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Ski-Alpin-Weltcup 20/21: Mikaela Shiffrin auch in St. Moritz nicht am Start

Ski-Alpin-Telegramm 2020/21 : Ski-Star Shiffrin auch in St. Moritz nicht am Start

Auch die Weltcup-Saison der alpinen Skirennfahrer ist wegen der Corona-Pandemie unter besondern Vorzeichen gestartet. In unserem Telegramm halten wir Sie über alles Wichtige während der Ski-Alpin-Saison auf dem Laufenden.

Ski-Star Mikaela Shiffrin lässt auch die nächsten beiden alpinen Weltcup-Rennen aus. Die fünfmalige Weltmeisterin und zweimalige Olympiasiegerin will sich vorerst mehr auf die Technikwettbewerbe konzentrieren und verzichtet daher auf einen Start bei den Super-G-Rennen der Damen am kommenden Samstag und Sonntag in St. Moritz. Bei den Riesenslaloms am 12. und 13. Dezember im französischen Courchevel will die 25-Jährige dann wieder dabei sein.

Shiffrin hatte zuletzt schon das Parallelrennen in Lech/Zürs ausgelassen. Beim Saisonauftakt in Sölden Mitte Oktober fehlte die Amerikanerin wegen einer Rückenblessur. Bei den Slalomrennen im finnischen Levi belegte Shiffrin Mitte November einmal den zweiten und einmal den fünften Platz. Es waren ihre bislang einzigen Weltcup-Starts in diesem Winter.

+++++1. Dezember 2020+++++

Dreßen bleibt zweite Operation vorerst erspart

Ski-Rennläufer Thomas Dreßen bleibt eine zweite Operation an der Hüfte vorerst erspart. Diese Entscheidung habe der 27 Jahre alte Abfahrtsspezialist "übereinstimmend" mit dem medizinischen Team des Deutschen Skiverbandes (DSV) getroffen, sagte DSV-Sprecher Ralph Eder auf SID-Anfrage. Einem ersten Eingriff am linken Hüftgelenk hatte sich Dreßen am vergangenen Donnerstag unterzogen.

Ein Comeback rechtzeitig zu den alpinen Weltmeisterschaften 2021 in Cortina d'Ampezzo (8. bis 21. Februar) erscheint damit nach wie vor möglich, wenn auch nicht sicher. Den Auftakt der Abfahrer am 12. Dezember in Val d'Isere wird Dreßen aber ebenso verpassen wie voraussichtlich das Rennen in Kitzbühel (23. Januar), wo er 2018 gewonnen hatte. Vor der WM findet noch die Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen statt (5. Februar).

Bei einer zweiten Operation wäre dem besten deutschen Ski-Rennläufer ein freier Gelenkkörper entfernt worden. Nach der Erörterung der verschiedenen Möglichkeiten habe man sich aber darauf geeinigt, dass Dreßen demnächst in eine Reha-Phase mit physiotherapeutischen Maßnahmen einsteige, sagte Eder. Beim ersten Eingriff war zunächst das natürliche Gelenkrelief wiederhergestellt worden.

+++++27. November 2020+++++

Schmid holt im Parallel-Riesenslalom ersten Podestplatz für den DSV

Skirennläufer Alexander Schmid (Fischen) hat dem Deutschen Skiverband (DSV) die erste Podestplatzierung des Winters bei den Alpinen beschert. Der 26-Jährige setzte sich beim Parallel-Riesenslalom in Lech/Zürs im "kleinen Finale" gegen den Österreicher Adrian Pertl durch und landete auf dem dritten Platz. Der Sieg ging an den Franzosen Alexis Pinturault, Stefan Luitz (Bolsterlang) wurde Siebter.

"Es ist einfach nur der Wahnsinn. Das hätte ich mir vorher echt nicht ausmalen können", sagte Schmid und sprach von einem "unbeschreiblichen Gefühl". Er landete im Parallel-Wettbewerb bereits zum zweiten Mal in seiner Karriere auf dem Podium. "Das Fahren Mann gegen Mann pusht einen gegenseitig. Man muss einfach riskieren. Es sind kurze Läufe, in denen man echt ans Limit gehen muss", sagte er. "Ich freue mich riesig."

Unter Flutlicht kämpfte sich Schmid am Freitagabend nach Siegen gegen Timon Haugan (Norwegen) und Christian Hirschbühl (Österreich) bis ins Halbfinale vor. Dort ging er gegen den späteren Sieger Pinturault im zweiten Lauf in Rückstand liegend jedoch zu viel Risiko und kam nicht ins Ziel. Gegen Pertl gewann er anschließend klar mit 0,58 Sekunden Vorsprung.

Luitz war als Schnellster der Qualifikation zunächst mühelos gegen Mathieu Faivre (Frankreich) ins Viertelfinale eingezogen, ehe er dort gegen den späteren Zweiten Henrik Kristoffersen (Norwegen) nach einem Fahrfehler im entscheidenden Lauf das Nachsehen hatte. Den siebten Platz sicherte der 28-Jährige gegen Hirschbühl.

"Damit bin ich sehr zufrieden", sagte Luitz und ergänzte: "Es hat auf jeden Fall mega Spaß gemacht." Beim Lauf gegen Kristoffersen habe er sich "ein bisschen verleiten lassen, ich bin zu direkt geworden und habe die Spuren nicht getroffen". Männer-Cheftrainer Christian Schwaiger äußerte sich sehr zufrieden: "Es war unser Ziel, vorne mitzufahren. Es war eine sehr gute Leistung von der Mannschaft."

Das deutsche Duo fühlt sich im Parallel-Wettbewerb insgesamt wohl. So belegte Luitz in der Vorsaison in Alta Badia/Italien im selben Wettbewerb den zweiten Platz, ein Jahr zuvor wurde er an gleicher Stelle Fünfter. Schmid hatte im vergangenen Winter in Chamonix/Frankreich als Dritter seine zuvor einzige Podestplatzierung gefeiert. Der DSV ist somit nun bereits zum dritten Mal in Folge auf dem Parallel-Podest vertreten.

Linus Straßer (München), Sebastian Holzmann (Oberstdorf) und Julian Rauchfuß (Mindelheim) waren am Freitagmittag in der Qualifikation gescheitert. Auch Norwegens Jungstar Lucas Braathen, der den Saisonauftakt der Techniker in Sölden/Österreich gewonnen hatte, blieb als 18. knapp hängen.

+++++27. November 2020+++++

Dreßen droht nach Hüft-OP Ausfall für Kitzbühel und WM

Noch vom Krankenbett aus schickte Thomas Dreßen eine Nachricht an seine Fans - auf der Piste wird man den besten deutschen Skirennfahrer vorerst nicht mehr sehen. Nach einer Hüftoperation droht der Oberbayer den Großteil der alpinen Saison inklusive der Weltcup-Höhepunkte in Kitzbühel und Garmisch-Partenkirchen sowie die Weltmeisterschaften in Cortina zu verpassen. Bei einem Eingriff in München wurden zwar keine nachhaltigen Verletzungen am Gelenk festgestellt, wie der Deutsche Skiverband (DSV) am Freitag mitteilte. Allerdings könnte eine zweite Operation in den nächsten Tagen folgen, um noch einen verbliebenen, freien Gelenkkörper zu entfernen.

„Jetzt überlegen die Ärzte, wie sie dieses Problem lösen“, schrieb Dreßen am Morgen in den Sozialen Netzwerken zu einem Foto nach dem Eingriff, das ihn mit hoch gelegten Beinen in einem Klinikbett zeigt. Erst dann lasse sich eine konkrete Prognose zur Ausfallzeit treffen.

Weil derartige Eingriffe oft Zwangspausen von sechs Wochen oder mehr nach sich ziehen, dürfte ein Comeback bei den wichtigsten Rennen dieses Winters knapp werden. Bei den ersten Speed-Rennen im Dezember in Val d'Isère, Gröden und Bormio fehlt der Spitzensportler sicher.

Im Januar stehen die Abfahrt-Weltcups in Wengen (16.) und Kitzbühel (23.) auf dem Programm, im Februar das Heim-Event in Garmisch (5.) und danach die WM in Cortina. Für den DSV ist der Ausfall seines besten Sportlers bitter, zumal vor der Saison Viktoria Rebensburg als zweite Siegfahrerin neben Dreßen ihre Karriere beendet hatte.

Allerdings steht die langfristige Gesundheit Dreßens im Vordergrund - mit 27 Jahren sind noch etliche Winter an der Weltspitze möglich. Seine Hüfte hatte ihm schon mehr als zwei Jahre Probleme bereitet, zuletzt hielt es Dreßen im Trainingslager in den USA vor Schmerzen nicht mehr aus.

Deshalb wurde nun entschieden, „das Problem nachhaltig zu lösen“, wie er sagte, „auch wenn dafür eine zweite OP notwendig sein sollte und ich daher nicht weiß, wie lange die Rehabilitation dauern wird. Wichtig ist, dass ich wieder vollständig fit und gesund werde. Denn nur so kann ich erfolgreich Skirennen fahren.“

Die positive Nachricht der ersten Operation war, dass „keine unvorhergesehenen Schädigungen“ festgestellt wurden, wie der operierende Arzt Michael Dienst nach der zweieinhalbstündigen Arthroskopie an Dreßens linker Hüfte sagte. „Ich habe mich auf den schlimmsten Fall vorbereitet und bin jetzt erleichtert, dass an der Hüfte keine weiteren Verletzungen festgestellt wurden“, sagte Dreßen.

+++++26. November 2020+++++

Dritter Sieg in Serie für Vlhova beim Parallel-Weltcup in Lech

Petra Vlhova hat den Parallel-Weltcup in Lech/Zürs gewonnen und ihre beeindruckende Frühform in diesem Ski-Winter unterstrichen. Die Slowakin feierte am Donnerstag ihren dritten Sieg im vierten Saisonrennen, dazu kommt ein dritter Platz beim Auftakt. Bei dem K.o.-Wettkampf gewann die 25-Jährige im Finale gegen die Amerikanerin Paula Moltzan, die bislang einen zehnten Platz als bestes Ergebnis ihrer Weltcup-Karriere vorzuweisen hatte. Dritte wurde Lara Gut-Behrami aus der Schweiz. Alle sieben deutschen Starterinnen um die erfahrene Lena Dürr hatten in der Qualifikation am Vormittag den Einzug ins K.o.-Finale der besten 16 verpasst.

Nächster Dämpfer für die deutschen Skirennfahrerinnen

Die deutschen Skirennfahrerinnen haben einen weiteren Dämpfer im alpinen Weltcup kassiert und müssen sich künftig auf eine härtere Gangart im Training einstellen. Beim Parallel-Event in Lech/Zürs verpassten am Donnerstag alle sieben Starterinnen des Deutschen Skiverbandes die K.o.-Phase. Ein 22. Platz durch die erfahrene Lena Dürr reichte in der Qualifikation nicht für die Entscheidungsläufe der besten 16 am Abend. Bereits zum Saisonstart im Riesenslalom von Sölden und zuletzt am Wochenende bei zwei Slaloms in Levi waren die DSV-Damen der Konkurrenz deutlich hinterhergefahren.

„Hier musste man am Limit fahren, und das sind wir nicht“, haderte der deutsche Alpinchef Wolfgang Maier. Die fehlende Aggressivität und Risikobereitschaft sind nicht neu - deshalb werde nun das Training umgestellt. „Es werden nur noch intensive Zeitläufe gefahren. Bei jeder Trainingsfahrt musst du versuchen, der Champion zu sein“, sagte Maier der Deutschen Presse-Agentur. Das Talent ist da, der Biss fehlt. Andere Nationen wie etwa Österreich trainieren allein schon durch den internen Konkurrenzkampf härter. „Weniger Techniktraining, mehr Wettkampftraining“, kündigte der DSV-Sportvorstand Maier an.

In den Technik-Events sollen nach dem Rücktritt von Viktoria Rebensburg so wieder Top-Ten-Fahrerinnen geformt werden. Hinter Dürr hatten in der Qualifikation in Lech/Zürs auch Andrea Filser (28.) und Jessica Hilzinger (46.) das Finale klar verpasst. Martina Ostler, Lisa Marie Loipetssperger, Fabiana Dorigo und Leonie Flötgen schieden aus.

Als ganz kleine Ehrenrettung konnte angeführt werden, dass es in dem Parallel-Riesenslalom im österreichischen Vorarlberg auch Mitfavoritinnen traf wie die Schweizerin Wendy Holdener und Alice Robinson aus Neuseeland. „Das war ein relativ enges Rennen und es sind nicht bloß unsere auf der Strecke geblieben“, sagte Maier.

Am Freitag versuchen es die deutschen Männer besser zu machen. Stefan Luitz und Alexander Schmid hatten ihre Klasse in Parallel-Riesenslaloms bereits in der vorigen Saison gezeigt: Luitz war in Alta Badia Zweiter geworden, Schmid in Chamonix Dritter.

Herren-Riesenslaloms von Val d'Isère nach Italien verlegt

Wegen Schneemangels in den französischen Alpen sind die beiden Herren-Riesenslaloms von Val d'Isère nach Italien verlegt worden. Wie der Ski-Weltverband Fis am Donnerstag bekanntgab, finden die Technik-Events am ersten Dezember-Wochenende in Santa Caterina Valfurva statt. Die Zeiten bleiben gleich: Die Rennfahrer müssen am Samstag, 5. Dezember (10.30/13.30 Uhr) und Sonntag, 6. Dezember (10.00/13.00 Uhr) ran.

Eine Woche später sind in Val d'Isère dann eigentlich eine Abfahrt und ein Super-G der Männer geplant. Ob diese Speedrennen möglich sind, war zunächst unklar.

+++++25. November 2020+++++

Dreßen wird an Hüfte operiert - Ausfallzeit offen

Schwerer Schlag für den Deutschen Skiverband: Kitzbühel-Sieger Thomas Dreßen fällt wegen einer Hüftverletzung möglicherweise lange aus. Der 27 Jahre alte Ski-Star muss sich am Donnerstag einer Operation unterziehen. Dabei wird arthroskopisch ein freier Gelenkkörper entfernt.

"Ich habe schon seit zwei Jahren Probleme mit der Hüfte. Ich habe es zuletzt aber vor Schmerzen nicht mehr ausgehalten. Ich habe gehofft, dass man eine OP vermeiden kann und es mit Spritzen in den Griff bekommt. Es ist eine blöde Situation", sagte Dreßen am Mittwoch.

Wie lange die Pause ausfallen wird, hängt von der Operation ab. Dabei werde "die ganze Hüfte angeschaut. Danach wird man sehen", ergänzte Dreßen.

"Dieser Ausfall trifft uns heftig. Thomas ist nach dem Rücktritt von Felix Neureuther die Galionsfigur. Jetzt müssen wir enger zusammenrücken", sagte Alpinchef Wolfgang Maier dem SID.

Dreßen war am Samstag vorzeitig aus dem Trainingslager des deutschen Speedteams in Copper Mountain/USA abgereist. Am Montag hatte er sich in München einer MRT-Untersuchung unterzogen.

Der Saisonstart Dreßens war eigentlich für Mitte Dezember (12./13.) im französischen Val d'Isere vorgesehen. Der DSV-Athlet aus Garmisch-Partenkirchen ist nach dem Rücktritt von Viktoria Rebensburg der einzige Siegfahrer beim DSV.

Deutschlands "Skisportler des Jahres" hatte in der vergangenen Saison drei Weltcup-Siege gefeiert. Bereits Ende 2018 hatte er sich eine schwere Knieverletzung zugezogen und war lange ausgefallen. Bei seinem Comeback hatte er direkt die Abfahrt im kanadischen Lake Louise gewonnen.

+++++24. Oktober 2020+++++

DSV mit großem Alpin-Team zu Parallelrennen in Lech

Mit einer mindestens elfköpfigen Mannschaft bestreitet das deutsche Ski-Team die bevorstehenden alpinen Weltcups in Lech/Zürs. Damen-Bundestrainer Jürgen Graller nominierte für den Parallel-Riesenslalom (Donnerstag) neben Lena Dürr noch Fabiana Dorigo, Andrea Filser, Leonie Flötgen, Jessica Hilzinger, Lisa Marie Loipetssperger und Martina Ostler. Das gab der Deutsche Skiverband (DSV) am Dienstag bekannt.

Bei den Herren gehen am Freitag Stefan Luitz, Alexander Schmid, Fabian Gratz und Sebastian Holzmann an den Start. In den nächsten Tagen soll laut Bundestrainer Christian Schwaiger entschieden werden, ob noch ein fünfter Athlet dazukommt. Vorerst nicht nominiert wurde Linus Straßer, der beim Parallel-Slalom in Stockholm 2017 seinen ersten Weltcup-Sieg gefeiert hatte.

+++++24. November 2020+++++

Shiffrin verzichtet auf Start beim Parallel-Riesenslalom in Lech

Ski-Star Mikaela Shiffrin verzichtet auf einen Start beim Parallel-Riesenslalom in Lech/Zürs am kommenden Donnerstag. Die fünfmalige Weltmeisterin und zweimalige Olympiasiegerin legt stattdessen eine zusätzliche Trainingsschicht ein. Shiffrin hatte nach 300 Tagen Pause am vergangenen Wochenende ihr Weltcup-Comeback gegeben und bei den Slalomrennen im finnischen Levi die Plätze zwei und fünf belegt. Den Saisonauftakt in Sölden Mitte Oktober hatte die Amerikanerin wegen einer Rückenblessur verpasst.

+++++24. November 2020+++++

Österreicher Marco Schwarz positiv auf Corona getestet

Der alpine Skizirkus beklagt den nächsten Coronafall. Der Österreicher Marco Schwarz, WM-Dritter im Slalom und in der Kombination, wurde laut einer Verbandsmitteilung positiv auf COVID-19 getestet. Er fällt für den Weltcup am Freitag in Lech/Zürs aus.

Der 25-Jährige zeige leichte Erkältungssymptome und habe sich bereits in Heimquarantäne begeben, hieß es. "Schwarz dürfte sich im privaten Umfeld angesteckt haben", teilte der Österreichische Skiverband (ÖSV) weiter mit. Kontakt zu anderen Athleten oder Trainern habe er nicht gehabt.