Skispringen in Planica: DSV-Adler fliegen auf Platz zwei

Skispringen in Planica: DSV-Adler sind "Best of the Rest"

Die deutschen Skispringer haben im letzten Team-Wettbewerb der Saison Platz zwei belegt. In Planica mussten sich die DSV-Adler als Zweite nur den erneut überragenden Norwegern geschlagen geben.

Richard Freitag so gut wie noch nie, Markus Eisenbichler gewohnt stark und Andreas Wellinger besser als befürchtet: Die deutsche Skispringer haben am Ende einer langen Saison noch einmal ein Ausrufezeichen gesetzt und sind im letzten Mannschafts-Wettbewerb des Weltcup-Winters auf dem Podest gelandet. Beim Skifliegen in Planica mussten sich die DSV-Adler als Zweite nur den erneut überragenden Norwegern geschlagen geben.

"Das ist fantastisch, wir sind the Best of the Rest", sagte Bundestrainer Werner Schuster im ZDF: "Die Norweger waren nicht zu schlagen, die sind zu breit aufgestellt. Aber Platz zwei dank der überragenden Flüge von Richard und Markus tut uns schon sehr gut."

Damit fand eine im Hinblick auf die Mannschafts-Wettbewerbe sehr wechselhafte Saison ihr erfreuliches Ende: Bei Olympia hatte das deutsche Team Silber geholt und kurz darauf in Lahti den einzigen Sieg gefeiert. Dem gegenüber standen aber auch schwache Auftritte wie beim enttäuschenden vierten Platz der Flug-WM in Oberstdorf. "Insgesamt bin ich mit der Teamsaison nicht ganz zufrieden", sagte Schuster. Am Sonntag (10.00 Uhr) steht in Planica ein letztes Einzelfliegen an.

Die Norweger, die seit mehr als drei Jahren im Mannschaftsfliegen ungeschlagen sind, setzten sich am Samstag mit 1620,2 Punkten ungefährdet vor dem DSV-Team (1482,9) durch, das letztlich umgerechnet 114 m Rückstand hatte. Dritter wurde Gastgeber Slowenien (1475,5) vor Polen (1470,5). Seit 2012 waren die Deutschen zuvor nur einmal bei einem Teamfliegen im Weltcup auf dem Podest gelandet: Im Vorjahr hatte es ebenfalls in Planica zu Platz zwei gereicht.

Freitag, der im Einzel am Tag zuvor als Sechster seinen zweiten Platz im Gesamtweltcup perfekt gemacht hatte, steigerte im ersten Durchgang seine persönliche Bestleistung um sechseinhalb Meter auf 243,0 m und legte im zweiten 234,0 m nach. Weiter als Freitag flogen am Samstag nur Polens Topstar Kamil Stoch (248,5+244,5) sowie Weltmeister Daniel Andre Tande (Norwegen/243,5).

Olympiasieger Wellinger, dem Schuster trotz Formschwäche das Vertrauen geschenkt hatte, zeigte mit 212,5 und 219,5 m seine besten Flüge in Planica. "Heute ging es aufwärts, in kleinen Schritten. Es geht in die richtige Richtung", sagte Wellinger, der am Freitag im ersten Einzelfliegen nach verpatzter Qualifikation zusehen musste.

Der deutsche Rekordhalter Eisenbichler, der im völlig verunglückten Probesprung knapp einen Sturz vermieden hatte, kam auf starke 235,0 und 234,0 m. "Es war noch ein wenig mehr drin, aber ich wollte nicht alles riskieren wie in der Probe", sagte Eisenbichler. Stephan Leyhe als vierter deutscher Starter sprang mit zweimal 214,5 m solide.

Österreich mit Weltrekordler Stefan Kraft und Gregor Schlierenzauer, der am Donnerstag in der Qualifikation Krafts Marke von 253,5 m egalisiert, aber dabei in den Schnee gegriffen hatte, kam nur auf Platz sechs. Damit haben die Österreicher am Sonntag eine letzte Chance, die erste Saison ohne Sieg seit 17 Jahren zu vermeiden.

(sid)