Nordischen Kombination in Lillehammer: Nur Norwegens Jarl Magnus Riiber ist besser als Eric Frenzel und Fabian Rießle

Massenstart-Comeback in der Nordischen Kombination : Nur Norwegens Riiber ist besser als Frenzel und Rießle

Fünf deutsche Kombinierer in den Top 10: Das Comeback des Massenstarts ist für die DSV-Athleten gelungen. Die Taktik, die anderen Kombinierer für das abschließende Springen müde zu laufen, ist aufgegangen.

Laufstark in der Loipe, nervenstark auf der Schanze: Die Kombinations-Olympiasieger Eric Frenzel und Fabian Rießle sind beim Comeback des Massenstarts im Weltcup nach fast zehn Jahren auf das Podium geflogen. Der Sachse und der Schwarzwälder mussten sich in Lillehammer nach zunächst zehn Kilometern Langlauf und dem anschließenden Sprungdurchgang als Zweiter und Dritter nur dem Norwegen Jarl Magnus Riiber geschlagen geben.

"Ich bin echt froh, über die Schanze so gut rüber gekommen zu sein. Das gibt Selbstvertrauen und hat großen Spaß gemacht", sagte Frenzel im ZDF nach seinem zweiten Rang zwei binnen 24 Stunden - am Freitag hatte er im gewohnten Format (erst springen, dann laufen) hauchdünn mit 0,1 Sekunden Rückstand gegenüber Riiber den Kürzeren gezogen.

Der norwegische Superspringer gab sich auch am Samstag keine Blöße und baute die Führung im Gesamtweltcup aus. Nach Platz fünf im Laufen sprang der 21-Jährige auf der kleinen Olympiaschanze von 1994 mit 100,0 Metern die Tagesbestweite, lag in der Endabrechnung 8,1 Punkte - umgerechnet rund vier Meter - vor Frenzel. Dieser verwies wiederum Rießle denkbar knapp um 0,1 Punkte, in der Theorie also fünf Zentimeter, auf den dritten Platz.

Alle vier deutschen Team-Olympiasieger von Pyeongchang landeten am Samstag souverän unter den besten Sieben. Rekordweltmeister Johannes Rydzek wurde Fünfter und sprach "von einem richtig guten Wettkampf in meinem ersten Massenstart". Vinzenz Geiger (7.) und Manuel Faißt (10.), fünfter DSV-Kombinierer unter den Top 10, machten das starke deutsche Ergebnis perfekt.

Zuletzt war der Massenstart-Modus im Januar 2009 in Val di Fiemme zum Tragen gekommen. Damals siegte der nach der Olympiasaison 2017/18 zurückgetretene Björn Kircheisen. Zumindest Bundestrainer Hermann Weinbuch hatte das Format nicht vermisst. "Ich bin kein Freund des Massenstarts, weil die Dramaturgie nicht besonders ist", sagte Weinbuch im ZDF: "Klar, im Lauf geht es zur Sache, aber im Springen fällt der Spannungsbogen dann ab."

Im Laufen am Vormittag hatten die deutschen Asse für klare Verhältnisse sorgen wollen und gemeinsam mit dem Norweger Magnus Krog mächtig Tempo gemacht. "Das war ein Rennen mit sehr hohem Risiko, das Ergebnis war aber so erwartet", sagte Weinbuch: "Wir wollten den sehr guten Springern weh tun, dass sie das auch auf der Schanze merken."

Hinter Krog, der im Springen auf Platz sechs zurückfiel, kam Rießle, der sichtlich Freude am Massenstart hatte mit 6,1 Sekunden Rückstand auf Platz zwei, weitere vier Sekunden dahinter folgte Frenzel. Geiger (+30,2 Sekunden) als Achter und Rydzek als Zehnter (+31,3) lagen ebenfalls in Lauerstellung. Und anders als am Vortag, an dem nur Frenzel von der Schanze überzeugte, lieferten die DSV-Kombinierer ein richtig starkes Springen ab. "Mir macht der Kampf Mann gegen Mann Spaß, das sollte man öfter machen", sagte Rießle.

Abgeschlossen wird das zweite Weltcup-Wochenende in Lillehammer am Sonntag mit einem "gewöhnlichen" Rennen nach der Gundersen-Methode. Gesprungen wird ab 10.45 Uhr von der Großschanze, der 10-km-Skilanglauf beginnt um 14.05 Uhr.

(rent/sid)
Mehr von RP ONLINE