Ski-Alpin-Weltcup 2019/20: Alexis Pinturault gewinnt Riesenslalom in Sölden

Ski-Alpin-Telegramm 2019/20 : Pinturault gewinnt Riesenslalom in Sölden, Luitz nur auf Rang 16

Im Ski Alpin kämpfen die Sportler wieder um den Sieg in den einzelnen Disziplinen und im Gesamtweltcup. In unserem Telegramm halten wir Sie über alles Wichtige während der Saison auf dem Laufenden.

Die deutschen Skirennläufer haben zum Auftakt des Weltcups im österreichischen Sölden enttäuscht und beim Sieg von Alexis Pinturault eine Top-10-Platzierung deutlich verpasst. Stefan Luitz, nach dem ersten Lauf noch 13., musste sich beim Riesenslalom auf dem Rettenbachgletscher mit 1,83 Sekunden Rückstand mit Rang 16 zufrieden geben. Alexander Schmid fiel vom 14. auf den 27. Platz (3,00 Sekunden) zurück.

Bereits am Samstag hatte Viktoria Rebensburg beim überraschenden Erfolg der 17 Jahre alten Neuseeländerin Alice Robinson einen enttäuschenden 13. Platz belegt. Es war somit das schlechteste deutsche Ergebnis beim Weltcup-Auftakt seit 2003.

Den ersten Sieg des Winters bei den Männern holte sich der Franzose Pinturault, der nach dem Rücktritt des achtmaligen Gesamtweltcupsiegers Marcel Hirscher (Österreich) neben Henrik Kristoffersen (Norwegen) als erster Anwärter auf die große Kristallkugel gilt, in 2:14,14 Minuten vor seinem Landsmann Matthieu Faivre (0,54 Sekunden zurück). Für den 28-Jährigen war es der 21. Weltcup-Sieg.

Dritter wurde Zan Kranjec (Slowenien/0,63). Routinier Ted Ligety belegte hinter seinem Landsmann Tommy Ford USA überraschend den fünften Platz. Kristoffersen enttäuschte auf Rang 18.

+++++24. Oktober 2019++++

Viktoria Rebensburg enttäuscht bei Überraschungssieg von 17-jähriger Australierin

Skirennläuferin Viktoria Rebensburg hat beim Überraschungssieg der 17-jährigen Neuseeländerin Alice Robinson zum Auftakt des alpinen Weltcups eine herbe Enttäuschung erlebt. Beim Riesenslalom auf dem Rettenbachferner in Sölden belegte die WM-Zweite vom SC Kreuth nach einer viel zu zögerlichen Fahrt nur den 13. Platz. Am Ende hatte die 30-Jährige einen Rückstand von 1,73 Sekunden auf Junioren-Weltmeisterin Robinson, die bei ihrem erst elften Start im Weltcup den ersten Sieg holte.

"Es war nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe. Ich tue mich schwer, die Gründe zu finden", sagte Rebensburg in der ARD: "Es waren mehrere kleine Sachen, die zusammengekommen sind. Wir haben jetzt vier Wochen Zeit bis zum nächsten Rennen und können in manchen Dingen Gas geben."

Zweite wurde Mikaela Shiffrin (USA), die nach dem ersten Durchgang noch geführt hatte. Im zweiten Durchgang fiel die Gesamtweltcupsiegerin jedoch noch hinter Robinson zurück, ihr Rückstand betrug 0,06 Sekunden. Tessa Worley aus Frankreich, die im Vorjahr in Sölden gewonnen hatte, belegte den dritten Platz (+0,36 Sekunden).

Robinson sorgte für den ersten neuseeländischen Sieg im Riesenslalom, sie hatte im letzten Rennen der Vorsaison in Soldeu/Andorra den zweiten Platz hinter Shiffrin belegt. Beim bislang letzten Weltcupsieg einer neuseeländischen Skirennläuferin war Robinson noch gar nicht geboren, diesen hatte im Februar 1997 Claudia Riegler in Laax geholt. Robinson kam fast fünf Jahre später am 1. Dezember 2001 zur Welt.

Lena Dürr (Germering) fuhr auf den starken 18. Rang. "Der zweite Durchgang war nicht ganz so gut, aber das positive Gefühl überwiegt", sagte die 28-Jährige, die zuletzt 2016 Weltcup-Punkte im Riesenslalom geholt hatte. Marlene Schmotz (Leitzachtal) verpasste als 37. den Einzug ins Finale.

+++++24. Oktober 2019++++

Rebensburg abgeschlagen, Shiffrin in Sölden vorne

Skirennläuferin Viktoria Rebensburg hat im Auftaktrennen des alpinen Weltcups im österreichischen Sölden ihre Chancen auf den Sieg bereits eingebüßt. Beim Riesenslalom auf dem Rettenbachgletscher liegt die WM-Zweite vom SC Kreuth mit 1,87 Sekunden Rückstand auf die führende Mikaela Shiffrin (USA) nur auf dem zehnten Rang.

Zweite hinter Shiffrin ist überraschend die 17 Jahre alte Junioren-Weltmeisterin Alice Robinson aus Neuseeland (+0,14 Sekunden). Auf Rang drei folgt mit bereits großem Rückstand Federica Brignone (Italien/+0,86). Rebensburg fehlen zum Podest 1,01 Sekunden.

Ebenfalls für den zweiten Lauf qualifiziert ist Lena Dürr (Germering), die im Zwischenklassement auf Rang 24 liegt. Marlene Schmotz (Leitzachtal) verpasste als 37. den Einzug ins Finale. Der zweite Durchgang wird um 13.00 Uhr gestartet (ARD und Eurosport).

+++++24. Oktober 2019++++

Josef Ferstl verletzt sich in Sölden an der Hand

Der deutsche Skirennfahrer Josef Ferstl hat sich eine Verletzung an der Hand zugezogen und muss einige Zeit pausieren. Der 30-Jährige krachte bei einer Riesenslalom-Trainingseinheit in Sölden gegen ein Tor und zog sich eine „kleine, knöcherne Absprengung am äußeren linken Handgelenk“ zu, wie Teamarzt Manuel Köhne in einer Mitteilung des Deutschen Skiverbandes (DSV) am Donnerstag erklärte. Sein Saisonstart Ende November sei für den Traunsteiner nicht in Gefahr.

Der Super-G-Sieger von Kitzbühel wird nicht operiert, muss das Gelenk aber einige Tage ruhigstellen. „Freilich, ist das jetzt blöd gelaufen“, sagte Ferstl. „Aber da ich Mitte November in Nordamerika wieder in die Vorbereitung einsteigen kann, bin ich sehr zuversichtlich für einen Start in Lake Louise.“ Am 30. November steht in Kanada die erste Abfahrt an - beim Riesenslalom zum Saisonauftakt an diesem Wochenende in Sölden wäre Ferstl ohnehin nicht gestartet.

+++++24. Oktober 2019+++++

Felix Neureuther traut Stefan Luitz Gesamtsieg im Riesenslalom-Weltcup zu

Skirennfahrer Stefan Luitz ist nach Einschätzung von Felix Neureuther einer der Kandidaten für den Gesamtsieg im Riesenslalom-Weltcup. „Auf den kann man sich freuen. Weil er wahnsinnig schnell Skifahren kann und - speziell jetzt, da Marcel Hirscher nicht mehr dabei ist - definitiv ein Wörtchen mitreden kann was den Riesenslalom-Weltcup betrifft“, sagte Neureuther der Deutschen Presse-Agentur vor dem Saisonstart am Wochenende in Sölden.

Neureuther hat seine Karriere im März beendet und ist in Österreich erstmals als TV-Experte der ARD im Einsatz. Die Zuschauer könnten sich aus dem deutschen Team vor allem auf den 27 Jahre alten Luitz freuen, sagte Neureuther. „Durch seine Art, Ski zu fahren, kann man mit ihm extrem mitfiebern. Weil du nie wirklich weißt, was dabei raus kommt. Er macht mir aber schon den Eindruck, dass er mittlerweile sehr, sehr stabil geworden ist.“

Luitz steht wie Fritz Dopfer, Alexander Schmid und Neuling Bastian Meisen am Sonntag (10.00/13.00 Uhr/ARD und Eurosport) am Start. Am Samstag (10.00/13.00 Uhr/ARD und Eurosport) fahren die Damen um die deutsche Topfahrerin Viktoria Rebensburg um die ersten Punkte der Saison.

Hier beantworten wir die wichtigsten Fragen zur Weltcup-Saison 2019/20.

+++++23. Oktober 2019+++++

Diese deutschen Skifahrer starten in Sölden

Angeführt von Viktoria Rebensburg und Stefan Luitz schickt der Deutsche Skiverband beim Weltcup-Auftakt der Alpinen in Sölden am Wochenende sieben Sportler an den Start. Neben Luitz, Fritz Dopfer und Alexander Schmid darf am Sonntag (10.00/13.00 Uhr/ARD und Eurosport) erstmals auch Bastian Meisen vom SC Garmisch an einem Weltcup-Rennen teilnehmen. Der 23-Jährige setzte sich in einer internen Qualifikation um den vierten Startplatz bei den Herren durch.

Hier finden Sie den DSV-Kader der Herren.

Bereits am Samstag (10.00/13.00 Uhr/ARD und Eurosport) geht es für Rebensburg um einen guten Saisonstart. Ebenfalls um Punkte fahren zudem Lena Dürr und Marlene Schmotz.

+++++23. Oktober 2019+++++

Felix Neureuther will als ARD-Experte etwas bewegen

Felix Neureuther hat trainiert. Wie sich das so gehört. Am Wochenende beginnt auf dem Rettenbachferner hoch über Sölden der alpine Ski-Weltcup, also fuhr Neureuther bereits in der vergangenen Woche hinein ins Ötztal und hinauf auf den Gletscher, um sich auf den Saisonstart vorzubereiten. Das ist nun keineswegs ungewöhnlich - Neureuther hat das über Jahre hinweg gemacht. Und doch ist nun alles anders.

Mitte März ist Neureuther zurückgetreten, bis vergangene Woche hatte er fünf Monate lang nicht auf Skiern gestanden. Bei seinen Trainingsfahrten hielt er nun eine Kamera in der Hand, sie wird Teil seines neuen Lebens sein: Der 35-Jährige ist jetzt Experte für die ARD, da wird er sich künftig sogar die Streif in Kitzbühel hinunterstürzen, um den Zuschauern daheim tolle Bilder zu liefern.

Vor seiner neuen Aufgabe hat er Respekt. "Es ist schon was anderes, wenn du nicht mehr gefragt wirst, sondern jetzt da unten stehst und selbst Fragen stellst und deinen Senf dazu geben musst", sagt Neureuther. Wobei: Nach dem Slalom 2015 in Zagreb hat er sich nach seinem zweiten Platz hinter dem nun ebenfalls abgetretenen Marcel Hirscher im österreichischen Fernsehen selbst interviewt - der Moderator war nicht da.

Erfahrung im Umgang zwischen Sportlern und den Medien hat er genug gesammelt bei 248 Rennen im Weltcup mit 13 Siegen und insgesamt 47 Podestplatzierungen. Aber: Die Übertragungen von Skirennen haben ihm nicht immer gefallen, "wenn jemand nicht mit Leidenschaft dabei war, konnte ich das gar nicht leiden." Ihm "wird das nicht passieren", er will den Sport, den er liebt und lebt, gut "rüberbringen" und "etwas bewegen".

Neureuther wird wohl mit offenen Armen empfangen werden. "Ich hoffe, dass das deutsche Fernsehen ein bisschen lockerer wird und er vielleicht auch ein bisschen mehr Witz mit reinbringt und nicht alles stur nach Plan macht", sagt Thomas Dreßen. Er, Kitzbühel-Sieger von 2018, traut dem einstigen Slalom- und Riesenslalomläufer auch glaubwürdige Analysen bei einer Abfahrt zu. "Wenn man wen ernst nehmen kann, dann ihn."

Wehmut, behauptet Neureuther, werde ihn allerdings nicht überkommen, wenn er künftig an Wettkampforte reist, die ihm längst vertraut geworden sind. Bei der Fahrt vergangene Woche nach Sölden ist ihm gleich aufgefallen, das sein Gefühl ein anderes war. "Ich weiß noch, wie es früher war, als ich da reingefahren bin. Diesmal hat es sich befreiend angefühlt", berichtet er. Der Druck von 16 Jahren Weltcup ist weg.

In ein Loch ist Neureuther nach seinem Rücktritt Mitte März auch nicht gefallen, er hatte schließlich genug damit zu tun, "ein normales Leben auf die Reihe zu bringen". Tatsächlich, sagt der Vater von demnächst zwei Kindern, sei er den Sommer über "vielbeschäftigt" gewesen: "Da hatte ich gar keine Zeit darüber nachzudenken, wie das denn jetzt ist mit dem Übergang vom Profisportler zum Geschäftsmann."

+++++4. September 2019+++++

Österreicher Marcel Hirscher beendet seine außergewöhnliche Karriere

Marcel Hirscher, der beste Skirennfahrer der Welt, hat seine aktive Karriere beendet und den Generationenwechsel im Weltcup damit massiv beschleunigt. Der 30 Jahre alte zweimalige Olympiasieger gab die Entscheidung am Mittwochabend zur besten Sendezeit bei einer vor allem in seinem Heimatland Österreich mit Spannung erwarteten Veranstaltung bekannt. „Es ist heute der Tag, an dem ich meine aktive Karriere beenden werde“, sagte er in einem weißen T-Shirts ohne jeden Sponsorenaufnäher. „Das ist kein Berufs-, kein Jobwechsel. Das ist ein Leben, dass man von heute auf morgen beendet.“

Hier finden Sie den DSV-Kader im Ski Alpin der Damen.

Erstmals seit langem wird es also einen neuen Gesamtweltcupsieger geben. Seit 2012 hat Hirscher die große Kugel acht Mal in Serie gewonnen und damit einen auf Jahre unerreichbaren Rekord aufgestellt.

Nach seinem sehr populären deutschen Kumpel Felix Neureuther und dem norwegischen Ausnahmefahrer Aksel Lund Svindal ist Hirscher der dritte prägende Fahrer der vergangenen Jahre, der beim Saisonstart in sieben Wochen nicht mehr dabei sein wird.

Insgesamt holte Hirscher in seiner Karriere wie US-Star Lindsey Vonn, die ihre Karriere ebenfalls beendet hat, 20 Kristallkugeln. Dazu kommen fünf Einzel-Weltmeistertitel, zwei mit der Mannschaft und zwei Olympiasiege bei den Winterspielen in Pyeongchang. Vier Jahre zuvor in Sotschi holte er zudem Olympia-Silber.

Eine Überraschung ist die Entscheidung nach monatelangen Spekulationen und den sich zuletzt mehrenden Indizien zwar nicht - ein schwerer Schlag ist der Rücktritt für den Österreichischen Skiverband (ÖSV) und die Fans aber dennoch. „Ich habe bis zuletzt gehofft, dass der Marcel weitermacht“, sagte auch Neureuther zuletzt dem „Spiegel“. „Mich überrascht das, ich hätte damit nicht gerechnet. In jedem Fall extrem bitter.“

Neureuther traf seine Entscheidung vor dem letzten Saisonrennen nach einem schwierigen Comeback-Jahr auch mit Blick auf seine Familie, seine Frau Miriam erwartet das zweite Kind. Auch Hirscher ist seit knapp einem Jahr Vater eines Sohnes, die Prioritäten hatten sich deswegen schon im vergangenen Winter verschoben.

An seiner Ausnahmestellung im Weltcup änderte das aber nichts. Seit seinem ersten Gesamtweltcupsieg in der Saison 2011/2012 stand er jeden Winter nach mindestens 60 Prozent seiner Rennen auf dem Podest, 35,2 Prozent seiner Wettkämpfe im Weltcup seit jener Saison gewann er. Beeindruckende Zahlen, die der begeisterte Motocrossfahrer im vergangenen Winter sogar jeweils deutlich übertraf.

Insgesamt kommt Hirscher auf 245 Weltcup-Rennen und 63 Siege. Nur der große Schwede Ingemar Stenmark hat im Weltcup mit seinem Rekord von 86 Erfolgen bei den Männern mehr Siege. Er hatte stets damit gerechnet, wenn schon nicht von Vonn (82), dann doch zumindest von Hirscher eingeholt zu werden. Daraus wird jetzt nichts mehr.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das müssen sie über den alpinen Ski-Weltcup wissen

(RP/dpa/sid)
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