Ski Alpin 2023/24 „Miserable“ Saison – Weltcup-Finale ohne DSV-Abfahrer

Düsseldorf · Im Super-G wird nach beim Weltcup-Finale im März kein deutscher Skirennläufer am Start stehen. In unserem Ski-Alpin-Telegramm verpassen Sie nichts.

 Andreas Sander aus Deutschland in Aktion.

Andreas Sander aus Deutschland in Aktion.

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Die deutschen Abfahrer erhalten die Quittung für eine nach eigenem Befinden „miserable“ Saison. Nach einem weiteren schwachen Wochenende im norwegischen Kvitfjell steht fest: In der Königsdisziplin und im Super-G wird beim Weltcup-Finale im März in Saalbach-Hinterglemm/Österreich kein deutscher Skirennläufer am Start stehen.

„Das ist sehr, sehr schade, es stand bei den Zielen ganz, ganz oben auf der Liste, da vorne mitzufahren“, sagte der frühere WM-Zweite Andreas Sander im ZDF: „Die Finalteilnahme - wenn man das nicht schafft, war es wirklich eine miserable Saison, das muss man einfach so sehen.“

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Am nächsten dran am Ziel, sich in der Gesamtwertung unter den besten 25 einzureihen, war Simon Jocher. Der 27-Jährige fuhr im Super-G beim 18. Weltcup-Sieg des Österreichers Vincent Kriechmayr auf Rang 20 (+0,71 Sekunden) und verpasste das Weltcup-Finale als Gesamt-26. um einen Punkt. „Das ist extrem bitter und maximal ärgerlich“, sagte Jocher. Sander wurde 25. (0,86), Romed Baumann kam auf der einstigen Gold-Piste von Doppel-Olympiasieger Markus Wasmeier auf Platz 32 (1,06).

In der Abfahrt am Samstag, in der Nils Hintermann aus der Schweiz seinen dritten Weltcup-Sieg holte, war Sander als 30. bester Deutscher. In der Disziplinwertung ist der 34-Jährige als abgeschlagener 36. der bestplatzierte DSV-Starter.

Beim Weltcup-Finale 2023 in Soldeu standen Sander und Baumann in der Abfahrt als Dritter und Zweiter noch auf dem Siegerpodest. „Wir alle werden analysieren, woran es lag“, kündigte Sander an, „und dann hoffentlich in der nächsten Saison in jedem Rennen ganz andere Gesichter zeigen.“

Die Entscheidungen im Kampf um die Disziplin-Kugeln wurden vertagt. In der Abfahrt konnte Dominator Marco Odermatt (Schweiz) die Abwesenheit des an der Wade verletzten Franzosen Cyprien Sarrazin nicht zum ersten Gesamtcoup nutzen, er wurde Siebter und hat jetzt 42 Punkte Vorsprung. Im Super-G liegt „Odi“ nach Rang drei in Kvitfjell 81 Punkte vor Kriechmayr.

Dank Rebensburg – Weidle mit versöhnlichem Super-G

Kira Weidle hat ihr Rennwochenende auch dank „Ski-Rentnerin“ Viktoria Rebensburg mit einem weiteren Lebenszeichen im eher ungeliebten Super-G gerettet. Die 27-Jährige stellte beim Weltcup in Crans-Montana nach den enttäuschenden Abfahrtsplätzen 22 und 18 mit Rang neun ihr bestes Saisonergebnis in der zweitschnellsten Disziplin ein. Im Ziel breitete sie die Arme aus und nickte mehrfach, um zu zeigen: Geht doch!

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„Ich bin froh, dass ich mit einem Lächeln nach Hause fahren kann“, sagte Weidle, die nur 0,69 Sekunden hinter Siegerin Stephanie Venier (Österreich) lag, im ZDF: „Ich bin wirklich zufrieden, weil es sich wieder nach Skifahren angefühlt hat, das ist gerade viel wert.“

Den „Schritt in die richtige Richtung“ nach den ernüchternden Leistungen in der Königsdisziplin verdankte Weidle auch Rebensburg: Die 2020 zurückgetretene Olympiasiegerin hatte ihr beim Kaffeetrinken wertvolle Tipps gegeben. „Es ist schön, dass man mit so einer erfahrenen Kollegin sprechen kann, die hat ja doch auch schwere Zeiten in ihrer Karriere durchgemacht“, sagte Weidle.

Die große Gewinnerin im Schweizer Nobelski-Ort war Lara Gut-Behrami: Nach den Plätzen eins, drei und sechs liegt die Olympiasiegerin im Gesamtweltcup zehn Rennen vor Saisonende 205 Punkte vor der pausierenden Skikönigin Mikaela Shiffrin (USA). „Es war ein gutes Wochenende“, sagte Gut-Behrami, deren „Batterie ziemlich leer“ war.

Nach der Schweizerin, die am Freitag ihren 44. Weltcup-Sieg feierte, setzte sich in der zweiten Abfahrt Super-G-Weltmeisterin Marta Bassino aus Italien durch. Abfahrtsweltmeisterin Jasmine Flury (Schweiz) klagte nach einem Schlag über Knieschmerzen und verzichtete auf den Super-G.

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+++17. Februar+++

Odermatt verpasst Entscheidung – Sieg für Hintermann

Dominator Marco Odermatt (Schweiz) muss auf seinen ersten Gewinn des Abfahrt-Weltcups warten. In Abwesenheit des verletzten Franzosen Cyprien Sarrazin kam Odermatt am Samstag in Kvitfjell beim Sieg seines Landsmanns Nils Hintermann nur auf Platz sieben und vergab damit seinen ersten Matchball.

Gesamtweltcup-Spitzenreiter Odermatt hätte mit einem Sieg in Norwegen die kleine Kristallkugel sicher gehabt. Verfolger Sarrazin, der wegen einer Wadenverletzung ausgefallen war, hatte vor dem Rennen lediglich sechs Punkte Rückstand und darf nun weiter hoffen. Nach der Abfahrt in Kvitfjell steht im März nur noch ein Rennen im Saalbach/Österreich auf dem Programm.

Hintermann setzte sich bei seinem dritten Weltcupsieg mit acht Hundertsteln Vorsprung auf Ex-Weltmeister Vincent Kriechmayr (Österreich) durch, Dritter wurde der WM-Dritte Cameron Alexander (Kanada/+0,19 Sekunden).

Die deutsche Speed-Abteilung erlebte erneut ein Debakel. Als bester der fünf DSV-Fahrer kam der frühere Vizeweltmeister Andreas Sander (+1,40) nur auf Platz 30. Simon Jocher als 33. und der einstige WM-Zweite Romed Baumann als 44. fuhren ebenfalls chancenlos hinterher.

Nur Platz 18 – Weidle fehlt wieder das Tempo

Kira Weidle ist auch bei der zweiten Weltcup-Abfahrt von Crans Montana chancenlos hinterhergefahren. Die 27-Jährige kam in der Schweiz nicht über Platz 18 hinaus und hatte gewaltige 2,26 Sekunden Rückstand auf die italienische Siegerin Marta Bassino. Am Freitag hatte Weidle Platz 22 belegt.

„Es war ähnlich wie gestern. Ich bin nicht wirklich ins Fahren gekommen, habe kein Tempo generieren können. Es war wieder enttäuschend“, sagte Weidle im ZDF: „Wir versuchen es weiter, wir arbeiten weiter. Und hoffentlich geht es irgendwann wieder hoch.“

Bei frühlingshaften Temperaturen setzte sich Super-G-Weltmeisterin Bassino mit 54 Hundertsteln Vorsprung auf ihre Landsfrau Federica Brignone durch. Mit großem Abstand Dritte wurde die Schweizerin Lara Gut-Behrami (+1,11 Sekunden), die zuvor disziplinübergreifend vier Siege in Serie gefeiert hatte.

Wenig erfreulich verlief die Abfahrt auch für die weiteren DSV-Starterinnen. Emma Aicher schied nach nicht einmal 25 Sekunden aus. Katrin Hirtl-Stanggassinger (+3,41) belegte Rang 36.

+++16. Februar+++

Gut-Behrami feiert nächsten Coup – Dämpfer für Weidle

Die Schweizer Skirennfahrerin Lara Gut-Behrami hat ihre Topform erneut bestätigt und den vierten Weltcup-Sieg in Serie gefeiert. Die 32-Jährige gewann am Freitag die erste von zwei Abfahrten in Crans Montana. Den zweiten Rang teilten sich ihre Teamkollegin Jasmine Flury und die zeitgleiche Österreicherin Cornelia Hütter.

Gut-Behrami baute ihre Führung im Gesamtweltcup damit weiter aus. In Abwesenheit der nach wie vor verletzten US-Ausnahmeathletin Mikaela Shiffrin hatte sie zuletzt bereits den Super-G in Cortina d'Ampezzo sowie die Riesenslaloms am Kronplatz und in Soldeu gewonnen. 2016 hatte sich Gut-Behrami schon einmal die große Kristallkugel der Saisonbesten gesichert.

Die deutsche Hoffnungsträgerin Kira Weidle kassierte bei dem Rennen in der Schweiz indes den nächsten Dämpfer. Die WM-Zweite von 2021 lag im Ziel 1,41 Sekunden hinter Gut-Behrami und damit nur auf Platz 22. Für die Starnbergerin ist es bislang ein weitgehend enttäuschender Winter. Erst viermal schaffte sie es in die Top Ten.

Teamkollegin Emma Aicher (+1,45 Sekunden) landete auf der leicht verkürzten Strecke am Freitag direkt hinter Weidle auf Rang 23, Katrin Hirtl-Stanggaßinger (+2,80) belegte Platz 44. Am Samstag steht in Crans Montana noch eine weitere Abfahrt an.

Weidle enttäuscht erneut: „Bin nicht befreit gefahren“

Skirennläuferin Kira Weidle hat auch bei der Weltcup-Abfahrt von Crans Montana eine herbe Enttäuschung erlebt. Die 27-Jährige belegte beim Sieg von Lara Gut-Behrami einen ernüchternden 22. Platz und war entsprechend frustriert. „Ich bin nicht gut und nicht befreit Ski gefahren. Ich weiß grundsätzlich, worauf es ankommt. Es scheitert aber an Umsetzung und Lockerheit. Wenn man verkrampft schon am Start steht, geht es nicht“, sagte Weidle im ZDF selbstkritisch.

Vor der zweiten Abfahrt am Samstag und dem Super-G am Sonntag (beide 10.30 Uhr) bliebe ihr „nicht viel anderes übrig, als weiter zu arbeiten“. Sie müsse jetzt „die Ruhe bewahren, auch wenn es schwierig ist“, ergänzte die Vize-Weltmeisterin von 2021. Man dürfe „nicht länger über heute und die bisherige Saison nachdenken, das bringt einfach nichts“.

Dabei hatte Weidle im ersten Training im schweizerischen Crans Montana noch die Bestzeit erzielt. „Da funktioniert es ja auch“, haderte die DSV-Athletin: „Das Skifahren stimmt schon, aber ich kann es im Rennen nicht umsetzen.“ Zuletzt bei den Abfahrten in Cortina war Weidle einmal ausgefallen und einmal auf Rang 16 gefahren.

Weidle lag bei frühlingshaften Bedingungen satte 1,41 Sekunden hinter Siegerin Gut-Behrami. Die Schweizerin, die vor der derzeit verletzten Mikaela Shiffrin (USA) auch im Gesamtweltcup führt, gewann in 1:19,11 Minuten vor ihrer Teamkollegin Jasmine Flury und Cornelia Hütter Österreich, die sich mit 0,21 Sekunden Rückstand den zweiten Platz teilten. Für Gut-Behrami war es bereits der siebte Saisonsieg. DSV-Läuferin Emma Aicher (+1,45) landete als 23. knapp hinter Weidle. Katrin Hirtl-Stanggassinger (+2,80) belegte Rang 44.

+++11. Februar+++

Dürr verpasst in Soldeu das Podest

Skirennläuferin Lena Dürr hat beim Weltcup in Soldeu die große Chance auf eine Podestplatzierung liegen lassen. In Abwesenheit der Slalom-Dominatorinnen Mikaela Shiffrin und Petra Vlhova kam die favorisierte WM-Dritte in Andorra auf Platz sechs.

Auf die Schwedin Anna Swenn-Larsson, die ihren zweiten Weltcup-Sieg feierte, hatte Dürr 1,38 Sekunden Rückstand. Vom „Stockerl“, das Zrinka Ljutic aus Kroatien und die Amerikanerin Paula Moltzan komplettierten, trennten die 32-jährige WM-Dritte 0,55 Sekunden.

„Es war ein bisschen zu wenig leider“, sagte Dürr schon nach dem ersten Lauf, nach dem sie als Sechste in Lauerposition gelegen hatte. Im Finale startete sie stark, ein einziger grober Patzer aber brachte sie aus dem Konzept.

Immerhin vertagte Dürr die Entscheidung in der Gesamtwertung: Zwei Torläufe vor dem Saisonende kann sie Shiffrin (USA), die derzeit angeschlagen pausiert, bei einem Rückstand von 188 Punkten theoretisch noch abfangen.

Ob und gegebenenfalls wann Shiffrin zurückkehrt, ist offen. Vlhova (Slowakei) fällt wegen eines Kreuzbandrisses für den Rest der Saison aus. Das Duo hat den Sieg in den zuvor acht Saisonrennen stets unter sich ausgemacht, Dürr schaffte es dahinter viermal aufs „Stockerl“.

Dass Shiffrin und Vlhova fehlen, „ändert an meiner Herangehensweise überhaupt nichts“, sagte Dürr nach dem ersten Lauf in der ARD: „Egal, wer da am Start steht: Ich muss auf mich und mein Skifahren schauen.“ Das gelang nur bedingt.

Jessica Hilzinger fuhr als 26. zum zweiten Mal in diesem Winter in die Punkteränge. „Es ist eine schwierige Saison“, sagte die 26-Jährige, die sich im Oktober am Sprunggelenk verletzt hatte. Emma Aicher schied im zweiten Lauf aus.

Skifahrer Wallace nach schlimmem Sturz in stabilem Zustand

Der kanadische Skirennfahrer Liam Wallace wird nach seinem folgenschweren Sturz vom Freitag weiter in einem Krankenhaus in Sofia behandelt. Der 24-Jährige sei wach und sein Zustand stabil, hieß es in einer Mitteilung des kanadischen Verbands vom Sonntag. Wallace habe eine Gehirnerschütterung sowie Verletzungen an Rippen, Lunge und Milz erlitten. Er werde von Teammitarbeitern und seiner Familie vor Ort unterstützt.

Wallace war einen Tag vor dem Weltcup-Riesenslalom im bulgarischen Bansko auf der Einfahrpiste gestürzt. Er zog sich innere Blutungen und mehrere Rippenbrüche zu. Medienberichten zufolge hörte ein Arzt des österreichischen Skiverbands über Funk von dem Notfall, eilte zur Unfallstelle, punktierte die Lunge des Kanadiers und wurde dadurch mutmaßlich zu dessen Lebensretter. Wallace wurde mit einem Hubschrauber geborgen.

Der Technikspezialist hat in seiner Karriere bisher 27 Weltcup-Rennen bestritten, dabei aber noch nie einen zweiten Durchgang erreicht.

Regenchaos in Bansko: Slalom der Ski-Männer abgebrochen

Der Slalom der alpinen Skirennfahrer in Bansko ist wetterbedingt abgebrochen worden. Wind und vor allem starker Regen hatten es den Athleten in Bulgarien im ersten Durchgang am Sonntag schwer gemacht. Die Piste wurde extrem in Mitleidenschaft gezogen, ein fairer Wettkampf war kaum möglich. Nach 31 Startern wurde das Rennen zunächst für einige Zeit gestoppt, dann entschied sich die Jury - auch aus Gründen der Sicherheit - für einen Abbruch. Das Rennen wird nicht gewertet.

Der deutsche Hoffnungsträger Linus Straßer hatte zu diesem Zeitpunkt auf Rang sieben gelegen. Der 31-Jährige, der mit Startnummer 7 auf die Strecke gegangen war, hatte die Bedingungen schon direkt nach seinem Lauf als „grenzwertig“ bezeichnet. In der Folge wurde der Regen noch stärker und die Sicht noch schlechter. In Führung lag der französische Olympiasieger Clement Noel, der an einer Stange womöglich aber eingefädelt hatte.

+++10. Februar+++

Gut-Behrami nimmt Shiffrin Führung im Weltcup ab

Die Schweizer Skirennfahrerin Lara Gut-Behrami hat den Riesenslalom in Soldeu gewonnen und US-Star Mikaela Shiffrin die Führung im Gesamtweltcup abgenommen. Die 32-Jährige kämpfte sich in Andorra am Samstag durch einen famosen zweiten Lauf noch vom neunten auf den ersten Rang vor und feierte ihren sechsten Sieg in dieser Saison. Zweite wurde die Neuseeländerin Alice Robinson mit nur einer Hundertstelsekunde Rückstand, Dritte die Amerikanerin AJ Hurt (+0,15 Sekunden).

Im Gesamtklassement liegt die formstarke Gut-Behrami jetzt fünf Punkte vor Shiffrin. Die Ausnahmeathletin aus Colorado war in der ersten von zwei Abfahrten im italienischen Cortina d'Ampezzo vor zwei Wochen heftig gestürzt und pausiert seither. Shiffrin hat den Gesamtweltcup bereits fünfmal gewonnen. Gut-Behrami sicherte sich die große Kristallkugel bisher einmal - in der Saison 2015/2016.

Die einzige deutsche Starterin, Emma Aicher vom SC Mahlstetten, schaffte es am Samstag als 32. nicht in den zweiten Durchgang. Am Sonntag steht in Soldeu noch ein Slalom an.

Odermatt setzt Siegeszug im Riesenslalom fort

Der Schweizer Ski-Star Marco Odermatt hat seinen Status als derzeit bester Riesenslalomfahrer der Welt einmal mehr untermauert. Der Führende des Gesamtweltcups feierte im bulgarischen Bansko am Samstag seinen sechsten Sieg im sechsten Riesentorlauf dieses Winters. Saisonübergreifend war es für Odermatt sogar schon der neunte Erfolg nacheinander in seiner Paradedisziplin, in der er auch Olympiasieger und Weltmeister ist.

Der Norweger Alexander Steen Olsen (+0,91 Sekunden) und der Österreicher Manuel Feller (+1,08 Sekunden) belegten beim Triumph des 26-Jährigen die Ränge zwei und drei.

Parallel-Weltmeister Alexander Schmid (+2,34) verpasste die Spitzenplätze deutlich und fuhr auf Rang 16. Der Allgäuer hatte zuvor krankheitsbedingt mit dem Training pausieren müssen. Ihm habe etwas die Kraft gefehlt, sagte Schmid schon nach dem ersten Lauf, den er noch als Neunter beendet hatte.

Die weiteren deutschen Starter Jonas Stockinger (36.), Fabian Gratz (43.), Stefan Luitz (44.) und Anton Grammel (53.) schafften es nicht in den zweiten Durchgang. Am Sonntag steht in Bansko noch ein Slalom auf dem Programm.

+++8. Februar+++

Shiffrin sieht volles Programm als Ursache für Stürze

Ski-Königin Mikaela Shiffrin sieht im straffen Programm der alpinen Topfahrerinnen eine Ursache für die vielen Stürze der vergangenen Wochen. „Ich glaube absolut, dass Müdigkeit zu diesem Zeitpunkt der Saison eine Rolle bei den vielen Verletzungen spielt - auch bei meiner“, schrieb die Amerikanerin bei X. Sowohl der enge Rennkalender als auch die Verpflichtungen an Abenden müssten daher überdacht werden.

Gerade Topstars, die in mehreren Disziplinen erfolgreich sind, bliebe kaum Zeit für Erholung. „Zusätzlich zum engen Kalender kommen die Medientermine und Siegerehrungen. Dann gibt es ein volles Abendprogramm - und das während der einzigen 60 oder 90 Minuten des Wochenendes, in den wir mal essen oder uns erholen könnten“, so die 28-Jährige.

Shiffrin war Ende Januar bei der Abfahrt in Cortina d'Ampezzo gestürzt und pausiert seither. Auch bei den Rennen am Wochenende in Andorra wird die zweimalige Olympiasiegerin fehlen. „Mein Knie hält der Belastung noch nicht stand“, schrieb sie. Im Gesamtweltcup führt Shiffrin noch mit 95 Punkten Vorsprung auf Lara Gut-Behrami, die Schweizerin kann somit am Wochenende die Spitze übernehmen.

+++5. Februar++

Olympiasiegerin Goggia bei Trainingssturz verletzt

Die schier endlos lange Liste schwerer Verletzungen im alpinen Ski-Zirkus reißt nicht ab. Auch die italienische Olympiasiegerin Sofia Goggia muss ihre Saison wohl vorzeitig beenden. Die 31 Jahre alte Italienerin wurde nach einem schweren Trainingssturz mit Verdacht auf einen Schien- und Wadenbeinbruch ins Krankenhaus nach Mailand gebracht.

Der Unfall ereignete sich am Montagvormittag auf der Piste Casola nera in Ponte di Legno in der Provinz Brescia, wo sich Goggia schon häufiger auf Rennen vorbereitet hat. Die Speed Queen wurde danach mit dem Rettungshubschrauber abtransportiert.

Die viermalige Gewinnerin des Abfahrtsweltcups führt die Gesamtwertung in der Königinnendisziplin auch in diesem Winter an. Sie gewann eines der bisher fünf Rennen und stand drei weitere Male auf dem „Stockerl“. Die nächsten Abfahrten sind am 16./17. Februar im Schweizer Crans Montana geplant.

Goggias erwarteter Ausfall wäre der nächste in einer wahren Seuchensaison für den Skisport. Aktuell pausiert auch Skikönigin Mikaela Shiffrin nach einem schweren Sturz in Cortina d'Ampezzo. Die Saison der Olympiasiegerinnen Petra Vlhova und Corinne Suter endete nach Kreuzbandrissen vorzeitig.

Auch die Männer haben einige prominente Verletzte zu beklagen. Shiffrins Freund, der frühere Gesamtweltcupsieger Aleksander Aamodt Kilde, musste seine Saison ebenso schwer verletzt abbrechen wie die hoch dekorierten Alexis Pinturault und Marco Schwarz.

+++4. Februar+++

Rückschlag für Ski-Ass Straßer – Yule rast von Rang 30 zum Sieg

Skirennfahrer Linus Straßer hat eineinhalb Wochen nach seinem furiosen Doppelsieg bei den Klassikern in Kitzbühel und Schladming einen Rückschlag kassiert. Der 31-Jährige belegte im Slalom von Chamonix am Sonntag nur Rang 14. Nach einem Fehler im ersten Durchgang verbesserte sich der gebürtige Münchner im Finale zwar noch um drei Plätze, die erhoffte Aufholjagd gelang ihm aber nicht mehr. Im Slalom-Weltcup verlor Straßer dadurch Boden auf den führenden Österreicher Manuel Feller.

Feller fuhr beim Sensations-Sieg des Schweizers Daniel Yule auf Platz vier. Yule katapultierte sich mit einem herausragenden zweiten Lauf - und begünstigt durch die nachlassende Piste - noch von Rang 30 nach ganz vorn. „Absolut unglaublich“ sei das, sagte der 30-Jährige nach diesem erstmaligen Kunststück in der Alpin-Historie. Zweiter wurde Yules Landsmann Loic Meillard vor dem französischen Lokalmatadoren und Olympiasieger Clement Noel. Von Straßers Teamkollegen erreichte keiner das Finale.

Er sei im ersten Durchgang „ein bisschen zu zaghaft gefahren“ und der Schnitzer im unteren Streckenabschnitt habe ihn „sicher fünf, sechs Zehntel gekostet“, meinte Straßer. Im zweiten Lauf habe er dann „probiert, noch mal eine Schippe draufzulegen und etwas frecher zu fahren“. Er sei etwas überrascht gewesen, dass er trotzdem nicht weiter nach vorn kam.

Straßer hatte mit seinen Erfolgen bei den prestigeträchtigen Torläufen in Kitzbühel und Schladming zuletzt für große Euphorie im deutschen Ski-Team gesorgt. Der nächste Slalom der Männer steht am kommenden Sonntag im bulgarischen Bansko an.

+++1. Februar+++

Verletzter Kilde wagt noch keine Prognose für Comeback

Der norwegische Ski-Star Aleksander Aamodt Kilde wagt knapp drei Wochen nach seinem schlimmen Sturz in der Lauberhorn-Abfahrt von Wengen noch keine Prognose für ein Comeback. Er wisse nicht, ob er jemals wieder sein Topniveau erreichen könne, erklärte der 31-Jährige bei einer virtuellen Pressekonferenz am Donnerstag. „Die Situation rund um meine Verletzung ist unklar. Ich bin zuversichtlich, dass es wieder ganz gut wird, aber die Frage ist, wie lange das dauern wird“, sagte Kilde.

„Es ist zu früh, um zu sagen, ob ich wieder wie vorher auf Skier stehen und wieder Rennen gewinnen kann“, so der Top-Abfahrer der vergangenen Jahre und Gesamtweltcupsieger von 2020. „Aber ich wünsche mir natürlich, zurück zu dem zu kommen, was ich liebe.“ Er fokussiere sich nun darauf, „wieder auf die Beine zu kommen und anständig zu gehen. Danach nehme ich es Tag für Tag“, erklärte Kilde. Es sei ungewiss, ob die betroffenen Nerven ein halbes Jahr benötigen, ein ganzes oder womöglich sogar zwei.

Kilde war bei dem Rennen in der Schweiz Mitte Januar gestürzt und mit hoher Geschwindigkeit in den Fangzaun gekracht. Er hatte sich an der Schulter und schwer am Unterschenkel verletzt. In den sozialen Medien hatte der Norweger kürzlich drastische Bilder seiner Wadenverletzung veröffentlicht und Details seiner Reha, die er in Innsbruck absolviert, geschildert.

+++30. Januar+++

Gut-Behrami verkürzt Rückstand auf Shiffrin

Die Schweizer Skirennfahrerin Lara Gut-Behrami hat den Riesenslalom am Kronplatz gewonnen und sich weiter an die im Gesamtweltcup führende Mikaela Shiffrin herangeschoben. Die 32-Jährige siegte bei dem Rennen in Südtirol am Dienstag mit mehr als einer Sekunde Vorsprung vor der Neuseeländerin Alice Robinson und der Schwedin Sara Hector, die sich zeitgleich Rang zwei teilten. Die einzige deutsche Starterin, Fabiana Dorigo, schaffte es nicht in den zweiten Durchgang.

Für Gut-Behrami war es der 42. Weltcup-Sieg ihrer Karriere und der fünfte Erfolg in dieser Saison. Im Gesamtklassement liegt sie nur noch 95 Punkte hinter Shiffrin. Die US-Amerikanerin ging am Kronplatz nicht den Start. Sie war bei der ersten von zwei Abfahrten in Cortina d'Ampezzo am vergangenen Freitag heftig gestürzt und pausiert seither.

+++29. Januar+++

Weltcup der Frauen in Garmisch-Partenkirchen abgesagt

Kein „Heimspiel“ für Kira Weidle: Die beste deutsche Abfahrerin kann sich in diesem Winter nicht wie erhofft den eigenen Fans präsentieren. Die für das Wochenende in Garmisch-Partenkirchen geplanten Weltcup-Rennen wurden am Montag vom Weltverband FIS „aus Sicherheitsgründen“ abgesagt.

Die hohen Temperaturen und die dadurch ungünstigen Pistenverhältnisse machen ein faires, sicheres Rennen unmöglich. Einen Ersatz an einem anderen Ort für die Abfahrt am Samstag und den Super-G am Sonntag wird es laut FIS nicht geben. „Aus Zeitgründen konnte keine Lösung gefunden werden“, hieß es.

Damit findet am Wochenende nur der Männer-Slalom im französischen Chamonix (Sonntag, 9.30/12.30 Uhr, ARD und Eurosport) mit Linus Straßer statt. Die dort angesetzten Abfahrten am Freitag und Samstag mussten witterungsbedingt ebenfalls abgesagt werden.

+++28. Januar+++

Odermatt fährt zum neunten Saisonsieg

Der Schweizer Marco Odermatt hat nach einer kleinen Enttäuschung die Verhältnisse im alpinen Weltcup wieder zurechtgerückt. Im zweiten der beiden Super-G-Rennen in Garmisch-Partenkirchen feierte der Überflieger seinen neunten Saisonsieg. Nachdem er am Samstag Rang vier belegt und danach Kritik an der Kurssetzung und der Piste geübt hatte, siegte er vor dem Österreicher Raphael Haaser (+0,30 Sekunden) und seinem aufstrebenden Teamkollegen Franjo van Allmen (+0,61).

Die Deutschen fuhren erneut weit hinterher. Simon Jocher gelang mit Rang 18 am Samstag die beste Platzierung, am Sonntag stürzte der Garmischer Lokalmatador kurz vor dem Ziel. Romed Baumann und Andreas Sander kamen in beiden Rennen nicht unter die ersten 20. Der am Donnerstag zurückgetretene einstige Kitzbühel-Sieger Josef Ferstl absolvierte vor dem Rennen seine Abschiedsfahrt.

Am Tag zuvor hatte beim offiziellen Abschied von Thomas Dreßen überraschend der Franzose Nils Allegre gewonnen. Der 30-Jährige fuhr bei seinem 102. Weltcup-Start zum ersten Mal auf das Podium - ebenso wie der zweitplatzierte Italiener Guglielmo Bosca (+0,18). Rang drei belegte der Schweizer Loic Meillard (+0,25). Odermatt (+0,28) fuhr erstmals nach zwölf Rennen im Super-G wieder am Siegertreppchen vorbei.

Odermatt beschwerte sich danach über die aufgeweichte und daher schwierig zu befahrende Kandahar. „Es war sicher der leichteste Super-G, den ich je gefahren bin. Es ist ein sehr einfacher Hang, eine sehr einfache Kurssetzung.“ Einen Tag später war die Strecke etwas eisiger und mehr nach seinem Geschmack. „Es war definitiv ein anderes Rennen“, sagte er nach seinem 33. Weltcup-Sieg.

Weidle steigert sich – Gut-Behrami siegt

Kira Weidle hat das Weltcup-Wochenende in Cortina d'Ampezzo mit einer versöhnlichen Vorstellung abgeschlossen. Die Starnbergerin belegte im Super-G am Sonntag Rang zehn. Es gewann die Schweizer Olympiasiegerin Lara Gut-Behrami. Zweite wurde die Österreicherin Stephanie Venier vor der Französin Romane Miradoli.

Nach mehreren „Tiefschlägen“ sei das ein „Schritt in die richtige Richtung“ gewesen, sagte Weidle dem ZDF. Bislang ist es eine komplizierte Saison für die 27-Jährige. Auch in Cortina, wo sie 2021 sensationell zu WM-Silber gerast war, hatte sie in den beiden Abfahrten des Wochenendes Probleme. Am Freitag wurde sie 16., am Samstag schied sie früh aus. Auf ihre Leistung im Super-G wolle sie nun aber aufbauen, erklärte die gebürtige Stuttgarterin.

Gut-Behrami schob sich durch ihren vierten Saisonsieg ein ganzes Stück näher an die im Gesamtweltcup führende Mikaela Shiffrin heran. Die Amerikanerin war in der Abfahrt am Freitag heftig gestürzt und hatte die weiteren Rennen in den Dolomiten daraufhin ausgelassen. Auch den Riesenslalom am Kronplatz am Dienstag wird Shiffrin verpassen.

Im Super-G am Sonntag gab es ebenfalls einen schlimmen Sturz. Die Kanadierin Valerie Grenier wurde an einer Bodenwelle ausgehoben und schlug mit hoher Geschwindigkeit auf der eisigen Piste auf. Sie wurde minutenlang behandelt und mit einem Rettungsschlitten abtransportiert.

+++27. Januar+++

Weltcup-Abfahrten von Chamonix wetterbedingt abgesagt

Wegen ungünstiger Wetterprognosen sind die beiden Weltcup-Abfahrten der alpinen Ski-Männer in Chamonix abgesagt worden. Aktuell zu hohe Temperaturen und deswegen ungünstige Schneekonditionen lassen die zwei für kommenden Freitag und Samstag geplanten Events aus Sicherheitsgründen nicht zu, wie der Weltverband Fis am Samstag mitteilte.

Erstmals seit 2016 hätten in dem französischen Wintersportort wieder Abfahrten stattfinden sollen. Laut Fis konnten für die zwei Termine keine Rennen an anderen Orten organisiert werden.

Der für nächsten Sonntag geplante Slalom von Chamonix - bei dem der Münchner Linus Straßer seinen dritten Weltcup-Sieg in Serie nach Kitzbühel und Schladming feiern will - soll dagegen wie geplant durchgeführt werden.

Deutsche Skirennfahrer bei erstem Heim-Weltcup abgeschlagen

Die kriselnde Speed-Riege des deutschen Ski-Teams ist auch beim ersten der zwei Heim-Rennen an diesem Wochenende hinterhergefahren. Simon Jocher, Romed Baumann und Andreas Sander belegten beim Super-G in Garmisch-Partenkirchen am Samstag die Plätze 18, 22 und 36.

Der Sieg ging überraschend an den Franzosen Nils Allegre. Der 30-Jährige ist in seiner Karriere zuvor noch nie auf ein Weltcup-Podest gefahren. Zweiter wurde der Italiener Guglielmo Bosca, Dritter der Schweizer Loic Meillard. Der Schweizer Gesamtweltcup-Führende Marco Odermatt fuhr auf Platz vier, der französische Shootingstar Cyprien Sarrazin eine Woche nach seinem sensationellen Doppelsieg in Kitzbühel nur auf Rang elf.

„Wieder mal sehr enttäuschend“ sei seine Leistung gewesen, sagte Sander. Die Piste litt allerdings auch unter den milden Temperaturen. Am Sonntag steht auf der legendären Kandahar noch ein weiterer Super-G an. Es wird das letzte Rennen für den 35-jährigen Josef Ferstl, der seine Karriere beendet.

Frühes Aus für Weidle in Cortina d'Ampezzo

Skirennfahrerin Kira Weidle hat beim Weltcup in Cortina d'Ampezzo einen weiteren Dämpfer kassiert. Die Starnbergerin schied in der Abfahrt am Samstag schon nach etwas mehr als zehn Sekunden aus. Sie verlor an einer Bodenwelle die Balance und kam zu Fall, verhinderte aber einen schlimmeren Sturz. Sichtlich verärgert schlug die WM-Zweite von 2021 anschließend mit einem ihrer Skistöcke auf den Schnee.

Für Weidle ist es bisher eine komplizierte Saison. In drei Speedrennen fuhr sie in die Top Ten, mehrfach blieb die 27-Jährige aber auch hinter den Erwartungen. In der ersten Abfahrt in den Dolomiten am Freitag war sie 16. geworden.

Der Sieg ging am Samstag an die Norwegerin Ragnhild Mowinckel. Zweite wurde überraschend die Amerikanerin Jacqueline Wiles vor der Italienerin Sofia Goggia. Nach einigen Stürzen am Vortag erreichten auch diesmal mehrere Fahrerinnen nicht das Ziel. Zudem musste das Rennen wegen starken Windes für längere Zeit unterbrochen werden.

Am Sonntag (10.30 Uhr) steht in Cortina d'Ampezzo noch ein Super-G auf dem Programm.

+++26. Januar+++

Shiffrin verletzt - Sturz bei Abfahrt in Cortina

Jetzt hat es auch Mikaela Shiffrin erwischt: Die Ski-Königin ist das nächste prominente Sturzopfer im Weltcup. Die 28 Jahre alte US-Amerikanerin kam bei der Abfahrt in Cortina d'Ampezzo zu Fall und verletzte sich wohl am linken Knie. Sie musste mit dem Hubschrauber geborgen werden.

Shiffrin wurde bei einem Sprung nach hinten gedrückt, stürzte kurz nach der Landung und krachte in den Fangzaun. Sie blieb etwa fünf Minuten auf der Piste liegen und wurde erstversorgt. Nachdem sie sich erhoben hatte, benutzte sie ihre Skistöcke wie Krücken, um das offensichtlich verletzte linke Bein zu entlasten.

Auf der ungewohnt welligen „Tofana“ war an derselben Stelle bereits die Schweizerin Priska Nufer abgeflogen, auch Kira Weidle hatte dort große Probleme. Shiffrins Freund Aleksander Aamodt Kilde (Norwegen) fällt nach einem Rennunfall wie ihre große Slalom-Rivalin Petra Vlhova (Slowakei) für den Rest der Saison aus. Auch der Franzose Alexis Pinturault oder Marco Schwarz (Österreich) hatten sich schwer verletzt.

+++25. Januar+++

Auch Abfahrer Ferstl beendet Ski-Karriere

Nach Thomas Dreßen tritt ein weiterer deutscher Kitzbühel-Sieger vom Skirennsport zurück. Josef Ferstl wird im Anschluss an die zwei Heim-Rennen am Wochenende in Garmisch-Partenkirchen seine Karriere beenden. Das kündigte der 35-Jährige am Donnerstag in einer Mitteilung des Deutschen Skiverbandes (DSV) an. Ferstl hatte im Januar 2019 den Super-G auf der Streif gewonnen und den größten Erfolg seiner Karriere gefeiert. Insgesamt holte er zwei Weltcup-Siege.

Der Athlet vom SC Hammer in Oberbayern hatte nach zuletzt mauen Jahren in dieser Saison noch einmal versucht, in die Weltspitze vorzustoßen. „Aber wenn der Kopf nicht mehr bereit ist, volles Risiko zu gehen, ist es an der Zeit, einen Schlussstrich zu ziehen“, teilte Ferstl mit. Bei seinen zehn Rennen in diesem Winter schaffte es der Routinier nur zweimal unter die Top 30.

Seit 2007 bestritt der Speed-Spezialist 190 Rennen im Weltcup, bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen. Ende 2017 siegte er beim Super-G in Gröden, gut ein Jahr später dann in Kitzbühel. Im berühmten Tiroler Ski-Ort brachte er das damals einzigartige Kunststück zustande, einen Super-G im Weltcup mit Startnummer 1 zu gewinnen. 40 Jahre vor dem Triumph hatte sein Vater Josef senior in Kitzbühel die Abfahrt auf der Streif gewonnen.

„Mit Josef Ferstl beendet eine fixe Größe im Team seine Karriere“, sagte Bundestrainer Christian Schwaiger. „Trotz vieler Verletzungen hat er sich immer wieder in die absolute Weltspitze zurückgekämpft und viele tolle Erfolge für den Deutschen Skiverband eingefahren.“

Ferstl deutete an, dem Skisport auch nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn erhalten zu bleiben. „Ich kann gar nicht anders, die Leidenschaft und Faszination für den Rennsport ist einfach zu groß, dafür schlägt mein Herz. Von daher werde ich mein Leben lang - in welcher Form auch immer - mit diesem Sport verbunden bleiben“, sagte er.

+++23. Januar+++

Auch Abfahrer Ferstl beendet Ski-Karriere

Alexander Schmid mischt auf seiner Comeback-Tour nach wie vor in der erweiterten Weltspitze mit. Der Parallel-Weltmeister fuhr beim Weltcup-Riesenslalom in Schladming auf einen ordentlichen elften Platz und sammelte auch im fünften Rennen nach seinem Kreuzbandriss Punkte.

Von Seriensieger Marcio Odermatt trennten Schmid bei schwierigen, weil wechselhaften und teils extrem eisigen Bedingungen auf der Planai 1,54 Sekunden. Das „Stockerl“ war für den 29-Jährigen beim Night Race in Österreich 1,19 Sekunden weg.

Während Schmid im Finale vier Plätze einbüßte, zeigte Odermatt eine famose Aufholjagd von Rang elf nach ganz vorne. „Du Hundling!“, rief Lokalmatador Manuel Feller dem Schweizer im Ziel zu, der den Führenden des ersten Laufs um 0,05 Sekunden bezwang. Für den Weltcup-Dominator war es der achte Sieg und der 22. Podestplatz in seiner Spezialdisziplin hintereinander.

Dritter wurde der Slowene Zan Kranjec (+0,29). Der frühere Weltcupsieger Stefan Luitz (57.) verpasste das Finale der besten 30 Fahrer ebenso wie Fabian Gratz (31.), Anton Grammel (44.) und Jonas Stockinger (55.).

+++22. Januar+++

„Herausragend“ – Christian Neureuther feiert Straßers Ski-Coup

Der frühere Skirennfahrer Christian Neureuther hat Slalom-Spezialist Linus Straßer nach dessen überraschenden Sieg in Kitzbühel in den höchsten Tönen gelobt. „Es gibt viele Slaloms, die schön zu gewinnen sind - aber dieser hier ist herausragend“, sagte der 74-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Neureuther senior hatte 1979 selbst auf dem legendären Ganslernhang gewonnen - es war einer seiner insgesamt sechs Weltcup-Erfolge. Vor zehn Jahren siegte in Kitzbühel auch Neureuthers Sohn Felix. Beide waren bei Straßers Triumph am Sonntag live im Stadion dabei.

„Dieser Sieg ist extrem wichtig für den deutschen Skirennsport“, erklärte Christian Neureuther. „Es tut gut, wenn ein Athlet so in den Fokus rückt.“ Vor allem Straßers Vorstellung im zweiten Durchgang beeindruckte den Ex-Skistar. „Mit welcher Sicherheit und Stabilität er da runtergefahren ist - so bist du ein ganz, ganz Großer.“

Straßer lebt in Kirchberg unweit des Tiroler Nobelskiorts. Auf dem Ganslernhang lernte er einst das Skifahren und bestritt seine ersten Rennen. „Es ist einfach schön, wie sich manche Dinge in Kitzbühel dann fügen“, kommentierte Neureuther. Für Straßer war es der dritte Sieg in einem Weltcup-Slalom und der erste Podestplatz beim wichtigsten Torlauf des Weltcups.

Kitz-Sieger Linus Straßer: Der erste seit Hansi Hinterseer

Der Ski-Club Kitzbühel, kurz KSC, hat mehr als 9400 Mitglieder, also gut 1100 mehr, als die Stadt Einwohner hat. Der Ski-Club der Gamsstadt ist darüber hinaus der Veranstalter der Hahnenkammrennen, und ganz besonders freuen sie sich, wenn in der Abfahrt auf der Streif oder nebenan im Slalom auf dem Ganslern dann einer der ihren gewinnt.

So gesehen hat Linus Straßer am Sonntag mit seinem Sieg am Ganslern auch den KSC mit einem gewissen Stolz erfüllt. Denn dort haben sie ihm das Skifahren beigebracht, sie haben ihn gefördert. Der Ganslern ist deshalb auch der Hausberg von Straßer, nicht zuletzt, weil er mit Ehefrau Maria und Töchterchen Marta im benachbarten Kirchberg wohnt.

Straßer (31) ist in München geboren, er fährt offiziell für den TSV 1860, aber: Er ist auch immer noch ein „normales“ Mitglied beim KSC. Und weil dem so ist, hat er dort mit seinem Sieg am Sonntag auch für große Erleichterung gesorgt, denn: Nach genau 50 Jahren hat endlich wieder einer aus dem KSC am Hahnenkamm gewonnen.

Der Vorgänger von Straßer heißt übrigens Hansi Hinterseer (69). Er war, ältere Menschen mögen sich daran erinnern, vor seiner Karriere als Sänger, Schauspieler und Moderator ein sehr guter Skifahrer. Sein erstes Rennen im Weltcup gewann er am 27. Januar 1974: den Slalom in Kitzbühel.

+++21. Januar+++

Shiffrin gewinnt Slalom in Jasna – Dürr auf Platz sieben

Mikaela Shiffrin hat den Slalom von Jasna gewonnen und ihren Vorsprung in der alpinen Weltcup-Gesamtwertung weiter ausgebaut. Die Ausnahme-Skirennfahrerin aus den USA setzte sich am Sonntag knapp vor der jungen Kroatin Zrinka Ljutic (+0,14 Sekunden) und Anna Swenn Larsson aus Schweden (+0,81) durch.

Die beste deutsche Slalom-Spezialistin Lena Dürr kam auf den siebten Platz (+1,97) und rehabilitierte sich damit zumindest ein wenig für den enttäuschenden 15. Rang zuletzt in Flachau. In Abwesenheit der verletzten slowakischen Lokalmatadorin Petra Vlhova hatte Dürr ihren fünften Podestplatz in diesem Winter angepeilt. Sie verpatzte aber den ersten Durchgang und handelte sich mehr als zwei Sekunden Rückstand auf Shiffrin ein. Im Finale machte die Sportlerin aus Germering drei Plätze gut. Teamkollegin Emma Aicher kam auf Rang 22 (+4,40).

Shiffrin fährt indes in einer ganz anderen Liga: Die Weltcup-Rekordsiegerin steht nun bei 95 Erfolgen in der Elite-Serie und ist nur noch fünf Siege von der magischen 100er-Grenze entfernt. Zudem bejubelte sie in Jasna ihren 150. Podestplatz. In der Gesamtwertung scheint ihr die große Kristallkugel mal wieder nicht zu nehmen - sie hat mehr als 400 Punkte Vorsprung auf Vlhova und die danach folgende Schweizerin Lara Gut-Behrami.

Olympiasiegerin Vlhova war am Samstag beim Riesenslalom gestürzt und hatte sich Bänderrisse im Knie zugezogen. Ihre Saison ist vorzeitig beendet. Der Sieg ging an die schwedische Olympiasiegerin Sara Hector.

„Kann kommen, was will“ – Straßer heiß auf Kitzbühel-Slalom

Skirennfahrer Linus Straßer geht mit reichlich Selbstvertrauen in den Slalom von Kitzbühel an diesem Sonntag (10.30 und 13.30 Uhr/ARD und Eurosport). „Gefühlt kann kommen, was will“, sagte der 31-Jährige. „Ich bin bereit und freue mich.“

Straßer lebt in Kirchberg nahe des Tiroler Nobelskiorts, lernte auf dem Ganslernhang als Kind einst das Skifahren und kennt die Piste quasi in- und auswendig. Viele Jahre tat er sich im Weltcup dort schwer, vergangenen Winter raste er aber nur um eine Hundertstelsekunde am Podest vorbei.

In der laufenden Saison wurde der beste deutsche Slalom-Fahrer jeweils Neunter in Gurgl und Madonna di Campiglio, dazu Vierter in Adelboden. Beim vergangenen Torlauf in Wengen war er ebenfalls flott unterwegs - und fädelte dann ein. Das sei „bitter“ gewesen, sagte Straßer rückblickend. Deshalb sei aber sein Gefühl nicht weg. Er habe derzeit eine „wahnsinnig zentrale, gute Position über dem Ski“, dank der er „ganz spielerisch Skifahren kann“, erklärte er.

Dass er den im Weltcup führenden Österreicher Manuel Feller noch gefährden und in dieser Saison um den Slalom-Gesamtsieg mitfahren kann, glaubt Straßer nicht. Er mache seine bisherigen Leistungen des Winters aber nicht an Ergebnissen fest, sagte der Sportler des TSV 1860 München. „Ich weiß, dass ich dabei bin.“

Auch zum Abschluss des Kitzbühel-Wochenendes will er auf Angriff fahren. Er gehe „nicht an den Start, um Sechster zu werden“.

+++20. Januar+++

Saison-Aus für Petra Vlhova nach Sturz bei Heimrennen

Für Top-Skirennfahrerin Petra Vlhova ist die alpine Saison vorzeitig zu Ende. Die Slowakin stürzte am Samstag bei ihrem Heim-Weltcup in Jasna und erlitt eine schwere Knieverletzung. Wie ihr Trainer Mauro Pini mitteilte, wurden im Krankenhaus Bänderrisse im rechten Knie diagnostiziert, wegen denen ein Comeback in diesem Winter nicht möglich sei. In den nächsten Tagen soll über eine Operation bei der Slalom-Olympiasiegerin von 2022 und Riesenslalom-Weltmeisterin von 2019 entschieden werden.

Die Slowakin war im ersten Durchgang des Riesenslaloms zu Fall gekommen, dabei mit Rücken und Kopf aufgeschlagen und hatte sich das Knie verdreht. Sie musste an der Strecke in den Karpaten behandelt und dann mit dem Rettungsschlitten ins Tal gebracht werden.

Damit fiel vor vielen slowakischen Fans das erhoffte Duell mit der Weltcup-Führenden Mikaela Shiffrin aus - erst am Dienstag hatte sich Shiffrin im Nachtslalom von Flachau knapp vor Vlhova durchgesetzt. Statt der beiden Dauerrivalinnen überragte eine andere: Olympiasiegerin Sara Hector aus Schweden zeigte auf einer eisigen und schwierigen Piste zwei famose Läufe und setzte sich mit 1,52 Sekunden Vorsprung vor der Amerikanerin Shiffrin durch. Dritte wurde Alice Robinson aus Neuseeland (+2,71).

Aus dem deutschen Team schaffte es nur Lena Dürr in den zweiten Lauf. Die Rennfahrerin aus Germering, die am Sonntag beim Slalom um das Podest mitfahren kann, beendete den Riesentorlauf auf Platz 29 mit 8,77 Sekunden Rückstand.

Überhaupt wurde der Wettkampf am Samstag von extremen Zeitunterschieden geprägt. Die italienische Mitfavoritin Marta Bassino etwa handelte sich im ersten Lauf ohne großen Fehler 8,21 Sekunden Rückstand ein und verpasste das Finale deutlich. Kajsa Vickhoff Lie aus Norwegen schaffte es indes trotz fünfeinhalb Sekunden Rückstand auf Hector auf Platz zehn.

Franzose Cyprien Sarrazin gewinnt erneut in Kitzbühel

Dritter im österreichischen Skimekka wurde der Südtiroler Dominik Paris (+1,44). Dreßen (4,46) belegte bei seinem letzten Auftritt zu seinem Wunsch-Song „Thunderstruck“ von AC/DC Platz 46 ganz am Ende des Feldes. Im Ziel warteten Frau Birgit und Töchterchen Elena auf den erfolgreichsten deutschen Abfahrer der Weltcup-Geschichte, Kollegen und Konkurrenten bereiteten ihm eine Sektdusche.

„Der Empfang war unglaublich. Ich bin einfach froh, dass es so zu Ende geht. Es gibt nichts Geileres als Kitzbühel!“, sagte Dreßen: „Ich bin alles mit ein bisschen Reserve gefahren. Ich wollte es genießen.“

Andreas Sander (2,54) zeigte sich etwas verbessert und kam als bester Deutscher auf Rang 23, Simon Jocher (2,76) wurde 28. Romed Baumann (3,03), Josef Ferstl (3,05), Luis Vogt (3,17) und Dominik Schwaiger (4,24) verpassten die Punkte.

Sarrazin sprach in der ARD vom „besten Moment meines Lebens“ und sagte: „Ich bin mit Herz gefahren.“ Im Ziel schnallte er seine Skier ab und sprang jubelnd auf die Werbebande.

Odermatt hatte vorgelegt und dem zu diesem Zeitpunkt führenden US-Amerikaner Ryan Cochran-Siegle über eine Sekunde abgenommen. Im Ziel ließ er mehrere Jubelschreie los. Doch Sarrazin war bei extrem eisigen Verhältnissen stolze 2,79 Sekunden schneller als bei seinem ersten Coup.

Sarrazin machte es seinem großen Landsmann Luc Alphand gleich, der 1995 ebenfalls zweimal in „Kitz“ triumphiert hatte. „Ich kann das alles gar nicht begreifen, es ist verrückt“, sagte er.

Hector gewinnt Riesenslalom - Vlhova bei Heimrennen verletzt

In Jasna in der Slowakei hofften tausende Ski-Fans auf ein Duell zwischen Vlhova und Shiffrin. Dann aber stürzt die Lokalmatadorin und verletzt sich. Auch Shiffrin kann nicht gewinnen.

Jasna (dpa) - Top-Skirennfahrerin Petra Vlhova ist bei ihrem Heim-Weltcup in Jasna gestürzt und hat sich dabei verletzt. Die Slowakin kam am Samstag im ersten Durchgang des Riesenslaloms zu Fall, schlug dabei mit Rücken und Kopf auf und verdrehte sich das Knie. Sie musste an der Strecke in den Karpaten behandelt und dann mit dem Rettungsschlitten ins Tal gebracht werden. Wie das Team der früheren Weltmeisterin und Slalom-Olympiasiegerin von 2022 mitteilte, wurde sie für Untersuchungen in eine Klinik gebracht. Eine Diagnose stand zunächst aus.

Damit fiel vor vielen slowakischen Fans das erhoffte Duell mit der Weltcup-Führenden Mikaela Shiffrin aus. Statt der beiden Dauerrivalinnen überragte eine andere: Olympiasiegerin Sara Hector aus Schweden zeigte auf einer eisigen und schwierigen Piste zwei famose Läufe und setzte sich mit 1,52 Sekunden Vorsprung vor der Amerikanerin Shiffrin durch. Dritte wurde Alice Robinson aus Neuseeland (+2,71).

Aus dem deutschen Team schaffte es nur Lena Dürr in den zweiten Lauf. Die Rennfahrerin aus Germering, die am Sonntag beim Slalom um das Podest mitfahren kann, beendete den Riesentorlauf auf Platz 29 mit 8,77 Sekunden Rückstand.

Überhaupt wurde der Wettkampf am Samstag von extremen Zeitunterschieden geprägt. Die italienische Mitfavoritin Marta Bassino etwa handelte sich im ersten Lauf ohne großen Fehler 8,21 Sekunden Rückstand ein und verpasste das Finale deutlich. Kajsa Vickhoff Lie aus Norwegen schaffte es indes trotz fünfeinhalb Sekunden Rückstand auf Hector auf Platz zehn.

+++19. Januar+++

Sarrazin gewinnt auf der Streif – Jocher bester DSV-Abfahrer

Cyprien Sarrazin hat bei der legendären Weltcup-Abfahrt in Kitzbühel Geschichte geschrieben. Der 29-Jährige ist erst der dritte Franzose, der auf der berüchtigten Streif gewinnen konnte. Vor ihm war das nur Legende Jean-Claude Killy (1967) und Luc Alphand (1995 zweimal sowie 1997) gelungen.

Beim vierten Weltcupsieg seiner Karriere gewann Sarrazin hauchdünn vor dem Italiener Florian Schieder, der nur 0,05 Sekunden zurücklag. Dominator Marco Odermatt aus der Schweiz (+0,34), der bereits sieben Saisonsiege gefeiert hat, musste sich diesmal mit Rang drei begnügen.

Dominik Schwaiger (+1,35) und Simon Jocher (+1,36) verpassten als beste DSV-Abfahrer die Top 10 nur knapp und lagen im Zwischenklassement auf den Rängen 13 und 14. Romed Baumann (+2,32), Josef Ferstl (2,60) und Andreas Sander (+3,18) kamen dagegen abgeschlagen ins Ziel. Thomas Dreßen, Kitzbühel-Gewinner von 2018, ging am Freitag nicht an der Start.

Der beste deutsche Abfahrer der Weltcup-Geschichte wird am Samstag (11.30 Uhr/ARD und Eurosport) bei der klassischen Hahnenkamm-Abfahrt das letzte Rennen seiner Karriere bestreiten. Am Donnerstag hatte der 30-Jährige, der bei 79 Starts im Weltcup fünf Rennen gewann, wegen anhaltender Schmerzen im Knie sein Karriereende verkündet.

Start der ersten Streif-Abfahrt verschoben

Der Start der Ski-Abfahrt auf der legendären Streif in Kitzbühel an diesem Freitag muss verschoben werden. Wegen leichten Schneefalls und schlechter Sichtverhältnisse wurde das ursprünglich für 11.30 Uhr angesetzte Rennen um eine Stunde auf 12.30 Uhr (ARD und Eurosport) verlegt, wie der Weltverband Fis mitteilte. Zudem soll noch entschieden werden, ob die Athleten von ganz oben oder vom Reservestart auf die Piste gehen.

Das Wochenende in Kitzbühel ist der Höhepunkt der alpinen Weltcup-Saison. Nach der Abfahrt am Freitag steht eine weitere am Samstag an. Zum Abschluss folgt ein Slalom am Sonntag.

+++18. Januar+++

Kein zweites Streif-Training – Skifahrer Dreßen schont sich

Der deutsche Skirennfahrer Thomas Dreßen hat das zweite Abfahrtstraining in Kitzbühel am Mittwoch ausgelassen, will in den Rennen am Freitag und Samstag (jeweils 11.30 Uhr/ARD und Eurosport) aber wohl an den Start gehen. Ob es klappt, scheint noch offen. „Ich möchte mein Knie schonen“, sagte der 30-Jährige. „Ich habe mir gestern alles angeschaut und weiß, wo die Kriterien liegen.“ Das erste Training am Dienstag sei „solide“ gewesen, erklärte der fünffache Weltcupsieger. Das Knie habe sich „gut angefühlt“, es sei eine „kontrollierte Fahrt“ von ihm gewesen.

Dreßen hatte 2018 in Kitzbühel sensationell gewonnen. Es folgten vier weitere Weltcup-Erfolge, aber auch viele Verletzungen und Operationen an Knie und Hüfte. Diesen Winter wollte der Oberbayer nach all den gesundheitlichen Rückschlägen wieder angreifen. Genau wie seine Teamkollegen fuhr er der Spitze zuletzt aber deutlich hinterher.

Nach der Lauberhorn-Abfahrt in Wengen am vergangenen Samstag hatte Dreßen von neuerlichen Beschwerden berichtet und Tränen in den Augen. Genau wie die übrigen deutschen Speed-Spezialisten gilt er auf der Streif - sofern er denn wirklich starten sollte - diesmal als Außenseiter.

Shiffrins Tränen – Ski-Star nach Sieg in Flachau emotional

Der sechste Saisonsieg war für Ski-Superstar Mikaela Shiffrin der bislang emotionalste in diesem Winter. „Herausfordernd“ seien die vergangenen Tage gewesen, sagte die US-Amerikanerin nach ihrem Triumph im Nachtslalom von Flachau. Erst hatte sie im Ziel ungläubig die Hand vor das Gesicht geschlagen, dann in den Interviews einige Tränen vergossen. Sie danke ihrem Team für die Unterstützung, sagte Shiffrin nach ihrem Erfolg am Dienstagabend – und dafür, dass es ihr ermöglicht worden sei, zu ihrem Lebensgefährten Aleksander Aamodt Kilde ins Krankenhaus zu fahren. Sie sei „mit dem Herzen bei ihm“ und habe ihn direkt nach ihrem Rennen in Österreich aus dem Ziel angerufen, berichtete Shiffrin.

Der Norweger Kilde war in der legendären Lauberhorn-Abfahrt in Wengen am Samstag schwer gestürzt. Er hatte sich dabei die Schulter ausgekugelt und eine Schnittwunde in der Wade zugezogen. Er war per Hubschrauber nach Bern gebracht und dort operiert worden. Erste Bilder vom Unfall hatten aber noch wesentlich schlimmere Verletzungen befürchten lassen. Es sei wahrlich „kein gutes Gefühl“ gewesen, zu sehen, wie ihre große Liebe mit derart hoher Geschwindigkeit in den Fangzaun kracht, meinte Shiffrin. Sie war zu Kilde ans Krankenbett geeilt und hatte Fotos von ihrem Besuch in den sozialen Medien geteilt.

Die Sportlerin aus Colorado feierte in Flachau ihren insgesamt 94. Weltcup-Sieg und den vierten Erfolg im Slalom in dieser Saison. In der Gesamtwertung dieser Disziplin liegt sie knapp vor Olympiasiegerin Petra Vlhova aus der Slowakei, die in diesem Winter bislang drei Torläufe gewonnen hat. Bei Vlhovas Heimspiel ins Jasna geht das Duell kommenden Sonntag in die nächste Runde.

+++16. Januar+++

Dürr patzt in Flachau – Shiffrin siegt vor Vlhova

Skirennfahrerin Lena Dürr hat im Nachtslalom von Flachau einen Dämpfer kassiert. Die 32-Jährige belegte bei dem stimmungsvollen Event in Österreich am Dienstag nur Platz 15. Zuvor war sie in dieser Saison schon viermal auf das Podest gefahren.

Den Sieg sicherte sich einmal mehr US-Ausnahmeathletin Mikaela Shiffrin. Die 28-Jährige lag im Ziel 0,27 Sekunden vor ihrer schärfsten Rivalin Petra Vlhova aus der Slowakei. Dritte wurde die Schwedin Sara Hector (+1,11 Sekunden).

Für Shiffrin war es bereits der 94. Weltcup-Sieg ihrer Karriere. Sie wirkte wenige Tage nach dem heftigen Sturz ihres norwegischen Lebensgefährten Aleksander Aamodt Kilde in der Abfahrt von Wengen emotional ergriffen. Im Slalom-Weltcup liegt sie mit vier Saisonerfolgen knapp vor Vlhova. Die Olympiasiegerin hat diesen Winter bisher drei Torläufe gewonnen.

Dürr haderte derweil schon mit ihrem ersten Lauf, den sie auf dem siebten Rang abgeschlossen hatte. Sie sei mitunter „Kurven gefahren, wo keine waren“, sagte die Sportlerin vom SV Germering. Mit „Wut im Bauch“ wollte sie das Finale bestreiten, kündigte sie an. Doch sie begann recht defensiv - und fiel am Ende noch ganze acht Plätze zurück.

Dürrs Teamkolleginnen Emma Aicher (34.), Jessica Hilzinger (45.) und Andrea Filser (49.) verpassten den zweiten Durchgang.

+++14. Januar+++

Feller gewinnt Slalom in Wengen – Straßer fädelt ein

Manuel Feller hat auch den Weltcup-Slalom von Wengen gewonnen. Der Skirennfahrer aus Österreich war am Sonntag bei dem Klassiker nicht zu schlagen und verwies Atle Lie McGrath aus Norwegen (+0,10 Sekunden) sowie dessen Landsmann Henrik Kristoffersen (+0,21) auf die weiteren Plätze.

Feller gewann bereits seinen dritten Slalom in diesem Winter und baute die Führung in der Disziplinwertung aus. Der 31-Jährige hatte zum Saisonstart in Gurgl und vor einer Woche in Adelboden ebenfalls gejubelt.

Der einzige deutsche Athlet in den Punkterängen war Sebastian Holzmann auf Platz 14 (+1,73). Der 30 Jahre alte Sportler aus dem Allgäu machte im zweiten Durchgang sieben Ränge gut, vergab eine noch bessere Platzierung aber durch einen schwächeren Schlussabschnitt. „Im Finish habe ich es vergeigt“, sagte er im ZDF, gab sich ansonsten aber zufrieden.

Linus Straßer wollte im Berner Oberland um den Sieg mitfahren und war im ersten Lauf kurz vor der Ziellinie mit Bestzeit unterwegs. Dann aber fädelte der 31-Jährige ein und schied aus. „Das ist natürlich extrem bitter. Ich bin so gut drauf und fühle mich so gut“, haderte der Münchner.

Er kündigte an, am nächsten Sonntag beim Slalom-Klassiker in Kitzbühel wieder anzugreifen. Auch Anton Tremmel als dritter DSV-Athlet bei dem Torlauf in Wengen schied im ersten Durchgang aus.

Deutsche Skirennfahrerinnen verpassen die Punkteränge

Die deutschen Skirennfahrerinnen haben beim Super-G in Altenmarkt-Zauchensee eine der heftigsten Pleiten ihrer Weltcup-Historie kassiert. Keine der drei Starterinnen schaffte es am Sonntag beim Sieg der Schweizerin Lara Gut-Behrami in die Punkteränge. Emma Aicher wurde nur 39. mit 1,80 Sekunden Rückstand auf die Siegerin, einen Platz dahinter reihte sich Kira Weidle ein (+1,92). Katrin Hirtl-Stanggaßinger kam auf Position 45 (+2,67).

Noch weiter abgeschlagen landete das deutsche Super-G-Team – wenn mindestens eine Fahrerin in die Wertung kam – zuletzt Ende Januar 2009, als Viktoria Rebensburg in Cortina d'Ampezzo nur 47. wurde. Maria Höfl-Riesch schied damals aus.

Gut-Behrami siegte in dem österreichischen Skigebiet vor den Lokalmatadorinnen Cornelia Hütter (+0,25) und Mirjam Puchner (+0,26).

„Ich habe schon während des Fahrens gemerkt, vor allem im unteren Teil, dass das nicht so das Wahre ist“, räumte Weidle im ZDF ein. Die Sportlerin aus Starnberg war in der Abfahrt am Samstag beim Erfolg der Italienerin Sofia Goggia noch Fünfte geworden - und das nach einem heftigen Trainingssturz am Donnerstag und dem ersten Super-G am Freitag.

Jetzt freue sie sich auf etwas Erholung. „Es ist gut nach einem sehr, sehr anstrengenden Wochenende für mich, auch für den Kopf, dass ich mich ein bisschen ausruhen kann“, kündigte Weidle an. Die nächsten Speed-Rennen stehen für die 27-Jährige erst in der übernächsten Woche in Cortina an.

Nach Wengen-Stürzen: Renndirektor kündigt Kalenderüberlegungen an

Nach den vielen Stürzen beim langen Speed-Wochenende von Wengen hat Renndirektor Markus Waldner Konsequenzen angekündigt. Der Südtiroler sagte in der Schweiz, dass unter seiner Leitung künftig sorgfältiger abgewogen werde, wie viele Skirennen pro Weltcup-Station angesetzt werden. „Es ist nicht gut, bei einem bereits überladenen Kalender mit Gewalt etwas reinzupressen“, meinte Waldner nach Angaben der Schweizer Nachrichtenagentur SDA vom Sonntag.

Im Berner Oberland war die Anfang Dezember in Beaver Creek (USA) abgesagte Abfahrt am Donnerstag zusätzlich ins Programm genommen worden. Am Freitag folgte dann der Super-G und am Samstag die lange Lauberhorn-Abfahrt. Just bei jener stürzte der langjährige Abfahrts-Dominator Aleksander Aamodt Kilde und verletzte sich am Unterschenkel. Auch andere Sportler kamen körperlich erschöpft zu Fall. „Man hat gesehen, dass viele Fahrer durch das volle Programm physisch überfordert waren“, resümierte Waldner.

Eine erste Konsequenz hat Waldners Ansage bereits: Planungen, den in Beaver Creek ausgefallenen Super-G Mitte Februar in Kvitfjell nachzuholen, wurden laut SDA verworfen. In Norwegen stehen - wie auch in Wengen - schon eine Abfahrt und ein Super-G auf dem Programm.

Skirennfahrer Aleksander Aamodt Kilde ist bei seinem schweren Sturz in Wengen offenbar glimpflicher davongekommen als zunächst befürchtet. Der Norweger zog sich am Samstag bei dem Unfall kurz vor dem Ziel eine Schnittwunde in der Wade zu und kugelte sich die Schulter aus, wie der norwegische Verband am Sonntagmorgen bekannt gab. Der 31-Jährige wurde bereits am Vorabend im Krankenhaus von Bern operiert, wohin ihn die Helfer per Helikopter geflogen hatten.

„Er hat keine Brüche, aber ist verletzt“, sagte Teamarzt Marc Jacob Strauss. Weitere Details sollen im Laufe des Tages bekannt gegeben werden. Kilde selbst postete am Morgen ein Foto vom Krankenbett und schrieb: „Dieser Sport kann brutal sein, aber ich liebe ihn dennoch.“ Auf dem Bild ist auch seine Freundin Mikaela Shiffrin zu sehen; die beste Skirennfahrerin der Welt bestritt am Wochenende keine Rennen und eilte zu Kilde nach Bern.

Der Unfall hatte für Entsetzen gesorgt, traf es doch just Kilde als Abfahrts-Dominator der vergangenen Jahre. Gerade bei ihm war nicht erwartet worden, dass er auf der schwierigen und kräfteraubenden Lauberhorn-Abfahrt in Wengen Probleme bekommt.

Der deutsche Cheftrainer Christian Schwaiger hadert mit dem Rennkalender in diesem Jahr, der den Athleten extrem viele Wettkämpfe und Fahrten in kurzer Zeit abverlangt. „Das Programm, das wir derzeit fahren, ist Wahnsinn“, sagte er im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. In Wengen standen dieses Mal zwei Abfahrten und ein Super-G an. In wenigen Tagen geht es auf die gefürchtete Streif nach Kitzbühel.

Beim Super-G am Freitag stürzte bereits der ehemalige Gesamtweltcupsieger Alexis Pinturault aus Frankreich und erlitt eine schwere Knieverletzung, die seine Saison beendet. „Wenn wir die Wochenenden so mit Rennen überfrachten, fordern wir heraus, dass noch richtig schlimme Dinge passieren“, warnte Schwaiger.

Er habe zwar größten Respekt vor der Leistung der beiden Schnellsten am Samstag, Sieger Marco Odermatt aus der Schweiz und dem zweitplatzierten Cyprien Sarrazin aus Frankreich. „Aber der Sport hat heute verloren.“

Kurz vor Kitzbühel: Neue Sorgen um Ski-Hoffnung Dreßen

Skirennfahrer Thomas Dreßen hat wenige Tage vor dem Saisonhöhepunkt in Kitzbühel wieder mit körperlichen Problemen zu kämpfen. Den vollen Rennkalender sieht der deutsche Top-Abfahrer zudem kritisch. Es gehe ihm „beschissen“, sagte Dreßen nach der berühmten Lauberhorn-Abfahrt in Wengen, bei der er am Samstag nur Platz 42 belegt hatte. „Es ist halt bitter, wenn der Körper einfach nicht mehr so mitspielt“, erklärte der 30-Jährige dem BR und kämpfte mit den Tränen. Er probiere alles. Aber: „Es tut einfach weh.“

Dreßen hatte schon im oberen Abschnitt der längsten Weltcup-Abfahrtsstrecke viel Zeit verloren und daraufhin das Tempo rausgenommen. Im Ziel lag er mehr als elf Sekunden hinter dem Schweizer Sieger Marco Odermatt. „Wenn du in eine Kurve reinfährst und mehr oder weniger deinen Haxen nicht spürst, ist es halt scheiße“, sagte Dreßen. Er habe während der Fahrt gemerkt, dass sein Knie nachgibt. Hinter dem fünffachen Weltcupsieger, der 2018 auf der legendären Streif in Kitzbühel gewonnen hat, liegen Jahre voller gesundheitlicher Rückschläge - inklusive mehrerer Operationen an Knie und Hüfte.

Am kommenden Wochenende stehen die legendären Hahnenkamm-Rennen an. Genau wie in Wengen sind auch in Kitzbühel zwei Abfahrten vorgesehen. „Ich glaube, dass man sich generell mal überlegen muss, was überhaupt noch zielführend ist“, sagte Dreßen über den prall gefüllten Weltcup-Kalender und die enorme Belastung für die Athleten. Er habe in den ersten Jahren seiner Karriere „nicht unbedingt das Gefühl gehabt, dass wir zu wenig Rennen haben. Das Gegenteil ist der Fall.“ Klassiker würden durch die Doppelveranstaltungen seiner Meinung nach zudem entwertet.

+++13. Januar+++

Nächster Sturz in Wengen – Kilde muss mit Hubschrauber abtransportiert werden

Der norwegische Skistar Aleksander Aamodt Kilde hat sich bei einem kapitalen Sturz bei der Weltcup-Abfahrt in Wengen offenbar schwerer verletzt. Der 31-Jährige kam im Ziel-S der längsten Abfahrt im Skizirkus zu Fall und schlug mit voller Wucht in den Fangzaun ein. Dabei verbog sich sein rechter Ski stark, Kilde wurde anschließend für längere Zeit am rechten Bein behandelt.

Laut ORF soll sich Kilde einen Unterschenkelbruch zugezogen haben. TV-Bilder zeigten, wie sein Bein abgebunden wurde. Der norwegische Verband gab zunächst keine Diagnose bekannt und bat um Geduld.

Der Freund von Superstar Mikaela Shiffrin lag minutenlang im Schnee und musste schließlich mit dem Hubschrauber ausgeflogen werden. Das Rennen war für rund eine halbe Stunde unterbrochen.

Kilde war zuletzt krank und daher angeschlagenen ins Rennwochenende gegangen. Dennoch hatte er bei der verkürzten Abfahrt am Donnerstag und im Super-G am Freitag jeweils den dritten Platz belegt.

Beim zweiten Rennen am Lauberhorn war bereits Kombinations-Weltmeister Alexis Pinturault schwer gestürzt. Der Franzose zog sich einen Riss des vorderen Kreuzbandes im linken Knie zu, seine Saison ist beendet.

Odermatt gewinnt Klassiker von Wengen

Der Schweizer Ski-Held Marco Odermatt hat seinen wohl größten Erfolg im Weltcup gefeiert. Nach seinem Sieg auf der verkürzten Strecke in Wengen am Donnerstag gewann der 26-Jährige nun auch den von einem schweren Sturz seines Rivalen Aleksander Aamodt Kilde überschatteten Klassiker auf der kompletten, längsten Abfahrtsstrecke im Skizirkus.

Die deutschen Abfahrer erlebten in einem schwierigen, von Unterbrechungen geprägten Rennen das nächste Debakel. Von den Top-Athleten kam am Lauberhorn keiner unter die besten 20.

Der Franzose Cyprien Sarrazin, der am Vortag den Super-G vor Odermatt gewonnen hatte, wurde wie am Donnerstag Zweiter (+0,59 Sekunden). Rang drei belegte der Südtiroler Dominik Paris (+1,92).

Der gesundheitlich angeschlagene Norweger Kilde stürzte im Ziel-S und verletzte sich beim Aufprall im Fangzaun wohl am rechten Bein. Laut ORF soll er sich den Unterschenkel gebrochen haben.

Weltmeister Odermatt sicherte sich seinen 31. Weltcup-Sieg mit einer traumhaften Linie an Minsch-Kante und Canadian Corner, wo Sarrazin patzte. Im Ziel nahm er die Glückwünsche der Schweizer Bundespräsidentin Viola Amherd entgegen.

Kildes Sturz brachte einige Athleten aus der Fassung. „Es war die Hölle heute“, sagte Romed Baumann im ZDF. „Die Pause hat mich ziemlich aus dem Konzept gebracht, ich habe einen Hungerast gekriegt.“ Im unteren Abschnitt sei es ihm „fast schwarz vor den Augen“ geworden, „es war richtig schlimm zu fahren“.

Ähnlich erging es Thomas Dreßen, der nach dem Kernen-S regelrecht aufgab und mit fast zwölf Sekunden Rückstand ins Ziel kam. Andreas Sander wurde wegen eines Sturzes des WM-Dritten Cameron Alexander (Kanada) abgewunken und musste gleich zweimal starten.

Kira Weidle verpasst knapp das Podest

Skirennläuferin Kira Weidle hat allen Widrigkeiten getrotzt und zwei Tage nach ihrem kapitalen Trainingssturz ihre beste Abfahrt seit einem Jahr gezeigt. Die 27-Jährige raste in Altenmark-Zauchensee/Österreich auf den guten fünften Platz, zum „Stockerl“ fehlten ihr nur 0,12 Sekunden. Emma Aicher stürzte beim 24. Sieg der Speed Queen Sofia Goggia, blieb aber allem Anschein nach unverletzt.

Weidle lag nach einer beherzten Fahrt mit brummendem Schädel bei ihrem Lieblingsrennen 0,46 Sekunden hinter Goggia zurück, die als erste Italienerin am Kälberloch gewann. Die Österreicherinnen Stephanie Venier (+0,10 Sekunden) und Mirjam Puchner sowie Nicol Delago (Italien/beide +0,34) komplettierten das Podium.

„Mir ist ein ganz schöner Stein vom Herzen gefallen, als ich unten im Ziel war“, sagte Weidle gelöst. So weit vorne war sie seit Rang drei im Januar 2023 in Cortina d'Ampezzo nicht mehr - und das nach dem heftigen Abflug am Donnerstag, bei der einzigen möglichen Übungsfahrt auf überaus anspruchsvoller Piste. Mental, betonte sie, „war es eine der schwersten Abfahrten für mich“.

Das erkannte auch die Konkurrenz an, die ihr vielfach gratulierte. „Die wissen auch, dass das zäh war für mich“, sagte Weidle. „Ich bin ein Stück weit stolz auf mich, wie ich das gemeistert habe. Mit der Vorgeschichte kann ich wirklich sehr, sehr zufrieden sein.“

Im Ziel zeigte sie erleichtert die rechte Faust und ein zaghaftes Nicken. Weidle ließ unter anderem die Weltmeisterin Jasmine Flury oder Topfahrerinnen wie Lara Gut-Behrami hinter sich, Olympiasiegerin Corinne Suter (alle Schweiz) schied aus.

+++12. Januar+++

Deutsche in Wengen weit zurück – Pinturault stürzt schwer

Party-Crasher Cyprien Sarrazin hat im schweizerischen Wengen die „Marco-Odermatt-Festspiele“ gestört. Beim Super-G am Lauberhorn verwies der formstarke Franzose mit einem wahren Traumlauf den Lokalmatadoren auf Rang zwei. Sarrazin, dessen zweiter Weltcup-Sieg vom schweren Sturz seines Teamkollegen Alexis Pinturault überschattet wurde, lag im Ziel gewaltige 0,58 Sekunden vor Seriensieger Odermatt, der am Vortag die erste von zwei Abfahrten vor Sarrazin gewonnen hatte.

Während Aleksander Aamodt Kilde aus Norwegen erneut Rang drei belegte (+1,00 Sekunden), erhielten die deutschen Starter den nächsten schweren Dämpfer. Andreas Sander hatte 3,04 Sekunden Rückstand auf den überlegenen Tagessieger, Simon Jocher 3,18, und Romed Baumann, vor knapp drei Jahren noch der WM-Zweite in der zweitschnellsten alpinen Disziplin, sogar 3,82 Sekunden. Thomas Dreßen war nicht am Start, um sich für die zweite Abfahrt am Samstag zu schonen.

„Es war ein sehr guter Lauf. Ich hab Gas gegeben, so wie ich es mag“, sagte Sarrazin, der kurz vor dem Jahreswechsel bei der Abfahrt im italienischen Bormio seinen ersten Sieg im Weltcup gefeiert hatte. Getrübt wurde sein Glück durch das Malheur von Kombinations-Weltmeister Pinturault, der am Silberhornsprung die Kontrolle verlor, heftig auf die Piste prallte und mit dem Hubschrauber ausgeflogen werden musste. „Er hat einen Riss des vorderen Kreuzbandes im linken Knie erlitten. Seine Saison ist beendet“, teilte der französische Skiverband (FFS) wenige Stunden später mit.

„Es ist schwer sich zu freuen“, sagte Sarrazin. Nach Pinturaults Sturz war das Rennen fast eine halbe Stunde lang unterbrochen, dem zuvor gestarteten Sarrazin kamen nach der Wiederbeginn weder Odermatt noch Kilde nahe - und schon gar nicht die Deutschen, die es schon am Donnerstag bei der ersten Abfahrt nicht unter die ersten 15 geschafft hatten. Sarrazin ist neben Odermatt, Kilde und Vincent Kriechmayr aus Österreich erst der Vierte, der in den vergangenen drei Jahren einen Super-G gewann.

DSV-Fahrerinnen verpassen in Zauchensee die Top Ten

Österreichs Skirennfahrerinnen haben beim Super-G in Altenmarkt-Zauchensee einen Heimsieg gefeiert. Cornelia Hütter gewann am Freitag vor Kajsa Vickhoff Lie aus Norwegen (+0,09 Sekunden) und der Schweizerin Lara Gut-Behrami (+0,21). Die 31-Jährige bescherte der Skination den ersten Frauen-Sieg in diesem Weltcup-Winter. „Das war heute ein richtig cooles Skifahren“, sagte Hütter im ZDF.

Die deutschen Starterinnen verpassten die vorderen Ränge. Von einem Trainingsunfall am Donnerstag kam Kira Weidle auf Platz 14 mit 1,30 Sekunden Rückstand auf Hütter. „Nach meinem Trainingssturz gestern war ich froh, dass ich am Start stehen konnte“, berichtete sie. Der Sturz, bei dem sie heftig in den Fangzaun geschlittert war, habe sie mental im Rennen zwar nicht belastet. „So ein bisschen merkt man am Kopf, wie der Nacken steif ist, aber mit Adrenalin geht das immer ganz gut“, sagte sie.

Weidle, die in diesem Winter bislang noch unter ihren Möglichkeiten blieb, will nun mit Selbstvertrauen bei der Abfahrt am Samstag (10.45 Uhr) an den Start gehen.

Teamkollegin Emma Aicher musste indes einen erneuten Rückschlag verkraften. Die 20-Jährige schied nach einer starken Fahrt auf dem Weg zu einem Top-10-Platz kurz vor dem Ziel aus - dies war schon der achte Ausfall in diesem Winter für Aicher. Katrin Hirtl-Stangaßinger kam auf Platz 40 (+2,40) und verpasste Weltcup-Punkte.

+++11. Januar+++

Heimsieg für Odermatt in Wengen

Lokalmatador Marco Odermatt hat der Schweiz bei der nächsten Enttäuschung für die deutschen Abfahrer den ersehnten Heimsieg geliefert. Der 26 Jahre alte Ausnahmekönner raste am Lauberhorn in Wengen zu seinem ersten Weltcup-Triumph in der Königsdisziplin und seinem 30. insgesamt (18-mal Riesenslalom, elfmal Super-G).

Dass die längste Abfahrtsstrecke im Skizirkus mit Blick auf den eigentlichen Klassiker am Samstag um 1,5 auf „nur“ noch knapp drei Kilometer verkürzt wurde, konnte der amtierende Abfahrtsweltmeister Odermatt leicht verschmerzen. Der Riesenslalom-Olympiasieger setzte sich klar vor dem französischen Shootingstar Cyprien Sarrazin (+0,58 Sekunden) und dem gesundheitlich etwas angeschlagenen Norweger Aleksander Aamodt Kilde (+0,81) durch.

„Odi“ stieß im Ziel mehrere Urschreie in die kalte Luft im Berner Oberland, Tausende Fans bejubelten ihren Helden mit Sprechchören und wehenden Fahnen. Bei den Deutschen gab es dagegen erneut hängende Köpfe und Schultern. Romed Baumann (2,02) und Andreas Sander (2,07) waren nach 32 Startern auf den Rängen 16 und 19 noch die besten. Simon Jocher (2,38), Thomas Dreßen (2,45) und Josef Ferstl (2,94) lagen deutlicher zurück.

Am Freitag wird in Wengen ein Super-G gefahren, ehe am Samstag die „richtige“ Abfahrt auf kompletter Strecke ansteht. Ein Slalom am Sonntag beschließt das Rennwochenende.

+++7. Januar+++

Dürr wieder Zweite - nur Vlhova schneller

Beim wilden Rodeo auf einer ramponierten Piste kämpfte sich Dürr mit 0,72 Sekunden Rückstand den zweiten Rang hinter der souveränen Olympiasiegerin Petra Vlhova aus der Slowakei. Für Dürr war es im sechsten Slalom des Winters bereits die vierte Podestplatzierung.

Rang drei belegte die Amerikanerin AJ Hurt (+0,87 Sekunden), die bei leichtem Schneefall und schwierigsten Pistenbedingungen mit einem fantastischen Finallauf noch von Rang 16 aufs Podest fuhr. Emma Aicher schied als 14. des ersten Durchgangs aus, Jessica Hilzinger belegte Rang 20 (+2,90).

Bereits im ersten Lauf ausgeschieden war überraschend Mikaela Shiffrin. Die Amerikanerin, am Vortag im Riesenslalom nur Neunte, fädelte an einem Tor ein. Es ist ihr erster Ausfall in einem Slalom seit zwei Jahren, damals passierte ihr das Missgeschick ebenfalls in Kranjska Gora. Zuvor hatte sie in ihrer Spezialdisziplin im Januar 2020 in Zagreb das Ziel nicht erreicht.

Podest-Serie gerissen: Straßer Slalom-Vierter

Die Serie von Podiumsplätzen für Linus Straßer beim Slalom-Weltcup im schweizerischen Adelboden ist gerissen. Nach einem zweiten und zwei dritten Rängen in den vergangenen Jahren belegte der 31 Jahre alte Münchner am Sonntag den vierten Platz. Nach zwei Läufen hatte Straßer 0,30 Sekunden Rückstand auf Sieger Manuel Feller aus Österreich, feierte aber sein bestes Slalom-Ergebnis der laufenden Saison. Zweiter wurde Atle Lie McGrath aus Norwegen vor dem Österreicher Dominik Raschner.

„Mit den Emotionen jetzt, das tut schon ein bisschen weh. Schon enttäuscht, muss ich sagen“, sagte Straßer in der ARD. Bereits nach dem ersten Lauf hatte er auf Rang vier gelegen und wollte anschließend einen Podestplatz angreifen. 0,07 Sekunden fehlten schließlich zu Rang drei.

„Ich wollte unbedingt aufs Podium. Drei Zehntel sind nicht viel. Letztendlich hätte ich besser skifahren können in beiden Läufen“, bekannte der Slalom-Spezialist und fügte an: „Am Schluss ist es auch ein gutes Zeichen, wenn man über den Vierten enttäuscht ist.“ In den bisherigen zwei alpinen Slalom-Weltcups dieses Winters hatte Straßer jeweils neunte Plätze belegt.

Sebastian Holzmann aus Oberstdorf fiel im zweiten Lauf um eine Position zurück und belegte den 13. Platz. „Ich bin trotzdem happy. Es ist das erste Mal, dass ich hier Punkte gemacht habe“, sagte der 30-Jährige. Anton Tremmel (Rottach-Egern) und Fabian Himmelsbach (Sonthofen) waren im ersten Durchgang ausgeschieden.

Am Vortag hatte der Schweizer Ausnahmefahrer Marco Odermatt seine beeindruckende Siegesserie in Adelboden fortgesetzt. Nach seinen Erfolgen 2022 und 2023 gewann der Olympiasieger und Weltmeister auch den Riesenslalom auf einem der anspruchsvollsten Hänge des alpinen Weltcups und schaffte somit den Heim-Hattrick. Im vierten Riesentorlauf der Saison feierte der 26-Jährige seinen vierten Sieg vor dem Norweger Aleksander Aamodt Kilde und Filip Zubcic aus Kroatien. Der Allgäuer Parallel-Weltmeister Alexander Schmid belegte Platz zehn.

+++6. Januar+++

Odermatt dominiert in Adelboden - Schmid guter Zehnter

Auf der wegen Nebels verkürzten Strecke auf dem Chuenisbärgli dominierte der 26 Jahre alte Lokalmatador die Konkurrenz scheinbar nach Belieben. Der Olympiasieger und Doppel-Weltmeister gewann mit einem Vorsprung von 1,26 Sekunden vor dem überraschend starken Norweger Aleksander Aamodt Kilde. Dritter wurde Filip Zubcic aus Kroatien (+1,77 Sekunden).

Parallel-Weltmeister Alexander Schmid verbesserte sich bei anhaltendem leichtem Schneefall und Nebel mit einem guten zweiten Lauf noch vom 17. auf einen guten zehnten Platz (+2,28). „Die Sicht ist doch eine Herausforderung, ich musste ab und zu ein bisschen suchen“, sagte der Allgäuer nach dem ersten Lauf in der ARD. Im Finale kam er etwas besser zurecht, betonte aber, dass er bei diesen Bedingungen noch „Probleme habe“ und ihm „das Selbstverständnis fehlt“.

Neben Schmid hatten es zwei weitere Deutsche ins Finale geschafft. Fabian Gratz holte dabei als 26. zum sechsten Mal Weltcuppunkte, Jonas Stockinger in seinem vierten Rennen im Weltcup als 28. zum ersten Mal. Stefan Luitz verpasste bei seinem Comeback nach einem Knöchelbruch den Einzug in den zweiten Lauf der besten 30 hauchdünn: Mit der Startnummer 70 fehlten ihm auf Rang 31 nur 0,04 Sekunden.

Grenier gewinnt - starke Leistung von Aicher

Die Kanadierin Valerie Grenier hat überraschend den Riesenslalom im slowenischen Kranjska Gora gewonnen. Die 27-Jährige wiederholte damit ihren bislang einzigen Sieg im Weltcup vom Vorjahr. Grenier verbesserte sich bei anhaltendem Regen und sehr schwierigen Pistenbedingungen mit Bestzeit im Finale noch vom vierten Platz und lag am Ende 0,39 Sekunden vor der Schweizer Super-G-Olympiasiegerin Lara Gut-Behrami.

Eine starke Leistung zeigte Emma Aicher. Die 20 Jahre alte Allrounderin kämpfte sich mit der hohen Startnummer 53 erst souverän ins Finale und verbesserte sich mit der viertbesten Laufzeit noch vom 24. auf den 15. Platz. Sie erreichte damit ihr bestes Resultat in der deutschen Problemdisziplin nach einem 16. Platz Anfang Dezember im kanadischen Mont-Tremblant.

Rang drei belegte Kombinations-Weltmeisterin Federica Brignone (+0,51 Sekunden) vor Slalom-Olympiasiegerin Petra Vlhova (+0,61), die nach dem ersten Lauf noch in Führung gelegen hatte. Überhaupt nicht zurecht mit den Bedingungen kam Mikaela Shiffrin. Die Weltcup-Dominatorin aus den USA, die das alte Jahr mit zwei Siegen im österreichischen Lienz beendet hatte, erreichte nur Rang neun.

Am Samstag findet in Kranjska Gora ein Slalom statt.

+++29. Dezember+++

Dürr glänzt als Zweite beim 93. Sieg von Shiffrin

Lena Dürr hat den deutschen Ski-Rennläufern mit einer großartigen Leistung einen versöhnlichen Jahresabschluss beschert. Beim Slalom im österreichischen Lienz belegte die 32 Jahre alte Münchnerin dank eines furiosen Finaldurchgangs den zweiten Rang. Es war die zweite Podestplatzierung für die WM-Dritte in diesem Winter.

Schneller als Dürr war nur Superstar Mikaela Shiffrin. Die Amerikanerin feierte auf dem Schlossberg einen Tag nach ihrem Erfolg im Riesenslalom ihren 93. Weltcupsieg. Im Ziel hatte sie auf Dürr einen gewaltigen Vorsprung von 2,34 Sekunden.

Die anderen deutschen Starterinnen hatten allesamt den zweiten Durchgang verfehlt. Emma Aicher fädelte im ersten Lauf bereits am ersten Tor ein, auch Andrea Filser und Luisa Mangold kamen nicht ins Ziel. Jessica Hilzinger war als 38. zu langsam für das Finale.

Odermatt in einer eigenen Liga, Deutsche abgeschlagen

Mit einer Fahrt wie von einem anderen Stern hat der Schweizer Mario Odermatt den Super-G beim Weltcup im italienischen Bormio gewonnen. Auf der eisigen und ruppigen Stelvio raste der Doppel-Weltmeister traumwandlerisch sicher zu seinem vierten Sieg in diesem Winter und seinem 27. insgesamt. Auf den zweitplatzierten Österreicher Raphael Haaser hatte Odermatt gewaltige 0,98 Sekunden Vorsprung, auf Aleksander Aamodt Kilde aus Norwegen auf Rang drei sogar 1,31 Sekunden.

„Er lässt es so einfach aussehen, und man sieht trotzdem, dass er am Limit ist. Da kann man nur den Hut ziehen“, sagte Andreas Sander, der seinerseits einen rabenschwarzen Tag erwischte: Mit 3,68 Sekunden Rückstand auf Odermatt kam er als 35. nicht mal in die Punkteränge. „Ich habe mich von oben bis unten nicht wohl gefühlt. Es passt grad nicht zusammen“, sagte der WM-Zweite in der Abfahrt von 2021 in der ARD. Noch langsamer war Romed Baumann (40./+4,23 Sekunden), 2021 WM-Zweiter im Super-G. Josef Ferstl schied aus.

Der beste der vier gestarteten Deutschen war am Ende Simon Jocher. Er fuhr mit der hohen Nummer 43 immerhin noch auf Rang 21 (+2,63). „Es war okay, aber noch immer noch nicht so gut wie im Training“, sagte Jocher.

+++28. Dezember+++

Skifahrer Sarrazin feiert Überraschungssieg - Mehrere Ausfälle

Der französische Skirennfahrer Cyprien Sarrazin hat in Bormio für einen Überraschungssieg gesorgt. Der 29-Jährige gewann auf der berüchtigten Stelvio am Donnerstag mit gerade einmal neun Hundertstelsekunden Vorsprung vor dem Schweizer Gesamtweltcupsieger Marco Odermatt. Dritter wurde der Kanadier Cameron Alexander (+1,23 Sekunden). Bester Deutscher bei dem traditionsreichen Weltcup in Italien war der Ennepetaler Andreas Sander auf Platz 19 (+2,91 Sekunden).

Auf einer der anspruchsvollsten Pisten im gesamten Rennkalender gab es mehrere prominente Ausfälle. Sanders Teamkollege Romed Baumann schied bereits am ersten Tor aus, auch der norwegische Top-Abfahrer Aleksander Aamodt Kilde kam nicht ins Ziel. Nach einem Sturz des Österreichers Marco Schwarz wurde das Rennen für mehrere Minuten unterbrochen. Der 28-Jährige wurde mit dem Hubschrauber abtransportiert. Die beiden weiteren deutschen Starter, Simon Jocher und Josef Ferstl, belegten die Plätze 21 und 39. Thomas Dreßen fehlte infolge einer Virus-Infektion.

„Ich bin immer noch nicht topfit“, sagte Sander, der in Gröden vor rund zwei Wochen im Training heftig gestürzt war. Es sei mehr für ihn drin gewesen, erklärte der WM-Zweite von 2021. Insgesamt sei er aber „gar nicht so unzufrieden“. Er hätte sich viel vorgenommen, kommentierte Baumann sein frühes Aus. Schon beim ersten Schwung sei er aber auf den Innenski gekommen und habe daher keine Chance mehr gehabt, auf dem Kurs zu bleiben.

Sarrazin fuhr bei seinem ersten Abfahrts-Triumph überhaupt derweil „wie von einem anderen Stern“, analysierte Experte Felix Neureuther in der ARD. Es sei ein „großer Moment“ für ihn, sagte der sichtlich ergriffene Franzose selbst.

+++22. Dezember+++

Linus Straßer landet beim Nachtslalom auf Platz neun

Skirennläufer Linus Straßer hat auch beim engen und stimmungsvollen Nachtslalom in Madonna di Campiglio eine Top-Ten-Platzierung erreicht. Der WM-Neunte aus München fuhr auf der eisigen Miramonti-Piste vor der kurzen Weltcup-Weihnachtspause wie schon in Gurgl/Österreich auf Rang neun.

Nach einem schwächeren ersten und einem guten zweiten Lauf fehlten Straßer am Ende 0,64 Sekunden auf Sieger Marco Schwarz (Österreich), der damit vom Schweizer Marco Odermatt den ersten Platz im Gesamtweltcup eroberte. Odermatt tritt im Slalom nicht an. „Es wäre durchaus möglich gewesen, aufs Podium zu fahren“, sagte Straßer, „aber der Hang hier ist gnadenlos.“

Zwei Tage vor Heiligabend wurde der Franzose mit dem passenden Namen Clement Noel (+0,25) Zweiter vor dem Briten Dave Ryding (+0,39), der von Rang 15 noch aufs Podium raste. Nur eine Viertelsekunde weniger hätte Straßer also zum dritten Rang gereicht - ein Podiumsplatz sei „nur eine Frage der Zeit“, sagte er im BR.

Der WM-Fünfte Sebastian Holzmann (Oberstdorf) fiel nach einem schwachen zweiten Durchgang vom 18. auf den 27. Platz zurück. „Da waren einige Unsicherheiten dabei. Ich bin überhaupt nicht zufrieden. Das war unsauber und schlampig“, schimpfte er. Anton Tremmel (Rottach-Egern/+1,58) wurde 21., Fabian Himmelsbach (Sonthofen) schied im ersten Durchgang aus.

Die nächsten Weltcup-Rennen sind am 28. und 29. Dezember Abfahrt und Super-G auf der „Stelvio“ in Bormio.

+++21. Dezember+++

Debakel für Dürr und Co. beim Skirennen in Courchevel

Die deutschen Slalom-Fahrerinnen um die zuletzt so starke Lena Dürr haben beim Nachtrennen von Courchevel einen rabenschwarzen Abend erlebt. Während die Slowakin Petra Vlhova in Frankreich im letzten Rennen vor der Weihnachtspause zu ihrem zweiten Saisonsieg raste, erreichte keine der vier DSV-Starterinnen den zweiten Durchgang - für die WM-Dritte Dürr war der Abend bereits nach rund 30 Sekunden beendet.

Die deutsche Topfahrerin vom SV Germering fädelte im ersten Lauf im Mittelteil der Eclipse-Piste ein, damit riss Dürrs Serie von Top-Ergebnissen in diesem Winter. In den ersten drei Weltcup-Slaloms der Saison hatte die 32-Jährige die Plätze zwei, drei und vier belegt.

Peking-Olympiasiegerin Vlhova gewann das Duell der beiden weltbesten Slalom-Läuferinnen gegen Sotschi-Olympiasiegerin Mikaela Shiffrin und lag letztlich 24 Hundertstel vor der Weltcup-Rekordgewinnerin (92 Siege) aus den USA, die nach dem ersten Durchgang noch geführt hatte. Beide haben nun zwei Saisonsiege im Slalom auf dem Konto. Dritte wurde Katharina Truppe aus Österreich - allerdings mit dem Riesen-Rückstand von 2,06 Sekunden auf Vlhova.

Auch für die weiteren deutschen Starterinnen neben Dürr war im oder nach dem Durchgang Endstation. Emma Aicher fädelte nach guter Zwischenzeit ebenfalls ein, Andrea Filser scheiterte am ersten Tor, Jessica Hilzinger war als 33. 13 Hundertstel zu langsam für das Finale der besten 30.

Topfavorit Marco Odermatt hat auch den zweiten Weltcup-Riesenslalom in Alta Badia gewonnen. 24 Stunden nach seinem ersten Erfolg in den Dolomiten war der Schweizer Skirennfahrer auch am Montag eine Klasse für sich. Er distanzierte den zweitplatzierten Marco Schwarz aus Österreich um 1,05 Sekunden. Dritter wurde Zan Kranjec aus Slowenien (+1,22). Alexander Schmid, der es als einziger Deutscher in den zweiten Durchgang geschafft hatte, landete auf dem für ihn zufriedenstellenden zwölften Rang (+3,56).

Odermatt unterstrich indes auf eindrucksvolle Weise seine derzeitige Vormachtstellung im Riesenslalom-Weltcup: Der Weltmeister feierte den sechsten Erfolg in Serie in dieser Disziplin, in allen seiner 20 jüngsten Starts raste er auf das Podest - gleich 15 Mal war er dabei nicht zu schlagen. In der Weltcup-Gesamtwertung baute der Eidgenosse den Vorsprung vor Schwarz auf 92 Punkte aus.

Schmid ist von der Spitze indes noch weit entfernt - nach seinem Kreuzbandriss Anfang des Jahres ist es für den Allgäuer aber ohnehin eher eine Saison des Wiederaufbaus. „Es war echt ganz cool und ein guter Schritt nach vorne“, resümierte der Parallel-Weltmeister im BR Fernsehen. Die Top Ten seien sein Ziel in diesem Winter. „Es geht auf jeden Fall in die richtige Richtung. Es fehlt noch die Selbstverständlichkeit und die Überzeugung vielleicht auch.“ Dies will sich der 29-Jährige von Rennen zu Rennen holen - Schmids nächster Wettkampf ist Anfang Januar der Riesenslalom-Klassiker in Adelboden.

+++17. Dezember+++

DSV-Duo landet bei Brignone-Sieg in Top-Ten

Skirennfahrerin Federica Brignone hat den Super-G von Val d'Isère gewonnen. Die Italienerin setzte sich in einem von vielen Ausfällen geprägten Rennen vor Kajsa Vickhoff Lie aus Norwegen (+0,44 Sekunden) und ihrer Teamkollegin Sofia Goggia (+0,59) durch. Die Deutschen Kira Weidle (9./+1,86) und Emma Aicher (10./+1,91) schafften es am Sonntag in die Top Ten - wobei vor allem Aicher wegen eines sehr groben Fehlers eine bessere Platzierung verpasste.

Brignone feierte den 24. Weltcup-Sieg ihrer Karriere und den dritten in diesem Winter. Einige Podiums-Anwärterinnen wie Mikaela Shiffrin (USA), Lara Gut-Behrami (Schweiz), Marta Bassino (Italien) oder die Olympiasiegerin von 2018, Ester Ledecka (Tschechien), schieden bei dem außergewöhnlich schwierigen Super-G in Frankreich jeweils nach Fahrfehlern aus. Auch Katrin Hirtl-Stanggaßinger als dritte deutsche Starterin kam nicht ins Ziel. Insgesamt hielten sich nur 32 von 58 Starterinnen im Kurs.

Die erst 20 Jahre alte Aicher kam im oberen Teil der Strecke fast zu Fall und konnte sich nur mit Mühe im Rennen halten. „Da habe ich mir gedacht, jetzt kannst du es laufen lassen“, sagte Aicher im ZDF. Tatsächlich zeigte sie im Anschluss dann ein beherztes Rennen und gehörte im unteren Teil zu den schnellsten Fahrerinnen. Ohne den großen Zeitverlust beim Fehler hätte Aicher Chancen auf einen Platz unter den besten Fünf gehabt.

Weidle indes haderte wie schon zuletzt mit ihrer Form. Sie habe nicht wie gewünscht Geschwindigkeit aufbauen können, „ich habe den Ski nicht so richtig unter mir gespürt“, schilderte sie. Woran das liegt, wisse sie derzeit nicht. „Ich glaube, Skifahren ist sehr, sehr viel Kopfsache. Das ist vielleicht gerade das, was nicht hundertprozentig passt.“ Sie spüre „ein bisschen viel Druck von innen, von außen, von allen Seiten“. In der Weihnachtspause will die Abfahrts-Vizeweltmeisterin von 2021 „nochmal alles neu sortieren“, um dann im neuen Kalenderjahr besser zu sein.

Weltmeister Schmid liegt im Riesenslalom weit zurück

Ski-Weltmeister Alexander Schmid hat beim ersten von zwei Weltcup-Riesenslaloms im italienischen Alta Badia nur noch geringe Chancen auf eine Spitzenplatzierung. Nach dem ersten Lauf liegt der Allgäuer, der erst sein zweites Rennen nach einem Kreuzbandriss bestreitet, auf Rang 18. Zu einer Platzierung unter den ersten Zehn fehlen ihm 0,75 Sekunden.

Als Führender geht der Schweizer Doppel-Weltmeister Marco Odermatt in das Finale auf der wie gewohnt äußerst herausfordernden Gran Risa. Der Kroate Filip Zubcic liegt 0,31 Sekunden zurück, der Österreicher Marco Schwarz als Dritter 0,36 Sekunden.

+++16. Dezember+++

Paris gewinnt in Gröden – Deutsche weit zurück

Der Südtiroler Dominik Paris hat bei der Weltcup-Abfahrt im Grödnertal in spektakulärer Manier einen umjubelten Heimsieg eingefahren. Der 34 Jahre alte Lokalmatador fuhr zu seinem 22. Sieg im Weltcup, seinem ersten auf der Saslong. Im Ziel in Wolkenstein lag Paris 0,44 Sekunden vor Aleksander Aamodt Kilde (Norwegen/+0,44 Sekunden), Rang drei belegte Bryce Bennetz (USA/+0,60), der am Donnerstag die erste Abfahrt gewonnen hatte.

Die deutschen Fahrer schafften es wie beim Super-G am Vortag nicht unter die ersten 15. Bester war noch der von seinem schweren Trainingssturz am Dienstag beeinträchtigte Andreas Sander als 18. (+1,61). Ihm folgten Josef Ferstl (24./+1,92) und Thomas Dreßen (25./+1,94).

Weidle auch nach drittem Saisonrennen enttäuscht

Kira Weidle schüttelte den Kopf, hob enttäuscht die Arme hoch und stieß ein verärgertes „Maaann“ hervor: Die beste deutsche Abfahrtsläuferin ist auch in ihrem dritten Saisonrennen weit hinter den eigenen Ansprüchen zurückgeblieben. Bei der Abfahrt im französischen Val d'Isere reichte es für die WM-Zweite von 2021 beim Sieg von Weltmeisterin Jasmine Flury aus der Schweiz nur zu Rang 13. Emma Aicher, vor einer Woche in St. Moritz hervorragende Sechste, belegte Rang 24.

„Ich bin gerade ein bisschen auf der Suche nach dem Gefühl im Rennen, ich spüre den Ski gerade nicht so unter mir“, klagte Weidle nach ihrer Fahrt im ZDF. Einen großen Fehler „hat es nicht gegeben“, aber „von oben bis unten“ habe ihr auf der Piste „O.K.“ die „Aktivität“ gefehlt: „Vielleicht will ich auch ein bisschen zu viel“, ergänzte sie, „vor allem nach letzter Woche in St. Moritz habe ich mir sehr viel vorgenommen.“

In St. Moritz hatte Weidle nach Rang 26 im ersten Super-G der Saison beim ersten Abfahrtsrennen immerhin Rang neun belegt, von der Weltspitze war sie dabei auch nicht so weit weg wie diesmal: Auf Flury, die im Februar überraschend WM-Gold gewonnen hatte, fehlten ihr 1,31 Sekunden, zum Podest waren es 1,06 Sekunden. Vor dieser Saison hatte Weidle betont, sie wolle in diesem Winter ihren ersten Sieg im Weltcup einfahren und in den Kampf um die Weltcupkugel eingreifen.

+++15. Dezember+++

Dreßen bester Deutscher im Super-G - Kriechmayr siegt knapp

Die deutschen Skirennfahrer haben die Spitzenplätze im Super-G von Gröden klar verpasst. Thomas Dreßen zeigte einen Tag nach seiner enttäuschenden Abfahrt aber zumindest eine Leistungssteigerung und belegte Rang 18. Simon Jocher fuhr auf Platz 20. Von ihren Teamkollegen schaffte es auf der Saslong nur noch Romed Baumann in die Top 30.

Den Sieg sicherte sich in einem spannenden Rennen der Österreicher Vincent Kriechmayr. Der frühere Weltmeister lag im Ziel gerade mal zwei Hundertstelsekunden vor seinem Landsmann Daniel Hemetsberger und drei Hundertstelsekunden vor dem drittplatzierten Schweizer Marco Odermatt. Der Norweger Aleksander Aamodt Kilde, einer der besten Speedfahrer im alpinen Weltcup, landete nach einer verkorksten Fahrt nur auf Platz 37.

Baumann, der WM-Zweite von 2021, fuhr auf Rang 28. Josef Ferstl und Andreas Sander belegten die Plätze 46 und 51. Am Samstag (11.45 Uhr) steht in Südtirol wieder eine Abfahrt an - anders als am Donnerstag dann über die volle Distanz.

„Für mich war es gut, dass ich gesehen habe: So ganz verlernt habe ich es nicht, ich kann immer noch Rennen fahren“, sagte Dreßen. Kleinigkeiten seien nach wie vor nicht gut gewesen. Aber: „Mit dem Selbstvertrauen von heute tue ich mir morgen dann sicher auch noch mal leichter.“ Bundestrainer Christian Schwaiger hatte Dreßens 41. Platz am Vortag als „Wake-up-Call“ („Weckruf“) bezeichnet. Dreßen, 2018 Sieger auf der legendären Streif in Kitzbühel, will nach vielen gesundheitlichen Rückschlägen in diesem Winter wieder angreifen.

+++14. Dezember 2023 +++

Ski-Hoffnung Dreßen bei erster Abfahrt abgeschlagen

Skirennfahrer Thomas Dreßen hat einen enttäuschenden Start in die Speed-Saison erlebt. Der 30-Jährige belegte in der Abfahrt von Gröden am Donnerstag nur Platz 41. Romed Baumann als Neunter schaffte es als einziger Deutscher in die Top Ten. Den Sieg sicherte sich überraschend der Amerikaner Bryce Bennett. Mit Startnummer 34 raste er zu seinem zweiten Weltcup-Erfolg. Schon 2021 hatte er auf der berühmten Saslong in Südtirol gewonnen. Der Abfahrts-Dominator der vergangenen Jahre, Aleksander Aamodt Kilde aus Norwegen, wurde Zweiter vor dem Schweizer Gesamtweltcup-Sieger Marco Odermatt.

Durch den vielen Neuschnee vom Vortag habe sich die Piste etwas anders präsentiert als noch im Training, erklärte Dreßen. „Der Grundspeed ist da, in den technischen Sachen geht mir noch das nötige Selbstvertrauen ab“, sagte der Sieger der legendären Hahnenkamm-Abfahrt in Kitzbühel von 2018. „Das kann man nicht erzwingen, das kommt mit dem Fahren.“ Nach vielen Wintern voller gesundheitlicher Rückschläge ist er körperlich noch nicht bei 100 Prozent.

Dreßens Teamkollege Josef Ferstl belegte Platz 15, Andreas Sander landete nur auf Rang 46. Simon Jocher schied aus, Luis Vogt ging nach einem Trainingssturz nicht an den Start.

Es war das erste Speed-Event der Männer in dieser Saison. Das Rennen war als Ersatz für eine der Mitte November abgesagten Matterhorn-Abfahrten angesetzt worden. Angesichts des straffen Programms, das die Athleten in Südtirol in den kommenden Tagen noch erwartet, wurde es auf einer etwas verkürzten Strecke ausgetragen. Am Freitag (11.45 Uhr) steht in Gröden ein Super-G an.

+++ 10. Dezember +++

Rennen in Val d’Isère und St. Moritz wetterbedingt abgesagt

Der alpine Ski-Weltcup bleibt vom Wetterpech verfolgt. Der für Sonntag geplante Slalom der Herren im französischen Val d'Isère wurde nach Regen und Schneefall in der Nacht abgesagt. Die Piste garantiere keine sicheren und fairen Bedingungen, teilten die Veranstalter mit. Auch der Super-G der Damen in St. Moritz in der Schweiz wurde gestrichen. Der Zustand der Strecke habe sich drastisch verschlechtert, hieß es.

Zuvor konnten in dieser Saison schon Rennen in Sölden, am Matterhorn und in Beaver Creek in den USA wegen des Wetters nicht wie geplant stattfinden.

Den Riesenslalom in Val d'Isère am Samstag hatte der Schweizer Marco Odermatt gewonnen, der Allgäuer Alexander Schmid war bei seinem Comeback nach einem Kreuzbandriss Neunter geworden. Die Abfahrt in St. Moritz hatte US-Star Mikaela Shiffrin für sich entschieden. Die deutschen Starterinnen Emma Aicher und Kira Weidle waren auf die Plätze sechs und neun gefahren.

++9. Dezember+++

Weltmeister Schmid bei Comeback Neunter

Ski-Weltmeister Alexander Schmid ist bei seinem Comeback im alpinen Weltcup in die Top Ten gefahren. Der Allgäuer belegte im Riesenslalom von Val d'Isère am Samstag Platz neun. Schmid hatte vergangene Saison WM-Gold im Parallelwettbewerb gewonnen. Anfang März hatte er im Training einen Kreuzbandriss im linken Knie erlitten.

Der Schweizer Überflieger Marco Odermatt war trotz schwieriger Bedingungen mit immer stärkerem Schneefall beim Riesentorlauf in Frankreich derweil wieder mal nicht zu stoppen. Der Gesamtweltcupsieger der vergangenen beiden Winter und Olympiasieger von Peking 2022 triumphierte mit fast einer Sekunde Vorsprung vor dem Österreicher Marco Schwarz. Dritter wurde völlig überraschend Joan Verdu aus Andorra.

Diese Platzierung sei angesichts der langen Verletzungspause für ihn der „Wahnsinn“ und ein „Riesengeschenk“, sagte Schmid der ARD. Er habe im zweiten Lauf, in dem die Sicht wegen des Schneefalls nicht optimal war, die richtige „Mischung aus Gas geben und stabil fahren“ gefunden. Odermatt fahre allerdings noch mal in einer eigenen Liga, erklärte der 29-Jährige: „Hut ab!“

Schmids Teamkollege Anton Grammel fuhr auf Platz 23. Fabian Gratz und Jonas Stockinger schafften es nicht in den zweiten Durchgang. Am Sonntag (9.30 und 12.30 Uhr/ARD und Eurosport) steht in Val d'Isère noch ein Slalom an.

Aicher Sechste beim 91. Sieg von Shiffrin

Emma Aicher riss begeistert die Arme nach oben, dann sank die große deutsche Ski-Hoffnung abgekämpft, aber glücklich in den Schnee. Bei der ersten Weltcup-Abfahrt der Saison im Schweizer St. Moritz fuhr die 20 Jahre alte Allrounderin beim 91. Sieg von Superstar Mikaela Shiffrin mitten hinein in die Weltelite der alpinen Königsdisziplin. Als hervorragende Sechste war Aicher sogar schneller als Teamkollegin Kira Weidle, die Rang neun belegte.

„Ich hoffe, es geht in der Richtung weiter, das wäre schon schön“, sagte Aicher in der ARD. Eine bronzene WM- und eine silberne Olympia-Medaille im Teamwettbewerb hat sie bereits gewonnen, im Weltcup aber war sie bislang nur zweimal in die Top Ten gefahren, im Slalom von Flachau im Januar (9.) und im Super-G von Kvitfjell (5.). Nun fehlten der hochveranlagten Allesfahrerin nur 0,26 Sekunden zur ihrer ersten Podestplatzierung.

Kira Weidle konnte sich in einem engen Rennen immerhin ein wenig für ihre miserable Leistung vom Vortag rehabilitieren. Im Super-G am Freitag hatte lediglich Rang 26 belegt und danach von einer „vermurksten“ Fahrt gesprochen. Zufrieden aber war sie auch diesmal nicht. Die Platzierung „ist nicht das wo ich hin will, aber nach gestern ganz in Ordnung“, sagte sie in der ARD.

Zu Shiffrin fehlten Weidle 0,68 Sekunden, zur drittplatzierten Italienerin Federica Brignone 0,51 Sekunden - Zeit, die sie im Mittelteil der Strecke „Corviglia“ verlor. Viel besser erging es Aicher. Am Vortag im Super-G nach bis dahin starker Fahrt ausgeschieden, lag sie nur 0,43 Sekunden hinter der Siegerin.

Mikaela Shiffrin hatte erwartungsgemäß keinen Grund zur Klage, sie feierte ihren vierten Sieg in einer Abfahrt. Die 28 Jahre alte Amerikanerin lag dabei 0,15 Sekunden vor der italienischen Speed-Queen Sofia Goggia, die am Freitag überlegener Manier den Super-G gewonnen hatte.

+++8. Dezember+++

WM-Zweite Ortlieb schwer verletzt

Skirennläuferin Nina Ortlieb bleibt das Verletzungspech treu. Die WM-Zweite in der Abfahrt aus Österreich hat sich bei einem Sturz beim Einfahren für den Weltcup-Super-G in St. Moritz einer ersten Diagnose zufolge einen Schien- und Wadenbeinbruch zugezogen.

Die 27-Jährige musste mit dem Helikopter abtransportiert und zu eingehenden Untersuchungen ins Krankenhaus gebracht werden. Von dort sollte sie nach Schruns gebracht werden. Ortlieb hat bereits 19 (!) Operationen hinter sich. Oberarm, Schambein, Becken, Mittelhand, Rippen oder Nase - sie hat schon zahlreiche Knochenbrüche erlitten.

Die Speed-Spezialistin kämpfte sich immer wieder zurück und gewann zwei Weltcuprennen. Ihren größten Erfolg feierte sie Anfang des Jahres in Meribel, wo sie sich in der Königsdisziplin nur der Schweizer Überraschungsweltmeisterin Jasmine Flury geschlagen geben musste.

Weidle verpatzt Speed-Auftakt – Goggia siegt

Skirennfahrerin Kira Weidle hat das erste Speed-Event der alpinen Weltcup-Saison gehörig verpatzt. Die Starnbergerin belegte im Super-G von St. Moritz am Freitag nur Rang 26. Die Italienerin Sofia Goggia gewann nach einer famosen Fahrt mit fast einer Sekunde Vorsprung vor der zweitplatzierten Österreicherin Cornelia Hütter. Dritte wurde die Schweizer Olympiasiegerin Lara Gut-Behrami.

„Es war eine vermurkste Fahrt von oben bis unten“, sagte Weidle der ARD. Ihre Leistung sei „sehr, sehr enttäuschend“ gewesen. Die 27-Jährige war mit Startnummer 1 auf die Piste gegangen. Womöglich hätte es nicht geschadet, vorher noch ein paar andere Fahrerinnen zu sehen, meinte sie. Den einen oder anderen Übergang habe sie nicht gut getroffen. Es habe vor allem aber an ihr selbst gelegen, dass sie nicht das habe zeigen können, was sie könne. Weidles Teamkollegin Emma Aicher schied aus, Katrin Hirtl-Stanggaßinger fuhr auf Platz 36.

Am Samstag (10.30 Uhr/ARD und Eurosport) steht in der Schweiz eine Abfahrt an. In der will Weidle wieder angreifen und es nach Möglichkeit wie im Vorjahr machen. Damals wurde sie in der ersten Abfahrt von St. Moritz 24. und nur einen Tag später Dritte. „Heute war es ein Tag zum Vergessen, morgen geht es noch mal neu los“, sagte die WM-Zweite von 2021.

Die Rennen in St. Moritz sind die ersten Speed-Wettbewerbe dieses Winters. Am Matterhorn konnte wetterbedingt nicht gefahren werden. Auch die Herren-Weltcups in Beaver Creek in den USA waren abgesagt worden.

+++3. Dezember+++

Brignone gewinnt auch zweiten Riesenslalom in Kanada

Federica Brignone hat auch den zweiten Weltcup-Riesenslalom des Wochenendes im kanadischen Tremblant gewonnen. Die Italienerin setzte sich am Sonntagabend vor Lara Gut-Behrami aus der Schweiz (+0,33 Sekunden) und US-Star Mikaela Shiffrin (+0,39) durch. Bei sehr widrigen Bedingungen mit Windböen, Schneefall und schlechter Sicht im zweiten Lauf hatte Brignone am meisten riskiert und war von Rang sechs noch nach ganz vorn gefahren.

Die 33-Jährige hatte am Samstag im ersten Riesentorlauf in Kanada vor Petra Vlhova und Shiffrin gewonnen - die Slowakin Vlhova konnte tags darauf ihre Halbzeitführung nicht ins Ziel bringen.

Ein kleines Erfolgserlebnis feierte die deutsche Mannschaft dank der einzigen Starterin Emma Aicher: Die 20-Jährige erreichte erstmals in ihrer Karriere in einem Weltcup-Riesenslalom den zweiten Durchgang und sammelte auf Rang 16 auch Punkte. Es war seit Oktober 2021 und damit mehr als zwei Jahren das erste zählbare Ergebnis für den DSV in Weltcup-Riesenslaloms - seit dem Rücktritt von Podiumsfahrerin Viktoria Rebensburg im Sommer 2020 ist dies die deutsche Problemdisziplin bei den Frauen.

+++2. Dezember+++

Federica Brignone gewinnt Riesenslalom in Tremblant

Kombinations-Weltmeisterin Federica Brignone hat ihren ersten Saisonsieg gefeiert. Die 33 Jahre alte Italienerin setzte sich beim Weltcup-Riesenslalom im kanadischen Mont Tremblant knapp vor der slowakischen Slalom-Olympiasiegerin Petra Vlhova und Skikönigin Mikaela Shiffrin aus den USA durch. Emma Aicher schied im ersten Lauf kurz vor dem Ziel aus.

Brignone war bei ihrem 22. Erfolg im Weltcup 0,21 Sekunden schneller als Vlhova und distanzierte Shiffrin um weitere 0,08 Sekunden. Lara Gut-Behrami (Schweiz), die die ersten beiden Riesenslaloms in diesem Winter in Sölden und Killington/Vermont gewonnen hatte, belegte Rang fünf (+0,59).

„Ich habe mich gar nicht so gut gefühlt im zweiten Durchgang“, sagte Brignone, die als Führende ins Finale gegangen war, „der Schnee schien so langsam. Da dachte ich: Ich muss Gas geben.“ Nach dem sechsten Platz in Killington habe sie einfach zeigen wollen, „wie gut ich Skifahren kann“, ergänzte sie.

Auch die zweite Abfahrt in Beaver Creek abgesagt

Die Launen der Natur machen den alpinen Ski-Rennläufern weiter schwer zu schaffen. Wegen Schneefall und starkem Wind ist am Samstag auch die zweite Weltcup-Abfahrt der Männer in Beaver Creek/US-Bundesstaat Colorado abgesagt worden.

Die Abfahrer haben damit noch keinen der vier geplanten Wettbewerbe in der alpinen Königsdisziplin bestreiten können. Vor einem Monat waren bereits die beiden Rennen in Zermatt abgesagt worden - zudem der Riesenslalom in Sölden/Österreich.

Am Sonntag soll in Beaver Creek ein Super-G ausgetragen werden, allerdings ist die Wetterprognose erneut ungünstig. Die Männer haben in diesem Winter bisher nur den Slalom in Gurgl/Österreich ausgetragen.

+++01. Dezember+++

Abfahrt in Beaver Creek abgesagt

Die alpinen Skirennfahrer bleiben in dieser Saison vom Wetterpech verfolgt. Die erste Abfahrt in Beaver Creek musste am Freitagabend abgesagt werden. Zu viel Neuschnee und eine schlechte Sicht machten das Rennen in den USA unmöglich, wie die Organisatoren entschieden. Zuvor war der Start mehrmals verschoben worden, um zu versuchen, den in der Nacht gefallenen Neuschnee aus der Strecke zu schieben. Letztlich aber waren die Bemühungen umsonst.

Nun hoffen die Ski-Asse auf eine Wetterbesserung, damit die zweite Abfahrt am Samstag sowie der Super-G am Sonntag (jeweils 18.45 Uhr MEZ) stattfinden können.

Von den ersten fünf Saisonrennen der Männer kam bislang nur einer in die Wertung. Der Auftakt-Riesenslalom in Sölden wurde wegen starker Windböen abgebrochen, die beiden am Matterhorn geplanten Abfahrten konnten wegen Neuschnee und Sturm gar nicht erst gestartet werden. Nur der Slalom in Gurgl ging bislang wie geplant über die Bühne.

+++27. November+++

Matterhorn-Abfahrt wird in Gröden nachgeholt

Der italienische Wintersportort Gröden richtet wie im vergangenen Jahr ein zusätzliches Rennen im alpinen Ski-Weltcup der Männer aus. Wie die Veranstalter am Montag mitteilten, wird auf der Saslong eine der am Matterhorn ausgefallenen Abfahrten nachgeholt. Das Rennen findet am 14. Dezember statt. Einen Tag darauf wird ein Super-G ausgetragen sowie am Sonntag die traditionelle Abfahrt.

Der Bewerber um die Alpin-Weltmeisterschaften 2029 hatte bereits im vergangenen Jahr drei Rennen ausgetragen. Damals war ein ausgefallenes Rennen in Beaver Creek nach Südtirol verlegt worden. In dieser Saison waren beide Abfahrten der Männer von Zermatt-Cervinia wegen zu viel Schnee und starker Winde abgesagt worden. Zuletzt hatten auch die Frauen-Rennen am Matterhorn witterungsbedingt nicht stattfinden können.

+++26. November+++

Lena Dürr wird Vierte in Killington

Lena Dürr hat beim dritten Weltcup-Slalom dieses Winters das Podest erstmals knapp verpasst. Die 32-Jährige musste sich in Killington im US-Bundesstaat Vermont nach einem einzigen echten Patzer im zweiten Lauf mit dem guten vierten Platz begnügen. Skikönigin Mikaela Shiffrin sicherte sich beim siebten Slalom bei ihrem Heimrennen den sechsten Sieg, den insgesamt 90. im Weltcup.

Dürr lag nach dem ersten Durchgang als Zweite noch auf Schlagdistanz zu Shiffrin. Doch im Finale musste sie kurz vor dem Ziel fast in den Spagat und hielt sich nur mit Mühe im Kurs. Am Ende trennten sie 1,56 Sekunden von Dominatorin Shiffrin und 0,19 Sekunden vom „Stockerl“. Dieses hatte sie bei den ersten Rennen im finnischen Levi mit den Plätzen zwei und drei gleich zweimal erreicht.

Zweite hinter Shiffrin wurde Olympiasiegerin Petra Vlhova aus der Slowakei (0,33 Sekunden zurück). Die Schweizerin Wendy Holdener (+1,37) komplettierte auf der „Superstar“-Piste die Top drei.

Die weiteren deutschen Starterinnen Emma Aicher, im zweiten Levi-Rennen noch 23., Andrea Filser, Jessica Hilzinger und Elina Lipp verpassten den zweiten Durchgang der besten 30. Im Riesenslalom am Samstag war Aicher beim nächsten Sieg der Schweizerin Lara Gut-Behrami als einzige deutsche Starterin nur 44. geworden.

+++23. November+++

Ski-Star Straßer: Klima-Probleme „durch Fortschritt lösen“

Skirennläufer Linus Straßer hat die Aktion der Klima-Aktivisten beim Slalom im österreichischen Gurgl kritisiert. „Es wird behauptet, es ist ein gewaltfreier Protest“, sagte der 31-Jährige bei „Pizza & Pommes“, dem BR24Sport-Podcast mit Felix Neureuther und Philipp Nagel. „Nur weil es physisch gewaltfrei ist, heißt es nicht, dass es keine Gewalt gibt. Da steckt sehr wohl Gewalt dahinter“, ergänzte Straßer.

Aktivisten der „Letzten Generation“ hatten am Samstag mitten im Wettbewerb den Zielraum gestürmt und den Schnee mit orangefarbenem Pulver bestreut. Das Rennen war für etwa zehn Minuten unterbrochen. Deutschlands bester Slalom-Fahrer war da schon im Ziel, genau wie Weltmeister Henrik Kristoffersen. Der Norweger hatte die Aktivisten als „verdammte Idioten“ bezeichnet und versucht, auf diese loszugehen.

„Henrik ist vielleicht ein bisschen übers Ziel hinausgeschossen, obwohl ich auch seine Intention dahinter verstehe“, sagte Straßer, der zum Auftakt „sehr enttäuschend“ nur auf Platz neun landete. „Als Athlet, der sein ganzes Leben darauf ausrichtet, wirst du aus dem Rhythmus rausgeholt. Für die Jungs, die da oben standen, ist das natürlich nicht sehr förderlich.“

Die Rennen zu verbieten, würde laut Straßer zudem die Probleme nicht lösen, das zeige der „Blick in die Geschichte“: „Probleme kannst du immer nur durch Innovation oder durch Fortschritt lösen“, sagte Straßer.

Dem pflichtete auch der mittlerweile als TV-Experte tätige Neureuther bei. „Meines Erachtens war dieser Protest einfach am falschen Platz und an der falschen Stelle“, sagte der frühere Weltklasse-Slalomfahrer. In Gurgl würden „zu 100 Prozent regenerative Energien“ genutzt: „Das ist das nachhaltigste Rennen des Jahres“, sagte Neureuther.

Der erfolgreichste deutsche Alpine in der Weltcup-Geschichte hatte in der hitzigen Dauerdebatte um die Folgen des Klimawandels für den Skisport bereits vor dem Saisonstart erneut konkrete Lösungsvorschläge gemacht und unter anderem einen späteren Saisonstart ins Spiel gebracht. Durch Aktionen wie in Gurgl jedoch seien „die Leute nur noch genervt“.

Abbruch in Sölden: Riesenslalom wird in Aspen nachgeholt

Der in Sölden abgebrochene Weltcup-Riesenslalom der Männer wird am 1. März 2024 im US-amerikanischen Aspen nachgeholt. Das teilte der Internationale Skiverband (FIS) am Mittwoch mit. Ende Oktober war der Wettkampf in Österreich nach 47 Startern aufgrund zu starker Winde abgebrochen worden, zum Zeitpunkt des Abbruchs hatte der Österreicher Marco Schwarz bei seinem Heimspiel in Führung gelegen.

Aktivisten-Ärger in Gurgl

Klima-Aktivisten der „Letzten Generation“ haben sich beim Weltcup-Slalom im österreichischen Gurgl den Zorn der Athleten zugezogen. „Verdammte Idioten! Die zerstören das Rennen“, schimpfte etwa Weltmeister Henrik Kristoffersen im norwegischen Rundfunk NRK. Der 29-Jährige versuchte sogar, auf die Aktivisten loszugehen und bewarf diese wie der Kroate Filip Zubcic mit Schneebällen.

„Solche Leute wollen wir hier nicht haben. Das sollte Konsequenzen haben“, schimpfte Kristoffersen über die „respektlose“ und „abscheuliche“ Aktion. Sein Teamkollege, der frühere Weltmeister Sebastian Foss-Solevaag, zerrte einen der im Schnee liegenden Aktivisten aus dem Zielraum.

Nachdem der Österreicher Marco Schwarz, Fünfter nach dem ersten Durchgang, seinen zweiten Lauf ins Ziel gebracht hatte, brach dort das Chaos los. Drei Demonstranten hielten ein Banner mit der Aufschrift „Hört auf den Klimarat“ in die Höhe und bestreuten den Schnee mit orangefarbenem Pulver. Damit zogen sie sich den Zorn der Athleten zu.

Das Rennen war für etwa zehn Minuten unterbrochen, ehe Polizei und Sicherheitsdienst für Ordnung gesorgt hatten. „Wenn ich jetzt am Start stehen würde, würde ich mich so dermaßen aufregen“, sagte TV-Experte Felix Neureuther am BR-Mikrofon. „Sie sollen von mir aus friedlich protestieren. Lasst uns reden oder was weiß ich.“

FIS-Renndirektor Markus Waldner bekannte, man sei von der Aktion überrascht worden. „Wir hatten viel Polizei hier, aber nicht an den richtigen Stellen“, sagte er. „Aber wie ich gehört habe, haben ein paar Wikinger die Sache geregelt“, ergänzte er schmunzelnd.

Klimaaktivisten stören Slalom

Beim ersten Männer-Weltcuprennen der neuen Saison ist der deutsche Skirennläufer Linus Straßer nach einem schwachen ersten Lauf immerhin noch in die Top-10 gekommen. Kurz vor der Entscheidung stören Klimaaktivisten das Rennen in Gurgl.

Herren, Slalom (Gurgl/Österreich)Endstand nach zwei Läufen:
1. Manuel Feller (Österreich) 1:47,23 Min. (53,22 Sek./54,01 Sek.); 2. Marco Schwarz (Österreich) +0,23 Sek. (54,38/53,08); 3. Michael Matt (Österreich) +1,05 (55,14/53,14); 4. David Ryding (Großbritannien) +1,06 (54,93/53,36); 5. Daniel Yule (Schweiz) +1,08 (54,85/53,46); 6. Timon Haugan (Norwegen) +1,15 (54,68/53,70); 7. Henrik Kristoffersen (Norwegen) +1,20 (54,76/53,67); 8. Fabio Gstrein (Österreich) +1,33 (54,21/54,35); 9. Linus Straßer (München) +1,56 (54,89/53,90); 10. Albert Popow (Bulgarien) +1,60 (54,83/54,00); ... 15. Sebastian Holzmann (Oberstdorf) +2,05 (54,93/54,35); Anton Tremmel (Tegernsee) ausgeschieden (-/-); Linus Witte (Bad Aibling) ausgeschieden (-/-); Fabian Himmelsbach (Sonthofen) ausgeschieden (-/-)

Straßer nach Patzer in Gurgl weit hinten

Skirennläufer Linus Straßer hat beim ersten Männer-Weltcuprennen der Saison wenig Hoffnung auf einen Podiumsplatz. Bei der Premiere in Gurgl/Österreich liegt der Münchner nach dem ersten Slalom-Durchgang nur auf dem 14. Platz, sein Rückstand zur Spitze beträgt 1,67 Sekunden.

Der WM-Neunte Straßer (31) leistete sich kurz nach dem Start einen schweren Patzer, der ihn viel Zeit kostete. Sebastian Holzmann (Oberstdorf/+1,71) setzte sich direkt hinter Straßer zunächst auf den 15. Platz. Fabian Himmelsbach (Sonthofen), WM-Fünfter, Anton Tremmel (Rottach-Egern) und Weltcup-Debütant Linus Witte (Bad Aibling) kamen allesamt nicht ins Ziel. Bestzeit fuhr der Österreicher Manuel Feller. Der zweite Durchgang beginnt um 13.45 Uhr (Eurosport).

Nach dem Abbruch des Riesenslaloms in Sölden Ende Oktober wegen starken Windes waren am vergangenen Wochenende beide Abfahrten in Zermatt/Cervinia abgesagt worden. Es gab zu viel Wind und zu viel Schnee. Dadurch ist der Slalom in Gurgl das erste Rennen des Skiwinters für die Männer.

Rennen der Frauen am Matterhorn erneut abgesagt

Auch im siebten Versuch wird es im alpinen Skizirkus nichts mit einer Premiere am Matterhorn. Nach bislang insgesamt sechs Absagen kann die für Samstag geplante Weltcup-Abfahrt der Frauen in Zermatt-Cervinia ebenfalls nicht stattfinden. Grund dafür sind schlechte Wetterbedingungen. Das gab der Weltverband FIS bekannt. Für Sonntag (11.45 Uhr) ist eine weitere Abfahrt der Frauen angesetzt.

Im vergangenen Jahr waren jeweils zwei Abfahrten für die Frauen und Männer wegen Schneemangels ausgefallen, am vergangenen Wochenende fielen zwei Starts der Männer starkem Wind und zu viel Schnee zum Opfer.

Die Rennen auf der „Gran Becca“, die vom Gletschergebiet oberhalb des Schweizer Ortes Zermatt hinunter ins italienische Cervinia führt, sind ein Prestigeobjekt des umstrittenen Weltverbandspräsidenten Johan Eliasch. Kritik hatte es bereits im Vorfeld gegeben: Die in großer Höhe gelegene Strecke gilt als windanfällig, das Wetter im November als instabil.

+++17. November+++

„Kein Konzept“: Straßer kritisiert die FIS

Slalom-Spezialist Linus Straßer hat den Ski-Weltverband FIS wegen der Abschaffung der Parallel-Rennen im Weltcup kritisiert. Die FIS habe hier „einfach keine klare Linie“, sagte der Münchner bei Sport1, „das ist mal hü, mal hott. Da ist einfach kein Konzept dahinter.“

Der Weltverband hatte die beim Publikum sehr beliebten Rennen nach der vergangenen Saison aus dem Kalender genommen und will sie auch bei Großveranstaltungen nicht mehr austragen. Dabei waren Parallel-Rennen erst zur WM 2021 auch auf dieser Bühne eingeführt worden. Bei der WM 2023 in Frankreich holte sich der Allgäuer Alexander Schmid die Goldmedaille.

Das Hin und Her mache „diesem unglaublich schönen und coolen Sport zu schaffen“, sagte Straßer und forderte: „Da muss ganz klar mehr Struktur rein, ein Ziel und eine klare Linie.“

Wenn es diese gäbe, „diskutieren wir auch nicht mehr darüber, ob Parallel-Events gut oder schlecht sind, sondern darüber, wie groß wir Parallel-Events machen. Denn am Schluss ist es ein Show-Event, das für Zuschauer und auch für Sponsoren sehr attraktiv sein kann“, meinte Straßer.

Der 31-Jährige startet am Samstag in die Saison. Dann steht nach den Absagen von Sölden und Zermatt/Cervinia mit dem Slalom in Gurgl/Österreich das erste Männer-Rennen des Winters auf dem Programm.

+++12. November+++

Straßer berichtet von Motivationsproblemen

Skirennläufer Linus Straßer plagte sich nach der verkorksten WM im vergangenen Februar mit Motivationsproblemen herum. „Ich hatte einfach keine Lust mehr“, sagte der beste deutsche Slalom-Fahrer vor dem Saisonstart in Gurgl/Österreich am Samstag dem SID, „das kann ich ganz offen und ehrlich zugeben.“

Mitfavorit Straßer hatte im WM-Slalom von Courchevel als Vierter nach dem ersten Durchgang eine Medaille vor Augen, wurde nach einem verkorksten zweiten Lauf aber nur Neunter. Im Parallel-Rennen blieb er als 14. ebenfalls unter seinen Möglichkeiten. „Das hing mir schon nach“, sagte Straßer, „das war hart und hat lange gedauert.“ Ihm war das Skifahren gründlich vergangen - und nicht nur das. „Ich hatte keinen Bock mehr zu trainieren, auch nicht im Sommer“, sagte er.

Seine Lustlosigkeit habe aber nicht nur mit den WM-Enttäuschungen zu tun gehabt, sondern auch damit, dass er vor rund elf Monaten erstmals Vater wurde. Sein Leben habe sich damals „grundlegend verändert“, erklärte der 30-Jährige. Aus dem Loch geholfen habe ihm ein Kniff. „Ich hab' es einfach als Arbeit gesehen“, das Training. Irgendwann sei er dabei „wieder auf andere Gedanken“ gekommen.

Inzwischen ist Straßer wieder voller Tatendrang. In die Saison, in der ein Höhepunkt wie die WM oder Olympia fehlt, geht er mit demselben Ziel wie immer: „Bei jedem Rennen um das Podium mitzufahren.“

+++12. November+++

Lena Dürr steht erneut auf dem Podest

Skirennfahrerin Lena Dürr ist auch im zweiten Slalom von Levi auf das Podest gerast. Einen Tag nach ihrem zweiten Platz wurde die 32-Jährige beim Weltcup in Finnland am Sonntag Dritte. Die Sportlerin vom SV Germering profitierte zwar davon, dass die nach dem ersten Lauf in Führung liegende Vortagessiegerin Petra Vlhova aus der Slowakei im zweiten Durchgang einfädelte und ausschied. Dennoch bestätigte Dürr ihre starke Form der vergangenen beiden Jahre und weckte Hoffnungen auf eine weitere erfolgreiche Saison.

Den Sieg sicherte sich in Levi am Sonntag US-Ausnamefahrerin Mikaela Shiffrin. Für die 28-Jährige war es der 89. Weltcup-Erfolg ihrer Karriere. Zweite wurde die Kroatin Leona Popovic. Dürrs Teamkollegin Emma Aicher fuhr auf Platz 23.

Ein „perfekter Start in die neue Saison“ sei das gewesen, sagte Dürr nach ihrem insgesamt zehnten Podestplatz bei einem Weltcup-Rennen dem BR Fernsehen. „Super happy“ sei sie mit dem Wochenende. Schon in den vergangenen Jahren war die WM-Dritte in Levi bestens zurechtgekommen. Der nächste Slalom steht Ende November in Killington in den USA an.

Auch zweite Matterhorn-Abfahrt der Männer abgesagt

Viel Neuschnee und starke Windböen haben den alpinen Ski-Assen das komplette Weltcup-Wochenende am Matterhorn vermasselt. Die Organisatoren mussten auch die zweite Abfahrt von Zermatt-Cervinia am Sonntag absagen, wie der Weltverband Fis am Morgen bekanntgab. Bereits am Samstag war aus Sicherheitsgründen kein Wettkampf möglich. „Leider sind die Gründe für die heutige Absage dieselben wie gestern“, teilte die Fis mit.

Die Männer bleiben somit in dieser Weltcup-Saison vom Wetterpech verfolgt. Schon der Riesenslalom zum Auftakt in Sölden musste wegen Sturms abgebrochen werden. In Zermatt-Cervinia auf der schweizerisch-italienischen Grenze konnte von drei geplanten Trainings und zwei Rennen letztlich nur ein Training am Mittwoch bestritten werden. Danach kam der Wintereinbruch.

Eigentlich sollte das Event in mehr als 3000 Metern Höhe im Schatten des weltberühmten Matterhorns mit Start in der Schweiz und Ziel in Italien ein spektakulärer Beginn der alpinen Speed-Saison sein. Die geplante Premiere in der Vorsaison fiel noch wegen Schneemangels aus - diesmal wurde den Veranstaltern und den Sportlern nun zu viel Neuschnee zum Verhängnis.

+++11. November+++

Platz zwei in Levi – Lena Dürr feiert fast perfekten Saisonstart

Skirennfahrerin Lena Dürr ist mit einem Podesterfolg in die neue Slalom-Saison gestartet. Die 32-Jährige wurde am Samstag im finnischen Levi Zweite hinter Petra Vlhova. Auf die überragende Olympiasiegerin aus der Slowakei fehlten Dürr 1,41 Sekunden. Dafür verwies sie Ex-Weltmeisterin Katharina Liensberger aus Österreich um 0,14 Sekunden auf Platz drei. Mitfavoritin Mikaela Shiffrin aus den USA wurde nur Vierte.

Am Sonntag (10/13 Uhr/BR und Eurosport) steht in Levi für die alpinen Frauen ein zweiter Slalom auf dem Programm.

Dürr feierte den neunten Podiumsplatz ihrer Weltcup-Karriere und bestätigte ihre starke Form der vergangenen zwei Jahre. Levi bleibt zudem eine der Lieblingspisten der WM-Bronzemedaillengewinnerin von 2023: In den vergangenen vier Slaloms im hohen Norden hatte sie schon zwei dritte und zwei vierte Plätze erreicht - nun kam ein weiterer Rang auf dem Treppchen dazu.

„Super, mit einem zweiten Platz zu starten“, sagte Dürr im BR Fernsehen. Das erste Rennen eines Winters sei stets ein Neustart, und deswegen sei sie „sehr glücklich“, an ihre Form anknüpfen zu können. „Ich freue mich schon auf morgen.“

Die beiden anderen deutschen Starterinnen schieden aus: Emma Aicher (19) im zweiten Durchgang nach einem zwischenzeitlichen 18. Rang, Jessica Hilzinger (26) schon im ersten Lauf.

Vlhova hatte nach dem ersten Lauf mit 0,18 Sekunden vor Dürr geführt und im entscheidenden Durchgang noch famos zugelegt. Sie feierte ihren 28. Weltcuperfolg und den sechsten in Levi. Als Siegerin bekommt sie traditionell ein Rentier geschenkt.

Shiffrin hatte in der Nähe des Polarkreises ihren siebten Levi-Sieg angepeilt, verlor im zweiten Durchgang dann aber einen Rang und rutschte aus den Podesträngen. Die Weltcup-Rekordsiegerin hatte sich jüngst im Training bei einem Sturz leicht verletzt und war daher angeschlagen in das Rennen gegangen.

Slalom in Levi: Dürr mit Siegchance

Lena Dürr hat gleich im ersten Rennen der Saison die Chance auf ihren zweiten Weltcup-Sieg im Slalom. Die WM-Dritte aus Germering fuhr im finnischen Levi einen ganz starken ersten Durchgang und geht als Zweite mit nur 18 Hundertsteln Rückstand auf die führende Slowakin Petra Vlhova ins Finale ab 13.00 Uhr (BR und Eurosport).

„Es ist immer gut, wenn der erste Lauf so funktioniert. Es hat richtig Spaß gemacht, oben ist noch etwas drin“, sagte Dürr im BR: „Es kann sich noch viel drehen.“

Peking-Olympiasiegerin Vlhova hat 42 Hundertstel Vorsprung auf die drittplatzierte Weltcup-Rekordsiegerin Mikaela Shiffrin, das Top-Trio setzte sich deutlich ab. Katharina Liensberger aus Österreich liegt als Vierte bereits 1,02 Sekunden zurück.

Emma Aicher (Mahlstetten) erreichte als 18. mit 2,09 Sekunden Rückstand den zweiten Durchgang. Andrea Filser vom SV Wildsteig (52.) und Elina Lipp (59.) verpassten das Finale der besten 30, Jessica Hilzinger (beide Oberstdorf) schied aus.

Die 32 Jahre alte Dürr hatte im Januar in Spindleruv Mlyn (Spindlermühle) in Tschechien ihren bislang einzigen Weltcupsieg im Slalom gefeiert. Genau zehn Jahre zuvor war ihr in Moskau ein Sieg im City-Event gelungen.

Zu viel Neuschnee und starker Wind – Herren-Abfahrt am Matterhorn abgesagt

Die erste Weltcup-Abfahrt der Männer in der alpinen Ski-Saison ist am Samstag in Zermatt-Cervinia abgesagt worden. Wind und starker Schneefall machten eine sichere Austragung des Rennens am Matterhorn unmöglich. Dies teilte der Weltverband FIS am frühen Samstagmorgen mit. Ob das zweite Rennen am Sonntag (11.30 Uhr/BR und Eurosport) ausgetragen werden kann, bleibt offen.

„Es hat die ganze Nacht durchgeschneit, und das OK war nicht in der Lage, die Piste vom Schnee zu befreien“, sagte der deutsche Männer-Cheftrainer Christian Schwaiger: „Es war sicherlich eine richtige Entscheidung, aber es ist sehr frustrierend, weil wir natürlich sehr motiviert waren. Die Vorhersage für Sonntag ist auch nicht sehr vielversprechend. Es war eine schwierige Woche.“

In Zermatt wollte vor allem Speed-Ass Thomas Dreßen einen Schritt zurück zu alter Stärke machen. Der frühere Kitzbühel-Sieger hatte in den vergangenen drei Jahren mit vielen körperlichen Problemen zu kämpfen gehabt.

Im vergangenen Jahr war die Premiere am Matterhorn wegen Schneemangels ausgefallen, diesmal herrschten auf der bis zu 3800 m hoch gelegenen Piste andere, aber nicht bessere Bedingungen. Schon das erste Männer-Rennen der Saison war beim Riesenslalom in Sölden Ende Oktober wegen Windes abgesagt worden.

Die Frauen bestreiten am Samstag und Sonntag (jeweils 10.00 und 13 Uhr/BR und Eurosport) zwei Slalomrennen im finnische Levi.

+++10. November+++

Zu viel Schnee - Bangen um Abfahrt am Matterhorn

Die alpinen Skirennfahrer bangen weiter um die am Wochenende geplanten Weltcup-Abfahrten in Zermatt-Cervinia. Am Freitag musste wie schon tags zuvor das Training für das erstmalig ausgetragene Event nahe des weltberühmten Matterhorns abgesagt werden. Weil in der Nacht und am Vormittag zu viel Schnee gefallen war, konnte die Piste mit Start in der Schweiz und Ziel in Italien nicht adäquat präpariert werden. Auch für Samstag und Sonntag, wenn jeweils eine Abfahrt (11.30 Uhr/BR und Eurosport) auf dem Programm steht, sind Schneefall und Winde vorhergesagt.

„Die Situation ist so, dass man es einfach nicht einschätzen kann“, sagte der deutsche Cheftrainer Christian Schweiger vor der Speed-Premiere am Gletscher. Er hofft, dass sich die Meteorologen irren. „Heute war schließlich auch Sonnenschein angesagt.“ Die Sonne war dann aber ebenso wie das Matterhorn hinter den Wolken nicht zu sehen. Auf der Gran-Becca-Piste lag bei der Besichtigung am Morgen zu viel Neuschnee, der nicht mehr weggeschafft werden konnte.

Sollten die Rennen gestartet werden, haben die Sportler damit auf der für sie neuen Piste nur ein Training absolviert. Am Mittwoch hatten noch ideale Bedingungen geherrscht. Viele Sportler wie etwa Thomas Dreßen aus dem deutschen Team fuhren dabei noch eher verhalten; sie wollten sich eigentlich über die drei geplanten Trainings langsam an den Kurs herantasten. Trainer Schweiger glaubt nicht, dass dies nun große Auswirkungen auf die Rennen hat. „Das sind alles erfahrene Rennfahrer. Wenn es darauf ankommt, werden die schon Gas geben“, kündigte er an.

Bei den Frauen steht indes im finnischen Levi der erste Slalom des Winters an (10.00/13.00 Uhr). Die WM-Dritte Lena Dürr peilt nach ihrer starken Vorsaison erneut das Podium an. Der Hang im hohen Norden liegt ihr: In Levi wurde sie 2021 zweimal Dritte und 2022 zweimal Vierte.

+++9. November+++

Dreßen fühlt sich fit wie lange nicht mehr

Verletzungen und OPs haben Skirennfahrer Dreßen lange ausgebremst. Nun fühlt sich der frühere Kitzbühel-Champion fit wie lange nicht mehr. Ein besonderer Glücksbringer soll ihn noch schneller machen.

+++8. November+++

Thomas Dreßen startet mit gemächlicher Fahrt in Zermatt ins Training

Skirennläufer Thomas Dreßen hat es im ersten Training zur Weltcup-Abfahrt in Zermatt-Cervinia gemächlich angehen lassen. Der 29 Jahre alte frühere Kitzbühel-Sieger, der in den vergangenen drei Jahre mit vielen körperlichen Problemen kämpfen musste, hatte im Ziel mehr als vier Sekunden Rückstand auf den Österreicher Otmar Striedinger.

Es war das erste Training auf der Strecke, auf welcher die Abfahrer in ihre Saison starten. Im vergangenen Jahr war die Premiere am Matterhorn wegen Schneemangels ausgefallen.

Neben Dreßen (Mittenwald) schickt der Deutsche Skiverband (DSV) noch Romed Baumann (Kiefersfelden), Josef Ferstl (Hammer), Simon Jocher (Schongau), Andreas Sander (Ennepetal), Dominik Schwaiger (Königssee) und Luis Vogt (Garmisch) in die zwei Abfahrten am Samstag und Sonntag (jeweils 11.30 Uhr/BR und Eurosport).

Die Frauen bestreiten ebenfalls am Samstag und Sonntag (jeweils 10.00 und 13.00 Uhr/BR und Eurosport) zwei Slalomrennen im finnische Levi. Angeführt wird das deutsche Aufgebot von Lena Dürr (Germering). Neben der WM-Dritten gehen auch Emma Aicher (Mahlstetten), Andrea Filser (Wildsteig) und Weltcup-Debütantin Elina Lipp (Oberstdorf) auf die Piste. Über einen Start von Lipps Vereinskollegin Jessica Hilzinger nach einer Knöchelverletzung wird vor Ort entschieden.

+++29. Oktober+++
Wind in Sölden zu stark – Rennen der Herren abgebrochen

Erst verkürzt, dann abgebrochen: Der Weltcup-Riesenslalom der Männer am Sonntag in Sölden wurde vom Winde verweht. Die Rennjury sah sich wegen der nicht nachlassenden Böen nach 47 Startern gezwungen, das Rennen abzubrechen. Zuvor war die Strecke auf dem Rettenbachgletscher wegen des Windes verkürzt worden.

„Wir haben die Situation nicht unter Kontrolle und müssen leider aus Sicherheitsgründen abbrechen“, teilte Rennchef Markus Waldner den Teams um 11.45 Uhr via Funk mit. Zum Zeitpunkt des Abbruchs lag der Österreicher Marco Schwarz bei seinem Heimspiel in Führung, doch mit dem ersten Saisonsieg gleich beim traditionellen „Opening“ wurde es nichts.

Der WM-Dritte hatte beim Eröffnungsrennen 0,29 Sekunden Vorsprung auf Olympiasieger Marco Odermatt aus der Schweiz. Dritter war der Franzose Alexis Pinturault (+0,46).

Fabian Gratz (Altenau/+2,36) durfte auf Rang 22 liegend vom Finale träumen. Anton Grammel (Kressbronn) und Debütant Jonas Stockinger (Herzogsreut) standen zum Zeitpunkt des Abbruchs noch oben am Start, die Piste wies perfekte Bedingungen auf. Doch anders als am Vortag mit Siegerin Lara Gut-Behrami (Schweiz) konnte das Rennen nicht zuende gebracht werden, das Ergebnis wurde regelkonform annulliert.

Wind zu stark – Rennen der Herren unterbrochen

Wegen der schlechten Witterungsbedingungen in Sölden ist der Riesenslalom der Herren aktuell unterbrochen. Das Rennen befindet sich momentan im ersten Durchgang.

Ski-Rennen der Männer beginnt am Reservestart

Wegen starken Windes im oberen Streckenabschnitt beginnt der Riesenslalom der alpinen Skirennfahrer in Sölden etwas weiter unten am Reservestart. Das gaben die Veranstalter vor dem ersten Herren-Rennen des Weltcup-Winters am Sonntag (10 und 13 Uhr/ZDF und Eurosport) bekannt. Für Deutschland gehen Fabian Gratz, Anton Grammel und Jonas Stockinger auf die Piste – allerdings allesamt als Außenseiter.

Trainer Schwaiger kitzelt deutsche Ski-Außenseiter

Bundestrainer Christian Schwaiger blickt dem Weltcup-Auftakt der alpinen Ski-Herren mit gemischten Gefühlen entgegen. Er erwarte von seinen drei Startern im Riesenslalom in Sölden am Sonntag „eine Top-Leistung“ und, „dass sie die nächsten Schritte machen, auf die wir eigentlich schon relativ lange warten mit unserem Riesenslalom-Team“, sagte der 55-Jährige. Wie sehr er die verletzungsbedingten Ausfälle von Topfahrer Alexander Schmid und Routinier Stefan Luitz bedauert, war Schwaiger dabei durchaus anzumerken.

Schmid, in den vergangenen Jahren bester deutscher Riesenslalom-Fahrer und im Februar Weltmeister im Parallelwettbewerb, sei ein „außergewöhnlicher Athlet“, so Schwaiger. Der Allgäuer fehlt auf dem Rettenbachferner noch wegen der Folgen eines Kreuzbandrisses. Beim zweiten Riesentorlauf des Winters in Val d'Isère im Dezember könnte er zurück sein.

Luitz hatte sich im Training vor rund zwei Wochen den rechten Knöchel gebrochen und das Syndesmoseband gerissen. Er sei schon „sehr down“ gewesen, berichtete Schwaiger von einem Gespräch mit dem 31-Jährigen, der in der jüngeren Vergangenheit immer wieder von gesundheitlichen Rückschlägen geplagt wurde. „Er scheint das Pech anzuziehen.“

Die drei verbliebenen deutschen Starter Anton Grammel, Fabian Gratz und Jonas Stockinger nehmen am Sonntag Außenseiterrollen ein. Stockinger gibt sein Weltcup-Debüt. Der 24-Jährige sei einst ein riesiges Talent gewesen, habe dann aber lange mit Rückenproblemen zu kämpfen gehabt, berichtete Schwaiger. Vorige Saison habe er im Europacup überzeugt. Er traue Stockinger zu, dem anspruchsvollen Steilhang in Sölden gewachsen zu sein.

+++ 28. Oktober +++
Gut-Behrami gewinnt Ski-Auftakt in Sölden

Die Schweizer Skirennfahrerin Lara Gut-Behrami hat den alpinen Saisonauftakt in Sölden gewonnen. Die Olympia-Dritte siegte beim Riesenslalom auf dem legendären Rettenbachferner nach einem starken zweiten Lauf mit der Winzigkeit von 0,02 Sekunden Vorsprung vor der Italienerin Federica Brignone. Dritte wurde die Slowakin Petra Vlhova (+0,14 Sekunden). Die favorisierte US-Amerikanerin und Weltcup-Rekordsiegerin Mikaela Shiffrin (+1,40 Sekunden) musste sich mit Platz sechs begnügen.

Ergebnisse: 1. Lara Gut-Behrami (Schweiz) 2:18,94 Min. (1:09,50 Min./1:09,44 Min.); 2. Federica Brignone (Italien) +0,02 Sek. (1:08,77/1:10,19); 3. Petra Vlhová (Slowakei) +0,14 (1:09,40/1:09,68); 4. Sara Hector (Schweden) +1,10 (1:09,27/1:10,77); 5. Marta Bassino (Italien) +1,19 (1:10,02/1:10,11); 6. Mikaela Shiffrin (USA) +1,40 (1:09,52/1:10,82); 7. Valerie Grenier (Kanada) +1,45 (1:10,19/1:10,20); 8. Mina Fürst Holtmann (Norwegen) +2,00 (1:10,38/1:10,56); 9. Alice Robinson (Neuseeland) +2,48 (1:11,11/1:10,31); 10. Franziska Gritsch (Österreich) +2,58 (1:09,96/1:11,56).

Neues Fluor-Verbot greift: Mowinckel disqualifiziert

Die norwegische Skirennfahrerin Ragnhild Mowinckel ist beim alpinen Saisonauftakt in Sölden wegen eines zu hohen Fluor-Werts auf ihren Skiern disqualifiziert worden. Man sei nicht glücklich über die Entscheidung, habe aber keine andere Wahl gehabt, sagte der Renndirektor des Weltverbands Fis, Peter Gerdol. Mowinckel hatte nach dem ersten Durchgang des Riesenslaloms auf dem Rettenbachferner am Samstag auf Rang sechs gelegen. Die WM-Dritte ist die erste Athletin, der das neue Fluor-Verbot im Weltcup zum Verhängnis wird.

Laut Regelwerk ist der Einsatz von Fluorwachs bei der Präparation der Skier ab dieser Saison verboten. Der erlaubte Maximalwert war wenige Tage vor dem Auftakt in Österreich noch von 1,0 auf 1,8 angehoben worden. Gemessen wird mittels Infrarot-Spektroskopie. Die Tests galten bis zuletzt als nicht hundertprozentig verlässlich und lösten deshalb Verunsicherung unter den Sportlerinnen und Sportlern aus. Bei Mowinckels Skiern sei der Wert aber extrem erhöht gewesen, erklärte Gerdol. Fluor ist extrem wasserabweisend und kann daher für einen Geschwindigkeitsvorteil sorgen. Es ist allerdings auch umweltschädlich und krebserregend.

Erster Durchgang in Sölden: Brignone brilliert

Ski-Königin Mikaela Shiffrin muss für einen perfekten Start in die neue Saison noch zulegen. Die US-Amerikanerin belegt beim Riesenslalom in Sölden nach dem ersten Durchgang den fünften Rang, der Rückstand der Rekordsiegerin im Weltcup auf die entfesselnd fahrende Italienerin Federica Brignone vor dem zweiten Lauf (13.00 Uhr/ZDF und Eurosport) beträgt 0,75 Sekunden. Von der drittplatzierten Tschechin Petra Vlhova trennen Shiffrin aber nur zwölf Hundertstel.

Die einzige deutsche Starterin Emma Aicher (Mahlstetten) verpasste den Endlauf der besten 30 als 42. (+5,15 Sekunden) Das deutsche Ski-Team geht mit einem Mini-Aufgebot ins erste Weltcup-Wochenende der neuen Alpin-Saison.

Die 28-jährige Shiffrin hat in ihrer Karriere bereits alles erreicht: zweimal Gold bei Olympia, siebenmal Gold sowie sieben weitere Medaillen bei Weltmeisterschaften, 88 Weltcupsiege, fünf Triumphe im Gesamtweltcup. Der Gewinn ihrer sechsten großen Kristallkugel ist das große Ziel für den anstehenden Winter, in dem weder WM noch Olympia auf dem Programm stehen. Das halbe Dutzend hat bislang nur die Österreicherin Annemarie Moser-Pröll geschafft.

Parallel-Weltmeister Alexander Schmid befindet sich nach einem Kreuzbandriss noch im Aufbautraining, Stefan Luitz ist erneut verletzt, deswegen schickt der Deutsche Skiverband (DSV) in Sölden nur ein Mini-Team an den Start. Bei den Männern fahren am Sonntag (10.00 und 13.00 Uhr/Eurosport und ZDF) Anton Grammel, Fabian Gratz und Jonas Stockinger.

+++20. Oktober 2023+++
Fis gibt grünes Licht für Weltcup-Auftakt in Sölden

Der Weltcup-Auftakt der alpinen Skirennläufer am 28. und 29. Oktober im österreichischen Sölden kann wie geplant stattfinden. Der Internationale Ski- und Snowboardverband FIS gab am Donnerstag nach der obligatorischen Schneekontrolle grünes Licht für die Riesenslalom-Rennen der Frauen (Samstag) und Männer (Sonntag).

Die Organisatoren hatten die Piste in den vergangenen Tagen in einen rennfertigen Zustand versetzt. Sie verwendeten dabei rund 45.000 Kubikmeter Schnee, der seit April in Depots am Rettenbachgletscher gelagert worden war. Abseits der Strecke für den Weltcup lag am Donnerstagmorgen nach wie vor kein Schnee.

+++18. Oktober 2023+++
Stefan Luitz droht nach Knöchelbruch das Saison-Aus

Schock für Stefan Luitz: Der Skirennfahrer hat sich im Training einen Knöchelbruch zugezogen und wird wohl die anstehende Weltcup-Saison komplett verpassen. Wie der Deutsche Skiverband am Dienstag mitteilte, erlitt der 31-Jährige eine Fraktur des rechten Außenknöchels sowie einen Riss der Syndesmose. Luitz werde in den nächsten Tagen operiert.

Luitz hatte erst im vergangenen Sommer ein vorzeitiges Karriereende ausgeschlossen, nachdem er im Winter zuvor nach einem Bandscheibenvorfall sein Comeback gegeben hatte. Aufgrund dieser Verletzung hatte er auch seinen Start bei den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking absagen müssen. Zuvor war er bereits nach weiteren schweren Knieverletzungen (Kreuzbandriss 2017, Innenbandriss 2019) zurückgekommen.

Luitz gewann bisher im Weltcup einen Riesenslalom und stand zudem noch neunmal auf dem Podium. Mit dem Team holte er zweimal WM-Bronze.

(RP/dpa/sid)
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