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Nordische Ski-WM 2020/21: Italien zieht gesamtes Team nach Coronafällen zurück

Nordische Ski-WM 20/21 : Italien zieht gesamtes Team nach Coronafällen zurück

Italien hat nach erneuten Coronafällen sein komplettes Team von der Nordischen Ski-WM in Oberstdorf zurückgezogen. In unserem Telegramm halten wir Sie über die Nordische Ski-WM auf dem Laufenden.

Italien hat nach erneuten Coronafällen sein komplettes Team von der Nordischen Ski-WM in Oberstdorf zurückgezogen. Dies teilte der nationale Verband FISI am Mittwochmorgen mit. Die Entscheidung sei gefallen, um die Gesundheit der Athleten zu schützen und zugleich eine sichere Fortsetzung der WM zu erlauben.

Nachdem am Samstag zwei Coronafälle in Italiens Skisprung-Team bekannt geworden waren, bestätigte der Weltverband FIS am Mittwochmorgen zwei weitere positive Tests bei Mitgliedern der italienischen Delegation, die allerdings keinen Zugang zu den Wettkampfstätten hatten.

Bislang sind rund 15.000 Tests im Umfeld der WM vorgenommen worden, rund zehn davon fielen positiv aus. Einziger namentlich bestätigter Coronafall ist jener von Norwegens Skisprungstar Halvor Egner Granerud.

„Ein Jammer“: Corona-Aus für Granerud

Norwegens Skisprungstar Halvor Egner Granerud ist der erste prominente Coronafall in Oberstdorf. Für den Topfavoriten endet die WM in der Isolation.

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+++++2. März 2021+++++

Skispringerin Kramer gewinnt Quali - Althaus auf Rang vier

Marita Kramer hat die Qualifikation zur WM-Premiere der Skispringerinnen auf der Großschanze gewonnen. Die 19 Jahre alte Österreicherin sprang am Dienstagabend in Oberstdorf 137,5 Meter weit und verwies damit Ema Klinec aus Slowenien und die Japanerin Sara Takanashi auf die Plätze zwei und drei. Als beste Deutsche belegte Katharina Althaus den vierten Rang. Die 24 Jahre alte Allgäuerin hatte am Sonntag die Goldmedaille mit dem Mixed-Team gewonnen. Aus der Mannschaft von Bundestrainer Andreas Bauer hat sie die besten Chancen auf eine Medaille im Wettbewerb an diesem Mittwoch (17.15 Uhr/ZDF und Eurosport).

In Anna Rupprecht, Luisa Görlich und Juliane Seyfarth qualifizierten sich auch die anderen drei deutschen Starterinnen für den Wettkampf. Deutschlands erfolgreichste Springerin Carina Vogt war wegen anhaltender Formschwäche nach großen Verletzungsproblemen nicht nominiert worden.

Johaug gewinnt zwölftes Gold – Carl auf Platz 14

Norwegens Skilanglauf-Königin Therese Johaug (32) hat bei der WM in Oberstdorf mit einer Machtdemonstration auch das Freistil-Rennen über 10 km gewonnen. Die Titelverteidigerin siegte im Einzelstart wie schon drei Tage zuvor im Skiathlon vor den Schwedinnen Frida Karlsson und Ebba Andersson. Als beste Deutsche belegte Victoria Carl (Zella-Mehlis) den 14. Platz.

Johaug, der sich in Oberstdorf noch zwei weitere Gold-Chancen bieten, hatte bei frühlingshaftem Wetter im Ziel nach 23:09,8 Minuten einen deutlichen Vorsprung von 54,2 Sekunden auf Karlsson. Carl folgte mit einem Rückstand von 1:54,5 Minuten, zweitbeste Deutsche war Pia Fink (Bremelau/+2:19,0) auf dem 20. Rang.

"Das war heute deutlich besser. Wir sind zusammengerückt, der Bann ist gebrochen", sagte Bundestrainer Peter Schlickenrieder nach zuletzt unglückliche Vorstellungen. Auch Carl, im Teamsprint an der Seite von Sofie Krehl (Oberstdorf) nur Neunte, war diesmal zufrieden: "Meine Ski waren heute absolut genial. Ich denke, damit habe ich mir meinen Staffelplatz mehr als verdient."

Für Johaug war es der zwölfte WM-Titel ihrer Karriere. Mehr Goldmedaillen bei Nordischen Ski-Weltmeisterschaften haben nur ihre ehemalige Teamkollegin Marit Björgen (18), die Russin Jelena Wälbe (14) und der Norweger Petter Northug (13) gesammelt, alle im Langlauf. "Therese erstaunt mich jedes Mal wieder. Ich wüsste gerne, was sie anders macht als wir, damit wir das vielleicht auch mal ändern können. Das ist schon sehr bemerkenswert", sagte Fink.

Bei ihrer siebten WM-Teilnahme seit 2007 - 2017 in Lahti hatte sie wegen einer Sperre nach einem positiven Test auf das Steroid Clostebol gefehlt - gelang Johaug zudem als erster Läuferin seit der Tschechin Katerina Neumannova 2007 die erfolgreiche Titelverteidigung über 10 km.

Skispringer Severin Freund fiebert erstem WM-Start entgegen

Severin Freund feuerte Karl Geiger an, er jubelte mit dem Gold-Quartett im Mixed, doch jetzt hat er genug von seiner Rolle als Edelfan. "Jetzt kommt die große Schanze, und die ist für mich ein bisschen einfacher", sagt der Skisprung-Weltmeister von 2015, der die Heim-WM in Oberstdorf bislang nur als Zuschauer erlebt hat. Zwar ist schon die Teilnahme ein Erfolg für den 32-Jährigen, in den Ergebnislisten auftauchen würde er dennoch ganz gerne.

Seine bisherige Nebenrolle sei "natürlich nicht die schönste Situation" für ihn gewesen, sagte Freund am Ruhetag der Titelkämpfe im Allgäu. Immerhin habe er dort, wo er 2015 das Oberstdorfer Tourneespringen gewann, ein wenig "die Atmosphäre einer WM" aufsaugen können. Für die Teilnahme hatte er sich schließlich nach zwei Kreuzbandrissen monatelang gequält. "Oberstdorf war ein sehr großes Ziel von mir", sagt Freund.

Auf der kleinen Schanze erhielt dennoch Constantin Schmid den Vortritt. "Verdient", wie Freund betont. Doch weil Stefan Horngacher für das Einzel vom großen Bakken dank Titelverteidiger Markus Eisenbichler fünf Startplätze zu Verfügung stehen, darf Freund hoffen. Am Mittwoch muss der Bundestrainer sein Team für die Qualifikation nominieren, aus dem Trio Freund, Schmid und Martin Hamann muss nur einer zuschauen.

In die Medaillenränge, so wie bei seinem Triumph 2015 in Falun, wird Freund es aber kaum schaffen. "Severin kämpft wie ein Löwe. Ein paarmal hatte ich das Gefühl, dass er die Kurve kriegt. Ich würde es ihm wünschen", sagt Werner Schuster im SID-Gespräch. Den ehemaligen Bundestrainer und Freund verbindet eine lange Geschichte. Es war der junge Freund, der 2011 für den ersten Weltcupsieg der so erfolgreichen Ära Schuster sorgte.

Dennoch hat auch Schuster Zweifel. "Man sieht Severin die Strapazen schon ein bisschen an. Er ist lange dabei, und was er macht, macht er mit 110 Prozent. Er hat inzwischen auch Familie. Vielleicht motiviert ihn das Ziel Olympia noch einmal", sagt der Österreicher. Freund selbst sagt, er denke erst einmal an die Skiflug-WM 2022 in Vikersund. Dort, wo er 2012 unerwartet Team-Silber gewann.

Zum alten Eisen, das machte Freund in Oberstdorf klar, zählt er sich noch lange nicht. Während seiner Abwesenheit habe sich im Skispringen zwar viel getan, und dies habe ihn "schon ein bisschen überrascht". Dem athletischen Stil der jungen Garde könnten alten Hasen wie er aber ihre Erfahrung entgegen setzen.

Der Pole Piotr Zyla, mit 34 Jahren gerade zum ältesten Skisprung-Weltmeister der Geschichte geworden, sei da durchaus ein Vorbild. "Es ist möglich, auch im höheren Alter ganz vorne mitzuspringen", sagt Freund: "Der Piotr hat es vorgemacht."

+++++28. Februar 2021+++++

Kombinierer gewinnen Silber in der Staffel

Die deutschen Nordischen Kombinierer haben bei der Heim-WM in Oberstdorf die Silbermedaille im Team-Wettbewerb gewonnen. Terence Weber, Fabian Rießle, Eric Frenzel und Vinzenz Geiger mussten sich am Sonntag nur den überragenden Norwegern geschlagen geben. Bronze ging an Österreich. Vor zwei Jahren in Seefeld hatten die Schützlinge von Bundestrainer Hermann Weinbuch ebenfalls Silber hinter Norwegen geholt.

Bei strahlendem Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen hatten Rießle, Weber, Geiger und Frenzel im Skispringen von der Normalschanze am Vormittag den Grundstein für den Podestplatz gelegt. Die beim Springen längst nicht immer überzeugenden Deutschen erwischten punktgenau zum Saisonhöhepunkt einen starken Tag. Vor allem Rekord-Weltmeister Frenzel gelang mit einem Satz auf 107 Meter ein hervorragender Sprung. Jubelnd riss er den Arm im Auslauf nach oben. „Der war flüssig, der lief wie an der Schnur gezogen“, kommentierte er zufrieden. Zum achten WM-Titel der Karriere reichte es für den 32-Jährigen am Ende nicht ganz.

Mit 25 Sekunden Rückstand auf die führenden Österreicher war Weber als erster Deutscher und insgesamt Zweiter in das 4x5 Kilometer lange Langlaufrennen gegangen. Auf der Strecke musste er die Norweger und Japaner vorbeiziehen lassen. Mit rund 40 Sekunden Rückstand auf Platz eins übergab er an Rießle. Der Breisgauer überholte Japan und schickte Frenzel als Dritten auf die anspruchsvolle Strecke. Der Routinier hängte die Österreicher ab und sicherte Platz zwei. Schlussläufer Geiger ließ sich das nicht mehr nehmen, der Lokalmatador konnte den norwegischen Überflieger Jarl Magnus Riiber an der Spitze aber nicht mehr gefährden. Der Rückstand betrug am Ende 42,7 Sekunden.

Für Geiger war es nach Silber mit der Mannschaft vor zwei Jahren die zweite WM-Medaille. Weber durfte sich erstmals über Edelmetall bei einer Weltmeisterschaft im Herrenbereich freuen. Der 24-Jährige war für den zweifachen Olympiasieger Johannes Rydzek ins Team gerückt, dem in seiner Heimat wegen anhaltender Formschwäche nur die Zuschauerrolle blieb. „Es ist sehr, sehr schade für ihn“, sagte Geiger über den 29-Jährigen. „Aber er hat schon so viele Medaillen gesammelt, er kommt auch aus dem Loch wieder raus.“ Beim Auftaktwettbewerb der Kombinierer am Freitag hatte das deutsche Team eine Einzelmedaille verpasst.

Deutsche Skispringer fliegen im Mixed zu Gold

Wahnsinn! Das deutsche Team holt Gold im Mixed-Wettbewerb der Skispringer. Dabei war das Quartett um Silbergewinner Karl Geiger als Außenseiter in den Wettkampf gegangen.

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Norwegen gewinnt Gold im Teamsprint

Mit einer großen Langlauf-Show auf der letzten Runde hat Norwegens Nordisch-Star Johannes Kläbo den Teamsprint bei der WM in Oberstdorf entschieden. Der 24-Jährige lief mit einer beeindruckenden Kraftleistung allen Konkurrenten davon und holte mit Erik Valnes Gold.

Kurz zuvor hatten Victoria Carl und Sofie Krehl im Frauenrennen am Sonntag den neunten Platz belegt. Beim Sieg der Schwedinnen Maja Dahlqvist und Jonna Sundling hatten die beiden 25 Jahre alten Deutschen mit dem Kampf um die Medaillen nichts zu tun. Krehl war zu Beginn des Rennens gestrauchelt. Silber sicherte sich überraschend das Duo Laurien van der Graaff und Nadine Fähndrich aus der Schweiz, Bronze holte Slowenien.

Die deutschen Männer schieden schon im Halbfinale aus und hatten dabei Pech. Janosch Brugger, der im Duett mit Sebastian Eisenlauer lief, verlor einen Ski. „Blöder kann es nicht laufen“, sagte der 23-Jährige zu seinem Malheur. Silber hinter Norwegen gewann Finnland vor dem russischen Team um Alexander Bolschunow.

Langläuferinnen im Teamsprint auf Rang neun - Schweden siegt

Die beiden Skilangläuferinnen Victoria Carl und Sofie Krehl haben im Teamsprint bei der Heim-WM den neunten Platz belegt. Beim Sieg der Schwedinnen Maja Dahlqvist und Jonna Sundling hatten die beiden 25-Jährigen mit dem Kampf um die Medaillen nichts zu tun. Krehl war zu Beginn des Rennens gestrauchelt. Silber sicherte sich am Sonntag in Oberstdorf überraschend das Duo Laurien van der Graaff und Nadine Fähndrich aus der Schweiz, Bronze holte Slowenien.

Die deutschen Männer schieden schon im Halbfinale aus und hatten dabei Pech. Janosch Brugger, der im Duett mit Sebastian Eisenlauer lief, verlor einen Ski. „Blöder kann es nicht laufen“, sagte der 23-Jährige zu seinem Malheur.

„Das war erst der Anfang“ - Kombiniererinnen hoffen nach WM-Debüt auf mehr

Cindy Haasch lächelte ein wenig schüchtern, doch dann meisterte die Jüngste im gesamten deutschen WM-Team auch die nächste Premiere souverän. "Das macht Motivation für mehr", sagte die 16 Jahre alte Thüringerin nach dem ersten WM-Rennen der Nordischen Kombiniererinnen der Geschichte, das sie als beste DSV-Starterin auf dem guten elften Platz beendet hatte, in ihrer ersten großen Presserunde: "Jetzt muss ich schauen, was die nächsten Ziele sind."

Oberstdorf soll dabei für Haasch wie auch für die gesamte Frauen-Kombination nur ein Etappenort auf dem Weg zum Fernziel Olympia gewesen sein. "Das war schon groß, ein Traum ist wahr geworden", sagte die souveräne norwegische Siegerin Gyda Westvold Hansen, mit 18 Jahren wie Haasch auch noch ein ganz frisches Gesicht. Ihr Kombi-Landsmann Jarl Magnus Riiber, der in Oberstdorf Männer-Gold geholt hatte, gratulierte: "Heute wurde Geschichte geschrieben."

Erst seit drei Jahren gibt es die Frauen-Kombination als weltweite Wettkampf-Disziplin, im Januar 2018 fand der erste Continental Cup statt, im Dezember 2020 der erste Weltcup - und jetzt schon der WM-Auftakt zur besten TV-Sendezeit. "Das ist schon ein bisschen unreal", sagte die frühere Junioren-Weltmeisterin Jenny Nowak, als 18. in Oberstdorf etwas unter Wert geschlagen, "wir waren aber auch alle richtig nervös."

Kurzzeitig war eine deutsche Kombiniererin sogar mitten ins Rampenlicht geflogen: Die mit 27 Jahren als DSV-Führungskraft firmierende Svenja Würth, als frühere Skisprung-Weltmeisterin dafür prädestiniert, hatte nach dem Schanzendurchgang auf Platz drei gelegen. "Ich wusste aber, dass ich im Laufen keine Glanzleistung vollbringen kann", sagte Würth, die auch wegen eines Sturzes auf Platz 17 zurückfiel, "aber ich habe den Umstieg nicht bereut, es macht einen Riesenspaß."

Den hatte auch Trainer Klaus Edelmann. "Es war ein Wahnsinns-Wettkampf und eine sehr schöne Weltmeisterschaft für uns", sagte der 65-Jährige: "Ich hätte mir noch einen zweiten Wettkampf gewünscht." Den soll es womöglich bei der WM 2023 in Planica mit dem Team geben, zwei Jahre später in Trondheim könnte ein zweites Einzel hinzukommen, die Olympia-Premiere 2026 in Cortina steigen.

Für Edelmann beginnt die Arbeit nun erst richtig, die Lücke zu Norwegen, das in Oberstdorf einen Dreifachsieg durch Westvold Hansen sowie die Schwestern Mari und Marte Leinand Lund feierte, muss verkleinert werden. "Andere Nationen, besonders Norwegen, haben schon mehr getan", sagte der Coach.

Seine Schützlinge werden begeistert mitziehen. "Unsere WM-Premiere war nicht das Ende einer Entwicklung", sagte Maria Gerboth (18), die 19. wurde, "das war erst der Anfang."

+++++27. Februar 2021+++++

Lokalmatador Geiger gewinnt Silber von der Normalschanze