Drei Jahre nach schwerem Sturz: Skispringer Lukas Müller kann wieder gehen

Drei Jahre im Rollstuhl : Ehemaliger Skispringer Lukas Müller kann wieder gehen

Seit seinem schweren Sturz vor drei Jahren im Rahmen der Skiflug-WM 2016 sitzt der Ex-Skispringer Lukas Müller im Rollstuhl. Jetzt kann der 27-Jährige wieder eigenständig laufen.

Es war ein Unfall, der sein Leben für immer verändert hat: Bei einem Sprung von der Skiflug-Schanze am Kulm (Österreich) am 13. Januar 2016 gerät Skispringer Lukas Müller stark ins Straucheln, verliert das Gleichgewicht und prallt ungebremst auf die Flugbahn. Mehrere Meter schlittert der damals als Vorspringer angestellte Müller regungslos über den Boden. Die Diagnose: zwei gebrochene Halswirbel. Lukas Müller muss notoperiert werden. Seither lebt der heute 27-Jährige im Rollstuhl – bis jetzt. Auf Facebook hat der Österreicher ein Video von sich veröffentlicht, in dem er wieder erste komplett eigenständige Schritte macht.

„Achtzehn Monate härteste Arbeit, Tränen, Erfolg, Wahnsinn, einige Überraschungen und sogar eine ganz besondere Freundschaft“, beschreibt Müller rückblickend seinen Weg und bedankt sich damit vor allem bei seiner Physiotherapeutin Stefanie Füreder, mit der er diese spezielle Freundschaft aufgebaut hat.

Durch die schwere Halswirbel-Verletzung erlitt Lukas Müller eine „inkomplette Querschnittlähmung“. Das bedeutet: Er ist gelähmt, behält aber ein Restgefühl in den Beinen. Im Video läuft er mehrere Schritte ohne Hilfe.

Trotz Rollstuhl hat Müller in den drei Jahren seit seinem Unfall viel Sport betrieben: Auf einem Monoski lernte der 27-Jährige wieder Skifahren, und nahm in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal am „Wings for Life Run“ in Wien Teil, für den er Botschafter ist. Sein Team mit Ex-Skispringer-Kollege Thomas Morgenstern erreichte den zweiten Platz in der Rollstuhlwertung.

Und noch einen Erfolg kann Lukas Müller in diesem Jahr für sich verbuchen: Nach drei Jahren Gerichtsstreit hat das österreichische Oberverwaltungsgericht Müllers Sturz als Arbeitsunfall anerkannt. Zuvor hatte dieser als Freizeitunfall gegolten, weil er als Vorspringer keinem ÖSV-Kader angehörte. Müller schreibt dazu: „Das Urteil hat Potential, das gesamte österreichische Sportsystem auf den Kopf zu stellen – mit dem Effekt, dass es viele Sieger hervorbringt: Sportler werden besser gestellt und Verbände haben endlich Rechtssicherheit. Ein guter Tag für den Sport in Österreich.“

(mkoe)
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