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Ski Alpin WM 20/21: Straßer patzt, Foss-Solevaag holt Slalom-Gold

Ski-WM in Cortina : Straßer patzt, Foss-Solevaag holt Slalom-Gold

Der deutsche Skirennfahrer Linus Straßer hat zum Abschluss der Weltmeisterschaften in Cortina d'Ampezzo eine Medaille im Slalom deutlich verpasst. In unserem Ski-Alpin-Telegramm verpassen Sie nichts.

Linus Straßer hat im letzten Rennen der alpinen Ski-Weltmeisterschaften in Cortina d'Ampezzo/Italien die erhoffte Medaille klar verpasst. Nach einem missratenen ersten Lauf und dem Absturz auf Rang 23 konnte sich der Münchner nur noch auf Rang 15 retten.

Gold gewann Sebastian Foss-Solevaag. Der bereits 29 Jahre alte Norweger, Team-Weltmeister und Dritter nach dem ersten Lauf, siegte vor dem Österreicher Adrian Pertl (+0,21 Sekunden). Bronze ging in Henrik Kristoffersen (+0,46) ebenfalls an einen Norweger, die Skandinavier hatten zuletzt 1997 mit Tom Stiansen den Slalom-Weltmeister gestellt.

Die deutsche Mannschaft beendete die WM dennoch mit einer überraschend positiven Bilanz: Romed Baumann (Super-G), Kira Weidle und Andreas Sander (jeweils Abfahrt) hatten sensationell Silber gewonnen, hinzu kam Bronze im Mannschafts-Wettbewerb. "Vier Medaillen sind deutlich mehr, als man sich von uns erwartet hat", sagte Alpinchef Wolfgang Maier und betonte: "Wir können erhobenen Hauptes nach Hause fahren."

Im Medaillenspiegel belegte die deutsche Mannschaft den siebten Rang. Erfolgreichste Nation war Österreich mit fünfmal Gold sowie einmal Silber und zweimal Bronze. Die meisten, nämlich neun Medaillen gewannen die Schweizer: Sie stellten mit Lara Gut-Behrami (zweimal Gold, einmal Bronze) ebenso wie Österreich in Katharina Liensberger (zweimal Gold, einmal Bronze) eine Doppelweltmeisterin.

Zwei Goldmedaillen gewannen auch Foss-Solevaag (Slalom/Team) und der Österreicher Vincent Kriechmayr (Abfahrt/Super-G). Die meisten Einzelmedaillen holte Mikaela Shiffrin: Die 25 Jahre alte Amerikanerin beendete die WM mit einmal Gold, einmal Silber und zweimal Bronze.

+++++20. Februar 2021+++++

Liensberger holt im Slalom fünftes Gold für Österreich - Dürr fällt aus Top Ten

Die Österreicherin Katharina Liensberger hat bei den Ski-Weltmeisterschaften in Cortina d'Ampezzo Gold im Slalom gewonnen und die langjährige Dominatorin Mikaela Shiffrin entthront. Die 23-Jährige zeigte am Samstag ein famoses Rennen und verwies Mitfavoritin Petra Vlhova aus der Slowakei um eine Sekunde auf den Silberrang. Immerhin noch Bronze ging an Shiffrin, die in ihrer Karriere noch nie einen Torlauf bei einer WM verloren hatte.

Aus dem deutschen Skiteam konnte Lena Dürr ihren guten siebten Platz aus dem ersten Durchgang nicht halten und beendete das Rennen auf Rang 14 (+3,75 Sekunden). Andrea Filser wurde 20. (+4,39).

„Großartig, das ist unglaublich“, sagte Liensberger nach ihrem Coup und dem bereits zweiten Gold in den Dolomiten nach dem Erfolg im Parallel-Rennen. Dazu kommt noch Bronze im Riesenslalom. „Ich habe heute alles gegeben. Ich habe so viel geschuftet. Unglaublich, dass irgendwann alles zurückkommt. Ich bin so glücklich.“ Liensberger hatte zuvor in ihrer Karriere noch nie einen Weltcup gewonnen.

Auch wenn Shiffrin ihr fünftes WM-Slalom-Gold nacheinander verpasste, schrieb sie ein weiteres Kapitel Ski-Geschichte: Mit elf Einzelmedaillen schloss sie zu Anja Pärson (Schweden) und Marielle Goitschel (Frankreich) auf - mehr Edelmetall hatte nur die Deutsche Christl Cranz (15) in den 30er Jahren gesammelt. Außerdem raste sie in Cortina nach Super-G (Bronze), Kombination (Gold) und Riesenslalom (Silber) auch in ihrem vierten Rennen auf einen Podestrang: Mit vier Medaillen bei einer WM egalisierte sie den ewigen Frauen-Rekord von Goitschel, Pärson, Hanni Wenzel und Rosi Mittermaier.

Dazu kommt eine schier unglaubliche Bilanz: Shiffrin ist in jedem ihren jüngsten zehn WM-Rennen seit 2015 auf das Podest gefahren.

Dürr war mit ihrem ersten Durchgang noch zufrieden, konnte die Leistung dann aber im Finale nicht wiederholen. „Der Zug hat gefehlt, der Rhythmus“, analysierte sie. „Das nervt mich.“

+++++19. Februar 2021+++++

Schmid verpasst nächste Medaille für Deutschland

Skirennfahrer Alexander Schmid hat eine historische deutsche WM-Medaille durch einen Ausfall im Riesenslalom verpasst. Der Allgäuer konnte seinen dritten Rang nach dem ersten Lauf am Freitag im italienischen Cortina d'Ampezzo im Finale nicht ins Ziel bringen - wegen eines Fahrfehlers schied er auf eisiger Piste aus. Schmid hätte für die zweite Riesenslalom-Medaille eines Deutschen bei einer Weltmeisterschaft sorgen können. Die bislang einzige Plakette hatte Markus Wasmeier 1985 mit Gold in Bormio gewonnen. Zugleich blieb dem Deutschen Skiverband (DSV) das fünfte Edelmetall in den Dolomiten verwehrt.

Weil auch Topfavorit Alexis Pinturault als Schnellster nach dem ersten Lauf ausschied und andere Favoriten ebenso patzten, kamen drei Überraschungsathleten auf das Podium. Pinturaults französischer Landsmann Mathieu Faivre holte nach dem Parallel-Event seine zweite Goldmedaille. Silber ging an Luca de Aliprandini aus Italien vor dem österreichischen Kombinations-Weltmeister Marco Schwarz.

Als zweiter deutscher Riesenslalom-Starter in Cortina kam Stefan Luitz auf den siebten Platz (+1,99 Sekunden). „Mir tut der Alex wirklich unglaublich leid“, sagte Luitz. „Er hat es wirklich drauf gehabt, er fährt einen unglaublich schnellen Schwung.“

Auf einem sehr schwierigen und langen Kurs hatte Schmid im ersten Lauf mit Rang drei überrascht, nur Pinturault und de Aliprandini waren schneller. „Das war ein Kampf von oben bis unten“, sagte er danach im ZDF. Vor dem Finale versuchte er cool zu bleiben. „Ich will einfach nur Spaß haben und mein Skifahren zeigen.“ Das gelang ihm aber nicht.

Das deutsche Skiteam bleibt damit bei vier WM-Medaillen: In der ersten Woche hatten Romed Baumann (Super-G), Kira Weidle (Abfahrt) und Andreas Sander (Abfahrt) jeweils Silber gewonnen. Am Donnerstag jubelten dann auch die Techniker mit Schmid über Bronze im Teamevent.

+++++18. Januar 2021+++++

Gut-Behrami schnappt Ski-Ass Shiffrin Gold im Riesenslalom weg

Skirennläuferin Lara Gut-Behrami hat in einem packenden Duell mit Mikaela Shiffrin überraschend ihre zweite Goldmedaille bei der WM in Cortina d'Ampezzo gewonnen. In einem spannenden zweiten Durchgang machte die Schweizer Weltmeisterin im Super-G einen Rückstand von 0,08 Sekunden wett und siegte in der knappsten Riesenslalom-Entscheidung der WM-Geschichte mit 0,02 Sekunden Vorsprung auf die Olympiasiegerin aus den USA. Dritte wurde Katharina Liensberger (Österreich/+0,09 Sekunden).

Während sich WM-Debütantin Andrea Filser (Wildsteig/+4,43 Sekunden) im zweiten Lauf vom 26. auf den 20. Platz verbesserte, holte Gut-Behrami bei frühlingshaften Temperaturen ihre dritte Medaille nach Gold im Super-G und Bronze in der Abfahrt. "Es ist einfach unglaublich", sagte die Schweizerin über ihre achte WM-Medaille. Shiffrin kann Bronze im Super-G, Gold in der Kombination und nun Silber im Riesenslalom am Samstag im Slalom eine weitere Medaille hinzufügen.

Die 27 Jahre alte Filser war nach Platz elf im Parallel-Rennen, Bronze mit der Mannschaft und der deutlichen Leistungssteigerung im zweiten Lauf sehr zufrieden mit ihrer WM, zumal ihr wie vielen anderen Deutschen zuvor in Cortina das beste Karriereresultat gelang. "Es bleibt ein gutes Gefühl", sagte sie und versicherte mit Blick auf die Zukunft: "Es ist noch vieles möglich."

Zu den großen Verlierern gehörten neben der zweimaligen Weltmeisterin Tessa Worley (Frankreich/7.) vor allem Marta Bassino (Italien) und Petra Vlhova (Slowakei). Vlhova, die vor zwei Jahren in Are den Titel vor Viktoria Rebensburg gewonnen hatte, belegte nur Rang zwölf - einen Platz vor Parallel-Weltmeisterin Bassino, die von den sechs Saison-Rennen im Riesenslalom vier gewonnen hatte.

Wegen umstrittenem Wettkampf: Rennchef bei Ski-WM erhält Morddrohungen

An der Chancengleichheit bei den Parallelrennen der Ski-Alpin-WM hatte es reichlich Kritik gegeben. Jetzt bekam der Renndirektor des Ski-Weltverbandes Fis, Markus Waldner, Morddrohungen wegen des Wettkampfs. Hier geht es zum kompletten Artikel.

Feueralarm im deutschen Teamhotel

Die deutschen Skirennläufer sind in der Nacht nach dem Gewinn der WM-Bronzemedaille im Mannschaftswettbewerb von einem Feueralarm aufgeschreckt worden. Gegen zwei Uhr und damit rund zehn Stunden vor Beginn des Riesenslaloms der Frauen ertönte im Teamhotel ein lauter Signalton.

"Wir waren alle kurz wach", sagte Andrea Filser, die am Donnerstag als einzige Deutsche im Riesenslalom an den Start ging. Die Aufregung legte sich allerdings schnell wieder - Fehlalarm. In der Lobby hatten sich ohnehin nur wenige Personen eingefunden, die Sportler ließen sich allem Anschein nach nicht groß aus der Ruhe bringen.

+++++17. Februar 2021+++++

Deutschland gewinnt Mannschafts-Bronze

Die deutschen Skirennläufer haben im Team-Event bei der WM in Cortina d'Ampezzo Bronze gewonnen. Im kleinen Finale siegten die erst 17 Jahre alte Emma Aicher, Andrea Filser, Stefan Luitz und Alexander Schmid nach einem 2:2 in den vier Läufen gegen Olympiasieger und Titelverteidiger Schweiz aufgrund der besseren Einzelzeiten der jeweils schnellsten Frau und des jeweils schnellsten Mannes mit einem Vorsprung von 0,12 Sekunden.

Gold gewann anschließend Norwegen mit einem 3:1 gegen Schweden. Für Deutschland war es die dritte WM-Mannschaftsmedaille nach Bronze 2013 und Gold bei der Erstauflage 2005, allerdings wurde die Premiere in einem anderen Modus ausgefahren.

+++++16. Februar 2021+++++

TV-Experte Neureuther außer sich – Live-Anruf bei Ski-Rennchef

Felix Neureuther konnte es nicht fassen - und griff zum Handy. Weil sich der frühere Skirennfahrer dermaßen über die Kurssetzung beim WM-Parallelevent aufregte, sorgte er in der Live-Übertragung der ARD mit einer kuriosen Aktion für Aufsehen. Neureuther versuchte, während des Wettkampfs in Cortina d'Ampezzo den Rennchef Markus Waldner anzurufen. Als dieser am Dienstag nicht ran ging, schrieb Neureuther ihm nach eigenen Angaben eine Nachricht, um sich zu beschweren.

Hintergrund waren der Kurs in den Dolomiten und das Reglement: Im Parallel-Format fahren die Athleten zweimal gegeneinander, jeder einmal auf jedem Kurs. Grundsätzlich werden die Zeiten dann addiert und der Schnellere kommt weiter. Wenn man aber im ersten Lauf stürzt oder sich einen zu großen Rückstand anhäuft, läuft die Zeit nicht ewig weiter, sondern wird bei 0,50 Sekunden gestoppt. Eine halbe Sekunde ist also der maximale Rückstand vor dem zweiten Lauf.

Weil ein Kurs nun aber deutlich langsamer war, man also teilweise mehr als eine halbe Sekunde verlor, waren die Athleten im Nachteil, die im entscheidenden Lauf auf jenem Streckenteil fahren mussten.

Darüber beschwerte sich Neureuther also bei Waldner und forderte, den langsamen Kurs leicht zu verändern und damit ähnlich schnell zu machen. Wie er danach erzählte, antwortete ihm der Fis-Rennchef dann tatsächlich während des Rennens mit einer Nachricht, in der er angab, dass eine Kursveränderung nicht möglich sei und er den Wettkampf schon als fair erachte. Überzeugt hatte er Neureuther damit nicht.

Schmid verpasst Bronze in Parallel-Event nur knapp

Alexander Schmid hat die nächste deutsche Medaille bei der alpinen Ski-WM im erstmals ausgetragenen Parallel-Rennen knapp verpasst. Der 26 Jahre alte Allgäuer musste sich in Cortina d'Ampezzo im Kampf um Bronze nach einem Sturz dem starken Schweizer Loic Meillard geschlagen geben und wurde unglücklicher Vierter.

Gold ging an den Franzosen Mathieu Faivre, der sich nach seinem Halbfinal-Sieg über Schmid auch im finalen Duell mit dem Kroaten Filip Zubcic durchsetzte. Linus Straßer scheiterte in der Runde der letzten Acht, für Stefan Luitz war im Achtelfinale Endstation.

Bei den Frauen bescherte Marta Bassino Gastgeber Italien die erste Goldmedaille. Nach einer Jury-Entscheidung gab es mit der Österreicherin Katharina Liensberger eine zweite Weltmeisterin. Beide erreichten zeitgleich das Ziel, zunächst war aber nur die Italienerin als Weltmeisterin angezeigt worden. Bronze sicherte sich Tessa Worley (Frankreich), die im "kleinen Finale" die Amerikanerin Paula Moltzan bezwang.

Andrea Filser, die sich als einzige von drei gestarteten deutschen Frauen überraschend für die K.o.-Runde qualifiziert hatte, scheiterte im Achtelfinale.

+++++15. Februar 2021+++++

Schwarz wird Kombi-Weltmeister - Jocher starker Fünfter

Marco Schwarz hat bei den alpinen Ski-Weltmeisterschaften in Cortina d'Ampezzo die Kombination gewonnen und die dritte Goldmedaille für Österreich im dritten Männer-Event geholt. Der Slalom-Spezialist setzte sich mit nur 0,04 Sekunden Vorsprung auf Titelverteidiger Alexis Pinturault aus Frankreich durch. Bronze bei dem Zweikampf aus Super-G und Slalom ging an den Schweizer Loic Meillard (+1,12 Sekunden). Der junge Garmischer Simon Jocher wurde starker Fünfter (+2,46); er war Neuntschnellster im Super-G und hielt als Speed-Spezialist bei dem von vielen Ausfällen geprägten Slalom auf eisiger Piste auffallend gut mit.

+++++15. Februar 2021+++++

Shiffrin triumphiert in der Kombination

US-Superstar Mikaela Shiffrin hat ein weiteres Kapitel Ski-Geschichte geschrieben. Gleich bei ihrem ersten WM-Start in der alpinen Kombination sicherte sich die Amerikanerin in Cortina d'Ampezzo am Montag den Titel. Die 25-Jährige siegte bei dem Event mit Super-G und Slalom mit 0,86 Sekunden Vorsprung vor der slowakischen Gesamtweltcupführenden Petra Vlhova. Dritte wurde die Schweizer Olympiasiegerin Michelle Gisin (+0,89).

Shiffrin habe gezeigt, dass sie aktuell „die kompletteste Fahrerin“ sei, sagte Gisin in der ARD anerkennend, „sie hat zwei super Läufe durchgezogen“. Durch ihren insgesamt sechsten WM-Titel zog Shiffrin in der ewigen Bestenliste mit der Schweizerin Erika Hess gleich. Lediglich die Deutsche Christl Cranz (12), die Französin Marielle Goitschel (7) und die Schwedin Anja Pärson (7) haben bei den Frauen noch öfter WM-Gold gewonnen als die Ausnahmeathletin aus den USA.

Und Shiffrin, die inzwischen bei insgesamt neun WM-Medaillen steht, könnte in Cortina sogar noch nachlegen. Sowohl im Riesenslalom am Donnerstag als auch im Slalom am Samstag zählt sie in den Dolomiten, wo sie vergangenen Donnerstag bereits Bronze im Super-G gewonnen hat, erneut zu den Favoritinnen. Genau wie ihre Dauerrivalin Vlhova - es dürften also noch spannende Duelle zwischen den beiden bevorstehen.