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Nordische Ski-WM 2020/21: Schwedin Sundling holt Gold im Klassiksprint - Gimmler wird Zehnte

Nordische Ski-WM 20/21 : Sundling und Klabö holen erste Titel – Gimmler wird Zehnte

Laura Gimmler wird Zehnte im Klassiksprint, schafft es allerdings nicht ins Finale. Die ersten Goldmedaillen gehen stattdessen an Jonna Sundling und Johannes Kläbo. In unserem Telegramm halten wir Sie über Skisprung-Weltcup und Nordische Ski-WM auf dem Laufenden.

Jonna Sundling und Johannes Kläbo haben bei der Nordischen Ski-WM in Oberstdorf die ersten Goldmedaillen gewonnen. Die 26 Jahre alte Schwedin und der 24 Jahre alte Topfavorit aus Norwegen setzten sich am Donnerstag souverän in den Finalläufen der Sprint-Wettbewerbe durch.

Für Sundling, die den Endlauf vor der Norwegerin Maiken Caspersen Falla und der Slowenin Anamarija Lampic gewann, ist es der erste WM-Titel. Kläbo hatte in Seefeld vor zwei Jahren bereits WM-Gold im Sprint, Teamsprint und in der Staffel geholt. Über die 1,5 Kilometer im Allgäu siegte er vor seinen beiden Landsmännern Erik Valnes und Haavard Solaas Taugböl.

Das deutsche Langlauf-Team von Peter Schlickenrieder hatte zuvor die Qualifikation für die Finals verpasst. Als beste Athletin schaffte es Laura Gimmler ins Halbfinale. Der Sprint gilt als schwächste Disziplin der deutschen Auswahl.

+++++24. Februar 2021+++++

 Eisenbichler gewann mit starken Sprüngen auf 104,5 und 101,5 m am Mittwoch in Oberstdorf beide Durchgänge.

"Ich bin gut reingekommen, so wie ich mir das vorgestellt habe. Ich kenne natürlich die Schanze, da gehe ich extrem entspannt an die Sache. Ich habe hier schon 1000 Sprünge gemacht, ich mag die einfach gern", sagte Eisenbichler dem SID.

Zweitbester DSV-Adler war Lokalmatador Karl Geiger auf den Rängen 11 und 14. "Es lief ganz gut. Ich bin sehr absprungstark, das zahlt sich auf kleinen Schanzen aus", sagte Geiger. Die Medaillen werden am Samstag (16.30 Uhr) vergeben, am Sonntag (17.00/beides ARD und Eurosport) folgt an gleicher Stelle das Mixed.

Eisenbichler gewann den ersten Durchgang vor den Norwegern Marius Lindvik und Robert Johansson, den zweiten vor Anze Lanisek (Slowenien) und Halvor Egner Granerud (Norwegen). Ex-Weltmeister Stefan Kraft (Österreich) und der Japaner Ryoyu Kobayashi verzichteten auf das Training.

In guter Form präsentierte sich aus deutscher Sicht auch Pius Paschke (Kiefersfelden/13. und 23.). Ex-Weltmeister Severin Freund (Rastbüchl/29. und 35.), Martin Hamann (Aue/31. und 41.) und Constantin Schmid (Oberaudorf/23. und 48.) hatten noch Luft nach oben.

Skispringerin Takanashi gewinnt WM-Quali - Deutsche nicht vorne dabei

Die Japanerin Sara Takanashi hat die Qualifikation für den ersten Skisprung-Wettkampf bei der Weltmeisterschaft in Oberstdorf gewonnen. Die 24-Jährige setzte sich am Mittwochabend kurz vor der offiziellen Eröffnungsfeier vor Marita Kramer aus Österreich und der Slowenin Ema Klinec durch. Die deutschen Springerinnen waren auf der Normalschanze am Schattenberg nicht vorne dabei.

Anna Rupprecht belegte als beste Athletin aus dem Team von Bundestrainer Andreas Bauer den 15. Platz. Lokalmatadorin Katharina Althaus sprang nur auf Rang 19, blieb für den Wettkampf aber dennoch „optimistisch“. In Carina Vogt und Juliane Seyfarth qualifizierten sich auch die beiden weiteren Starterinnen des Deutschen Skiverbands für das Springen am Donnerstag (17.00 Uhr/ARD und Eurosport).

„Kleine“ Skilanglauf-Nationen eröffnen Oberstdorfer WM

Dabei verliehen krasse Außenseiter aus Wintersport-Entwicklungsländern den Rennen ein besonderes Flair. Ob Nzumbe Nyanduga aus Tansania, Nicholas Lau aus Trinidad und Tobago oder die Iranerin Farzaneh Rezasoltani. Ob die litauischen Zwillingsschwestern Emilija und Gabija Bucyte (15) als jüngste Teilnehmerinnen oder der Israeli Warren Aubrey Samberg (47) als ältester Starter - sie alle genossen auch ohne Zuschauer ihr ganz persönliches WM-Erlebnis.

Trotz der coronabedingten Reisebeschränkungen waren die Starterfelder gut gefüllt, 43 Frauen und 85 Männer kämpften um einen Platz in den Freistil-Entscheidungen am kommenden Dienstag und Mittwoch. Bei den Frauen war Baiba Bendika (Lettland) über 5 km im freien Stil in 11:48,3 Minuten die Schnellste, Schlusslicht Raquel Sukkar (Libanon) war knapp 22 Minuten langsamer. Die Männer-Ausscheidung über 10 km gewann Mark Chanloung aus Thailand in 24:23,8 Minuten, der Chilene Benjamin Amestica auf Platz 85 lag 15 Minuten dahinter

Oberstdorf ist zum dritten Mal nach 1987 und 2005 Ausrichter der Titelkämpfe, bei denen bis zum 7. März 24 Entscheidungen mit rund 800 Athleten und Athletinnen aus über 60 Nationen anstehen.

+++++23. Februar 2021+++++

Olympiasiegerin Vogt trotz Formschwäche für erstes WM-Springen nominiert

Die zweimalige Skisprung-Weltmeisterin Carina Vogt hat sich trotz schwacher Trainingsleistungen einen Startplatz für den ersten Einzel-Wettkampf bei der WM in Oberstdorf erkämpft. In den drei Durchgängen am Dienstagabend belegte die Sotschi-Olympiasiegerin nur die Plätze 22, 29 und 31, Bundestrainer Andreas Bauer schenkte ihr dennoch das Vertrauen.

In der Qualifikation auf der Normalschanze am Mittwoch (18.00 Uhr) starten zudem Vizeweltmeisterin Katharina Althaus (Oberstdorf), Juliane Seyfarth (Ruhla) und Anna Rupprecht (Degenfeld). Zuschauen muss Luisa Görlich (Lauscha).

"Es war ganz arg komisch heute, ich kann es mir nicht richtig erklären", sagte Vogt (29), die 2015 und 2017 den Titel geholt hatte, dem SID: "Ich war irgendwie von der Rolle, die Sprünge waren ganz untypisch für mich. Ich war sehr spät und sehr passiv."

Vogt hatte erst im Januar nach langer Pause wegen eines im Sommer 2019 erlittenen Kreuzbandrisses ihr Comeback gefeiert. Die Teilnahme an der Heim-WM war ihr großes Ziel. "Es bedeutet mir sehr viel. Das war über fast zwei Jahre mein Anker", sagte sie. Die Medaillenentscheidung auf der Normalschanze findet am Donnerstag (17.00 Uhr) statt.

In den drei Trainingsdurchgängen enttäuschte das DSV-Team durch die Bank. Althaus sorgte mit Rang 14 im zweiten Durchgang noch für das beste Resultat. "Wir waren heute nicht zufrieden, speziell beim Absprung sind noch Fehler passiert. Das müssen wir in der Qualifikation besser machen, dann sind schon noch einige Plätze nach vorne drin", sagte Bauer. In Topform präsentierte sich die Japanerin Sara Takanashi, die zwei der drei Durchgänge gewann und einmal Zweite wurde.

+++++23. Februar 2021+++++

Auch ohne Fans - DSV-Team fiebert Titelkämpfen entgegen

Das Nebelhorn glänzt vor blauem Himmel, Schanzen und Loipen strahlen in hellem Weiß: Das Postkarten-Idyll von Oberstdorf, das die deutschen Skispringer, Kombinierer und Langläufer vor der Heim-WM in Empfang nahm, passte so gar nicht zu der trostlosen Atmosphäre im Ort. Doch auch ohne 400.000 Fans aus aller Welt wie bei den Wintermärchen 1987 und 2005 will das DSV-Team bei den an Mittwoch beginnenden Titelkämpfen ein rauschendes Fest abliefern.

"Ich freue mich richtig auf die Heim-WM. So etwas werde ich nie wieder in meiner Karriere erleben", sagt Titelverteidiger Markus Eisenbichler: "Es ist zwar ein bisschen schade ohne Zuschauer, aber das ist eben den Umständen geschuldet." Auf dem Skisprung-Weltmeister ruhen auch in diesem Jahr die Hoffnungen, zudem sind die Kombinierer um Eric Frenzel und Vinzenz Geiger traditionell Kandidaten für Medaillen.

Doch die Latte liegt hoch: 2017 und 2019 heimste das DSV-Team jeweils sechsmal Gold ein, es waren traumhafte Weltmeisterschaften. Eine solche Ausbeute wäre in diesem Jahr ein kleines Wunder - zu stark ist die Konkurrenz aus Norwegen, zu wackelig war der Saisonverlauf. Eine klare Zielvorgabe vermied der Deutsche Skiverband (DSV) dann auch. "Eine WM lebt auch immer von den Medaillen. Wir können sicherlich die eine oder andere Top-Leistung erwarten", sagte DSV-Vorstand Karin Orgeldinger.

Auch wenn die Tribünen leer bleiben, die Motivation ist ungebrochen: Für viele der insgesamt 38 DSV-Athleten ist die Heim-WM einer der Höhepunkte der gesamten Karriere, vor allem für die sieben Vertreter des SC Oberstdorf. Zu den Lokalmatadoren zählen auch heiße Anwärter auf Edelmetall, neben dem Kombinierer Geiger etwa der mit ihm entfernt verwandte Skispringer Karl Geiger, Skisprung-Vizeweltmeisterin Katharina Althaus oder der bereits reichlich dekorierte Kombinierer Johannes Rydzek.

Lesen Sie hier, was Katharina Hennig unserer Redaktion über die Heim-WM ohne Fans erzählt hat:Oberstdorfer Skisportler wollen Heim-WM auch ohne Zuschauer genießen

"Es ist gigantisch, wenn man auf den Strecken und Schanzen, auf denen man täglich trainiert, eine Weltmeisterschaft haben darf", sagt Vinzenz Geiger. Der 23-Jährige dürfte wohl noch vor Rekordweltmeister Frenzel und Rydzek die besten Chancen haben, den im Weltcup dominierenden Norweger Jarl Magnus Riiber zu schlagen. "Er ist momentan unser Stärkster", sagt auch Bundestrainer Hermann Weinbuch.

Das größte Interesse gehört aber den Skispringern mit dem zweimaligen Saisonsieger Eisenbichler und dem zuletzt wackelnden Karl Geiger. Die Schanzen am Schattenberg, wo in normalen Jahren 25.000 Fans bei der Vierschanzentournee für einen Hexenkessel sorgen, kennen die DSV-Adler wie aus der Westentasche. "Wenn Markus sein Leistungsvermögen abrufen kann, hat er alle Möglichkeiten, zu einer Medaille zu springen", sagt Bundestrainer Stefan Horngacher.

Geschichte schreiben werden unabhängig von Gold, Silber und Bronze die Kombiniererinnen, die am Samstag ihre lang ersehnte WM-Premiere feiern. Die ersten Medaillen werden am Donnerstag im Sprint der Skilangläufer und bei den Skisprung-Frauen vergeben, in beiden Entscheidungen wäre Edelmetall für Deutschland eine Überraschung. Am Freitag sieht das bei den Kombinierern und der Team-Entscheidung der Skispringerinnen schon anders aus.

Zumindest für die TV-Zuschauer bleibt auch das Postkarten-Idyll erhalten, der Wetterbericht verspricht für den Großteil der WM blauen Himmel. Einzig die Loipen könnten unter den zu hohen Temperaturen leiden, noch aber deutet alles auf eine erfolgreiche WM hin. Zumindest aus sportlicher Sicht.

Hier beantworten wir die wichtigsten Fragen zur WM.

++++++23. Februar 2021+++++

Warmes Frühlingswetter: Startzeiten beim Langlauf verschoben

Das frühlingshafte Wetter und Temperaturen von bis zu 15 Grad haben für die ersten Änderungen im Ablauf der Nordischen Ski-Weltmeisterschaft in Oberstdorf gesorgt. Die Langlauf-Rennen am Mittwoch und Donnerstag beginnen früher als bisher geplant, um bessere Bedingungen in der Loipe gewährleisten zu können. Die beiden Qualifikationen am Mittwoch starten im Allgäu um 9.00 Uhr und 10.30 Uhr (statt 12.30 Uhr und 14.30 Uhr). Auch am Donnerstag werden die Sprint-Rennen in den Vormittag gezogen. Die Qualifikationen beginnen ab 9.00 Uhr, mit den Finalläufen soll es ab 11.30 Uhr losgehen.

Die warmen Bedingungen seien „für jeden Veranstalter eine enorme Herausforderung“, sagte der deutsche Langlauf-Teamchef Peter Schlickenrieder. Der 51-Jährige lobte die Organisatoren für den umsichtigen Umgang mit der Situation.

Das Programm der WM im Überblick.

++++++23. Februar 2021+++++

Gregor Schlierenzauer muss Saison nach Kreuzband-Verletzung beenden

Österreichs Skisprungstar Gregor Schlierenzauer hat einen weiteren Rückschlag erlitten und sich erneut eine schwerere Knieverletzung zugezogen. Der 31-Jährige, der wegen anhaltender Formschwäche nicht für die am Mittwoch beginnende WM in Oberstdorf nominiert worden war, erlitt am Wochenende beim Continental-Cup in Brotterode/Thüringen eine Kreuzband-Verletzung.

"Irgendwie bleibt der Wurm drinnen. Die Saison, die mit der Covid-Erkrankung begonnen hat und nicht ins Laufen kommen wollte, endet für mich mit einer Teilruptur des vorderen linken Kreuzbandes", schrieb der sechsmalige Weltmeister auf seiner Homepage.

Schlierenzauer muss sechs bis acht Wochen pausieren. "Die Frage, wie es jetzt weitergeht, ist leicht beantwortet. Ich werde therapeutisch die Ärmel hochkrempeln und schauen, dass mein Knie wieder die volle Belastung verträgt. Alles andere wird sich ergeben", schrieb er.

Im März 2016 hatte sich Schlierenzauer einen Riss des rechten Kreuzbandes zugezogen. Danach bremsten ihn auch mentale Probleme aus.

Lesen Sie hier, was Katharina Hennig unserer Redaktion über die Heim-WM ohne Fans erzählt hat:Oberstdorfer Skisportler wollen Heim-WM auch ohne Zuschauer genießen

+++++20. Februar 2021+++++

Schmid erhält letztes WM-Ticket

Skispringer Constantin Schmid hat das letzte Ticket für die Heim-WM in Oberstdorf ergattert. Bundestrainer Stefan Horngacher nominierte den 21-Jährigen aus Oberaudorf als sechsten DSV-Adler für die am Mittwoch beginnenden Titelkämpfe im Allgäu. Olympiasieger Andreas Wellinger und Richard Freitag fehlte zuletzt die Form.

Schmid hatte am Freitag als Zwölfter der Generalprobe im rumänischen Rasnov überzeugt. Sein bestes Saisonergebnis ist der achte Rang in Nischni Tagil.

Zuvor hatte Horngacher Karl Geiger (Oberstdorf), Titelverteidiger Markus Eisenbichler (Siegsdorf), Pius Paschke (Kiefersfelden), Martin Hamann (Aue) und Ex-Weltmeister Severin Freund (Rastbüchl) in das WM-Team berufen.

Horngacher darf in diesem Jahr für den Wettbewerb von der Großschanze fünf Springer nominieren, da Eisenbichler als Weltmeister einen zusätzlichen Startplatz errungen hat. Im Wettbewerb von der Normalschanze, der am Freitag den Auftakt macht, dürfen vier Deutsche um WM-Medaillen kämpfen.

Das komplette deutsche WM-Aufgebot für Oberstdorf finden Sie hier im Überblick.

+++++20. Januar 2021+++++