei von „Eisei“ aber optimistisch zum nächsten Heimspiel in Klingenthal reisen. Mit dem ersten Sieg im Jahr 2021 wurde es aber auch auf der riesigen Mühlenkopfschanze nichts. Stattdessen dominierte mal wieder der Norweger Halvor Egner Granerud.

Auf die Flüche vom Samstag ließ der 29 Jahre alte Bayer am Sonntag einen Podestplatz folgen. „Yes!“, jubelte er nach dem 113 Minuten langen Durchgang im Auslauf - ein zweiter Sprung fand angesichts des kräftigen Windes nicht statt. „Das war alles ein bisschen glücklich heute. Man hat hoffen müssen“, konstatierte Eisenbichler.

Tags zuvor hatte er nach Rang acht noch ganz anders geklungen: „So eine Scheiße“, rief der emotionale Bayer nach dem Flug, bevor er wenige Minuten später in der ARD nachlegte: „Es geht mir auf den Sack, geht mir richtig auf den Sack. Ohne Scheiß.“

Während sein Rivale Granerud Sieg um Sieg einfährt und derzeit wieder der beste Skispringer der Welt ist, kämpfen Eisenbichler und Kumpel Karl Geiger mit massiven Formschwankungen. Granerud zeigte mit 149 Metern am Sonntag einmal mehr, was ihn derzeit auszeichnet.

Der Wettbewerb wurde für die Athleten zu einer Tortur. Die Jury brach zunächst am Nachmittag die Qualifikation ab und hoffte darauf, der starke Wind würde sich im Wettkampf legen. Doch das Gegenteil war der Fall. Am späten Nachmittag blies der Wind teilweise mit sechs bis sieben Metern pro Sekunde in den Aufsprunghang hinein - eigentlich Bedingungen, die für Skispringer unmöglich zu kontrollieren sind. Doch die Jury zog - bei nicht immer fairen Bedingungen - durch.

„Wenn das Wetter so ist, macht es nicht wahnsinnig viel Spaß“, sagte der frühere Weltmeister Severin Freund. Im Vorjahr hatte Sturmtief Sabine eine Austragung des Springens am Sonntag verhindert. Damals war die Gemütslage des deutschen Teams aber eine ganz andere, schließlich hatte Lokalmatador Stephan Leyhe das erste Einzel vor vollen Rängen für sich entschieden.

Der Norweger Granerud strich mit seinem Sieg nicht nur 15 000 Euro für den besten Skispringer am Willingen-Wochenende ein, sondern baute auch sein Polster im Gesamtweltcup aus. Mit 1206 Punkten liegt er nun schon deutlich vor Eisenbichler (888), der zwar genauso herausragend springen kann, dies aber nicht so beständig zeigt wie sein Widersacher.

Bis zur WM im Allgäu stehen für Eisenbichler, Geiger und Co. noch drei Wettkampf-Wochenenden an. Auf das Klingenthal-Heimspiel folgen weitere Springen im polnischen Zakopane und in Rasnov in Rumänien. Bundestrainer Horngacher wollte nach dem tristen Samstag am Sonntag eine deutliche Steigerung sehen. „Ich denke, jeder weiß, was er zu tun hat. Ich erwarte heute deutlich bessere Sprünge“, sagte der Chefcoach aus Tirol. Eisenbichler erfüllte dies mit Bravour.

+++++30. Januar 2021+++++

Eisenbichler in Willingen Achter – Granerud siegt

Die deutschen Skispringer haben beim Heim-Weltcup in Willingen das Podest verpasst. Weltmeister Markus Eisenbichler (Siegsdorf) wurde am Samstag beim Sieg des Norwegers Halvor Egner Granerud von der Mühlenkopfschanze als Achter bester DSV-Adler, der Vierschanzentournee-Zweite Karl Geiger (Oberstdorf) kam dank eines starken zweiten Durchgangs noch auf Rang elf.

Granerud setzte sich mit Sprüngen auf 147,5 und 145,5 m vor seinem Landsmann Daniel Andre Tande (145,0+140,5m) und Vierschanzentournee-Sieger Kamil Stoch (Polen/142,5+135,5) durch. Granerud baute damit seine Führung im Gesamtweltcup weiter aus.

Neben Eisenbichler und Geiger schaffte es von sechs deutschen Skispringern nur noch Pius Paschke in den zweiten Durchgang und kam auf Rang 24. Constantin Schmid (Oberaudorf) schied als 31. ebenso aus wie Martin Hamann (Aue/33.) und Severin Freund (37.).

+++++30. Januar 2021+++++

DSV-Skispringerinnen wieder am Podest vorbei

Die deutschen Skispringerinnen um die Olympiazweite Katharina Althaus haben auch beim dritten Saison-Weltcup das Podest deutlich verpasst. Beim Heimspiel auf der Großschanze in Titisee-Neustadt war die Oberstdorferin als Neunte die beste von insgesamt neun deutschen Starterinnen. In der Vorwoche in Ljubno/Slowenien hatte sie mit Platz sechs ihr bislang bestes Resultat in der WM-Saison erzielt.

Nach einem Sprung auf 115,5 m und Platz elf in Durchgang eins steigerte sich Althaus mit ihrem zweiten Satz auf 123,5 Meter deutlich und kletterte damit zumindest noch in die Top 10.

Ihren zweiten Saisonsieg feierte Marita Kramer. Die Österreicherin, zum Auftakt in Ramsau erfolgreich und in Ljubno Dritte, setzte sich mit 257,7 Punkten (131,5+135 m) vor der Norwegerin Silje Opseth (254,0) und der Slowenin Ema Klinec (245,5) durch.

Auf ihren Start in Titisee-Neustadt verzichten musste Olympiasiegerin Carina Vogt (Degenfeld). Die 28-Jährige hatte in Ljubno nach einem überstandenen Kreuzbandriss ihr Comeback gefeiert, erlitt dort aber einen Rückschlag. "Mein Knie hat quasi aus heiterem Himmel eine Reizung abbekommen", sagte Vogt, die sich einen Start im zweiten Wettbewerb am Sonntag aber noch offen ließ. Mit Blick auf den weiteren Saisonverlauf und die Heim-WM in Oberstdorf (ab 23. Februar) werde man aber "kein Risiko eingehen".

+++++24. Januar 2021+++++

Eisenbichler und Geiger fliegen aufs Podest - Granerud schenkt Lahti-Sieg weg

Skisprung-Weltmeister Markus Eisenbichler (Siegsdorf) und der Tourneezweite Karl Geiger (Oberstdorf) sind beim Weltcup in Lahti auf das Podest geflogen, haben dabei aber vom Missgeschick des Norwegers Halvor Egner Granerud profitiert. Der deutlich in Führung liegende Granerud flog auch im zweiten Durchgang der Konkurrenz weit davon, konnte den Sprung bei 137,5 m aber nicht mehr stehen und wurde Vierter.

Somit siegte Graneruds Landsmann Robert Johansson (265,9 Punkte/128,5+126,5 m)) mit umgerechnet nicht einmal einem Meter Vorsprung auf Eisenbichler (264,2/129,5+128,5), der letztlich den Sieg durch eine schwache Landung im zweiten Durchgang vergab. Geiger (264,0/130,5+126,0) lag knapp dahinter und einen halben Punkt vor Granerud, der in den Schnee griff, aber einen schweren Sturz vermied.

Granerud war anschließend "stocksauer" und forderte Aufklärung: "Ich würde gerne von den Sprungrichtern wissen, wofür sie mir so viele Punkte abgezogen haben."

Für Geiger war es der vierte Podestplatz der Saison, der erste nach der Tournee. Eisenbichler landete erstmals seit Engelberg am 20. Dezember wieder unter den ersten Drei. Nach dem zuletzt schwachen Abschneiden in Zakopane zeigten sich die deutschen Adler gut vier Wochen vor Beginn der WM in Oberstdorf damit deutlich verbessert. Vor allem Geiger, am Vortag beim dritten Platz der DSV-Adler im Teamwettbewerb der punktbeste aller Springer, überzeugte in Lahti.

Routinier Pius Paschke (Kiefersfelden) landete auf Platz zehn. Ex-Weltmeister Severin Freund (Rastbüchl), vor sieben Jahren Weltcup-Sieger in Lahti, kam auf Rang 27. Martin Hamann (Aue) sprang am Tag nach seinem Team-Debüt mit Platz 28 solide. Der formschwache Constantin Schmid (Oberaudorf), der nicht für den Team-Wettkampf nominiert worden war, verpasste mit 116,5 m als 37. den zweiten Durchgang.

Im Weltcup steht ab Freitag das nächste Heimspiel für die DSV-Adler an, Schauplatz ist die Mühlenkopfschanze in Willingen.

Althaus gute Sechste - Vogt mit ordentlichem Comeback

Sotschi-Olympiasiegerin Carina Vogt mit einem ansehnlichen Comeback, Katharina Althaus klar verbessert: Die deutschen Skispringerinnen haben zwar auch auf der zweiten Weltcup-Stadion im slowenischen Ljubno das Podest verpasst, einen Monat vor der Heim-WM in Oberstdorf aber einen Schritt nach vorne gemacht. Beste Deutsche beim Sieg der Norwegerin Eirin Maria Kvandal war am Sonntag die Pyeongchang-Olympiazweite Katharina Althaus als Sechste. Vogt kam bei ihrem ersten Wettkampf seit fast zwei Jahren auf Platz 22.

Die 24 Jahre alte Althaus (Oberstdorf), beim Auftakt im Dezember in Ramsau nur Zwölfte, sprang 87,0 und 83,5 m, mit 222,6 Punkten lag sie umgerechnet knapp acht Meter hinter dem Podest zurück. Bis zur am 23. Februar beginnenden WM wartet auf die deutsche Nummer eins, die mit dem deutschen Team am Samstag nur Platz fünf belegt hatte, noch einige Arbeit. Die von einer Knieverletzung genesene Vogt war mit Sprüngen auf 80,0 und 80,5 m hinter Anna Rupprecht (beide Degenfeld/13.) die drittbeste Deutsche

Die 19 Jahre alte Kvandal überraschte bei ihrem erst zweiten Weltcup-Einzel (nach Platz 33 in Ramsau) mit Flügen auf 92,0 sowie 89,5 m und setzte sich mit 244,2 Punkten vor der Slowenien Ema Klinec (242,8) durch. Dritte wurde Marita Kramer aus Österreich (238,1).

Vogt hatte im Juli 2019 im Training einen Kreuzbandriss erlitten, im Teamspringen am Samstag war die 28-Jährige geschont worden. Großes Ziel der fünfmaligen Weltmeisterin ist die WM-Teilnahme in Oberstdorf. "Wenn ich das wirklich schaffen sollte, in Oberstdorf zu stehen, nach allem, was in den letzten zwei Jahren passiert ist, dann ist das für mich persönlich der größte Erfolg", sagte Vogt dem SWR.

+++++23. Januar 2021+++++

Deutsche Herren im Team-Wettbewerb in Finnland auf Rang drei

Die deutschen Skispringer sind beim letzten Teamwettkampf vor der WM in Oberstdorf auf dem Podest gelandet und haben sich damit für das schlechte Abschneiden zuletzt in Zakopane rehabilitiert. Beim Weltcup im finnischen Lahti kam das DSV-Quartett dank eines ganz starken Skiflug-Weltmeisters Karl Geiger mit 1014,4 Punkten auf den dritten Platz hinter Norwegen (1024,2) und Polen (1018,3).

Eine Woche zuvor hatte es in Polen nur zu Platz sechs gereicht, dabei lag das deutsche Team 120 Punkte - ungerechnet rund 66 Meter - hinter Sieger Österreich. Die Heim-WM beginnt am 23. Februar, Deutschland ist Titelverteidiger im Mannschaftsspringen.

Geiger (Oberstdorf), kam am Samstag im letzten Sprung von der großen Salpausselkä-Schanze auf 129,0 m und fing damit noch die vor den Deutschen liegenden Österreicher klar ab. Im ersten Durchgang hatte der Tourneezweite 125,0 m vorgelegt.

Weltmeister Markus Eisenbichler (Siegsdorf) zeigte sich ebenfalls verbessert und sprang 126,5 sowie 125,5 m. Pius Paschke (Kiefersfelden) kam auf 125,0+122,5 m. Martin Hamann (Aue), der den formschwachen Constantin Schmid ersetzte, flog bei seinem Team-Debüt im Weltcup auf 123,5 und 116,5 m.

Deutsches Frauen-Team in Ljubno nur auf Platz fünf

Die deutschen Skispringerinnen sind beim einzigen Team-Weltcup vor der Heim-WM in Oberstdorf klar am Podest vorbeigeflogen. Einen Monat vor dem Beginn der Titelkämpfe im Allgäu (23. Februar bis 7. März) musste sich das DSV-Quartett um die Olympiazweite Katharina Althaus im slowenischen Ljubno mit Platz fünf begnügen. 2019 waren die deutschen Frauen in Seefeld Weltmeister geworden.

Nach acht Sprüngen lagen Althaus (Oberstdorf), Luisa Görlich (Lauscha), Anna Rupprecht (Degenfeld) und Juliane Seyfarth (Ruhla) fast 100 Punkte oder umgerechnet rund 50 Meter hinter Sieger Slowenien zurück. Platz zwei ging an Norwegen vor Österreich. In den bisherigen sechs Teamspringen der Weltcup-Geschichte schnitt ein deutsches Quartett nur einmal schlechter ab - im Januar 2020 gab es Platz sechs in Zao/Japan.

Olympiasiegerin Carina Vogt, die nach fast zwei Jahren Verletzungspause ihr Comeback feiert, war für das Teamspringen nicht nominiert worden, startet aber am Sonntag (14.00 Uhr) im Einzel.

+++++17. Januar 2021+++++

Nächste Enttäuschung für deutsche Skispringer in Zakopane – Lindvik siegt

Die deutschen Skispringer um Markus Eisenbichler (Siegsdorf) und Karl Geiger (Oberstdorf) haben beim Weltcup im polnischen Zakopane die nächste Enttäuschung erlebt. Weltmeister Eisenbichler landete als bester DSV-Adler mit Sprüngen auf 129,5 und 134,5 m auf Rang acht. Den Sieg holte sich der Norweger Marius Lindvik mit Weiten von 135,0 und 145,5 m (296,5 Punkte).

"Das Fazit ist eher bescheiden, wir sind nicht so gut gesprungen, sagte Eisenbichler (279,1) am ARD-Mikrofon: "Bei mir war es heute ein Kampf. Aber auch an einem schlechteren Tag bin ich noch in Schlagdistanz, und ich habe wieder extrem Bock."

Der Vierschanzentournee-Zweite Geiger (Oberstdorf) sucht indes weiter nach seiner Form und landete nur auf dem enttäuschenden 25. Platz (260,3). "So ganz schlau werde ich aus dem Wochenende noch nicht. Es ist nicht leicht gegangen, das muss ich ein paar Tage sacken lassen", sagte der Skiflug-Weltmeister.

Über ein gutes Ergebnis durfte sich Pius Paschke (Kiefersfelden/273,9) als 13. freuen. Auch Ex-Weltmeister Severin Freund (Rastbüchl/271,4) auf Platz 16 und Martin Hamann (Aue/271,2) als 17. zeigten gute Sprünge. Constantin Schmid (Oberaudorf) verpasste als 43. das Finale deutlich.

Lokalmatador und Tourneesieger Kamil Stoch musste sich mit Platz elf (276,7) zufrieden geben, der norwegische Dominator und Gesamtweltcupführende Halvor Egner Granerud (266,0) kam nicht über Rang 23 hinaus.

+++++16. Januar 2021+++++

DSV-Team in Zakopane nur Sechster – Polen gewinnt

Die deutschen Skispringer haben beim Team-Weltcup in Zakopane einen vollkommen missglückten Tag erwischt. Bei dichtem Schneetreiben und böigem Wind im polnischen Wintersport-Mekka enttäuschte das DSV-Team um den Tournee-Zweiten Karl Geiger und Weltmeister Markus Eisenbichler mit durchwachsenen Sprüngen und landete nur auf Platz sechs. Bei ihrem Heim-Weltcup verpassten die Polen um Tourneesieger Kamil Stoch trotz deutlicher Zwischenführung den Sieg, Österreich setzte sich mit 8,9 Punkten Vorsprung durch.

Schon zur Halbzeit waren die deutschen Hoffnungen auf das Podest verflogen, am Ende betrug der Rückstand auf Österreich stolze 120,9 Punkte. Skiflugweltmeister Geiger (Oberstdorf) und Schlussspringer Eisenbichler (Siegsdorf) erwischten mit 121,5 und 126,5 Metern nur mittelmäßige erste Versuche. Zumindest Geiger steigerte sich im zweiten Durchgang bei besseren Bedingungen deutlich auf 135,5 m.

Eisenbichler, am Freitag noch Zweiter in der Qualifikation für das Einzelspringen am Sonntag (16.00 Uhr/ARD), kam lediglich auf Weiten von 126,5 und 127,0 m. Der frühere deutsche Top-Springer Severin Freund (Oberstdorf), der nach zahlreichen Verletzungen und Rückschlägen erstmals seit 2016 wieder an einem Teamspringen teilnahm, lieferte Sprünge über 125,5 und 120,0 Meter ab und sprach im Anschluss von einem "schweren Tag" für das deutsche Team. Pius Paschke (Kiefersfelden) stürzte bei seinem zweiten Sprung auch aufgrund von starkem Rückenwind schon bei 109,0 m an. "Beide Sprünge waren einfach nicht gut", sagte Paschke.

Bundestrainer Stefan Horngacher war bereits nach dem ersten Durchgang bedient. "Die Sprünge waren technisch nicht sauber genug, da waren einige Fehler drin", sagte der Österreicher am ARD-Mikrofon.

Der Wettbewerb war zunächst durch starken Schneefall gekennzeichnet, die Wettkampfleitung drückte dementsprechend aufs Tempo. Der zweite Durchgang musste dann aufgrund von einsetzenden Windböen immer wieder kurz unterbrochen werden.

Auch der Weltcupführende Halvor Egner Granerud landete bei seinem ersten Sprung schon nach 116,5 Metern. Dank einer Steigerung im zweiten Durchgang und besserer Leistungen seiner norwegischen Teamkollegen flogen die Skiflugweltmeister im Team immerhin noch auf den dritten Platz.

Der Wettkampf in Zakopane war das zweite Teamspringen der Weltcup-Saison. Ende November hatte die deutsche Mannschaft in Wisla/Polen hinter Österreich den zweiten Platz belegt. Auch bei der Skiflug-WM landete das deutsche Team auf dem Silberrang.

+++++10. Januar 2021+++++

Eisenbichler verpasst Podest als Vierter - Granerud gewinnt

Skisprung-Weltmeister Markus Eisenbichler (Siegsdorf) hat trotz einer erneut starken Leistung auch im zweiten Weltcup-Wettbewerb beim deutschen Heimspiel in Titisee-Neustadt seinen ersten Podestplatz im Jahr 2021 knapp verpasst. Beim sechsten Saisonsieg des Norwegers Halvor Egner Granerud kam der 29-Jährige wie am Vortag auf Platz vier und war mit Abstand bester DSV-Adler.

"Es war knapp hier, die Jungs haben sich gut geschlagen", sagte Bundestrainer Stefan Horngacher im ZDF: "Aber wir sind schon längere Zeit unterwegs. Wir brauchen jetzt ein paar Tage Ruhe."

Eisenbichler, der bei schwierigen Windverhältnissen 136,5 m und 135,5 m sprang, fehlten mit 288,7 Punkten umgerechnet anderthalb Meter zu Platz drei. Granerud setzte sich mit 140,0 und 138,0 m (299,4 Punkte) vor seinem überraschend starken Landsmann Daniel Andre Tande (297,0) durch und baute die Führung im Gesamtweltcup aus, Dritter wurde der Österreicher Stefan Kraft (291,3).

Der Vierschanzentournee-Zweite Karl Geiger (Oberstdorf) zeigte sich nach Platz 25 am Vortag verbessert und erreichte mit Platz elf (272,6 Punkte) einen versöhnlichen Abschluss. Tourneesieger Kamil Stoch (Polen), der am Vortag seinen 39. Weltcupsieg gefeierte hatte, musste sich nach einem schwachen ersten Sprung bei starkem Rückenwind mit Rang 17 begnügen

Pius Paschke (Kiefersfelden/132,2 Punkte) belegte Rang zwölf. Ex-Weltmeister Severin Freund (Rastbüchl), 2015 Weltcup-Sieger in Titisee-Neustadt, fiel im zweiten Durchgang von Platz 15 auf 24 zurück.

Constantin Schmid, der auf der Hochfirstschanze 2017 als 18-Jähriger mit Platz acht erstmals in die Top 10 gesprungen war, verpasste als 32. das Finale. Auch Martin Hamann (Aue), am Samstag als 14. noch zweitbester Deutscher, flog mit Platz 39 am zweiten Durchgang vorbei.

+++++9. Januar 2021+++++

Eisenbichler Vierter in Titisee-Neustadt - Tournee-Sieger Stoch gewinnt

Vierschanzentournee-Sieger Kamil Stoch hat auch das Weltcup-Skispringen in Titisee-Neustadt gewonnen. Der 33 Jahre alte Pole sprang am Samstag im Schwarzwald 139 und 144 Meter und setzte sich damit vor dem Norweger Halvor Egner Granerud und seinem Landsmann Piotr Zyla durch. Für die deutschen Skispringer lief es im ersten Wettkampf nach der Vierschanzentournee mittelmäßig. Der Tournee-Zweite Karl Geiger (129,5 und 121,5 Meter) kam nach zwei schwachen Versuchen nicht über Rang 25 hinaus. Besser lief es bei Markus Eisenbichler, der als bester Deutscher Rang vier belegte.

Auch Martin Hamann (14.), Pius Paschke (17.), Severin Freund (23.) und Constantin Schmid (26.) schafften es in die Punkteränge, hatten mit den vorderen Platzierungen aber nichts zu tun. Am Sonntag (16.30 Uhr/ZDF und Eurosport) steht auf der Hochfirstschanze ein weiteres Einzel auf dem Programm.

Hier gibt es alle Infos zur beendeten Vierschanzentournee>>>

Das deutsche Aufgebot für die ersten beiden Springen im Überblick.

+++++26. Dezember 2020+++++

Das deutsche Team für die Vierschanzentournee

Skisprung-Bundestrainer Stefan Horngacher hat zwölf Aktive für die 69. Vierschanzentournee nominiert. Angeführt wird das Team von Weltmeister Markus Eisenbichler, der als einer der größten Favoriten auf den goldenen Adler gilt.

Das Aufgebot:

Moritz Baer (SF Gmund-Dürnbach)
Markus Eisenbichler (TSV Siegsdorf)
Richard Freitag (SG Nickelhütte Aue)
Severin Freund (WSV DJK Rastbüchl)
Martin Hamann (SG Nickelhütte Aue)
Kilian Märkl (SC Partenkirchen)
Pius Paschke (WSV Kiefersfelden)
Luca Roth (SV Meßstetten)
David Siegel (SV Baiersbronn)
Constantin Schmid (WSV Oberaudorf)
Andreas Wellinger (SC Ruhpolding)

Karl Geiger (SC Oberstdorf)*

Nach den beiden ersten Stationen muss Chefcoach Horngacher sein Aufgebot von zwölf auf sechs Springer reduzieren.

Hier finden Sie alle Informationen zur Vierschanzentournee >>>

Das ist der Kader der deutschen Skispringer 2020/21>>>

Der Zeitplan der Vierschanzentournee >>>

+++++20. Dezember 2020+++++

Markus Eisenbichler muss sich bei Tournee-Test nur Granerud geschlagen geben

Markus Eisenbichler ist bereit für die große Prüfung Vierschanzentournee. Mit breitem Grinsen und der Faust grüßte Deutschlands bester Skispringer am Sonntag in die Fernsehkameras. Ein zweiter Platz im Wintersport-Paradies Engelberg macht Eisenbichler im Duell mit Dauersieger Halvor Egner Granerud zuversichtlich. Gut eine Woche vor dem Tournee-Start in Oberstdorf kündigte „Eisei“ selbstbewusst an: „Ich freue mich echt auf Oberstdorf. Da werde ich attackieren.“ Am Vortag hatte Eisenbichler bereits als Vierter überzeugt.

Auch Bundestrainer Stefan Horngacher war erleichtert. „Wir können mit den Top-Leuten zufrieden sein“, sagte der Coach und meinte damit Eisenbichler und Pius Paschke, der am Sonntag Rang fünf belegte. Für den Norweger Granerud war es der fünfte Weltcupsieg am Stück. Die Vierschanzentournee könnte zu einem großen Zweikampf zwischen dem Gelb-Träger und Herausforderer Eisenbichler werden. „Dass ich Zweiter werde, ist saugeil“, befand Eisenbichler in der ARD.

Anders als Engelberg, wo „Eisei“ an diesem Wochenende immer wieder haderte, liegt die Anlage in Oberstdorf dem Deutschen. „Ich habe vor, gut zu springen. Die Schanzen kommen mir entgegen“, sagte der 29-Jährige. Horngacher gab am Sonntag das Ziel aus, die Tournee zu gewinnen. „Sonst brauchen wir nicht anzutreten.“

Neben Eisenbichler kamen nur zwei weitere DSV-Athleten in die Punkte. Paschke als Fünfter und Martin Hamann (21.) sind in ordentlicher Form und sollten für den sechsköpfigen A-Kader für die Tournee gesetzt sein. Horngachers Teamfazit klang am Fuße des Gross-Titlis wenig begeistert. „Sehr durchwachsen. Die Sprünge sind nach wie vor nicht auf dem Niveau, wie wir uns das vorstellen“, sagte der Tiroler.

Hinter Top-Mann Eisenbichler, der seit Wochen ein Garant für große Weiten und tolle Platzierungen ist, nimmt der Coach aber jede Menge Fragezeichen mit in die kurze Weihnachtspause vor der Tournee. Der symptomfreie Flug-Weltmeister Karl Geiger befindet sich weiter in Oberstdorf in Quarantäne und hofft, bis zur ersten Qualifikation in seiner Heimat am 28. Dezember wieder dabei sein zu können.

„Mich ärgert es extrem, dass ich nicht nach Engelberg fahren durfte“, sagte Geiger in einem Video, das die ARD veröffentlichte. An seine Teamkollegen richtete der 27-Jährige aus, dass „wir uns hoffentlich bei der Tournee oder baldmöglichst wiedersehen.“ Für Geiger sind es turbulente Wochen: Jüngst folgten beim Skifliegen Gold im Einzel, Silber im Team, die Geburt seiner Tochter Luisa und der positive Corona-Test innerhalb von sechs Tagen aufeinander.

Neben Geiger muss sich Horngacher auch um mehrere Leistungsträger aus der jüngeren Vergangenheit sorgen. Olympiasieger Andreas Wellinger und Ex-Weltmeister Severin Freund sammelten in Engelberg überhaupt keine Punkte, Richard Freitag wurde bislang noch gar nicht für den Weltcup berufen. Bei der Tournee könnte er zur nationalen Gruppe gehören. Doch der Fokus beim Saison-Höhepunkt um den Jahreswechsel wird sich ohnehin voll auf Eisenbichler richten.

+++19. Dezember 2020+++

Eisenbichler in Engelberg Vierter - Granerud gewinnt

Der deutsche Skispringer Markus Eisenbichler hat gut eine Woche vor der Vierschanzentournee ein weiteres Top-Ergebnis eingefahren. Der 29 Jahre alte Bayer belegte am Samstag in Engelberg in der Schweiz nach Sprüngen auf 133 und 138 Meter Rang vier und wurde damit bester Deutscher. Der Sieg ging einmal mehr an den norwegischen Weltcup-Führenden Halvor Egner Granerud (133,5 und 138 Meter), der vor Kamil Stoch aus Polen und dem Slowenen Anze Lanisek gewann. Für Granerud war es der vierte Weltcup-Sieg am Stück. Auch Pius Paschke auf Rang sechs und Martin Hamann als Elfter lieferten starke Resultate.

Am Sonntag (16.00 Uhr/ARD und Eurosport) steht das letzte Einzel vor der kurzen Weihnachtspause und der folgenden Tournee auf dem Programm. Deutschlands Skiflug-Weltmeister Karl Geiger fehlt, weil er diese Woche positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Geiger ist symptomfrei. Ob er zur Tournee zurückkehren kann, ist noch ungeklärt.

Hier beantworten wir die wichtigsten Fragen zur Skisprung-Saison 2020/21>>>

+++++17. Dezember 2020+++++

Weltmeister Geiger positiv auf Corona getestet – Vierschanzentournee fraglich

Skiflug-Weltmeister Karl Geiger ist mit dem Coronavirus infiziert und muss um seinen Start bei der 69. Vierschanzentournee bangen. Der 27 Jahre alte Oberstdorfer war bei einem der regelmäßigen Tests positiv getestet worden und befindet sich nun in Quarantäne, wie der Deutsche Skiverband (DSV) am Donnerstag mitteilte.

„Mir geht es gut, ich habe keine Symptome. Ich befinde mich jetzt in Quarantäne und werde regelmäßig Tests absolvieren“, sagte Geiger, der am vergangenen Wochenende Gold im Einzel und Silber im Team bei der Skiflug-WM im slowenischen Planica geholt hatte. Der WM-Titel war der größte Einzelerfolg seiner bisherigen Laufbahn. Ob damit auch Geigers Start bei der Tournee (ab 28. Dezember) in Gefahr ist, blieb zunächst offen.

Den Weltcup in Engelberg in der Schweiz, der traditionell als Generalprobe für das Schanzenspektakel um den Jahreswechsel gilt, wird der Weltcup-Gesamtzweite des vergangenen Winters in jedem Fall verpassen. „Leider müssen wir in Engelberg auf unseren frisch gebackenen Skiflug-Weltmeister Karl Geiger verzichten“, sagte Bundestrainer Stefan Horngacher.

Geiger war neben Teamkollege Markus Eisenbichler der beste deutsche Athlet im bisherigen Winter. Alle anderen Tests im Team seien negativ ausgefallen, schrieb der DSV. Das Team reist an diesem Donnerstag in die Schweiz, am Samstag und Sonntag stehen dann die letzten Wettbewerbe vor Weihnachten an.

Für Geiger war es eine der turbulentesten Wochen seines Lebens. In Slowenien hatte er noch überraschend triumphiert, während seine hochschwangere Frau zuhause im Allgäu war. Am Montag kam dann Tochter Luisa auf die Welt. „Das war dann wohl diese perfekte Woche, von der immer erzählt wird!“, schrieb Geiger auf Instagram und dankte Frau und Tochter, „dass ihr auf mich gewartet habt.“

Während Rivalen wie Österreich von dem Virus schon schwer getroffen wurden, ist es für das deutsche Skisprung-Team der erste Corona-Fall in diesem Winter. Die Verantwortlichen hatten stets betont, das Konzept so aufzubauen, dass andere Sportler bei einem Positivfall nicht auch in Quarantäne müssen.

Die Vierschanzentournee beginnt am 28. Dezember mit der Qualifikation in Geigers Heimatort Oberstdorf. Geiger hatte im letzten Winter Gesamtrang drei bei der Tournee belegt und gilt bei der diesjährigen 69. Ausgabe als einer der heißesten Kandidaten auf den Gesamtsieg. Einen deutschen Tournee-Sieger gab es seit Sven Hannawald 2001/2002 nicht mehr.

Hier finden Sie die Termine der Skispringer 2020/21>>>

+++++13. Dezember 2020+++++

Erst Weltmeister, dann Papa

Nachdem Karl Geiger am Wochenende die Skiflug-WM gewonnen hat, freut er sich jetzt über die Geburt seines ersten Kindes. Wie er bei Instagram mitteilte, kam am Montagabend die kleine Luisa zur Welt. Offenbar hat sie sich extra Zeit gelassen, damit ihr Papa gebührend seinen WM-Titel feiern konnte.

Deutsches Team verpasst Titel bei Skiflug-WM knapp

Die deutschen Skispringer haben bei der Skiflug-WM in Slowenien die Silbermedaille im Team-Wettbewerb gewonnen. Einzel-Weltmeister Karl Geiger, Markus Eisenbichler, Pius Paschke und Constantin Schmid mussten sich am Sonntag nur den starken Norwegern geschlagen geben. Rang drei ging an Polen. Zur Halbzeit des Wettkampfes hatte Deutschland noch geführt. Im zweiten Durchgang zeigten die Norweger jedoch eine mannschaftlich etwas geschlossenere Leistung und siegten knapp.

Die besten Deutschen waren wie schon am Vortag Geiger, der 238 und 224,5 Meter weit flog und Eisenbichler. Der Bronze-Gewinner des Samstages zeigte Flüge auf 230 und 236,5 Meter. Zum historischen ersten Team-Titel einer deutschen Mannschaft bei einer Skiflug-Weltmeisterschaft reichte es dennoch am Ende nicht.

+++++12. Dezember 2020+++++

Geiger holt Titel bei Skiflug-WM

Karl Geiger ist Skiflug-Weltmeister. Der 27-Jährige setzte sich bei den Titelkämpfen in Slowenien am Samstag vor dem Norweger Halvor Egner Granerud und Teamkollege Markus Eisenbichler durch. Für den Oberstdorfer ist es der erste Einzeltitel bei einem internationalen Saisonhöhepunkt. 2019 hatte Geiger bei der Nordischen Ski-WM in Seefeld Gold im Team und Mixed-Team gewonnen sowie den zweiten Platz im Einzel von der Großschanze belegt. In Planica bezwang er die Konkurrenz nun mit Flügen auf 241 und 223,5 Meter am Freitag und 240,5 sowie 231,5 Meter im entscheidenden Finale am Samstag.

Für den Deutschen Skiverband (DSV) holte er den ersten Skiflug-WM-Titel seit Severin Freund 2014. Eisenbichler flog am zweiten Wettkampftag 234,5 und 230 Meter weit und jubelte im Auslauf ausgelassen mit Geiger.

„Yes“, schrie Geiger nach seinem dritten Sprung, der seine Führung festigte. Auch Bundestrainer Stefan Horngacher war hochzufrieden. „Er ist sehr gut geflogen und sehr gut gelandet“, lobte er seinen Schützling im ZDF.

Dabei war Geiger gar nicht als einer der ganz großen Favoriten in das Flugspektakel in der verschneiten Idylle gegangen. Topfavoriten waren Eisenbichler und der Gesamtführende im Skisprung-Weltcup Granerud gewesen. „Es freut mich extrem, wenn ich bei Halvor Egner Granerud und Markus mitmischen und sie ärgern kann“, hatte Geiger nach seiner Halbzeit-Führung am Freitag gesagt, die er 24 Stunden später veredelte. Über „mitmischen“ gingen die Flüge des abseits der Schanze eher ruhigen Allgäuers weit hinaus.

Den vergangenen Weltcup im russischen Nischni Tagil hatte der Gesamtweltcup-Zweite der Saison 2019/20 ausgelassen und war zu seiner hochschwangeren Frau in die Heimat gereist. Dass ihm die Pause sportlich keinesfalls schadete, stellte er eindrucksvoll unter Beweis.

In einer Saison, die vollgepackt mit Höhepunkten ist, machte Geiger klar, dass mit ihm wieder zu rechnen ist. In gut zwei Wochen beginnt quasi vor seiner Haustür in Oberstdorf die Vierschanzentournee, ab dem 23. Februar ist der wintersportverrückte Ort dann Schauplatz der Nordischen Ski-WM.

Bevor Geiger diese nächsten Highlights ins Visier nimmt, hat er jedoch auch in Planica noch einiges vor: Zum Abschluss der Weltmeisterschaft steht dort am Sonntag (16.00 Uhr/ZDF und Eurosport) der Mannschaftswettbewerb auf dem Programm. Auch beim Kräftemessen der besten vier Flieger jeder Nation zählt Deutschland zu den Favoriten. Wie Geiger im Einzel könnte dann die gesamte Horngacher-Mannschaft eine Premiere feiern: Den Team-Titel im Skifliegen, der seit 2014 vergeben wird, gewannen die DSV-Adler noch nie.

+++++10. Dezember 2020+++++

Schweizer Skisprung-Trainer positiv getestet – Team in Quarantäne

Nach einem positiven Corona-Test von Trainer Ronny Hornschuh dürfen die beiden Schweizer Skispringer Dominik Peter und Gregor Deschwanden nicht an der Skiflug-WM im slowenischen Planica teilnehmen. Dies teilte der nationale Skiverband am Donnerstag während der Qualifikation auf Twitter mit. Nationaltrainer Hornschuh, der Deutscher ist, war am Donnerstagmorgen positiv auf das Virus getestet worden.

Die weiteren Tests im Schweizer Team fielen zwar negativ aus, die örtlichen Behörden ordneten dennoch eine Quarantäne für die Springer an. In Planica stehen am Freitag und Samstag insgesamt vier Flüge im Einzel auf dem Programm.

Das Coronavirus hat in den ersten drei Wochen schon kräftig Einfluss auf den Skisprung-Weltcup genommen. Im österreichischen Team wurden zahlreiche Profis um Stefan Kraft und Gregor Schlierenzauer sowie Trainer Andreas Widhölzl positiv getestet. Kraft und Schlierenzauer klagten zuletzt in ihrer Zwangspause auch über Symptome. Beide sind zwar in Planica wieder dabei, Kraft musste seine Teilnahme wegen akuter Rückenschmerzen aber zurückziehen.

+++++6. Dezember 2020+++++

Eisenbichler springt knapp am Podest vorbei - Wellingers Flaute geht weiter

Skisprung-Weltmeister Markus Eisenbichler (Siegsdorf) ist beim Weltcup im russischen Nischni Tagil knapp am Podest vorbeigeflogen. Beim letzten Kräftemessen vor der Skiflug-WM am kommenden Wochenende in Planica musste sich der 29-Jährige am Sonntag trotz einer starken Aufholjagd mit Rang vier zufrieden geben, nachdem er am Samstag nach großen Windpech mit Platz 28 die Führung im Gesamtweltcup verloren hatte.

Diese baute am Sonntag Norwegens Aufsteiger Halvor Egner Granerud mit seinem dritten Sieg in Folge aus. Mit Sprüngen auf 135,5 und 124,5 m (241,5 Punkte) führte der 24-Jährige einen Norge-Dreifachsieg vor Robert Johansson (240,7) und Marius Lindvik (240,6) an.

Eisenbichler (231,6), den am Samstag im zweiten Durchgang eine Böe den dritten Saisonsieg gekostet hatte, war nach 127,0 m im ersten Durchgang nur Siebter gewesen und schob sich bei erneut schwierigen Windbedingungen mit 129,5 m, der Bestweite im Finale, noch nach vorne. Zum Podest fehlten ihm umgerechnet fünf Meter.

In Abwesenheit von Vizeweltmeister Karl Geiger (Oberstdorf), dessen Frau das erste gemeinsame Kind erwartete, war Constantin Schmid (Oberaudorf) als glänzender Siebter zweitbester Deutscher, nachdem er am Vortag noch den zweiten Durchgang verpasst hatte. Pius Paschke (Kiefersfelden) fiel im zweiten Durchgang noch von Platz fünf auf 14 zurück. Ex-Weltmeister Severin Freund (Rastbüchl) als 18. sammelte anders als am enttäuschenden Samstag Weltcup-Punkte. Martin Hamann (Aue) kam auf Rang 20.

Olympiasieger Andreas Wellinger (Ruhpolding) verpasste als 39. unter 45 gewerteten Springern im fünften Einzelspringen seit seinem Comeback nach einem Kreuzbandriss zum fünften Mal den zweiten Durchgang und bleibt damit ohne Weltcuppunkte.

+++++6. Dezember 2020+++++

Eisenbichler von Böe erwischt – Sieg und Weltcup-Führung verloren

Skisprung-Weltmeister Markus Eisenbichler hat mit viel Windpech seinen dritten Saisonsieg verpasst. Im russischen Nischni Tagil führte der 29 Jahre alte Siegsdorfer nach dem ersten Durchgang mit großem Vorsprung, ehe ihn im Finale kurz nach dem Absprung eine Windböe erwischte. Eisenbichler, im ersten Sprung noch auf 136,5 m gekommen, landete zwar sicher, allerdings schon bei 80,0 m, fiel auf Platz 28 zurück und verlor damit die Führung im Gesamtweltcup.

Den Sieg sicherte sich damit wie schon am vergangenen Sonntag in Kuusamo der Norweger Halvor Egner Granerud, der auch in Finnland den deutlich führenden Eisenbichler abgefangen hatte. Mit 270,0 Punkten (132,5+132,0 m) lag der 24-Jährige, der nun das Gelbe Trikot trägt, vor Daniel Huber (255,7) aus Österreichs B-Team - der A-Kader fehlt nach diversen Corona-Infektionen.

Dritter in der Windlotterie wurde Graneruds Landsmann Robert Johansson (254,1), der im zweiten Durchgang bei mächtigem Aufwind auf den Schanzenrekord von 142,5 m kam und von Platz 25 noch auf das Treppchen flog.

Zweitbester Deutscher war Pius Paschke (Kiefersfelden), der als Fünfter sein bestes Karriere-Ergebnis feierte. Auch Martin Hamann (Aue) als Elfter war so gut wie noch nie in seiner Laufbahn.

In Abwesenheit von Vizeweltmeister Karl Geiger (Oberstdorf), dessen Frau das erste gemeinsame Kind erwartete, enttäuschten die weiteren deutschen Springer. Constantin Schmid (Oberaudorf) als 38. und Ex-Weltmeister Severin Freund (Rastbüchl) als 39. scheiterten nach schwachen Sprüngen im ersten Durchgang.

Olympiasieger Andreas Wellinger (Ruhpolding) verpasste als 40. unter 47 gewerteten Springern im vierten Einzelspringen seit seinem Comeback nach einem Kreuzbandriss zum vierten Mal den zweiten Durchgang und bleibt damit ohne Weltcuppunkte.

+++++6. Dezember 2020+++++

Österreichs Skispringer melden vier weitere Corona-Fälle

Österreichs Skispringer werden weiter von positiven Corona-Fällen im eigenen Team geplagt. Bei Routinetests im russischen Nischni Tagil wurden in Daniel Huber, Thomas Lackner, Jan Hörl und Manuel Fettner vier Athleten positiv auf das Virus getestet, wie der Österreichische Skiverband (ÖSV) am Sonntag mitteilte. Der 27 Jahre alte Huber hatte am Samstag noch den zweiten Platz im Einzel belegt und ist bisher einer der besten Athleten des laufenden Winters. Der ÖSV teilte mit, beim Springen am Sonntag (16.00 Uhr/ARD und Eurosport) nicht an den Start zu gehen. Auch eine Quarantäne vor Ort stehe im Raum.

Österreich ist ohnehin schon mit einem B-Kader unterwegs, weil zuvor auch Weltcup-Rekordsieger Gregor Schlierenzauer, Trainer Andreas Widhölzl, Gesamtweltcup-Sieger Stefan Kraft sowie Michael Hayböck und Philipp Aschenwald positiv getestet wurden. Ob und in welcher Besetzung der ÖSV am nächsten Wochenende bei der Skiflug-WM in Planica an den Start gehen kann, ist noch nicht abzusehen.

+++++3. Dezember 2020+++++

Gewamtwertungs-Vierter Geiger verpasst Weltcup - hochschwangere Frau erwartet Kind

Vizeweltmeister Karl Geiger wird das dritte Weltcup-Wochenende der Skispringer im russischen Nischni Tagil wegen der bevorstehenden Geburt seines ersten Kindes verpassen. "Er sieht seinen Vaterfreuden entgegen und ist schweren Herzens nach Hause geflogen", sagte Bundestrainer Stefan Horngacher am Donnerstag.

Geiger sei "nicht mehr hundertprozentig bei der Sache" gewesen, fügte Horngacher hinzu, "er wollte springen, aber auch sein Kind sehen." Deswegen hätten ihm die Trainer die Entscheidung abgenommen. Bei der Skiflug-WM in Planica (10. bis 13. Dezember) werde der 27-Jährige aber wieder dabei sein.

Geiger liegt in der Gesamtwertung nach drei Weltcup-Springen auf Platz vier, zum Auftakt im polnischen Wisla war er hinter dem Gesamtführenden Markus Eisenbichler Zweiter geworden.

Österreicherin Pinkelnig nach Sturz notoperiert

Die österreichische Skispringerin Eva Pinkelnig ist im Training schwer gestürzt und musste notoperiert werden. Die 32-Jährige erlitt in der Folge ihres Sturzes am Mittwoch in Seefeld in Tirol einen Milzriss. Die Not-Operation fand in der Uniklinik in Innsbruck statt, wie der Österreichische Skiverband (ÖSV) am Donnerstag mitteilte. „Zum Glück hat die Notfallkette perfekt funktioniert und Eva wurde noch am selben Tag operiert. Wann sie wieder in den Spitzensport zurückkehren kann, ist derzeit noch offen“, sagte Cheftrainer Harald Rodlauer. Pinkelnig war nach dem Sturz ansprechbar und stabil, wie der ÖSV schrieb.

Die Österreicherin ist eine der besten Skispringerinnen der Welt und gewann 2019 in Seefeld zwei WM-Silbermedaillen. Im vergangenen Winter belegte sie Rang drei im Gesamtweltcup. Prognosen zur körperlichen und physischen Genesung gab der Skiverband nicht ab. „Wichtig ist jetzt vor allem, dass sie wieder ganz gesund wird, und dann schauen wir weiter“, sagte Rodlauer.

+++++29. November 2020+++++

Eisenbichler in Ruka nur Zweiter – Granerud gewinnt

Die Siegesserie des besten deutschen Skispringers Markus Eisenbichler ist gestoppt. Am Sonntag wurde der 29 Jahre alte Bayer im finnischen Ruka trotz klarer Führung nach einem Durchgang Zweiter. Der Sieg ging an den Norweger Halvor Egner Granerud, der einen hervorragenden zweiten Sprung zeigte und damit seinen ersten Saisonerfolg feierte. Eisenbichler verteidigte mit Flügen auf 141 und 131 Meter aber souverän das Gelbe Trikot. Rang drei holte wie am Vortag der polnische Tournee-Sieger Dawid Kubacki.

Am Samstag hatte der „Eisei“ genannte Athlet alle Rivalen um mehr als zehn Meter distanziert und damit bereits seine Klasse gezeigt. Auch Karl Geiger (8.) stellte erneut seine gute Form unter Beweis, Severin Freund belegte Rang neun.

Zwei Wochen vor der Skiflug-WM im slowenischen Planica gibt es für Bundestrainer Stefan Horngacher und seine Athleten überhaupt keinen Grund zur sportlichen Sorge. In Ruka fehlten allerdings auch einige starke Konkurrenten. Die Österreicher waren wegen Corona-Fällen mit einer B-Mannschaft und unter anderen ohne Gesamtweltcup-Sieger Stefan Kraft angetreten. Am Wochenende war bekannt geworden, dass Kraft selbst infiziert ist und frühestens zur Skiflug-WM zurückkehren kann.

+++++28. November 2020+++++

Nächster Skisprung-Sieg für Eisenbichler - Geiger auf Rang neun

Markus Eisenbichler ist in großartiger Form und fliegt im Skisprung-Weltcup von Sieg zu Sieg. Am Samstag enteilte der Bayer der kompletten Konkurrenz um mehr als zehn Meter und festigte mit dem zweiten Einzelerfolg in diesem Winter das Gelbe Trikot des Gesamtführenden. „Er hat deutlich bestätigt, dass er ein würdiger Träger des Gelben Trikots ist. Er hat tolle Sprünge gemacht. Er ist auf solchen Schanzen sehr, sehr gut“, sagte Bundestrainer Stefan Horngacher. Die polnischen Rivalen Piotr Zyla und Tournee-Sieger Dawid Kubacki komplettierten das Podest, hatten gegen Überflieger Eisenbichler (146 und 141 Meter) aber keine Chance.

Mit dem Maximum von 200 Punkten thront „Eisei“ nun an der Spitze des Weltcups. An diesem Sonntag (15.30 Uhr/ZDF und Eurosport) kann er dieses Polster weiter ausbauen. „Es war toll. Ich komme auf so viel Speed. Ich bin echt froh, dass ich in so einer Form bin. Ich weiß aber, dass ich weiter hart arbeiten muss“, sagte Eisenbichler, der vor diesem Winter seinen einzigen Weltcup-Einzelsieg beim Skifliegen eingefahren hatte, im ZDF.

Pius Paschke als Achter und Karl Geiger auf Rang neun komplettierten ein starkes deutsches Ergebnis. „Gratulation an Markus, auch an die anderen. Das war ein toller Wettkampf für uns heute“, erklärte Horngacher. Für Eisenbichlers Zimmerkollegen Geiger, der in Wisla vor einer Woche als Zweiter noch einen Doppelerfolg perfekt gemacht hatte, ist die kleine Serie seines Freundes nicht verwunderlich. „Der 'Eisei' zeigt, wie es geht. Es überrascht mich jetzt wenig“, sagte Geiger. Eisenbichler hatte schon bei der deutschen Meisterschaft im Oktober die nationale Konkurrenz überragt.

Hinter dem Trio Eisenbichler, Paschke und Geiger holten sich auch Martin Hamann (15.), Constantin Schmid (16.) und der frühere Weltmeister Severin Freund als 23. Weltcup-Punkte. Olympiasieger Andreas Wellinger ging wie schon zum Auftakt leer aus.

Die internationale Konkurrenz schlägt sich im Gegensatz zu „Eisei“ mit anderen Problemen herum: fehlende Konstanz, Stürze, Corona-Fälle. Skiflug-Weltmeister Daniel Andre Tande aus Norwegen verletzte sich am Samstag bei einem Sturz am Knie, bei den Österreichern ist nun auch Gesamtweltcup-Sieger Stefan Kraft positiv auf Corona getestet worden. Weltklasseathleten wie Kamil Stoch (Polen) oder Ryoyu Kobayashi (Japan) sind derzeit instabil und weit entfernt von Eisenbichler.

+++++28. November 2020+++++

Weitere Corona-Fälle bei Österreich - auch Kraft positiv

Die österreichischen Skispringer und Zimmerkollegen Stefan Kraft und Michael Hayböck sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Gesamtweltcup-Gewinner Kraft und Hayböck waren nach den positiven Tests ihrer Teamkollegen Gregor Schlierenzauer und Philipp Aschenwald sowie von Cheftrainer Andreas Widhölzl bereits in Quarantäne gewesen und nicht zum Weltcup ins finnische Lahti gereist. Beide haben keine Symptome, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA am Samstag unter Berufung auf den Österreichischen Skiverband (ÖSV) berichtet.

Für den Weltcup im russischen Nischni Tagil am kommenden Wochenende fallen sie ebenfalls aus. Bei der Skiflug-WM in Slowenien vom 10. bis zum 13. Dezember wollen Kraft und Hayböck wieder dabei sein. In Lahti tritt der ÖSV mit einem B-Team an.

+++++26. November 2020+++++

Auch Russlands Skispringer in Quarantäne - Teilnehmerfeld in Kuusamo dezimiert

Das Coronavirus dezimiert das Starterfeld für den zweiten Skisprung-Weltcup der Saison am Wochenende im finnischen Kuusamo weiter. Wie der russische Verband mitteilte, ist Michail Maximotschkin nach dem Auftakt in Wisla positiv auf COVID-19 getestet worden. Das Team Russland hat sich deshalb komplett in Quarantäne begeben, kein Russe wird in Kuusamo starten.

Am Mittwoch hatte Österreichs Verband ÖSV bekannt gegeben, dass Weltcup-Rekordsieger Gregor Schlierenzauer, dessen Teamkollege Philipp Aschenwald sowie Cheftrainer Andreas Widhölzl positiv getestet worden waren. Als Reaktion darauf zog der ÖSV sein geplantes Team für die Springen am Wochenende im finnischen Kuusamo zurück und wird mit dem B-Kader antreten.

Die deutschen Skispringer um Auftaktsieger Markus Eisenbichler, die in Wisla in direktem Kontakt mit den Österreichern waren, hatten Entwarnung gegeben. Demnach seien die deutschen Springer sowohl in Wisla wie auch beim Treffpunkt für die Reise nach Kuusamo negativ getestet worden, das Team ist seit Mittwoch in Finnland.

+++++25. November 2020+++++

Nächster Corona-Fall bei den Österreichern

Das österreichische Skiteam hat seinen nächsten Coronafall. Technikspezialistin Chiara Mair wurde positiv auf COVID-19 getestet und muss auf einen Start beim Parallel-Riesenslalom in Lech/Zürs (17.45 Uhr) verzichten.

Die 24-Jährige zeigt laut Verband keine Krankheitssymptome und hat sich "unverzüglich in Quarantäne begeben". Mair hatte am vergangenen Wochenende bei den Slalom-Rennen im finnischen Levi die Plätze acht und elf belegt.

Zuvor hatte sich bereits ihr Teamkollege Marco Schwarz infiziert. Bei den österreichischen Skispringern sind Weltcup-Rekordsieger Gregor Schlierenzauer, Philipp Aschenwald und Cheftrainer Andreas Widhölzl positiv.

+++++24. November 2020+++++

Schlierenzauer und Widhölzl positiv getestet - ÖSV-Team in Quarantäne

Die Corona-Pandemie hat den Skisprung-Weltcup schon nach dem Auftakt in Wisla/Polen erreicht: Wie Österreichs Verband ÖSV am Mittwoch mitteilte, sind Weltcup-Rekordsieger Gregor Schlierenzauer, dessen Teamkollege Philipp Aschenwald sowie Cheftrainer Andreas Widhölzl positiv auf COVID-19 getestet worden.

Als Reaktion darauf zog der ÖSV sein geplantes Team für die Springen am Wochenende im finnischen Kuusamo zurück und wird mit dem B-Kader antreten. Die positiv Getesteten sowie der Rest des A-Kaders hat sich in Quarantäne begeben.

"Trotz Einhaltung aller Sicherheitsmaßnahmen und Beachtung der strengen ÖSV-Regeln wurden bei einem Routine-Test einige Personen aus dem Lager der Skispringer positiv auf COVID-19 getestet", hieß es in der ÖSV-Mitteilung: "Als reine Präventivmaßnahme und um mögliche Ansteckungsketten zu unterbrechen, hat sich die sportliche Führung des ÖSV dazu entschlossen, keine Athleten und Betreuer, die beim Auftakt in Wisla vor Ort waren, nach Finnland zu entsenden."

Die deutschen Skispringer um Auftaktsieger Markus Eisenbichler, die in Wisla in direktem Kontakt mit den Österreichern waren, gaben indes Entwarnung. "Auf uns hat das keine Auswirkungen, wir sind alle sauber. Die Jungs sitzen am Flughafen und warten auf die Maschine nach Finnland", sagte DSV-Sprecher Ralph Eder dem SID.

Demnach seien die deutschen Springer sowohl in Wisla wie auch beim Treffpunkt für die Reise nach Kuusamo negativ getestet worden. In Kuusamo stehen nach der Ankunft die nächsten Tests an. "Wir versuchen, dass Risko so gering wie möglich zu halten und sauber durch den Winter zu kommen", sagte Eder.

+++++23. November 2020+++++

Eisenbichler und Geiger sorgen für deutschen Doppelsieg

Markus Eisenbichler und Karl Geiger haben mit einem deutschen Doppelsieg für einen Traumstart in den Skisprung-Winter gesorgt. Eisenbichler gewann im polnischen Wisla nach zwei starken Sprüngen auf 137,5 und 134,0 m mit 267,6 Punkten klar vor seinem Teamkollegen Geiger (258,7) und schlüpfte mit dem zweiten Weltcupsieg seiner Karriere in das Gelbe Trikot. Dritter wurde der Österreicher Daniel Huber (255,7).

Dreifach-Weltmeister Eisenbichler (Siegsdorf) ist der erste DSV-Adler seit Severin Freund 2012, der mit einem Sieg in den Winter startet. Der Bayer hatte zuvor nur das Weltcup-Skifliegen im slowenischen Planica im März 2019 gewonnen und ist nun nach Manfred Deckert, Jens Weißflog, Dieter Thoma, Andre Kiesewetter, Martin Schmitt, Sven Hannawald, Severin Freund, Richard Freitag und Geiger der zehnte Deutsche an der Spitze des Gesamtweltcups.

Für Aufsehen an der Adam-Malysz-Schanze sorgte auch Martin Hamann (Aue), der im zweiten Durchgang mit 138,5 m nur einen halben Meter unter Stefan Krafts Schanzenrekord aus dem Jahr 2013 blieb. Der DM-Zweite konnte seinen Traumflug zwar nicht stehen, blieb aber unverletzt und landete am Ende auf Rang 18. "Der war Wahnsinn, eine ziemliche Granate", sagte Hamann.

Andreas Wellinger verpasste dagegen in seinem ersten Weltcup seit 20 Monaten als 39. den zweiten Durchgang klar. "Ich war schon nervös - deutlich mehr, als ich es von mir kenne. Ich tue mich noch schwer bei so Bedingungen", sagte der 25-Jährige in der ARD.

Stark verbessert präsentierte sich dagegen Severin Freund (Rastbüchl). Der lange verletzte Ex-Weltmeister kam auf Rang 25 und verpasste seine erste Top-20-Platzierung seit Dezember 2016 nur knapp. Auch Pius Paschke (Kiefersfelden) überzeugte als Zwölfter.

Nach einem Sprung seine Sachen packen musste Constantin Schmid (Oberaudorf) als 42. Das gleiche Schicksal ereilte überraschend auch Titelverteidiger Kraft aus Österreich, der viel Pech mit den Windverhältnissen hatte.

+++++21. November 2020+++++

DSV-Quartett zum Saisonstart nur von Österreich geschlagen

Den großen Corona-Jubel mit entweder Maske oder ausreichend Abstand musste das deutsche Skisprung-Team noch nicht zeigen. Nach dem zweiten Platz im Mannschaftsspringen war das Quartett um Schlusspringer Markus Eisenbichler im polnischen Wisla aber extrem froh. „Wir sind total zufrieden. Gratulation an die Österreicher, die sind auch gut gesprungen. Für uns war wichtig, dass wir dabei sind. Wir sind um den Sieg gesprungen“, sagte Bundestrainer Stefan Horngacher nach dem ersten Kräftemessen am Samstag. Österreich lag am Ende 8,7 Punkte, also umgerechnet rund fünf Meter, vor dem DSV-Quartett.

Eisenbichler, Karl Geiger, Pius Paschke und Constantin Schmid zeigten allesamt ordentliche Leistungen. Nach dem ersten Durchgang hatte Deutschland noch knapp geführt, letztlich entschieden aber die Österreicher um Gesamtweltcup-Gewinner Stefan Kraft das enge Duell für sich. „Am Ende war es sehr knapp. Wir sind nicht ganz fehlerfrei gesprungen, aber für den ersten Wettkampf sehr gut“, sagte Horngacher in der ARD: „Jetzt sehen wir, wir sind dabei. Die Erleichterung ist groß.“

Vor dem ersten Einzel an diesem Sonntag (16.00 Uhr/ARD und Eurosport) zählen vor allem der deutsche Meister Eisenbichler und sein Zimmerkollege Geiger zu den größten Favoriten auf die Eroberung des Gelben Trikots, zumindest bis zum nächsten Wochenende im finnischen Ruka. Sven Hannawald, der am Samstag erstmals als ARD-Experte im TV-Bild dabei war, lobte das deutsche Quartett: „Was die Deutschen gezeigt haben, finde ich Bombe.“ Rang drei belegte Gastgeber Polen um Starspringer Kamil Stoch.

Eisenbichler hatte vor coronabedingt leeren Rängen bei seinem letzten Sprung alles versucht, um die Österreicher noch abzufangen. Dabei unterlief ihm ein Fehler. „Er war heute nicht so gut, wie er sein kann, aber immer noch auf einem sehr hohen Niveau. Das ist hier nicht seine Lieblingsschanze“, sagte Horngacher. Dafür präsentierten sich Schmid (126 und 119 Meter) sowie Paschke (126 und 128 Meter) mehr als solide. Das Duo hatte den Vorzug vor Olympiasieger Andreas Wellinger und dem früheren Weltmeister Severin Freund erhalten. „Es ist wirklich eng und spannend, das ist ein guter Einstieg für den Weltcup“, erklärte Paschke.

Eric Frenzel

Tschaikowski

(red/dpa/sid)