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Ski-Alpin-Weltcup 20/21: Dritter Sieg in Serie für Vlhova bei mParallel-Weltcup in Lech

Ski-Alpin-Telegramm 2020/21 : Dritter Sieg in Serie für Vlhova beim Parallel-Weltcup in Lech

Auch die Weltcup-Saison der alpinen Skirennfahrer ist wegen der Corona-Pandemie unter besondern Vorzeichen gestartet. In unserem Telegramm halten wir Sie über alles Wichtige während der Ski-Alpin-Saison auf dem Laufenden.

Petra Vlhova hat den Parallel-Weltcup in Lech/Zürs gewonnen und ihre beeindruckende Frühform in diesem Ski-Winter unterstrichen. Die Slowakin feierte am Donnerstag ihren dritten Sieg im vierten Saisonrennen, dazu kommt ein dritter Platz beim Auftakt. Bei dem K.o.-Wettkampf gewann die 25-Jährige im Finale gegen die Amerikanerin Paula Moltzan, die bislang einen zehnten Platz als bestes Ergebnis ihrer Weltcup-Karriere vorzuweisen hatte. Dritte wurde Lara Gut-Behrami aus der Schweiz. Alle sieben deutschen Starterinnen um die erfahrene Lena Dürr hatten in der Qualifikation am Vormittag den Einzug ins K.o.-Finale der besten 16 verpasst.

+++++16. November 2020+++++

Nächster Dämpfer für die deutschen Skirennfahrerinnen

Die deutschen Skirennfahrerinnen haben einen weiteren Dämpfer im alpinen Weltcup kassiert und müssen sich künftig auf eine härtere Gangart im Training einstellen. Beim Parallel-Event in Lech/Zürs verpassten am Donnerstag alle sieben Starterinnen des Deutschen Skiverbandes die K.o.-Phase. Ein 22. Platz durch die erfahrene Lena Dürr reichte in der Qualifikation nicht für die Entscheidungsläufe der besten 16 am Abend. Bereits zum Saisonstart im Riesenslalom von Sölden und zuletzt am Wochenende bei zwei Slaloms in Levi waren die DSV-Damen der Konkurrenz deutlich hinterhergefahren.

„Hier musste man am Limit fahren, und das sind wir nicht“, haderte der deutsche Alpinchef Wolfgang Maier. Die fehlende Aggressivität und Risikobereitschaft sind nicht neu - deshalb werde nun das Training umgestellt. „Es werden nur noch intensive Zeitläufe gefahren. Bei jeder Trainingsfahrt musst du versuchen, der Champion zu sein“, sagte Maier der Deutschen Presse-Agentur. Das Talent ist da, der Biss fehlt. Andere Nationen wie etwa Österreich trainieren allein schon durch den internen Konkurrenzkampf härter. „Weniger Techniktraining, mehr Wettkampftraining“, kündigte der DSV-Sportvorstand Maier an.

In den Technik-Events sollen nach dem Rücktritt von Viktoria Rebensburg so wieder Top-Ten-Fahrerinnen geformt werden. Hinter Dürr hatten in der Qualifikation in Lech/Zürs auch Andrea Filser (28.) und Jessica Hilzinger (46.) das Finale klar verpasst. Martina Ostler, Lisa Marie Loipetssperger, Fabiana Dorigo und Leonie Flötgen schieden aus.

Als ganz kleine Ehrenrettung konnte angeführt werden, dass es in dem Parallel-Riesenslalom im österreichischen Vorarlberg auch Mitfavoritinnen traf wie die Schweizerin Wendy Holdener und Alice Robinson aus Neuseeland. „Das war ein relativ enges Rennen und es sind nicht bloß unsere auf der Strecke geblieben“, sagte Maier.

Am Freitag versuchen es die deutschen Männer besser zu machen. Stefan Luitz und Alexander Schmid hatten ihre Klasse in Parallel-Riesenslaloms bereits in der vorigen Saison gezeigt: Luitz war in Alta Badia Zweiter geworden, Schmid in Chamonix Dritter.

+++++16. November 2020+++++

Herren-Riesenslaloms von Val d'Isère nach Italien verlegt

Wegen Schneemangels in den französischen Alpen sind die beiden Herren-Riesenslaloms von Val d'Isère nach Italien verlegt worden. Wie der Ski-Weltverband Fis am Donnerstag bekanntgab, finden die Technik-Events am ersten Dezember-Wochenende in Santa Caterina Valfurva statt. Die Zeiten bleiben gleich: Die Rennfahrer müssen am Samstag, 5. Dezember (10.30/13.30 Uhr) und Sonntag, 6. Dezember (10.00/13.00 Uhr) ran.

Eine Woche später sind in Val d'Isère dann eigentlich eine Abfahrt und ein Super-G der Männer geplant. Ob diese Speedrennen möglich sind, war zunächst unklar.

+++++25. November 2020+++++

Dreßen wird an Hüfte operiert - Ausfallzeit offen

Schwerer Schlag für den Deutschen Skiverband: Kitzbühel-Sieger Thomas Dreßen fällt wegen einer Hüftverletzung möglicherweise lange aus. Der 27 Jahre alte Ski-Star muss sich am Donnerstag einer Operation unterziehen. Dabei wird arthroskopisch ein freier Gelenkkörper entfernt.

"Ich habe schon seit zwei Jahren Probleme mit der Hüfte. Ich habe es zuletzt aber vor Schmerzen nicht mehr ausgehalten. Ich habe gehofft, dass man eine OP vermeiden kann und es mit Spritzen in den Griff bekommt. Es ist eine blöde Situation", sagte Dreßen am Mittwoch.

Wie lange die Pause ausfallen wird, hängt von der Operation ab. Dabei werde "die ganze Hüfte angeschaut. Danach wird man sehen", ergänzte Dreßen.

"Dieser Ausfall trifft uns heftig. Thomas ist nach dem Rücktritt von Felix Neureuther die Galionsfigur. Jetzt müssen wir enger zusammenrücken", sagte Alpinchef Wolfgang Maier dem SID.

Dreßen war am Samstag vorzeitig aus dem Trainingslager des deutschen Speedteams in Copper Mountain/USA abgereist. Am Montag hatte er sich in München einer MRT-Untersuchung unterzogen.

Der Saisonstart Dreßens war eigentlich für Mitte Dezember (12./13.) im französischen Val d'Isere vorgesehen. Der DSV-Athlet aus Garmisch-Partenkirchen ist nach dem Rücktritt von Viktoria Rebensburg der einzige Siegfahrer beim DSV.

Deutschlands "Skisportler des Jahres" hatte in der vergangenen Saison drei Weltcup-Siege gefeiert. Bereits Ende 2018 hatte er sich eine schwere Knieverletzung zugezogen und war lange ausgefallen. Bei seinem Comeback hatte er direkt die Abfahrt im kanadischen Lake Louise gewonnen.

+++++24. Oktober 2020+++++

DSV mit großem Alpin-Team zu Parallelrennen in Lech

Mit einer mindestens elfköpfigen Mannschaft bestreitet das deutsche Ski-Team die bevorstehenden alpinen Weltcups in Lech/Zürs. Damen-Bundestrainer Jürgen Graller nominierte für den Parallel-Riesenslalom (Donnerstag) neben Lena Dürr noch Fabiana Dorigo, Andrea Filser, Leonie Flötgen, Jessica Hilzinger, Lisa Marie Loipetssperger und Martina Ostler. Das gab der Deutsche Skiverband (DSV) am Dienstag bekannt.

Bei den Herren gehen am Freitag Stefan Luitz, Alexander Schmid, Fabian Gratz und Sebastian Holzmann an den Start. In den nächsten Tagen soll laut Bundestrainer Christian Schwaiger entschieden werden, ob noch ein fünfter Athlet dazukommt. Vorerst nicht nominiert wurde Linus Straßer, der beim Parallel-Slalom in Stockholm 2017 seinen ersten Weltcup-Sieg gefeiert hatte.

+++++24. November 2020+++++

Shiffrin verzichtet auf Start beim Parallel-Riesenslalom in Lech

Ski-Star Mikaela Shiffrin verzichtet auf einen Start beim Parallel-Riesenslalom in Lech/Zürs am kommenden Donnerstag. Die fünfmalige Weltmeisterin und zweimalige Olympiasiegerin legt stattdessen eine zusätzliche Trainingsschicht ein. Shiffrin hatte nach 300 Tagen Pause am vergangenen Wochenende ihr Weltcup-Comeback gegeben und bei den Slalomrennen im finnischen Levi die Plätze zwei und fünf belegt. Den Saisonauftakt in Sölden Mitte Oktober hatte die Amerikanerin wegen einer Rückenblessur verpasst.

+++++24. November 2020+++++

Österreicher Marco Schwarz positiv auf Corona getestet

Der alpine Skizirkus beklagt den nächsten Coronafall. Der Österreicher Marco Schwarz, WM-Dritter im Slalom und in der Kombination, wurde laut einer Verbandsmitteilung positiv auf COVID-19 getestet. Er fällt für den Weltcup am Freitag in Lech/Zürs aus.

Der 25-Jährige zeige leichte Erkältungssymptome und habe sich bereits in Heimquarantäne begeben, hieß es. "Schwarz dürfte sich im privaten Umfeld angesteckt haben", teilte der Österreichische Skiverband (ÖSV) weiter mit. Kontakt zu anderen Athleten oder Trainern habe er nicht gehabt.

+++++21. Novemer 2020+++++

Vlhova stiehlt Rückkehrerin Shiffrin mit „Levi-Double“ die Show

Petra Vlhova hat "Königin" Mikaela Shiffrin bei deren Rückkehr in den Skizirkus die Show gestohlen. Die Slowakin holte beim Slalom-Weltcup im finnischen Levi das "Double" und gewann beide Rennen. Shiffrin blieben nach 300 Tagen Rennpause und dem Unfalltod ihres Vaters bei ihrem gelungenen Comeback die Ränge zwei und fünf.

Die sieben deutschen Starterinnen erlebten ein Wochenende zum Vergessen. Lena Dürr (Germering) erreichte am Sonntag als einzige DSV-Athletin das Finale, Platz 21 ist aber nicht ihr Anspruch. Auch am Samstag war die 29-Jährige als 17. beste Deutsche. Andrea Filser (Wildsteig) und Marina Wallner (Inzell) kamen da auf die Ränge 23 und 24. "Wir haben zu wenig attackiert. Einfach runterfahren - da gewinnst du keinen Blumentopf", sagte Cheftrainer Jürgen Graller.

Vlhova setzte sich beim ersten Slalom des WM-Winters mit 18 Hundertstelsekunden Vorsprung auf Shiffrin durch. Beim zweiten Rennen nördlich des Polarkreises war sie 0,31 Sekunden schneller als Michelle Gisin (Schweiz) und holte ihren 16. Weltcup-Sieg. Shiffrin lag stolze 0,93 Sekunden zurück. Schlechter war die 25 Jahre alte Amerikanerin in einem Slalom zuletzt im Januar 2018, als sie in Lenzerheide ausschied.

+++++ 21. November 2020 +++++

Shiffrin beim Comeback nur von Vlhova geschlagen

Skistar Mikaela Shiffrin hat sich beim Comeback nach 300 Tagen in starker Verfassung zurückgemeldet, ihren 67. Weltcupsieg aber verpasst. Beim ersten Saisonslalom im finnischen Levi musste sich die Amerikanerin mit Platz zwei und 18 Hundertstelsekunden Rückstand auf ihre slowakische Dauerrivalin Petra Vlhova geschlagen geben. Vlhova feierte ihren vierten Slalomsieg in Serie.

Shiffrin (25), die sich im Frühjahr nach dem Unfalltod ihres Vaters Jeff aus dem Renngeschehen zurückgezogen hatte, fuhr zwei blitzsaubere Läufe, ließ aber noch ein wenig die alte Aggressivität vermissen.

Bereits beim Interview nach dem ersten Durchgang waren ihr am ARD-Mikrofon die Tränen gekommen. "Ich will eigentlich nicht so emotional sein. Ich bin einfach glücklich. Beim Skifahren hatte ich das Gefühl, dass es wirklich Spaß macht", sagte die viermalige Levi-Siegerin, die wegen Rückenproblemen den Saisonstart im Oktober in Sölden ausgelassen hatte.

Neben Shiffrin blieb nur die Österreicherin Katharina Liensberger (+0,57) innerhalb von einer Sekunde Rückstand auf Vlhova, Gewinnerin des Slalom-Weltcups des Vorwinters. Beste Deutsche am Berg Levi war Lena Dürr (Germering) auf Rang 17 (+2,89). "Im Steilen ist einfach viel mehr drin, ich muss viel aggressiver werden", meinte die 29-Jährige in der ARD.

Andrea Filser (Wildsteig) holte als 23. (+3,44) zum zweiten Mal in ihrer Karriere und zum ersten Mal seit Ofterschwang im März 2013 (23.) Weltcup-Punkte. Marina Wallner (Inzell) kam auf Rang 24 (+3:47). Die weiteren vier DSV-Starterinnen hatten den zweiten Durchgang der besten 30 verpasst. Am Sonntag steht in Levi ein weiterer Frauen-Slalom an.

+++++ 20. November 2020 +++++

Skirennfahrer üben Kritik an Test- und Quarantäne-Vorgehen in Levi

Nach der Isolation des ganzen schwedischen Ski-Teams wegen eines positiven Corona-Tests wird Kritik am Vorgehen kurz vor den zwei Slaloms in Levi laut. Die Weltcup-Gesamtsiegerin Federica Brignone aus Italien schrieb dazu bei Instagram: „Wofür werden wir denn alle getestet? Wie kann es sein, dass alle Sportler einer Nation (die alle bei drei Tests negativ sind) wegen eines positiven Coaches nicht zum Rennen dürfen? Ist das fair?“ Mehrere deutsche Athleten wie Linus Straßer, Kira Weidle und Stefan Luitz teilten den Beitrag.

Am Donnerstag war ein positiver Befund bei einem schwedischen Trainer bekannt geworden. Die zuständigen Behörden ordneten daraufhin an, dass sich das ganze schwedische Team in Quarantäne begeben muss.

Die Schwedinnen, darunter die Spitzenfahrerin und Podiumskandidatin Anna Swenn-Larsson, verpassen damit die beiden Slaloms am Samstag und Sonntag in Lappland. Brignone (30) verglich die Situation mit jener im Fußball und fragte: „Warum darf im Fußball, wo es physischen Kontakt zwischen den Spielern gibt, weitergespielt werden, auch wenn es einige positive Fälle gibt? Bitte gebt uns klare und gleiche Regeln.“

Der französische Top-Fahrer Alexis Pinturault (29) sieht in dem Vorgehen die Chancengleichheit gefährdet. Wenn die Regel so bleibe, dass bei einem Corona-Fall sofort das ganze Team betroffen ist, „dann werde auch ich mal Wettkämpfe verpassen. Das ist nicht nur wahrscheinlich, sondern sicher.“ Der Technik-Spezialist verwies darauf, dass er selbst und einige andere Rennfahrer, darunter Brignone und der norwegische Weltcup-Gesamtsieger Aleksander Aamodt Kilde, bereits mit Corona infiziert waren und deshalb eigentlich Antikörper haben müssten.

„Die Veranstalter müssen ihre Ablaufpläne überarbeiten“, forderte Pinturault in einem Interview mit „Ski Chrono“ am Freitag. Sonst könne es Folgen für den sportlichen Wettkampf geben. Er spekulierte, dass etwa Swenn-Larsson Probleme bekommen könnte, ohne Punkte aus den zwei Rennen in Levi in der ersten Slalom-Startgruppe im Weltcup zu bleiben. „Das beeinträchtigt die Chancen enorm“, sagte der Franzose.

+++++4. November 2020+++++

Weltcup in Lech verschoben

Wegen Schneemangels und hoher Temperaturen werden die alpinen Weltcup-Rennen in Lech/Zürs (Österreich) vom 13. und 14. auf den 26. und 27. November verschoben. Das teilte der Österreichische Skiverband (ÖSV) am Mittwoch mit. Es handelt sich um je einen Parallel-Weltcup für Frauen und Männer.

Nach dem Auftakt mit zwei Riesentorläufen in Sölden Mitte Oktober geht die Saison demnach erst am 21. und 22. November im finnischen Levi weiter. Dort stehen zwei Slalomrennen der Damen auf dem Programm.

+++++18. Oktober 2020+++++

DSV-Duo gelingt „solider“ Start in Weltcup-Saison

Stefan Luitz zuckte entschuldigend mit den Schultern, Alexander Schmid schnaufte etwas enttäuscht aus. Deutschlands beste Riesenslalom-Fahrer haben zum ungewöhnlichen Corona-Start in die neue Weltcup-Saison die vorderen Plätze zwar verpasst. Die Hoffnung auf einen erfreulichen Winter aber ist nach zwei Top-15-Rängen in Sölden da. „Es fehlt nicht viel“, resümierte deshalb Bundestrainer Christian Schwaiger am Sonntag. Beim Überraschungscoup des norwegischen Youngsters Lucas Braathen wurde Luitz im Ötztaler Geisterrennen 14. (+1,80 Sekunden), eine Position dahinter landete Schmid (+1,82).

„Das war ein Schritt in die richtige Richtung“, meinte Luitz. Er hatte nach einem großteils vermasselten Winter 2019/20 angekündigt, in dieser WM-Saison wieder aggressiver und mutiger fahren zu wollen. Sein Vorhaben aber setzte er nach einem viel zu zaghaften ersten Lauf erst im Finale um und machte dabei immerhin noch neun Plätze gut. „Aber ich bin immer noch sehr enttäuscht vom ersten Durchgang.“

Bei Schmid war es andersrum. Dem Allgäuer gelang bei Top-Bedingungen samt prächtigem Sonnenschein auf dem Rettenbachgletscher ein starker erster Lauf. Im entscheidenden Durchgang patzte er etwas und fiel zurück. „Ich nehm das Positive mit“, sagte er. „Ich weiß, dass ich schnell Skifahren kann. Ich habe gemerkt, dass etwas vorwärts geht.“ Coach Schwaiger zeigte sich „zufrieden“ nach einem „soliden“ Auftakt.