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Ski-Alpin-Weltcup 20/21: Thomas Dreßen bekommt WM-Garantie - Start bleibt offen

Ski-Alpin-Telegramm 20/21 : Dreßen bekommt WM-Garantie - Start bleibt offen

Ski-Rennläufer Thomas Dreßen wird nach seiner Hüftoperation auf jeden Fall zur Ski-WM fahren. Ob er dort auch startet, ist damit allerdings nicht gesichert. In unserem Telegramm halten wir Sie über alles Wichtige während der Ski-Alpin-Saison auf dem Laufenden.

Die drei Weltcups auf der legendären Streif musste Thomas Dreßen daheim am Fernseher verfolgen - dank einer Blitzheilung soll der beste deutsche Abfahrer aber pünktlich zum Saisonhöhepunkt bei der Weltmeisterschaft im Februar wieder fit sein. Vom Deutschen Skiverband bekam der Mittenwalder, der wegen einer Hüft-Operation in diesem Winter noch keinen Wettkampf bestritten hatte und erst in der vorigen Woche erstmals wieder Skifahren war, eine Garantie für die Reise nach Cortina d'Ampezzo. „Wir nehmen ihn auf jeden Fall mit“, versicherte der deutsche Alpinchef Wolfgang Maier der dpa am Montag.

Bei der WM in den Dolomiten vom 8. bis 21. Februar zählen die Asse des DSV nicht zuletzt durch die beachtlichen Abfahrten am Wochenende und den Super-G am Montag in Kitzbühel zu den Medaillenkandidaten. Dreßen aber könnte nun der Joker werden! Ob der 27-Jährige dann in Cortina auch tatsächlich an den Start gehen kann, das werde sich wohl erst bei den Trainings vor Ort zeigen, wie Maier erklärte. „Natürlich ist die WM ein Thema“, hatte der Sportler selbst zuletzt gesagt.

„Einen Dreßen, den besten deutschen Abfahrer der Geschichte, würde ich nie zuhause lassen“, bekräftigte der Alpin-Direktor. „Es stand für uns außer Diskussion, dass wir ihm die Chance geben.“ Sollte der fünfmalige Weltcupsieger sich in Cortina also bereit fühlen, an den Start zu gehen, könnte der DSV in die vor wenigen Jahren noch kaum vorstellbare Qual-der-Wahl-Situation kommen, dass sich Fahrer im Training vor Ort um die vier Startplätze duellieren müssten.

Vor einem internen Ausscheidungs-Wettkampf sind zwei Abfahrer sicher, nämlich Andreas Sander und Romed Baumann. Die zwei Routiniers zeigten an diesem Wochenenden in Kitzbühel ihre Klasse und gehen mit viel Rückenwind in die Heimrennen Ende der nächsten Woche in Garmisch-Partenkirchen und dann die WM in Norditalien.

Sander schloss die verlängerte Kitzbühel-Woche am Montag mit Rang neun im Super-G ab, Baumann wurde Elfter. Josef Ferstl als 13. und Dominik Schwaiger als 17. rundeten ein gutes Ergebnis ab. „Das gibt viel Selbstvertrauen“, sagte Sander vor der Abreise aus Tirol.

Rund eineinhalb Sekunden fehlten Sander und Baumann auf Sieger Vincent Kriechmayer. Der Österreicher gewann vor dem Schweizer Marco Odermatt (+0,12 Sekunden) und seinem Landsmann Matthias Mayer (+0,55). „Es sind Kleinigkeiten, die nicht ganz gepasst haben“, sagte Sander zu seinem Kitzbühel-Abschluss im ZDF. Er habe seine Ski nicht perfekt auf die Pistenbedingungen eingestellt, außerdem waren einige Abschnitte nicht ideal. „Fehler macht man natürlich“, betonte der 31-Jährige. „Die Kunst ist es, mit Fehlern wenig Zeit zu verlieren.“

Mit den Plätzen acht, fünf und neun - plus einem Ausreißer als 20. - kann sich Sanders Super-G-Bilanz in diesem Winter sehen lassen. „Ich freu mich voll auf Garmisch“, sagte der Ennepetaler nun. Für Teamkollege Baumann waren die Kitzbühel-Events die Heimrennen, schließlich wuchs der gebürtige Österreicher nur wenige Kilometer von der Streif entfernt auf. In Garmisch aber soll der Heimvorteil den Ausschlag geben für die DSV-Truppe. „Wir waren dort schon zum Trainieren und sind top motiviert“, berichtete der 35-Jährige.

Auch der in den vergangenen Wochen schwächelnde und heftig mit seiner Form hadernde Ferstl konnte Platz 13 als Schritt nach vorne werten. „Die Mannschaft ist gut drauf, besonders der Andi und der Romed. Ich und die Kollegen hinken ein bisschen hinterher“, erzählte er. „Aber das ist das Schöne: Wir können uns ranziehen an unsere Besten.“ Und vielleicht ist der Allerbeste bald überraschend auch wieder dabei.

+++++25. Januar 2021+++++

DSV-Ass Sander Neunter im Kitzbüheler Super-G

Die deutschen Skirennläufer haben auch zum Abschluss der Weltcup-Wettbewerbe in Kitzbühel eine gute Leistung geboten. Beim Sieg von Vincent Kriechmayr (Österreich) belegten Andreas Sander (Ennepetal/+1,41 Sekunden), Romed Baumann (Kiefersfelden/+1,52), Josef Ferstl (Hammer/+1,60) und Dominik Schwaiger (Königssee/+1,78) bei schwierigen und wechselnden Sichtbedingungen und trotz mehrerer Fehler die Plätze neun, elf, 13 und 17.

Auf der eisigen und von Rippen durchzogenen Streif lag der schon in den beiden Abfahrtsrennen favorisierten Kriechmayr am Ende 0,12 Sekunden vor dem Schweizer Marco Odermatt, Dritter wurde sein Landmanns Matthias Mayer (+0,55), der nach den beiden Abfahrten zum dritten Mal aufs Podest fuhr. Beat Feuz (Schweiz), Gewinner der beiden Abfahrtsrennen, schied aus. Ebenso der junge Simon Jocher (Oberstdorf).

Baumann und Sander in Top 6 von Kitzbühel - Feuz feiert Doppel-Sieg

+++++24. Januar 2021+++++

Die deutschen Skirennläufer haben bei der legendären Hahnenkammabfahrt in Kitzbühel die Podestplätze zwar knapp verpasst, aber trotzdem ein Spitzenergebnis eingefahren. Beim zweiten Rennen auf der berüchtigten Streif war der Schweizer Beat Feuz erneut nicht zu schlagen, Romed Baumann (Kiefersfelden) als Fünfter (+0,97 Sekunden) und Andreas Sander (Ennepetal/+1,00) direkt dahinter bestätigten drei Wochen vor der Ski-WM in Cortina ihre gute Form.

Baumann, dem 59 Hundertstelsekunden auf das Podium fehlten, war bei schwierigen Sichtverhältnissen dennoch nicht zufrieden. "Irgendwie habe ich nicht ganz so den Trieb hingebracht, den ich mir gewünscht habe", sagte der Routinier im ZDF. Auch Sander fand seine Fahrt "nicht so gut".

Dominik Schwaiger (Königssee) lag nach einer guten Fahrt bei der vorletzten Abfahrt vor der WM im Zwischenergebnis auf Platz 13 (+1,62), Josef Ferstl (Hammer) verfehlte die Spitzenplätze mit einem Rückstand von 2,56 Sekunden deutlich. Feuz, der am Freitag erstmals in "Kitz" triumphierte hatte, feierte den ersten Abfahrts-Doppelsieg im österreichischen Ski-Mekka seit Luc Alphand (Frankreich) vor 26 Jahren.

Feuz gewann vor dem Franzosen Johan Clarey (+0,17) und Lokalmatador Matthias Mayer (+0,38). Das für Samstag geplante Rennen war wegen des schlechten Wetters um einen Tag verschoben worden. Der Super-G findet nun am Montag (10.45 Uhr) statt.

Skirennfahrerin Weidle abgeschlagen - Gut-Behrami siegt deutlich

Skirennläuferin Kira Weidle hat beim Weltcup in Crans-Montana ein Wochenende zum Vergessen erlebt. Nach dem enttäuschenden 16. Platz in der Abfahrt kam die Starnbergerin auch im Super-G nicht über Rang 26 hinaus. Für Weidle ein Rückschlag zwei Wochen vor der WM, für die Abfahrtskönigin Sofia Goggia (Italien) und Super-G-Queen Lara Gut-Behrami (Schweiz) endgültig in die Favoritenrolle fuhren.

"Es waren überall Fehler drin", sagte Weidle (24) nach dem Super-G zerknirscht im ZDF: "Ich war in der Fläche schnell und unten raus, aber wenn man zwischendrin so Fehler macht, bringt das auch nicht mehr viel." Ihr Rückstand auf Gut-Behrami: 2,35 Sekunden.

Die Schweizerin holte sich zwei Wochen nach ihrem Erfolg von St. Anton den zweiten Sieg im Super-G in Serie, es war ihr insgesamt 28. im Weltcup. Die 29-Jährige war nach überstandenen Rückenproblemen stolze 0,93 Sekunden schneller als die Österreicherin Tamara Tippler. Federica Brignone (Italien/1,02) wurde Dritte.

Gleich mehrere Athletinnen hatten große Probleme mit der Kurssetzung. Petra Vlhova (Slowakei) schied aus, Goggia fuhr nach verpatztem Zielsprung am vorletzten Tor vorbei und verspielte den zweiten Platz. Die Italienerin hatte zuvor beide Abfahrten in Crans-Montana gewonnen.

Weidle, am Freitag noch gute Fünfte, hatte schon nach dem zweiten Rennen in der Königsdisziplin am Samstag mit sich gehadert: "Ich bin hie und da nicht so sauber über dem Ski gestanden." Zudem, ergänzte sie selbstkritisch, sei sie bei wolkenverhangenem Himmel wegen der schlechten Sicht "ein bisschen passiv gewesen".

Olympiasiegerin Goggia (28) war am Samstag 0,27 Sekunden schneller als Gut-Behrami und holte ihren vierten Abfahrtserfolg in Serie. Das war zuletzt Speed-Queen Lindsey Vonn (USA) von Januar bis März 2018 gelungen. Weidle lag 1,56 Sekunden zurück.

+++++23. Januar 2021+++++

Skirennfahrerin Weidle enttäuscht bei nächster Goggia-Gala

Kira Weidle schüttelte frustriert den Kopf. Nach ihrem starken fünften Platz am Freitag hat die Starnberger Skirennfahrerin bei der zweiten Abfahrt in Crans-Montana am Samstag einen Dämpfer kassiert. Die 24-Jährige belegte beim erneuten Sieg der Italienerin Sofia Goggia mit 1,56 Sekunden Rückstand nur Rang 16.

„Ich bin mit meiner Fahrt nicht zufrieden, weil ich teilweise ein bisschen unsauber gefahren und ein bisschen passiv gewesen bin“, sagte Weidle dem ZDF. Die einzige deutsche Starterin an diesem Wochenende in der Schweiz war als Fünfte auf die Piste gegangen und hatte mit den Sichtverhältnissen unter zunächst wolkenverhangenem Himmel spürbar zu kämpfen. Zudem sei die Strecke aufgrund kühlerer Temperaturen schneller gewesen als am Vortag, erklärte sie.

Nachdem das Wetter im weiteren Rennverlauf etwas aufklarte, fiel Weidle im Klassement immer weiter zurück. Mit Blick auf die Weltmeisterschaft im italienischen Cortina d'Ampezzo im Februar bleibt sie aber die größte deutsche Hoffnungsträgerin.

Die formstarke Olympiasiegerin Goggia feierte indes bereits ihren vierten Erfolg in der fünften Abfahrt dieser Saison. „Sie fährt extrem viel Risiko“, sagte Weidle über die 28-Jährige. „Wenn sie an der einen oder anderen Stelle technisch noch sauberer fahren würde, kann sie sich fast nur selber schlagen.“

Zweite wurde die Schweizerin Lara Gut-Behrami (+0,27), Dritte Goggias Landsfrau Elena Curtoni (+0,60). Für einen Schreckmoment sorgte die Tschechin Ester Ledecka, die zu weit aus einer Kurve rausgetragen wurde und in ein Fangnetz krachte. Die 25-Jährige stand aber wieder auf und streckte den Daumen nach oben. Am Sonntag (12.00 Uhr) steht für die Damen in Crans-Montana noch ein Super-G an.

+++++22. Januar 2021+++++

Zweite Abfahrt auf der Streif in Kitzbühel von Samstag auf Sonntag verschoben

Das Wetter hat das Programm der alpinen Weltcup-Wettbewerbe in Kitzbühel ein wenig durcheinandergewirbelt. Die klassische Hahnenkamm-Abfahrt auf der Streif, die am Samstagmorgen wegen Regen, Schneefall, Nebel und der Pistenbedingungen abgesagt wurde, soll nun am Sonntag (10.20 Uhr) nachgeholt werden. Der Super-G verschiebt sich dadurch auf Montag (10.45 Uhr).

"Aufgrund der aktuellen Wettersituation und des damit verbundenen Pistenzustands hat die Jury entschieden, das heutige Abfahrtsrennen abzusagen", teilten der Internationale Skiverband FIS und die Organisatoren am Samstagmorgen mit. Durch die hohen Temperaturen am Freitag war die Streif bereits in Mitleidenschaft gezogen worden, der Regen verschlechterte die Bedingungen zusätzlich.

"Es hat in der Nacht bis zum Hausberg rauf geregnet und angefangen zu schneien", berichtete der deutsche Männer-Cheftrainer Christian Schwaiger. Für die Organisatoren sei es deshalb "nach dem gestrigen warmen Tag" schwierig gewesen, die Piste rennfertig zu präparieren. Schwaiger nannte es eine "relativ vernünftige Entscheidung", das Rennen abzusagen.

Die deutschen Läufer waren nicht überrascht von der Absage am Samstag. "Das habe ich schon fast erwartet, als ich heute Morgen aufgestanden bin, da habe ich kurz rausgeschaut, und es sah nicht gut aus", sagte Andreas Sander, der am Freitag bei der ersten Abfahrt auf der Streif Rang fünf belegt hatte. "Die Jungs werden sich jetzt regenerieren", sagte Cheftrainer Schwaiger zu den Plänen für den restlichen Samstag.

+++++22. Januar 2021+++++

Heftige Stürze auf der Streif in Kitzbühel - Kryenbühl schwer verletzt

Andreas Sander hat in einem Chaos-Rennen auf der berüchtigten Streif die erste Podestplatzierung seiner Karriere verpasst, seine starke Form aber unterstrichen. Der 31-Jährige aus Ennepetal belegte bei der ersten von zwei Weltcup-Abfahrten in Kitzbühel beim Premierensieg von Beat Feuz (Schweiz) den fünften Platz. Das mehrfach unterbrochene Rennen wurde nach 30 von 55 Startern endgültig abgebrochen, konnte damit aber gewertet werden.

Romed Baumann (Kiefersfelden), Dominik Schwaiger (Königssee) und Josef Ferstl (Hammer) rundeten auf den Rängen acht, zwölf und 13 das beste Mannschaftsergebnis für den Deutschen Skiverband (DSV) in "Kitz" ab. Drei deutsche Läufer hatten sich zuvor nur einmal unter den ersten Zwölf platziert: 1990 in Schladming kamen Stefan Krauss, Markus Wasmeier und Hansjörg Tauscher auf die Plätze sechs, neun und zehn.

Überschattet wurde das Geisterrennen von einem schweren Sturz des Schweizers Urs Kryenbühl, der beim extrem weiten Zielsprung bei einer Geschwindigkeit von 145 km/h die Kontrolle verlor und schwer auf die harte Piste krachte. Nach Angaben des Schweizer Skiverbandes Swiss Ski erlitt der 26-Jährige neben einer Gehirnerschütterung und einem Bruch des rechten Schlüsselbeins auch einen Riss des Kreuz- und Innenbandes im rechten Knie. Ryan Cochran-Siegle (USA) zog sich bei einem Sturz laut US-Verband eine "leichte Halswirbelfraktur" zu.

Das Rennen stand zwischenzeitlich vor dem Abbruch, weil nach der Zieldurchfahrt des Österreichers Daniel Danklmaier (Startnummer 23) als zusätzliche Gefahr für die Läufer starker Wind aufkam. Nach einer 40-minütigen Unterbrechung fuhren noch die für eine Wertung des Rennens erforderlichen sieben weiteren Starter - unter anderem der starke Schwaiger (Startnummer 26).

Feuz triumphierte bei der 500. Abfahrt seit der Gründung des alpinen Ski-Weltcups im Jahre 1966 nach einer überzeugenden Fahrt in 1:53,77 Minuten vor Vorjahressieger Matthias Mayer aus Österreich (+0,16) und Dominik Paris aus Italien (+0,56). Der 33-Jährige hatte noch nie in Kitzbühel gewinnen können. Vier Mal war der Schweizer bisher Zweiter geworden.

Weidle gute Fünfte bei Abfahrt in Crans-Montana

Skirennfahrerin Kira Weidle hat bei der Weltcup-Abfahrt in Crans-Montana ihr bestes Saisonergebnis egalisiert. Die 24-Jährige aus Starnberg kam am Freitag auf den fünften Platz, den sie bereits im vergangenen Dezember in Val d'Isère belegt hatte. Als einzige deutsche Starterin lag Weidle auf verkürzter Strecke eine knappe Sekunde hinter Siegerin Sofia Goggia.

Die Italienerin setzte sich vor der Tschechin Ester Ledecka (+0,20 Sekunden) und Breezy Johnson aus den USA (+0,57) durch. Das Rennen musste zeitweise wegen starken Windes unterbrochen werden. Am Samstag steht in der Schweiz erneut eine Abfahrt auf dem Programm.

+++++21. Januar 2021+++++

Thomas Dreßen nach Hüft-OP zurück auf der Piste
Rund zwei Monate nach seiner Hüft-Operation ist Skirennfahrer Thomas Dreßen auf die Piste zurückgekehrt. Deutschlands bester Abfahrer postete in den sozialen Medien am Donnerstag ein Video, das ihn dabei zeigt, wie er den Kasberg in Österreich hinabfährt. „Endlich! Zurück, wo ich hingehöre“, schrieb er dazu.