Skilanglauf: Zwei Podestplätze für deutsche Starter

Skilanglauf: Zwei Podestplätze für deutsche Starter

Lahti (RPO). Die deutschen Skilangläufer haben mit zwei Podestplätzen bei der Olympia-Revanche in Lahti ihre starken Leistungen bei den Winterspielen bestätigt. Erst verpasste die Frauen-Staffel als Zweite nur um 0,7 Sekunden den ersten Weltcup-Sieg seit drei Jahren, dann sprintete ein mit dem Olympiazweiten Tobias Angerer verstärktes Youngster-Team auf Platz drei.

"Die Jungs haben einen Superjob gemacht. Um die Zukunft des deutschen Skilanglaufs muss uns nicht bange sein", sagte Angerer, der in Vancouver eine von fünf deutschen Medaillen gewonnen hatte. Der Teamsprint-Olympiazweite Tim Tscharnke wurde erst auf der Zielgeraden von zwei norwegischen Staffeln übersprintet, rettete mit 0,5 Sekunden Rückstand auf den Sieger aber noch Platz drei im Fotofinish gegen Russland. "Das war gnadenloser Überlebenskampf. Und wir sind auf dem Podest, das ist doch eine Supersache", sagte Tscharnke.

Zumal neben ihm in Hannes Dotzler und Philipp Marschall zwei weitere Youngster in der umformierten deutschen Staffel standen. Drei Routiniers, die bei Olympia noch das Podest mit der Staffel verfehlt hatten, waren nicht dabei. Der doppelte Olympiazweite Axel Teichmann und Rene Sommerfeldt hatten auf den Start in Lahti verzichtet. Jens Filbrich war wegen einer Erkrankung nicht dabei.

Groß war die Freude bei Teamsprint-Olympiasiegerin Evi Sachenbacher-Stehle, die sich im Zielsprint eines dramatischen Staffelrennens nur Norwegen mit der dreimaligen Olympiasiegerin Marit Björgen beugen musste. "Wir sind halt ein Superteam und harmonieren perfekt. Und mit den Olympiamedaillen im Hinterkopf funktioniert auch das Sprinten gut", sagte die Strahlefrau. Nicole Fessel, Katrin Zeller und Miriam Gössner fielen ihr glücklich in die Arme.

In den Einzelrennen hatten die Deutschen zuvor die Podestplätze knapp verpasst. Sachenbacher-Stehle landete im 15-km-Jagdrennen auf Platz sechs, Angerer über die doppelte Distanz auf Position sieben. Die Siege gingen an den überraschend starken Franzosen Maurice Manificat und Björgen. Justyna Kowalczyk (Polen) nach nach ihrem zweiten Platz den Gesamtweltcup so gut wie sicher.

Ein Grund für das unbefriedigende deutsche Einzel-Ergebnis waren Probleme mit den Ski, die erst am Morgen vor den Rennen mit dem Flieger von den Winterspielen in Vancouver eingetroffen waren. "Ich hatte einfach keine Chance mit dem Ski. Das Podium wäre mindestens drin gewesen, deshalb ärgert mich das Resultat umso mehr", sagte der 32-jährige Angerer: "Aber natürlich ist der Staffel-Podestplatz mehr als ein Trost. Mit diesen jungen Leuten da zu stehen, ist etwas Außergewöhnliches. Da fühlt man sich selbst wieder jung."

Weltcup in Lahti, Skilanglauf:

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Männer, 4x10-km-Staffel (klassische/freie Technik): 1. Norwegen II (Simen Östensen, Roger Aa Djupvik, Sjur Röthe, Kristian Tettli Rennemo) 1:27:43,6, 2. Norwegen (Eldar Rönning, Martin Johnsrud Sundby, Petter Eliassen, Tord Asle Gjerdalen) 0,2 Sekunden zurück, 3. Deutschland (Hannes Dotzler/Sonthofen, Tobias Angerer/Vachendorf, Philipp Marschall/Dermbach, Tim Tscharnke/Biberau) 0,5, 4. Russland I 0,5, 5. Russland II 7,9, 6. Italien 15,8.

30-km-Jagdrennen (15 km klassische + 15 km freie Technik): 1. Maurice Manificat (Frankreich) 1:11:44,2 Stunden, 2. Lukas Bauer (Tschechien) 0:03,6 Minuten zurück, 3. Ilja Tschernousow 0:46,2, 4. Maxim Wilegschanin (beide Russland) 0:46,2, 5. Valerio Checchi (Italien) 0:46,9, 6. Andrus Veerpalu (Estland) 0:48,3, 7. Tobias Angerer (Vachendorf) 0:56,7, 8. Artem Schmurko (Russland) 1:07,0, 9. Eldar Rönning (Norwegen) 1:08,7, 10. Sami Jauhojärvi (Finnland) 1:08,9, ... 16. Tim Tscharnke (Biberau) 1:40,6, ... 26. Hannes Dotzler (Sonthofen) 3:11,7, ... 30. Philipp Marschall (Dermbach) 3: 21,0, ... 39. Jens Filbrich (Frankenhain) 4:50,1.

Stand im Gesamtweltcup nach 24 von 31 Rennen: 1. Petter Northug (Norwegen) 1060 Punkte, 2. Bauer 888, 3. Dario Cologna (Schweiz) 735, 4. Marcus Hellner (Schweden) 667, 5. Axel Teichmann (Lobenstein) 497, 6. Jean Marc Gaillard (Frankreich) 446, 7. Rene Sommerfeldt (Oberwiesenthal) 445, 8. Matti Heikkinen (Finnland) 420, 9. Giorgio Di Centa (Italien) 407, 10. Emil Jönsson (Schweden) 360 ... 15. Filbrich 275, ... 22. Angerer 245, ... 44. Tom Reichelt (Oberwiesenthal) 139, ... 53. Tscharnke 112, ... 86. Josef Wenzl (Zwiesel) 51, ... 102. Andreas Katz (Baiersbronn) 35, ... 151. Chris Hönig (Oberhof) 9, ... 163. Dotzler 5, ... 173. Marschall 1

Frauen, 4x5-km-Staffel (klassische und freie Technik): 1. Norwegen (Marthe Kristoffersen, Therese Johaug, Kristin Steira, Marit Björgen) 52:48,9, 2. Deutschland (Nicole Fessel, Katrin Zeller/beide Oberstdorf, Miriam Gössner/Garmisch, Evi Sachenbacher-Stehle/Reit im Winkl) 0,7 Sekunden zurück, 3. Italien (Marianna Longa, Antonella Confortola, Sabina Valbusa, Arianna Follis) 1,0, 4. Russland 8,7, 5. Finnland 1:02,1 Minuten zurück, 6. Schweden 2:08,6.

15-km-Jagdrennen (7,5 km klassische + 7,5 km freie Technik): 1. Marit Björgen (Norwegen) 40:10,8 Minuten, 2. Justyna Kowalczyk (Polen) 0:11,1 Minuten zurück, 3. Therese Johaug (Norwegen) 0:17,8, 4. Riita-Liisa Roponen (Finnland) 0:48,5, 5. Marthe Kristoffersen (Norwegen) 0:49,5, 6. Evi Sachenbacher-Stehle (Reit im Winkl) 0:49, 5, 7. Marianna Longa (Italien) 0:49,5, 8. Kristin Steira (Norwegen) 0:52,5, 9. Arianna Follis (Italien) 1:14,2, 10. Walentina Nowikowa (Russland) 1:15,7, ... 16. Nicole Fessel 1:39,1, ... 18. Katrin Zeller (beide Oberstdorf) 1:40,3, ... 26. Miriam Gössner (Garmisch) 3:03,5.

Stand im Gesamtweltcup nach 24 von 31 Rennen: 1. Kowalczyk 1696 Punkte, 2. Petra Majdic (Slowenien) 1191, 3. Aino Kaisa Saarinen (Finnland) 910, 4. Arinna Follis (Italien) 736, 5. Björgen 671, 6. Steira 619, 7. Roponen 570, 8. Longa 566, 9. Charlotte Kalla (Schweden) 381, 10. Natalja Korostelewa (Russland) 367, ... 20. Zeller 265, ... 28. Sachenbacher-Stehle 236, ... 32. Claudia Nystad (Oberwiesenthal) 190, ... 41. Stefanie Böhler (Ibach) 146, ... 47. Fessel 129, 48. Gössner 123, ... 77. Hanna Kolb (Buchenberg) 35, ... 119. Denise Herrmann (Oberwiesenthal) 3

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist Tobias Angerer

(SID/born)