Nordische Ski-WM in Seefeld 2019: Skilanglauf: Therese Johaug holt WM-Gold - Peter Schlickenrieder äußert Zweifel

Langläuferin holt drittes WM-Gold : Schlickenrieder nennt Johaugs Leistung „befremdlich“

Therese Johaug dominiert bei der WM weiter. Die norwegische Langlauf-Überfliegerin holt auch über die lange Distanz Gold. Bundestrainer Peter Schlickenrieder sieht es mit Skepsis.

Mit der norwegischen Fahne in der Hand und großem Vorsprung lief Therese Johaug über die Ziellinie. Die norwegische Ausnahme-Langläuferin hat ihre dritte WM-Goldmedaille in Seefeld gewonnen und sich damit vorzeitig zur erfolgreichsten Sportlerin der Titelkämpfe gekrönt. Die 30-Jährige wurde ihrer Favoritenstellung auch im Rennen über 30 Kilometer am Samstag gerecht und lag am Ende 36,8 Sekunden vor ihrer zweitplatzierten Landsfrau Ingvild Flugstad Östberg. Die deutschen Starterinnen konnten erwartungsgemäß nicht in den Kampf um die ganz vorderen Plätze eingreifen. Victoria Carl belegte als beste Deutsche Rang neun. Bronze ging an Frida Karlsson aus Schweden.

"Das finde ich schon befremdlich, das muss ich ganz ehrlich sagen. Ich würde lügen, wenn ich sage, das ist ganz normal. Sie läuft ja wirklich meilenweit voraus. Es gibt halt diese Vorgeschichte“, sagte Bundestrainer Peter Schlickenrieder über Johaug im ZDF. „Das ist schon komisch.“ In ihrer Comeback-Saison nach einer 18-monatigen Dopingsperre präsentiert sie sich stärker denn je. Johaug war wegen einer Lippencreme gesperrt worden, die ein Steroid enthält. Bereits über zehn Kilometer im klassischen Stil und im 15 Kilometer Skiathlon-Rennen hatte sie gewonnen. Zudem holte Johaug Silber mit der Staffel und kann damit nicht mehr als Skikönigin der WM überholt werden.

Für seine eigenen Sportlerinnen freute sich Schlickenrieder. „Chapeau, Gratulation an Victoria Carl“, sagte er. „Das war spitzenmäßig!“ Carl selbst dachte auch an ihre Helfer: „Ich bin mega stolz auf die Techniker und auf mich. Ich hatte Raketen unter den Füßen.“ Hinter Carl wurde Katharina Hennig als Zweitbeste aus Schlickenrieders Team 21., Pia Fink belegte Rang 25.

Top-Favoritin Johaug setzte sich im Massenstartrennen schon früh an die Spitze. Nach der Hälfte der Strecke hatte sie sich bereits einen Vorsprung von knapp 40 Sekunden auf Jessica Diggins herausgearbeitet. Die US-Amerikanerin lief bei Temperaturen knapp über null Grad mit einem kurzen Rennanzug. Schlickenrieder kommentierte das so: „Das finde ich wirklich gewagt, um nicht zu sagen: ein Riesenblödsinn.“ Im weiteren Verlauf des Rennens wurde Diggins von Östberg und Karlsson überholt. Doch auch die beiden konnten Johaugs Triumph nicht mehr gefährden.

(dpa/old)
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