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Ski-Alpin-Weltcup 19/20: DSV-Team hofft auf Gletscher-Training Mitte Juni

Ski-Alpin-Telegramm 2019/20 : Deutsches Ski-Team hofft auf Gletscher-Schneetraining Mitte Juni

Die Weltcup-Saison der alpinen Skirennfahrer ist wegen der Coronavirus-Krise vorzeitig beendet worden. In unserem Telegramm halten wir Sie über alles Wichtige während der Ski-Alpin-Saison auf dem Laufenden.

Die deutschen Skirennfahrer bereiten sich auf erste Schneetrainings in wenigen Wochen vor. Wegen der Corona-Pandemie und der Reisebeschränkungen dürfen die heimischen Alpin-Sportler bislang nicht auf die Gletscher in Österreich, Italien oder der Schweiz. Wenn die Restriktionen gelockert werden, wollen die Athleten und Betreuer aber sofort loslegen. „Wir warten jetzt die nächsten Vorgaben ab und hoffen auf eine baldige Freigabe, dass wir nach Österreich und Italien reisen dürfen. Mitte Juni ist es hoffentlich soweit“, sagte der deutsche Alpinchef Wolfgang Maier der Deutschen Presse-Agentur.

Die Österreicher sind unter strengen Hygieneregeln und begleitet von vielen Corona-Tests bereits vor Wochen in das Training gestartet, bei dem der Grundstein an Fitness und Kraft gelegt wird für den Winter. Sie arbeiten dabei unter anderem auf dem Rettenbachgletscher in Sölden oder dem Kaunertaler Gletscher. Die Italiener trainieren ab Juni im Stelvio-Skigebiet, wo sie ein Hotel nur für sich reserviert haben und strenge Vorsichtsmaßnahmen einhalten müssen.

Genauso planen auch die Deutschen um Thomas Dreßen oder Viktoria Rebensburg ihre Camps, die beispielsweise neben den Italienern am Stilfserjoch stattfinden sollen. „Wir werden bei unseren Trainings ein eigenes Hotel nur für unsere Mannschaft haben und eigene Skidoos, damit wir keine öffentlichen Lifte benutzen müssen“, erklärte Maier und unterstrich: „Wir nehmen die Vorschriften und Hygieneverordnungen der Länder, in denen wir zu Gast sind, diesbezüglich sehr ernst.“

Mit Österreich und Italien respektive Südtirol, das durch seine Autonomie inzwischen teils andere Corona-Regeln als das restliche Land hat, habe der Deutsche Skiverband (DSV) bereits Vereinbarungen getroffen. Jetzt hänge alles nur noch davon ab, wann Deutschland und Bayern seine Grenzen öffnen, damit die Skirennfahrer als Berufssportler ohne Quarantäne-Folgen ein- und ausreisen können.

+++++15. März 2020+++++

Christina Ackermann erklärt ihren Rücktritt

Ski-Rennläuferin Christina Ackermann hat ihren Rücktritt bekannt gegeben. "Time to say goodbye", schrieb sie am Sonntag in den sozialen Netzwerken. Alles Schöne habe "irgendwann ein Ende", nach zwölf Jahren im Ski-Weltcup "verabschiede ich mich vom Leistungssport. Mein Körper und mein Kopf sind nicht mehr bereit 100 Prozent zu geben." Unter ihrem Mädchennamen Geiger war sie seit 2008 zweimal auf das Podest im Weltcup gefahren. Am Freitag hatte bereits Fritz Dopfer seine aktive Karriere für beendet erklärt.

Ackermann hatte Ende Dezember 2008 am Semmering/Österreich ihr Debüt im Weltcup gegeben. Zwei Jahre später fuhr sie dort als Dritte im Slalom zum ersten Mal aufs "Stockerl". Sie galt als talentiert, allerdings mahnten die sportlich Verantwortlichen im Deutschen Skiverband (DSV) regelmäßig mehr Wettkampfhärte an.

Nach vielen Jahren mit mehr Höhen als Tiefen sowie zahlreichen Verletzungen belegte die Junioren-Weltmeisterin im Slalom von 2010 beim Parallel-Rennen in Stockholm den zweiten Rang. Auch in der abgelaufenen Saison konnte sie überzeugen.

"Ich habe es nie für möglich gehalten, aber mein Traum wurde wahr. Ich konnte meine Leidenschaft zum Beruf machen. Wer träumt nicht davon?", schrieb die 30-Jährige am Sonntag. Zugleich habe sie ihre Karriere "mit einer erfolgreichen Saison" abschließen dürfen. Als Vierte und Fünfte der Slaloms in Killington/USA und Lienz/Österreich war sie dabei dem Podium nochmal sehr nahe gekommen.

+++++13. März 2020+++++

Fritz Dopfer beendet alpine Karriere

Fritz Dopfer hat seine alpine Ski-Karriere beendet. Der Rennfahrer vom SC Garmisch entschloss sich nach 13 Jahren im Weltcup zu dem Schritt, weil er nach den Folgen einer schweren Beinverletzung im Herbst 2016 keine andere Wahl habe. Ihm sei klar geworden, „dass mir mein Körper es nicht mehr erlaubt, den Sport mit der letzten Konsequenz ausüben zu können“, sagte der 32-Jährige am Freitag. Dopfer war jahrelang neben Felix Neureuther der beste deutsche Athlet in Slalom und Riesenslalom und feierte 2015 als Vizeweltmeister im Slalom seinen größten Erfolg. Er sammelte neun Weltcup-Podium, ein Sieg blieb ihm dabei aber verwehrt.

Der gebürtige Innsbrucker wechselte 2007 aus Österreich zum Deutschen Skiverband (DSV) und raste im Herbst 2011 erstmals unter die Top 3 im Weltcup. Danach fehlten ihm teilweise nur Hundertstelsekunden zum ersten Sieg, bei Olympia 2014 in Sotschi wurde er Slalom-Vierter. Im November 2016 erlitt er bei einem Trainingssturz einen Schien- und Wadenbeinbruch im linken Unterschenkel, musste die Saison aussetzen und kam wegen der Folgen nicht mehr an sein altes Niveau heran.

„Skifahren ist meine große Leidenschaft und dafür schlägt mein Herz. Daher würde es mich freuen, wenn ich weiterhin in der alpinen Rennszene wirken könnte“, kündigte er an, ohne ins Detail zu gehen.

+++++12. März 2020+++++

Ski-Saison wegen Coronavirus beendet

Die Weltcup-Saison der alpinen Skirennfahrer ist wegen der Coronavirus-Krise vorzeitig beendet worden. Nach den Damen-Rennen in Are strich der Weltverband Fis am Donnerstag auch die für das Wochenende geplanten Wettkämpfe der Herren im slowenischen Kranjska Gora. Die Gesundheit und das Wohlergehen der Sportler und Betreuer habe Priorität, hieß es. Zuletzt war schon das geplante Weltcup-Finale in Cortina d'Ampezzo als Vorsorgemaßnahme gegen Sars-CoV-2 abgesagt worden. In Kranjska Gora standen eigentlich ein Slalom und ein Riesenslalom an. Durch die Absage steht der Norweger Aleksander Aamodt Kilde als Sieger der Weltcup-Gesamtwertung fest.

+++++10. März 2020+++++

Shiffrin gibt Comeback in Are

Ihr Herz, versichert Mikaela Shiffrin, sei auch sechs Wochen nach dem plötzlichen Tod ihres geliebten Vaters Jeff noch gebrochen. Ihr Comeback im Weltcup ab Freitag im schwedischen Are begreift die beste Skirennläuferin ihrer Generation als eine Art Seelentherapie. "Ich habe keine echten Ziele oder Erwartungen", meint sie, es gehe einfach um "ein paar gute Schwünge" für Jeff. Ihren Dad, glaubt Shiffrin, "würde es glücklich machen".

Der überraschende Tod des Vaters, der Medienberichten zufolge bei Heimarbeiten vom Dach stürzte, hat Shiffrin aus der Bahn geworfen. Als sie die Nachricht vom Unfall Anfang Februar erhielt, brachen sie und ihre Mutter Eileen, die sie im Weltcup begleitet, ihre Zelte in Europa ab und eilten nach Hause in den US-Bundesstaat Colorado. Dort standen sie Jeff in seinen letzten Stunden bei - und seither ist nichts mehr, wie es war.

Es werde "sehr lange dauern, die neue Wirklichkeit zu akzeptieren", berichtete Shiffrin vor einer Woche in einem sechseinhalbminütigen Video auf ihren Profilen im Netz, "und vielleicht werden wir das auch niemals schaffen". Jeff lebe in ihrem Herzen und ihren Gedanken weiter, sie könne ihn draußen in der Natur spüren.

Dort kam ihr auch der Gedanke zur Rückkehr. Bei der Trauerfeier für ihren Vater habe es geschneit, erzählte Shiffrin der New York Times, "es war, als würde er sagen: Warum verschwendet ihr eure Zeit für mich? Geht raus und fahrt Ski!" Und so griff sie zu den Brettern, von denen sie immer geglaubt hatte, dass sie ihr die Welt bedeuten, und fuhr mit Mama Eileen, Bruder Taylor und Freundin ins Vail Valley, wo sie einst das Skifahren erlernt hatte. "Das hat die Dinge wieder auf Null gestellt", sagte sie.

Von den ersten Schwüngen bis zur Weltcup-Rückkehr war es ein großer Schritt, doch Shiffrin glaubt, dass sie sich ihrem Vater "näher fühlen" kann, wenn sie Rennen fährt. Die letzten der Saison in Are sieht sie dafür als geeignet an. Der kleine Skiort habe "seit dem Beginn meiner Karriere einen besonderen Platz in meinem Herzen", schrieb sie in ihrer Comeback-Ankündigung zwei Tage vor ihrem 25. Geburtstag - dem ersten ohne Jeff.

Im Dezember 2012 hatte die Amerikanerin in Are ihr erstes Weltcup-Rennen gewonnen, 2019 holte sie dort WM-Gold in Super-G und Slalom. "Ich habe hier einige wunderbare Erinnerungen an meinen Dad (...), deshalb freue ich mich darauf, zu diesen Rennen zurückzukehren", schrieb Shiffrin.

Den Kontakt zu Konkurrentinnen, Fans und Medien möchte sie wegen ihres seelischen Zustands und des Coronavirus auf ein Minimum reduzieren. "Das fällt mir nicht leicht", meinte sie, es sei aber unumgänglich.

Und die Ziele? Shiffrin hat im Kampf um den Gesamtweltcup noch Chancen auf ihre vierte große Kristallkugel in Serie, liegt allerdings bereits 153 Punkte hinter der neuen Führenden Federica Brignone auf Rang zwei. Die Italienerin freut sich auf ein echtes Duell: "Willkommen zurück", kommentierte sie Shiffrins Video - und schickte zwei Kuss-Emojis.

+++++7. März 2020+++++

Dreßen beendet Weltcup-Saison als zweitbester Abfahrer

Den letzten Eindruck einer herausragenden Saison in der alpinen Königsdisziplin hätte Thomas Dreßen gerne verwischt. "Ich bin in Schönheit gestorben. Das war nichts Besonderes", sagte der beste deutsche Abfahrtsläufer nach seinem achten Rang bei der letzten Schussfahrt des Winters im norwegischen Kvitfjell. Am Gesamteindruck hatte Dreßen freilich nichts auszusetzen: "Grundsätzlich war die Saison unglaublich, und die drei Siege waren eh der Wahnsinn", betonte er im ZDF.

Tatsächlich beendete Dreßen diesen Winter, in dem er nach seinem Totalschaden im Knie erst wieder langsam Anschluss an die Weltspitze finden wollte, als herausragender Zweiter der Gesamtwertung in der Abfahrt. "Wenn mir das jemand vor der Saison gesagt hätte, dass ich auf dem zweiten Platz liege, hätte ich es nicht geglaubt", bekannte der 26-Jährige. Dann aber ging alles rasend schnell: Dreßen gewann sensationell gleich die erste Abfahrt der Saison in Lake Louise/Kanada - zuletzt auch in Garmisch und in Saalbach/Österreich.

Konstanter als der formidable Deutsche war in diesem Winter nur Beat Feuz: Der Schweizer hatte nach der Absage des Weltcupfinales in Cortina d'Ampezzo/Italien (18. bis 22. März) schon am Freitag zum dritten Mal nacheinander als bester Abfahrer der Saison festgestanden. Nach neun Rennen lag er 212 Punkte vor Dreßen. Der zweifache Olympiasieger Matthias Mayer (Österreich), der die letzte Schussfahrt vor Aleksander Aamodt Kilde (Norwegen), Carlo Janka (Schweiz) und Feuz gewann, kam nur noch auf 14 Punkte an den deutschen heran.

Mit seinem Rennen war Dreßen auf der Strecke, auf der er seinen zweiten von mittlerweile fünf Weltcupsiegen gefeiert hatte, nicht ganz zufrieden. Er sei dann doch zu sehr auf Nummer sicher gegangen, aber "nach der Brezn in Hinterstoder war das okay", sagte er, und es nehme ihm auch sicher keiner krumm, "dass ich erst mal geschaut habe, dass ich sauber runterfahre". Bei besagter "Brezn" (Sturz) vor einer Woche hatte sich Dreßen beide Schultern ausgekugelt, am Samstag ging er deshalb mit Schmerzmitteln auf die Olympiapiste von 1994.

Spannend wird auf der verkürzten Zielgeraden der Saison nun auch noch einmal der Kampf um die große Kristallkugel: Kilde übernahm mit seiner sechsten Podestplatzierung in diesem Winter die Führung im Gesamtweltcup. Der Norweger liegt nun 54 Punkte vor Alexis Pinturault (Frankreich). Nach der Absage des Saisonfinales stehen derzeit noch drei Rennen im Kalender: der Super-G in Kvitfjell am Sonntag sowie ein Riesenslalom und ein Slalom in Kranjska Gora/Slowenien.

+++++5. März 2020+++++

Shiffrin vor Comeback nach Pause wegen Todes ihres Vaters

Die 24-Jährige kündigte am Donnerstag an, aus ihrer Heimat im US-Bundesstaat Colorado nach Skandinavien zu fliegen. Im schwedischen Are stehen in der nächsten Woche von Donnerstag bis Samstag drei Rennen an: ein Parallelslalom, ein Riesentorlauf und ein Slalom. In allen drei Disziplinen gehörte die amerikanische Olympiasiegerin zuletzt zu den Top-Favoritinnen.

„Ich kann nicht versprechen, dass ich in der Lage sein werde anzutreten, wenn es dann soweit ist“, schrieb Shiffrin bei Instagram. „Und ich habe eigentlich keine Erwartung. Ich hoffe, ein paar gute Schwünge zu fahren. Ich denke, das würde meinen Vater glücklich machen.“ Jeff Shiffrin hatte sich Anfang Februar bei einem häuslichen Unfall schwer verletzt und war danach gestorben. Mikaela Shiffrin reiste von den Weltcups in Europa ab und setzte einen Monat lang aus.

„Ich bin an einem Punkt angelangt, wo ich nicht damit leben könnte, wenn ich nicht versuchen würde, in ein Starthaus zurückzukehren“, sagte sie der „New York Times“. Vielleicht fühle sie sich dem Vater, der ihre Karriere stets förderte, dadurch näher, sagte Shiffrin.

Sie hatte Ende Januar in der Weltcup-Gesamtwertung noch deutlich geführt. Inzwischen ist Federica Brignone aus Italien an der zweimaligen Olympiasiegerin und fünfmaligen Weltmeisterin, die die große Kristallkugel als Weltcup-Beste in den vergangenen drei Jahren gewonnen hatte, vorbeigezogen und führt mit 153 Punkten Vorsprung.

Nach der Absage des Weltcups von Ofterschwang am kommenden Wochenende stehen noch sieben Einzelrennen auf dem Weltcup-Programm; damit sind noch 700 Punkte zu vergeben. Es ist aber offen, welche Auswirkungen die globale Krise um das neue Coronavirus auf den Kalender hat. Möglicherweise kann das Saisonfinale in Cortina d'Ampezzo nicht ausgetragen werden. Eine Entscheidung dazu soll am Freitag fallen.

+++++5. März 2020+++++

Dreßen entscheidet nach Training über Start trotz Schulterverletzung

Skirennläufer Thomas Dreßen wird angesichts seiner Schulterverletzung erst nach den Abfahrtstrainings beim Weltcup in Kvitfjell/Norwegen entscheiden, ob er dort auch die Rennen bestreiten wird. "Thomas hat die medizinische Freigabe für einen Start erhalten, und wir werden sehen, wie sich die Verletzung im Training verhält", sagte Cheftrainer Christian Schwaiger.

In Kvitfjell stehen eine Abfahrt (Samstag) und ein Super-G (Sonntag) auf dem Programm. Zuvor wird am Donnerstag und Freitag je eine Testfahrt absolviert. Dreßen hatte sich bei einem Sturz in Hinterstoder/Österreich am vergangenen Samstag beide Schultern ausgekugelt, dabei aber nicht schwerer verletzt.

"Nach meinem Sturz habe ich mich einige Tage geschont", sagte er. Am Mittwoch fuhr er in Norwegen frei Ski, "um zu sehen, wie es geht. Ich hatte zwar noch etwas Schmerzen in den Schultern, aber es ist insgesamt gut gegangen. Daher habe ich entschieden, das Training zu fahren." Nach starken Schneefällen in den vergangenen Tagen stelle er sich "auf schwierige Verhältnisse ein".

In Kvitfjell hatte Dreßen im März 2018 seine zweite Weltcup-Abfahrt gewonnen. Nach den dortigen Rennen stünde für Dreßen nur noch das Weltcup-Finale in Cortina d'Ampezzo mit einer Abfahrt und einem Super-G (18. und 19. März) an.

+++++2. März 2020+++++

Luitz rast in die Top 10 - Pinturault holt nächsten Sieg

Skirennläufer Stefan Luitz ist mit einem fulminanten Finallauf beim Weltcup-Riesenslalom in Hinterstoder/Österreich noch in die Top 10 gestürmt. Der Allgäuer machte bei schwierigen Pistenverhältnissen im zweiten Durchgang elf Plätze gut und fuhr als Achter das beste Saisonergebnis in seiner Spezialdisziplin ein. Alexander Schmid (Fischen) kam beim nächsten Sieg des Franzosen Alexis Pinturault auf Rang 16.