Nordische Ski-WM in Sapporo: Kuitunen holt Gold - Sachenbacher Zehnte

Nordische Ski-WM in Sapporo : Kuitunen holt Gold - Sachenbacher Zehnte

Sapporo (RPO). Bei der Nordischen Ski-WM in Sapporo hat Langläuferin Virpi Kuitunen im 30-km-Rennen ihre dritte Goldmedaille verbucht. Nach dem Titel im Teamsprint und der Staffel gewann die Finnin das längste Frauen-Rennen mit 6,9 Sekunden Vorsprung vor der Norwegerin Kristin Steira und krönte sich damit zur erfolgreichsten WM-Teilnehmerin. Bronze gewann die Norwegerin Therese Johaug.

Die zweimalige WM-Silbergewinnerin Evi Sachenbacher-Stehle (Reit im Winkl) belegte als beste Deutsche mit 3:44,4 Minuten Rückstand Platz zehn. "Zweimal Silber in den Staffeln, dazu Vierte, Sechste und Zehnte: die WM ist wirklich viel besser gelaufen als ich je gedacht hatte", erklärte Evi Sachenbacher am Ende ihres knüppelharten WM-Programmes zufrieden: "Meine Form war im entscheidenden Moment perfekt, ich bin auch mit meinem letzten Rennen sehr zufrieden."

Im extrem schweren 30-km-Rennen bei Tauwetter in aufgeweichter Loipe und in der von Sachenbacher ungeliebten klassischen Technik offenbarte die zweimalige Vizeweltmeisterin aus Reit im Winkl Kampfgeist, aber ausgerechnet in der entscheidenden Phase eine Schwäche. "Ich hatte meinen kritischen Punkt bei Kilometer 13. Da ging es plötzlich nicht mehr. Schade, dass gerade in diesem Moment die Post abging", schilderte Sachenbacher die Renn-Entscheidung.

Die Norwegerinnen Steira und Johaug verschärften das Tempo, nur Kuitunen konnte folgen, und die bis dahin existierende Spitzengruppe von etwa 25 Läuferinnen löste sich innerhalb weniger Minuten auf. Sachenbacher fand in Norwegens Ex-Weltmeisterin Marit Björgen wenigstens eine gute Begleiterin, hakte den Kampf um die Medaille ab und konzentrierte sich ab diesem Zeitpunkt "nur noch darauf, nicht immer an meine schweren Beine zu denken. Dir macht es doch Spaß, habe ich gedacht, dir geht es richtig gut." Mentalen Beistand brachte zudem die Musik von Nelly Furtado. "Die CD habe ich hier dauernd gehört und habe versucht, mich daran zu erinnern."

Am Ende glaubte Bundestrainer Jochen Behle, "eines der schwersten 30-km-Rennen der WM-Geschichte" gesehen zu haben. "Die Strecke war schwer und tief. Evi hat wieder eine sehr gute Leistung abgeliefert und ihre starke WM-Form noch einmal bestätigt.

Weit dahinter gewannen die beiden Oberwiesenthalerinnen Viola Bauer (23.) und Claudia Künzel-Nystad (26.) sowie Katrin Zeller (Oberstdorf/25.) zumindest den Kampf gegen sich selbst. "Wenigstens hat keine aufgegeben", fand Behle angesichts von jeweils fast acht Minuten Rückstand zur Spitze noch ein Lob: "Das war die Leistung der ganzen Saison. Mehr ist halt derzeit nicht drin."

Die WM-Langlaufrennen in Shirahatayama gehen am Sonntag (5.30 Uhr/MEZ) mit dem 50-km-Lauf der Herren, der nordischen Königsdisziplin, zu Ende. Für die deutsche Mannschaft starten Rene Sommerfeldt, Tom Reichelt (beide Oberwiesenthal), Jens Filbrich (Frankenhain) und Tobias Angerer (Vachendorf).

Nordische Ski-Weltmeisterschaft in Sapporo/Japan, Langlauf:

30 km Frauen (klassischer Stil):

GOLD: Virpi Kuitunen (Finnland) 1:29:47,1 Stunden

SILBER: Kristin Steira (Norwegen) 0:06,9 Minuten zurück

BRONZE: Therese Johaug (Norwegen) 1:22,8

4. Aino Kaisa Saarinen (Finnland) 1:43,0, 5. Petra Majdic (Slowenien) 2:17,4, 6. Kristina Smigun (Estland) 2:32,3, 7. Lada Nesterenko (Ukraine) 2:50,8, 8. Olga Sawjalowa (Russland) 3:07,0, 9. Marit Björgen (Norwegen) 3:27,9, 10. Evi Sachenbacher-Stehle (Reit im Winkl) 3:44,4, ... 23. Viola Bauer (Oberwiesenthal) 7:43, 2, ... 25. Katrin Zeller (Oberstdorf) 7:46,2, 26. Claudia Künzel (Oberwiesenthal) 7:58,7.

(sid)