Skispringen 2019/20: Karl Geiger bereit für Saisonfinale und Kampf um das Gelbe Trikot

Skispringen-Telegramm 2019/20 : Geiger bereit für Saisonfinale und Kampf um das Gelbe Trikot

Die deutschen Skispringer kämpfen wieder mit den Top-Nationen um den Titel im Gesamtweltcup und den Disziplinen-Wertungen. In unserem Telegramm halten wir Sie über alles Wichtige während der Saison auf dem Laufenden.

In der Heimat von „Graf Dracula“ gefällt es Karl Geiger besonders gut. Schon vor dem Weltcup-Wochenende hatte Deutschlands bester Skispringer mit eingesetztem Vampirgebiss den Namen der Romanfigur in die TV-Kameras gebrüllt. Dann zeigte er auf der Schanze im rumänischen Rasnov nicht nur wie gewohnt Biss, sondern auch seine Extraklasse in der Luft. Geiger belegte auf der Normalschanze in Transsilvanien die Plätze eins und zwei und brachte sich für den Saisonendspurt im Kampf um das Gelbe Trikot ordentlich in Position. Schon beim Sommer Grand Prix 2018 hatte Geiger in Rasnov überragt - damals gewann er beide Wettbewerbe.

„Ich bin sehr zufrieden mit diesen Ergebnissen. Ich kann auf den kleineren Schanzen sehr gut springen, weil mein Absprung sehr stark ist“, sagte der 27 Jahre alte Allgäuer, der beim Sieg seines Rivalen Stefan Kraft (Österreich) am Samstag erstmals gemeinsam mit seinem Youngster-Teamkollegen Constantin Schmid aufs Podest durfte. „Das habe ich nicht erwartet“, sagte der 20-Jährige verblüfft nach seinem dritten Rang, das sein bestes Karriereergebnis war. Geiger teilte in den sozialen Netzwerken fleißig Bilder von der Siegerehrung - und auch ein Selfie von der Pressekonferenz.

Der Podestflut von Rasnov - bereits am Freitag hatte Geiger vor Teamkollege Stephan Leyhe und Kraft gewonnen - konnte Bundestrainer Stefan Horngacher eigentlich nur Positives abgewinnen. „Ich bin mit der Sprungleistung sehr zufrieden. Karl hat tolle Sprünge gezeigt. Constantin war wie ausgewechselt“, befand der 50 Jahre alte Tiroler in der ARD. Die Normalschanzen scheinen dem absprungstarken Deutschen besonders zu liegen: Schon im Januar hatte Geiger im italienischen Predazzo beide Wettbewerbe gewonnen. „Das zeigt, dass unsere Grundtechnik sehr gut ist“, sagte Horngacher.

In den finalen drei Weltcup-Wochen, die in Skandinavien stattfinden, kommt es nun zum Duell um das Gelbe Trikot: Kraft, der zuletzt in zehn von zwölf Springen auf dem Podium stand, liegt derzeit 118 Punkte vor Geiger. Bei noch sechs verbleibenden Einzelspringen müsste der Deutsche circa 20 Punkte pro Springen aufholen, um sich den Triumph noch zu sichern. Kraft sah in Rasnov einen „harten und spannenden Battle“, wie er sagte. „Dass das klappt, der Karli ist doch auf der 90er-Schanze fast nicht zu schlagen“, fügte er ein wenig verwundert an.

Ob der Weltcup-Endspurt in Lahti, Oslo, Lillehammer, Trondheim und Vikersund mit oder ohne Rückkehrer Severin Freund stattfindet, ist derweil noch offen. Der 31-Jährige sammelte nach knapp 14 Monaten Pause am Samstag als 29. erstmals wieder Weltcup-Punkte. „Gratulation an Severin. Er hat sich deutlich verbessert“, sagte Horngacher. Freund, der zwei Kreuzbandrisse, eine Meniskus-Operation und Rückenprobleme weggesteckt hat, würde sich weitere Weltcup-Einsätze wünschen, wie er in Rumänien sagte.

+++++23. Februar 2020+++++

Althaus als beste deutsche Skispringerin Elfte bei Weltcup in Slowenien

Die deutschen Skisprung-Frauen müssen die Heimreise vom Weltcup im slowenischen Ljubno ohne Top-Resultate antreten. Einen Tag nach dem vierten Platz im Mannschaftswettbewerb kam Katharina Althaus (90 und 84 Meter) im Einzel am Sonntag nicht über den elften Rang hinaus. Während Juliane Seyfarth als 21. auch noch Punkte sammelte, verpassten Luisa Görlich und Selina Freitag knapp den zweiten Durchgang. Im Teamwettbewerb hatte sich das DSV-Quartett Österreich, Slowenien und Norwegen klar geschlagen geben müssen.

Der Einzelsieg ging am Sonntag an die Norwegerin Maren Lundby, die nach Sprüngen auf 93 und 89 Meter einige Punkte auf die Gesamtweltcup-Führende Chiara Hölzl (Österreich) aufholte. Hölzl belegte diesmal nur Rang sieben. Hinter Lundby schafften es auch Eva Pinkelnig (Österreich) und die Slowenin Nika Kriznar auf das Podium.

+++++22. Februar 2020+++++

Geiger bei Weltcup in Rasnov Zweiter – Nur Kraft besser

Skispringer Karl Geiger hat den zweiten Weltcup-Sieg innerhalb von 24 Stunden nur knapp verfehlt. Der 27 Jahre alte Allgäuer wurde nach Sprüngen auf 99,5 und 96 Meter im rumänischen Rasnov am Samstag Zweiter und musste sich nur dem Österreicher Stefan Kraft (103 und 97,5 Meter) geschlagen geben. Im Dauerduell um den Gesamtweltcup baute Kraft sein Polster damit wieder um 20 Punkte aus, sein Vorsprung auf Geiger beträgt nun 118 Zähler. Den dritten Tagesplatz belegte der deutsche Youngster Constantin Schmid, der es erstmals in einem Weltcup-Einzel aufs Podest schaffte.

Auch die weiteren deutschen Starter schafften es in den zweiten Durchgang. Für Stephan Leyhe (7.), den dreifachen Seefeld-Weltmeister Markus Eisenbichler (14.) und Pius Paschke (21.) gab es ebenfalls Weltcup-Punkte. Severin Freund kam erstmals nach knapp 14 Monaten Pause wieder in den zweiten Durchgang und belegte Rang 29. Am nächsten Wochenende sind die Skispringer im finnischen Lahti gefordert.

+++++21. Februar 2020+++++

Skispringerinnen in Slowenien auf Platz vier

Die deutschen Skispringerinnen haben auch im zweiten Mannschaftsspringen der Weltcupsaison das Podest verpasst. Nach Platz sechs im Januar im japanischen Zhao belegten die Weltmeisterinnen um Katharina Althaus im slowenischen Ljubno den vierten Platz. Die Olympiazweite Althaus, die viermalige Weltcupsiegerin Juliane Seyfarth (Ruhla) sowie Svenja Würth (Baiersbronn) und Selina Freitag (Aue) lagen mit 916,4 Punkten am Ende 92,3 Zähler hinter den erneut siegreichen Österreicherinnen (1008,07).

Zu den drittplatzierten Norwegerinnen fehlten dem Quartett des Deutschen Skiverbandes (DSV) 43,8 Punkte. Platz zwei ging an den lange führenden Gastgeber Slowenien (1005,1), der erst im vorletzten Sprung von Platz eins verdrängt wurde. Beste deutsche Einzelspringerin war Althaus mit Sprüngen auf 83,5 und 90,5 m.

Bei der WM 2019 in Seefeld hatte die DSV-Auswahl Gold vor Österreich gewonnen. Neben Althaus und Seyfarth sprangen dabei die aktuell verletzten Carina Voigt und Ramona Straub.

+++++21. Februar 2020+++++

Geiger und Leyhe holen Doppelsieg in Rasnov – Freund früh ausgeschieden

Die Skispringer Karl Geiger und Stephan Leyhe haben beim ersten Weltcup im rumänischen Rasnov mit einem deutschen Doppelsieg für Aufsehen gesorgt - für Ex-Weltmeister Severin Freund war das Comeback nach fast 14 Monaten Pause dagegen früh beendet. Geiger feierte am Freitag mit zwei Sprüngen auf jeweils 100 m und 270,3 Punkten seinen dritten Saisonsieg, damit meldete sich der Oberstdorfer im Kampf um den Gesamtweltcup zurück. Spitzenreiter Stefan Kraft (264,5) aus Österreich musste sich mit Rang drei hinter Leyhe (264,7) begnügen.

Geiger und Leyhe fuhren den ersten deutschen Doppelsieg seit der WM in Seefeld vor rund einem Jahr ein, damals setzte sich Markus Eisenbichler vor Geiger durch. "Das ist ein super Ergebnis, ein toller Wettkampf, Gratulation an das ganze Team", sagte Bundestrainer Stefan Horngacher in der ARD.

Geiger bestätigte damit zudem seinen Ruf als Spezialist für Normalschanzen. Die Anlage in Rumänien ist die kleinste im aktuellen Weltcup-Kalender, erstmals waren dort die Männer zu Gast. Seine beiden bisherigen Siege dieser Saison hatte er auf der einzigen anderen Normalschanze des Weltcup-Winters in Predazzo geholt.

Freund verpasste in Rasnov mit einem Sprung auf 89 m den zweiten Durchgang denkbar knapp. "Severin hat einen guten Sprung gezeigt, wir werden daran arbeiten, dass er wieder richtig reinkommt", sagte Horngacher.

Freund, Weltmeister von 2015, hatte überraschend seinen Start in Rumänien verkündet, da die Belastung auf der kleinen Schanze nach seinen schweren Knieverletzungen recht gering ist.

Sein bis Freitag letzter Weltcupeinsatz war das Neujahrsspringen der Vierschanzentournee 2019 in Garmisch gewesen, der Continental Cup in Sapporo 20 Tage später sein letzter Wettkampf. Danach wurde der Gesamtweltcupsieger von 2015 von einer Meniskusoperation gestoppt. Im November 2019 kam eine Rücken-OP hinzu.

Pius Paschke (Kiefersfelden/246,9) überzeugte in Rasnov mit Rang zehn und landete damit direkt vor Dreifach-Weltmeister Eisenbichler (243,7). Der Siegsdorfer hatte in der Qualifikation Platz drei geholt und sieht einen Aufwärtstrend: "Die Sprünge waren nicht top, aber normal. Ich freue mich, dass es wieder ein bisschen besser läuft." Auch Constantin Schmid (Oberaudorf/239,2) trug als 15. zum guten deutschen Ergebnis bei.

+++++19. Februar 2020+++++

Freund feiert in Rasnov Weltcup-Comeback nach 14 Monaten Pause

Der frühere Weltmeister Severin Freund feiert nach mehr als einem Jahr Pause sein Comeback im Skisprung-Weltcup. „Ich bin so glücklich, dass ich an diesem Wochenende in Rasnov antreten werde“, schrieb der 31 Jahre alte Bayer am Mittwoch in einem englischsprachigen Beitrag in sozialen Netzwerken. „Das Training lief gut, und ich freue mich, wieder in Wettbewerben zu springen.“

Seinen bis dato letzten Weltcup hatte Freund bei der Vierschanzentournee 2018/19 am Neujahrstag des vergangenen Jahres in Garmisch-Partenkirchen bestritten. Der früher beste deutsche Skispringer hatte in den vergangenen Jahren unter anderem mit zwei Kreuzbandrissen und zuletzt mit Rückenproblemen zu kämpfen gehabt. Im rumänischen Rasnov steht für Freund und seine Teamkollegen an diesem Donnerstag die Qualifikation an. Anschließend folgen am Freitag und Samstag zwei Wettkämpfe.

„Ich kann bisher noch nicht sagen, wo ich stehen werde“, sagte Freund. „Ich freue mich auf den Vergleich und dass ich mal sehen kann, was das Training bisher gebracht hat.“ Neben Freund gehören der Gesamtweltcup-Zweite Karl Geiger, Willingen-Sieger Stephan Leyhe, Dreifach-Weltmeister Markus Eisenbichler, Pius Paschke und Constantin Schmid zum deutschen Kader.

+++++16. Februar 2020+++++

Geiger bei Skifliegen nach Abbruch Sechster – Sieg an Stefan Kraft

Skispringer Karl Geiger hat im Duell mit dem Weltcup-Führenden Stefan Kraft erneut Punkte im Gesamtklassement verloren. Der 27 Jahre alte Allgäuer belegte am Sonntag in Bad Mitterndorf nach einem Flug auf 225 Meter und konnte nach Rang vier am Samstag seine gute Form bestätigen. Das Skifliegen wurde wegen zu starken Windes kurz vor dem Ende abgebrochen. Lokalmatador Kraft sicherte sich mit 230 Metern den Sieg und liegt nun in der Gesamtwertung schon 138 Punkte vor Geiger. Das Podium hinter Kraft komplettierten am berühmten Kulm Ryoyu Kobayashi aus Japan sowie der Slowene Timi Zajc.

Hinter Geiger hatten auch Stephan Leyhe (10.), der dreifache Seefeld-Weltmeister Markus Eisenbichler (16.) und Pius Paschke als 17. den Sprung unter die besten 30 geschafft. Keine Punkte gab es diesmal für Youngster Constantin Schmid, der Rang 36 belegte. Für die Skispringer geht es am kommenden Wochenende im rumänischen Rasnov weiter.

+++++16. Februar 2020+++++

Geiger mit Podestchance - Kraft führt am Kulm

Skispringer Karl Geiger hat auch beim zweiten Weltcup-Fliegen am Kulm in Bad Mitterndorf/Österreich ein starkes Ergebnis im Blick. Einen Tag nach seinem vierten Platz im Auftaktwettbewerb sprang der Oberstdorfer am Sonntag 225,0 m und liegt damit nach dem ersten Durchgang als bester Deutscher mit 227,3 Punkten auf Rang sechs.

Die Führung übernahm der Österreicher Stefan Kraft, der damit die Spitzenposition im Gesamtweltcup vor Geiger weiter festigen könnte. Kraft flog mit 230,0 m zwar deutlich kürzer als der Japaner Ryoyu Kobayashi, der mit 242,5 m bis auf anderthalb Meter an den Schanzenrekord des Slowenen Peter Prevc herankam. Da Kraft aber bei deutlich schlechterem Wind sprang setzte er sich mit 232,6 Punkten knapp vor dem Japaner (231,9) auf Position eins.

Hinter Geiger, der nur gute zwei Meter hinter Platz drei zurückliegt, überzeugte Stephan Leyhe (Willingen), der in seiner Heimatstadt am vergangenen Wochenende seinen ersten Weltcupsieg gefeiert hatte, mit 222,5 m auf einem aussichtsreichen zehnten Platz.

Der deutsche Rekordhalter Markus Eisenbichler (Siegsdorf), am Sonntagmorgen in der Qualifikation bester DSV-Adler, hatte in seinem Flug große Schwierigkeiten, rettete sich aber auf 215,0 m und Platz 16. Pius Paschke (Kiefersfelden) flog mit 204,0 m auf den 17. Rang. Constantin Schmid (Oberaudorf), am Samstag als 13. noch zweitbester Deutscher, verpasste mit 185,0 m als 36. das Finale der besten 30.

+++++15. Februar 2020+++++

Geiger verpasst bei Rückenwind Podest im Skifliegen

Skispringer Karl Geiger hat seinen ersten Sieg auf einer Flugschanze verpasst. Trotz Führung nach dem ersten Durchgang musste sich der Oberstdorfer beim Weltcup am Kulm in Bad Mitterndorf/Österreich mit Platz vier begnügen und flog um einen Zehntelpunkt an seinem achten Podestplatz der Saison vorbei. Der Sieg ging an den Polen Piotr Zyla.

Geiger kam vier Tage nach seinem 27. Geburtstag nach 230,0 m im ersten Durchgang im Finale nur auf 213,0 m und wurde mit 414,5 Punkten noch durchgereicht, verbuchte aber dennoch sein besten Karriere-Resultat im Fliegen.

Zyla, der knapp sieben Jahre zuvor seinen bislang einzigen Weltcupsieg gefeiert hatte, setzte sich mit 225,5 und 219,5 m sowie 418,5 Punkten hauchdünn vor dem Slowenen Timi Zajc (418,2) durch. Als Dritter baute der Österreicher Stefan Kraft (414,5) die Führung im Gesamtweltcup vor Geiger aus.

Zweitbester Deutscher hinter Geiger, der zuvor einen siebten Platz als stärkstes Flug-Ergebnis auf dem Konto hatte, war Youngster Constantin Schmid (Oberaudorf/212,5+211,0 m) auf Rang 13. Stephan Leyhe (Willingen), der in seiner Heimatstadt am vergangenen Wochenende seinen ersten Weltcupsieg gefeiert hatte, schob sich nach 208,0 m im ersten Versuch mit persönlicher Bestleistung von 226,5 m im zweiten Durchgang noch auf Platz 15 vor.

Pius Paschke (Kiefersfelden) wurde 18. (204,0+215,5). Markus Eisenbichler (Siegsdorf), mit 248,0 m deutscher Rekordhalter, setzte die Reihe seiner schwachen Vorstellungen fort und kam in seiner Lieblingsdisziplin nicht über Platz 28 (201,0+200,0 m) hinaus.

+++++15. Februar 2020+++++

Karl Geiger nach 1. Durchgang beim Skifliegen in Führung

Skispringer Karl Geiger hat gute Chancen auf seinen ersten Sieg bei einem Flug-Weltcup. Am Kulm in Bad Mitterndorf/Österreich kam der Weltcup-Gesamtzweite aus Oberstdorf im ersten Durchgang auf die Bestweite von 230,0 m und setzte sich mit 209,3 Punkten vor Österreichs Weltcup-Spitzenreiter Stefan Kraft (224,5 m/205,9 Punkte) und dem Polen Piotr Zyla (225,5/205,0) an die Spitze.

Zweitbester Deutscher hinter Geiger, der bislang einen siebten Platz als stärkstes Flug-Ergebnis auf dem Konto hat, ist Youngster Constantin Schmid (Oberaudorf/212,5 m) auf Rang sieben. Stephan Leyhe (Willingen), der in seiner Heimatstadt am vergangenen Wochenende seinen ersten Weltcupsieg gefeiert hatte, liegt mit 208,0 m nur auf Rang 19.

Pius Paschke (Kiefersfelden) flog mit 204,0 m auf Platz 18 und sortierte sich noch vor Leyhe ein. Markus Eisenbichler (Siegsdorf), mit 248,0 m deutscher Rekordhalter, kam bei einem recht verwackelten Sprung auf 201,0 m und erreichte als 29. nur knapp das Finale der besten 30.