Nordische Kombination in Kuusamo: Johannes Rydzek kämpft sich mit fulminantem Lauf aufs Podium

Durchwachsener Start für Kombinierer : Rydzek kämpft sich mit fulminantem Lauf aufs Podium

Der Weltcupauftakt lief für die deutschen Kombinierer durchwachsen. Während Johannes Rydzek noch von Platz acht nach dem Springen aufs Podest lief, kamen Eric Frenzel in Fabian Rießle weit abgeschlagen ins Ziel.

Finnland-Liebhaber Johannes Rydzek ist beim Saison-Auftakt auf das Podium gestürmt, für Fabian Rießle und Eric Frenzel gab es hingegen am Polarkreis empfindliche Rückschläge: Die deutschen Kombinierer haben bei einem zeitweise chaotischen ersten Weltcup-Wettkampf im WM-Winter Licht und Schatten gezeigt.

Doppel-Olympiasieger Rydzek, der 2014 und 2016 das erste sowie im Vorjahr das dritte Saisonrennen im Ruka-Skizentrum gewonnen hatte, lief beim gefühlten Heimspiel von Platz acht nach dem Springen noch auf den dritten Rang vor. Der Österreicher Mario Seidl, der seinen ersten Karrieresieg feierte, und der zweitplatzierte Norwegen Jarl-Magnus Riiber waren allerdings außer Reichweite.

"Es ist das erste Rennen gewesen, da war sich Johannes noch nicht sicher, wie stark er ist", sagte Bundestrainer Hermann Weinbuch im ZDF: "Letztlich hätte er noch etwas schneller laufen können - aber mehr als Platz drei wäre auch da nicht drin gewesen." Seidl hatte 16,5 Sekunden Vorsprung auf Riiber, Rydzek lag 1:08,0 Minuten zurück.

Der 26 Jahre alte Rydzek hatte acht seiner bisherigen 16 Einzelsiege im Weltcup in Finnland gefeiert und in Lahti 2017 den historischen "Sweep" mit vier WM-Titeln in vier Rennen geschafft hatte - fast schon logisch also, dass der Oberstdorfer auch diesmal der beste Deutsche war.

Zweitbester DSV-Starter wurde Manuel Faißt (Baiersbronn) auf einem starken fünften Platz (+1:18,7). Team-Olympiasieger Vinzenz Geiger (Oberstdorf) wurde Achter (1:50,9). Der deutsche Meister Rießle (Breitnau) und der fünfmalige Weltcup-Gesamtsieger Frenzel (Oberwiesenthal) kamen nach einem bei sehr schwierigen Windverhältnissen verpatzten Springen nicht über die Plätze 18 (+3:00,2) und 19 (+3:01,9) hinaus.

"Ich bin aber zufrieden", sagte Weinbuch: "Letztes Jahr war Björn Kircheneisen hier als Bester im ersten Wettkampf auf Platz acht. Vor allem im Laufen haben wir gut ausgesehen. Und im Springen wissen wir, was wir können."

Das Springen in Kuusamo war indes nur bedingt aussagekräftig, musste wegen wegen heftiger Winde mehrmals unterbrochen worden und entwickelte sich zeitweise zu einem Glücksspiel. "So ganz fair ist das hier nicht", sagte beispielsweise Geiger. Weinbuch meinte mit Blick auf Rießle und Frenzel, die nach der Schanze auf Rang 28 und 31 lagen: "Das ist Kuusamo, da werden Fehler gnadenlos bestraft."

Der abgestürzte Frenzel suchte indes die Schuld nicht bei den Bedingungen. "Ich hatte einen kleinen Fehler oben und bin nicht richtig ins Fliegen gekommen", sagte der fünfmalige Gesamtweltcup-Sieger, der auf seinen 44. Karrieresieg warten muss - der Ausnahmeathlet aus Sachsen will in dieser Saison die Bestmarke des Finnen Hannu Manninen von 48 Erfolgen knacken.

Am Sonntag (Springen 9.45 Uhr, Laufen 15.00 Uhr) steht in Kuusamo der einzige Staffel-Wettbewerb vor der WM in Seefeld im Februar an - das deutsche Quartett ist nach den klaren Siegen bei den Weltmeisterschaften 2015 und 2017 sowie bei Olympia 2018 eindeutiger Favorit.

(rent/sid)
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